Mit einer Kampagne für mehr Zivilcourage kämpfte die Polizei gemeinsam mit der Stadt seit 1999 gegen das Wegsehen, die Gleichgültigkeit und Ignoranz:
die Bevölkerung sollte zum aktiven Element werden.

In einer Bürgerumfrage im darauffolgenden Jahr kannten bereits 80% der Kölner die Kampagne”, freute sich Heike Afflerbach von der Polizei Köln noch im Jahr 2000.

In den Hinweisen damals hieß es:
Machen Sie lautstark auf die Situation aufmerksam.
Nicht Selbstjustiz ist gefragt, sondern ‘Flagge zeigen’, andere mobilisieren, beherztes handeln, …

Die Aktion wurde weiter Ausgebaut: Zu den Plakaten, Postern,Infomaterial, Veranstaltungen und Schildern mit Handlungsanweisungen kamen Anfang 2005 zwei Straßenbahn-Garnituren hinzu.

Doch in der Kampagne hieß es eben: KÖLNER lassen keinen allein. Wer will es also dem Westfalen Roters (Oberbürgermeister) oder dem Bayern Albers (Polizeipräsident) verdenken, dass sie sich hier nicht angesporchen fühlen?

Während also die KÖLNER weiter lautstark auf die Situation aufmerksam machen werden und in Kalk den Faschisten keinen Fußbreit gönnen werden, dürfen sich Oberbürgermeister und Polizeipräsident von der Bevölkerung abwenden und sich um Steinpilze am Dom kümmern.
Am besten ignoriert die Kölner Polizei auch die angemeldeten Gegendemonstrationen und lässt uns zur Veranstaltung der Rechten durch. Wir wollen ja nur mal „vernünftig mit ihnen reden„.

http://www.clausludwig.de/index.php/antifa/115-kalkmachtdicht2

http://www.antifa-koeln.net/index.php/archiv/antifaschismus-neonazismus-a-rechtspopulismus/rechspopuslismus/item/kalk-macht-dicht-20

Als 2001 die Bezirksvertretung Köln-Kalk einstimmig beschloss, eine Straße in Kalk nach Martha Mense zu benennen, wurde erstmals in Köln eine Frau des Widerstands gegen die Nazidiktatur geehrt.

Frau Mense – am 11.12.1911 in Köln geboren – war nach der Machtübernahme durch die Nazis aktiv, indem sie Flublätter verteilte und Parolen auf Straßen und Häuserwände schrieb. Von 1934 – 1937 war sie zu 2,5 Jahren Zuchthausstrafe verurteilt, Einen Teil der Strafe musste sie im EL-DE-Haus verbringen und wurde dort misshandelt und gefoltert.

Bis zum Kriegsende beteiligte sich Frau Mense weiterhin an Widerstandsaktivitäten.

Als aktive Kommunistin hat sie sich später in der Friedensbewegung und gegen das Erstarken von Naziorganisationen engagiert.
Sie starb am 18. September 1998.

Heute gedachten viele Weggefährten, aber auch jüngere Menschen dieser Widerstandskämpferin und Dr. Fritz Bilz von der Geschichtswerkstatt lies Frau Menses Leben nochmal für alle Revue passieren, ergänzt durch persönliche Anmerkungen Robert Jägers.

Einen ausführlichen Artikel als PDF-Datei gibt es bei der Geschichtswerkstatt Mülheim.

Wenn man etwas aus dem Leben Martha Menses lernen möchte, dann ist es auch, sich gegen die braune Brut zu stellen.

Der Hubschrauberflughafen im Wohngebiet wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und dem Grünen Timon Delawari beschlossen.
Die Aussichtsplattform auf dem Kalkberg einstimmig.

Stadtdirektor Kahlen hielt einen längeren Vortrag, der weniger neue Faktenlage, als mehr Appell war.
Er ging dabei mehrfach auf die Anfragen und Nachfragen des „Herrn Fischer“ ein.
Er räumte ein, dass der Politik noch nicht alle Informationen vorlägen, so auch dass sicher niemand die Anlage 18 (Gutachten DMT 37 Seiten) gelesen habe und dass die Anlage 19, nämlich die Zusammenfassung der Bürgerinformation noch gar nicht vorläge.
Prof. Drösemeier gab in der Diskussion mit mir indirekt zu verstehen, dass er vom obigen Gutachten nicht viel halte. Ich hatte daraus zitiert, dass es noch keine chemische Untersuchung bezüglich der Aufschüttung am Kalkberg gäbe und er behauptete, man wisse wohl aus was der Berg bestünde.

Meine schriftliche Anfrage war im Übrigen auch beantwortet (5047_2011_Beantwortung_einer_Anfrage_(BV)) und ich habe mich ganz artig bedankt, dass auch auf meine Anfrage vom Juni nach der Plattform und den Probeflügen reagiert wurde, indem das eine eingeplant und das andere durchgeführt wurde.

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Ein weiterer wichtiger Punkt war die Weiterförderung der Sozialräume.

Der LINKE-Antrag aus dem Sozialausschuss wurde ganz leicht abgeändert, indem man aus „Beteiligung der Politik“ genauer „Beteiligung des Rates und der Bezirksvertretung“ machte. Dann war er für SPD, Grüne, Delawari und mich zustimmungsfähig und die CDU enthielt sich. Damit ist Kalk jetzt Pilot bei den Entscheidungen!

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Po Köln hatte einen Antrag zu Räumung und Abriss des Autonomen Zentrums eingebracht und auf ihrer website für gestern mobilisiert. In der Tat war eine handvoll recht extrem Rechten aufgeschlagen und wurden wie z.B. Uckermann auch noch nachträglich per Telefon herbei bestellt.
Während der Regensburger Wiener seinen Wortbeitrag hielt fühlte er sich angeblich durch eine Bemerkung seines Sitznachbarn Fischer gestört und provoziert, woraufhin es zu Unruhen im Publikum kam, die schließlich zu einer Sitzungsunterbrechung führten.

Im Anschluss ging es dann relativ ruhig weiter und der Wiener verließ die von ihm und den seinen in die Länge gezogene Versammlung der Bezirksvertretung frühzeitig.

Er ist wieder in den Medien und in den Gremien der Stadt Köln – der Kalkberg in Köln-Buchforst, als Standort der zu bauenden Rettungshubschrauberbetriebsstation, oder wie die Menschen vor Ort sagen: Der Kleinflughafen im Wohngebiet.

Wer sich mal anschauen möchte was den Mitgliedern von Rat, Ausschüssen und Bezirksvertretungen zur Beschlussfassung vorgelegt wird und welche Anlagen dazu gelegt werden, der folge diesem Link und erhält derzeit rund 15 PDF-Dateien mit Informationen.

Das ist aus verschiedenen Gründen notwendig. Zum einen enthält die Beschlussvorlage 14 (in Worten: vierzehn) Einzelbeschlüsse, die alle begründet werden wollen und zum anderen hat es den Anschein, als ob sich die Stadt, aus welchen Gründen auch immer, längst auf den Kalkberg festgelegt hat und sich nun händeringend bemüht, diese Entscheidung im Nachhinein zu legitimieren.

Schon im Ratsbeschluss von 2005 hieß es bei der Planung für den Kalkberg müsse die Verwaltung alles tun, um die Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Aber eben: „für den Kalkberg“. Seitdem hat die Stadt viel unternommen, dass die Betriebstation nirgendwo anders hin kann.

  • Rund um die alte Betriebsstation in Merheim erlaubte man einem Bauträger die Errichtung von Ein- und Mehrfamilienhäusern, so dass die europäische Flugsicherheitsrichtlinie nicht mehr eingehalten werden konnte.
  • Die Idee, die Hubschrauberstation auf einem Neubau der Merheimer Kliniken zu errichten, wurde so lange ignoriert, bis es auch hier entsprechnde Gesetze gab, die dies verhindern.
  • Ein mögliches Areal auf der linken Rheinseite wurde nicht gepflegt und  sich selbst überlassen. Das ehemalige Esso-Gelände an der Neusser Landstraße, der so genannte Industriepark Nord, wurde im Jahre 1996 für 10,5 Millionen Euro von Esso erworben und nicht weiter gepflegt oder in Zustand gebracht. Jetzt ist es mit Grün überwuchert und ein Biotop mit Gutachtersiegel…

siehe auch: http://www.ksta.de/html/artikel/1309183844584.shtml

Es ließen sich weitere Beispiele anfügen, bis in die Gegenwart, wo als Alternative das Heeresamt genannt wird. Dieses hat einen eigenen Hubschrauberplatz und soll von der Bundeswehr aufgegeben werden. Doch die Stadt Köln fand rasch Gründe, warum sich hierum nicht bemühen müsse und so wird auch dieser Standort nicht ergebnisoffen geprüft.

Erstaunlich ist bei der Bewertungsmatrix der 23 geprüften Standorte auch, dass für Lindenthal, Nippes und Ossendorf die Lärmbelastung ein K.O.-Kriterium darstellt, für den dichtbesiedelten Stadtteil Buchforst, der von 3 Eisenbahnlinien und einer Stadtautobahn umringt ist, jedoch nicht. Wahrscheinlich sind Buchforster lärmresitenter als Lindenthaler.

Es gibt wohl noch einige Ungereimtheiten und augenscheinlich hat Stadtdirektor Guido Kahlen auf der öffentlichen Veranstaltung am 28.11.  auch auf viele Fragen der Buchforster Bevölkerung keine befriedigende Antwort gehabt. Mitten in diesen Wald von Fragezeichen nun durch die politischen Gremien per Beschluss 14 Ausrufezeichen setzen zu lassen, ist entweder unverschämt oder der letzte Ausweg, bevor noch irgend was ans Tageslicht kommt.

Jedenfalls habe ich für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung nochmal ein paar Fragen formuliert. Schließlich war die Reaktion auf die letzten Fragen immerhin die Einplanung einer Aussichtsplattform und, was viel wichtiger ist, die Durchführung der Probeflüge.

Da die Mühlen der Verwaltung auch auf Grund eines sehr seltsamen Online-Systems etwas langsam malen, hier meine Fragen schon mal vorab zum mitlesen:

In der Vorlage DS 4300/2011 legt die Verwaltung eine Beschlussvorlage bezüglich der Weiterplanung und des Baus einer Rettungshubschrauberbetriebsstation für Köln auf dem Buchforster Kalkberg vor. Es handelt sich hierbei um 10 zu beschließende Punkt, wobei Punkt 1 in 5 Unterpunkte untergliedert ist. Die befassten Ausschüsse, Bezirksvertretungen und der Rat sollen als insgesamt 14 Beschlüsse fassen, die noch nicht alle umfassend geklärt sind.

Zur Beschlussfindung bitte ich daher darum, die folgenden Fragen zu beantworten.

  1. Unter Punkt 1.1 heißt es, dass es auf Grund der Absage des FKB keine Alternative mehr gäbe. Heißt das, wenn es im Verlaufe der Errichtung zu unüberwindlichen Schwierigkeiten käme, die eine Errichtung der Hubschrauberbetriebsstation auf dem Kalkberg verunmöglichten, die Stadt Köln zukünftig ohne Rettungshubschrauber auskommen müsste, da man für diesen Fall nicht gewappnet ist?
  2. Wie kann es sein, dass die Bewertungsmatrix der 23 geprüften Standorte für die Standorte Lindenthal, Nippes und Ossendorf die Lärmbelastung als K.O.-Kriterium genannt wurde, aber für den Bereich Buchforst, der bereits als stark lärmbelastetes Gebiet gilt, nicht, und ist die Vorlage so zu interpretieren, dass die Maßnahmen „Flüsterasphalt auf der B55a“, „Umgestaltung der Waldecker Straße“ und „Attraktivierung der Bahnunterführungen“ nur dann durchgeführt werden, wenn ein Baubeschluss für die Hubschrauberbetriebsstation auf dem Kalkberg erfolgt?
  3. Im Rahmen der Diskussion um die Hubschrauberbetriebsstation ist oftmals von einer Zeitvorgabe zu hören und zu lesen, die bestimmt in welcher Frist ein Notarzt oder Rettungsteam beim Erkrankten eintreffen muss und dass dies für den Kölner Norden nicht einzuhalten sei, wenn die Station am Flughafen errichtet würde.
    1. Kann diese Zeitvorgabe im Kölner Norden nicht auch durch zusätzliche Rettungsstationen mit RTW und Notarzt eingehalten werden?
    2. Wie viele Menschen sind in Köln bisher verstorben, weil der am Kölner Flughafen stationierte Hubschrauber nicht rechtzeitig eingetroffen ist?
  4. Der Presse war zu entnehmen, dass beim Bau der Rettungshubschrauberbetriebsstation an der Gestemünderstraße rund 200 Bäume gefällt werden müssten.
    1. Wie alt ist dieser Baumbestand?
    2. Könnten hierfür auf dem Kalkberg und seiner Umgebung nicht Ersatzpflanzungen vorgenommen werden?
  5. Interpretiere ich die Stellungnahme des Rechnungsprüfungsamtes dahin gehend richtig, dass dieses auf Grund wirtschaftlicher Risiken von Kauf des Grundstückes Kalkberg und Bau einer Rettungshubschrauberbetriebsstation auf diesem abrät?

den derzeit aktuellest Artikel des Kölner Stadtanzeigers zum Thema findest Du hier.

 152 West-Castoren sollen von Jülich nach Ahaus rollen
 „Bundesregierung handelt verantwortungslos“
 18. Dezember: Auftaktdemo in Ahaus
Mit großer Empörung reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich, Ahaus und dem Münsterland auf die Entscheidung des Aufsichtsrats des Forschungszentrums Jülich, auf dem Abtransport der 152 „West-Castoren“ von Jülich nach Ahaus zu bestehen. Sollten die West-Castoren in LKW-Konvois à zwei Castoren über die NRW-Autobahnen rollen, so wären 76 (!) Einzeltransporte nötig, also über einen Zeitraum von 1,5 Jahren jeweils einer pro Woche!

„Die Bundesregierung hat mit ihrer Stimmenmehrheit ohne Rücksicht auf Verluste eine völlig unsinnige Entscheidung durchgedrückt. Bundesforschungsministerin Schavan und Bundesumweltminister Röttgen handeln verantwortungslos und ohne jede Einsicht. Sie haben kein Konzept für die Atommüllentsorgung und wollen deshalb den Atommüll einfach von einer Zwischenlagerhalle in die andere verschieben. Wir werden das aber nicht tatenlos hinnehmen, sondern entschlossenen und kreativen Widerstand organisieren,“ so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

„Das ist nicht nur ein schwarzer Tag für Ahaus, sondern für Nordrhein-Westfalen insgesamt. Wir fordern deshalb die Landesregierung auf, sämtliche politischen und juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um diesen Castor-Wahnsinn zu verhindern. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft muss jetzt persönlich dafür kämpfen, Röttgens Castor-Pläne zu stoppen,“ so Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

„Das Forschungszentrum Jülich und die Bundesregierung setzen ohne Not auf Konfrontation, das ist sehr bedenklich. Das Forschungszentrum versucht, sich der äußerst problematischen hochradioaktiven Altlasten allein aus Imagegründen zu entledigen. Für die 152 West-Castoren gibt es keinerlei gesicherte Endlagerung, wir lehnen deshalb die Castor-Transporte nach Ahaus ab und werden gemeinsam mit den Initiativen aus dem Münsterland auf die Straße gehen,“ so Siegfried Faust vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.
Atomkraftgegner rufen bundesweit zu Protesten auf:

Zum Auftakt der Proteste rufen die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Ahaus und Jülich  gemeinsam für Sonntag, 18. Dezember, um 14 Uhr zu einer Demonstration vor dem Atommülllager in Ahaus auf.

Zugleich kündigten die Anti-Atomkraft-Initiativen an, bundesweit zu Protesten aufzurufen. „Sollten die West-Castoren tatsächlich rollen, werden die Castor-LKWs quer durch NRW auf massiven Widerstand treffen,“ erklärten die Anti-Atomkraft-Initiativen.

Der Artikel „Auslaufmodell Klimaschutz?“ vom 12.10 beschäftigt sich launig mit dem verspäteten Start in die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Köln. Die humorige Form hat auch auf die Verwaltung abgefärbt, die zwischenzeitlich endlich eine Vorlage in die Gremien einbrachte mit dem Titel „vorgezogenes Sofortmaßnahmenprogramm“.  – Von wegen „vorgezogen“. Eigentlich hätten doch alle „Hurra“ rufen müssen, „endlich tut die Stadt was.“ Aber was passiert wirklich? Der Ausschuss Umwelt und Grün verweist die Vorlage in die nachfolgenden Gremien und bittet um Wiedervorlage am 08.12.2011. Was machen die nachfolgenden Gremien? Der Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen, Vergabe, Internationales und der Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft verweisen die Vorlage ohne Votum in die nachfolgenden Gremien. Okay und was machen deren nachfolgende Gremien? Verkehrsausschuss und Stadtentwicklungsausschuss stellen das Thema zurück. Nun hat noch der Ausschuss Kunst und Kultur die Chance etwas zu beschließen, bevor die Vorlage wieder im Umweltausschuss landet. Vielleicht fragt sich jetzt mancher so wie ich, was das noch mit „Sofortmaßnahmen“ zu tun hat. Das „vorgezogene“ ist ja eh schon ein Hohn. Im Bereich der medizinischen Versorgung versteht man unter „Sofortmaßnahmen“ den Erhalt bzw. die Wiedererlangung der lebenswichtigen Körperfunktionen des Patienten, der so genannten Vitalfunktionen. Erst danach folgt in der Rettungskette, die Erste Hilfe und die medizinische Notversorgung bis zur Behandlung (meist im Krankenhaus). Wer einen Führerschein erwerben will, braucht eine Ausbildung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Außerdem ist man gesetzlich verpflichtet zu helfen. § 323c „Unterlassene Hilfeleistung“ des StGB besagt:

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Dass sich dieser § nicht auf das Klima bezieht steht übrigens nirgends.

Start des Zuges am 24.11. in Frankreich – drei mögliche Grenzbahnhöfe – Ankunft in Dannenberg am 27.11., in Gorleben am 28.11. – flexibles Blockadekonzept im Süden

Der geheime Fahrplan und die Streckenführung des in knapp zwei Wochen geplanten Castor-Transports nach Gorleben stehen zumindest für die Teilstrecke in Frankreich fest.

Nach Informationen des französischen „Netzwerks Atomausstieg“ (Réseau Sortir du Nucléaire) werden die elf Castor-Behälter zwischen dem 19. und 23. November mit Schwerlasttransportern von der Plutoniumfabrik La Hague zum Verladebahnhof Valognes gebracht. Der Zug Richtung Deutschland startet von Valognes am Donnerstag, den 24. November um 14.20 Uhr.

Für den Grenzübertritt nach Deutschland sind drei verschiedene Optionen vorgesehen. Hier wird je nach Protestgeschehen erst kurzfristig entschieden, welchen Weg der Zug nehmen wird: Der Grenzübergang Forbach/Saarbrücken (Saarland) würde am Freitag, den 25. November um 10.03 Uhr oder 10.43 Uhr erreicht, der Grenzübergang Straßburg/Kehl (Baden-Württemberg) um 12.32 Uhr und der Grenzübergang Lauterbourg/Wörth (Rheinland-Pfalz) um 13.07 Uhr.

Die Ankunft des Zuges am Verladebahnhof im wendländischen Dannenberg ist nach Aussagen der niedersächsischen Polizei für Sonntag, den 27. November geplant, der Straßentransport von Dannenberg nach Gorleben am Montag, den 28. November.

Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Gestern noch war von einem Neustart in der Endlager-Suche die Rede. Und heute wird der nächste Castor-Transport nach Gorleben vorbereitet. Jeder zusätzliche Atommüll-Behälter, der in Gorleben eingelagert wird, schafft Tatsachen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende alles an Gorleben kleben bleibt. Das war es dann mit der weißen Landkarte. Der Glaubwürdigkeit des Bundesumweltministers ist dieser Transport jedenfalls nicht dienlich.“

Zu den zusätzlichen geplanten Ausweichstrecken erklärt Stay: „Die große Blockadekation an der Grenze bei Lauterbourg/Wörth vor einem Jahr hat wohl großen Eindruck hinterlassen. Nun versuchen die Verantwortlichen flexibel zu reagieren. Aber auch die Aktivistinnen und Aktivisten der sogenannten ‚Südblockade‘ setzen in diesem Jahr auf ein flexibles Konzept und wollen an allen möglichen Grenzübergängen präsent sein.“

Details zum Streckenverlauf in Frankreich und dem genauen Fahrplan:
http://groupes.sortirdunucleaire.org/IMG/pdf/Fiche_horaire_La_Hague_Gorleben_-_avec_Option.pdf

Informationen zur Südblockade:
http://www.castor-suedblockade.de

Täglich überschlagen sich die Meldungen über die Taten der Thüringer Nazi-Terroristen-Zelle. Viele Fragen bleiben offen. Es gibt aber klare Hinweise, dass diese auch für den Bombennschlag in der Mülheimer Keupstraße im Juni 2004 verantwortlich ist, bei dem 22 Menschen z.T. schwer verletzt wurden. Damals hieß es seitens des Bundesinnenministers Schily (SPD), es gäbe keinen Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund, die Täter wären wohl im kriminellen Milieu zu suchen. Unten stehender Artikel erschien direkt 2004 nach dem Attentat in der Keupstraße auf der Website des linken Kölner Bündnisses „Gemeinsam gegen Sozialraub – GgS“ und kritisiert die unverantwortliche Herangehensweise der bürgerlichen Politiker. Die Gefahr von rechts kommt heute nicht nur aus den klassischen Nazi-Gruppen. Mit Anders Breivik, dem Massenmörder von Utöya, hat auch die „islamkritische“, „rechtspopulistische“ Szene einen Terroristen hervorgebracht. Der Propaganda der rechten Hassprediger muss daher von Beginn an entgegen getreten werden, ihr Auftreten muss im Keim erstickt werden, auch am 19. November in Kalk, wenn die Tarnkappen-Faschisten von „ProKöln“ marschieren wollen.

Der Bombenanschlag in der Keupstraße (Erstveröffentlichung: 25.6.2004)

Durch den entsetzlichen Anschlag in der Mülheimer Keupstraße am 9. Juni ist glücklicherweise niemand getötet worden. Doch noch leiden die Verletzten unter den Folgen, viele Anwohnerinnen und Anwohner stehen weiterhin unter Schock, von Alltag kann in der Keupstraße keine Rede sein.

Die Menschen fragen sich, wer dieses Verbrechen begangen hat. Schon am Tag des Anschlages verkündeten Innenminister Schily und andere Politiker, sie wüssten, es würde sich nicht um einen rassistischen, rechtsextremen Anschlag handeln, sondern es gäbe Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem „kriminiellen Milieu“. Nur wenige Tage später gab es diese Hinweise nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft teilte hingegen mit, sie ermittele in alle Richtungen, sowohl Bandenkrieg als auch ein terroristischer, rechtsextremer Hintergrund seien denkbar.

Warum haben die Politiker einen ausländerfeindlichen Hintergrund ausgeschlossen? Es gibt keinen sachlichen, den Ermittlungen dienlichen Grund, es geht um politische Meinungsmache. Schily und Co. wollen keine Diskussion über den real existierenden Rassismus und die Gefahr, die von Neonazis ausgeht. Sie wollen keine Diskussion über den Zusammenhang von ausländerfeindlichen Maßnahmen der Regierung und rassistischen Stimmungen.

Ergänzt wird diese zynische Haltung durch den Kommentar des Kölner OB Schramma, „irgendwo hört der Spaß auf“ (KStA, 12.6.04). Wie kann es zu einem solchen sprachlichen „Ausrutscher“ kommen? Was wäre denn für Schramma noch im Bereich des „Spaßes“?! Wer sich über einen Terroranschlag äußert wie über einen peinlichen Vorfall auf einer Karnevalssitzung zeigt, dass ihm jeder Respekt für die Menschen in der Keupstraße fehlt.

Auf der Grundlage der bisher veröffentlichten Ermittlungsergebnisse lässt sich nichts ausschließen, es gibt keine eindeutigen Hinweise. Trotzdem fangen die Ermittlungen nicht von Null an. Es gab in der Bundesrepublik Anschläge, sowohl im kriminellen Milieu als auch durch Neonazis. Wenn man sich die Zusammenhänge anschaut, wird klar, dass rechtsextremer Anschlag zumindest nicht die unwahrscheinlichste Möglichkeit ist: Anschläge zum Zwecke der Einschüchterung von Konkurrenten oder der Schutzgeld-Erpressung sind meist gezielt, sie sollen einen definierten Schaden anrichten, bei bestimmten Menschen Angst schüren und dadurch ein konkretes Ergebnis erzielen.

Die Nagelbombe in der Keupstraße war hingegen klassisch terroristisch: sie sollte möglichst großen, ungezielten Schaden anrichten und dadurch Schrecken (lat.: terror) verbreiten. Wer in der Keupstraße eine Bombe legt, weiß, dass dadurch vor allem Menschen türkischer und kurdischer Herkunft getroffen werden.

Die Bombe ist mit wenig Geld von Bastlern gebaut worden und am Tatort mit einfachen Mitteln (per Fahrrad) deponiert worden. Das heißt, dass kein großer logistischer Aufwand oder Finanzmittel für die Tat nötig waren.

In der WDR-Sendung „Lokalzeit“ wurde darauf hingewiesen, dass in Köln zwei Bombenanschläge unaufgeklärt geblieben sind: Anfang der 90er Jahre explodierte ein Sprengsatz in einem von Türken bewohnten Teil von Bilderstöckchen, 1998 wurde die Tochter eines iranischen Ladenbesitzers im Eigelstein durch ein Bombe schwer verletzt.

Das fehlende Bekennerschreiben ist nicht untypisch, weder beim Anschlag auf das Oktoberfest 1980 noch bei der Terrorserie in Italien Anfang der 70er Jahre gab es Bekennerschreiben. Rechtsextreme Gruppen wollen mit ihren Anschlägen keine gezielten Attacken z.B. gegen Vertreter des Staates durchführen und dies auch politisch begründen, ihnen geht es darum, Angst zu schüren und das Zusammenleben von Menschen unterschiedliche Herkunft zu stören. Für sie ist ein Erfolg, wenn z.B. die Leute in der Keupstraße Angst vor rechtem Terror haben und in den Köpfen von anderen hängenbleibt, „kriminelle Ausländer“ hätten untereinander Streit gehabt.

Zurecht hat Staatsanwalt Wolf darauf hingewiesen, dass er sich an die Bombenanschläge von „wirren Einzeltätern“ wie dem österreichischen Briefbomber oder dem „Una-Bomber“ in den USA erinnert fühlt. Diese Terroristen sind zwar als Einzeltäter aufgetreten, doch sie verwirklichen dabei die Ideologie von faschistischen Organisationen.

Der Killer von Overath

Interessant ist in diesem Zusammenhang der laufende Prozess gegen den Dreifach-Mörder von Overath, Thomas Adolf. Dieser hatte am 7. Oktober 2003 einen Anwalt sowie dessen Frau und Tochter mit einer Pumpgun abgeschlachtet. Er nutzt seinen Gerichtsprozess, um seine Ideologie zu verbreiten, behauptet, er wäre Teil einer terroristischen Nazi-Organisation, die weitere Anschläge durchführen würde. Das mag Produkt der überspannten Phantasie von Adolf sein, doch dieser Irre ist nicht irre im Sinne von nicht zurechnungsfähig, sondern weil er irren, menschenfeindlichen Ideen anhängt. Und er war nicht immer ein Einzelgänger. Zu den Kommunalwahlen 1994 kandidierte er für die „Deutsche Liga“, die Organisation des Kölner Faschisten Manfred Rouhs, auf Platz 2 der Liste für die Bezirksvertretung Nippes. Heute firmiert die Rouhs-Truppe unter dem Namen „Pro Köln“ und gibt sich als „Bürgerbewegung“ aus.

Die verstärkte Propaganda von „Pro Köln“ und der NPD, die hysterische Kampagne von Politikern und Medien gegen den isolierten islamistischen Prediger Kaplan, der auf den Titelseiten der Boulevard-Zeitungen zum Superterroristen mutiert und auch das Auftreten des Nazi-Terroristen von Overath sind Faktoren, die rassistische Attacken auf Immigranten ermutigen und die politische Grundlage für das Agieren von rechten „wirren Einzeltätern“ bieten.

Die Hassprediger

Auch wenn sich herausstellen sollte, dass die Nagelbombe von Mülheim nicht von Rechten gelegt wurde, gibt es eine Bedrohung durch Faschisten. Die Hassprediger der deutschen Rechten wittern aufgrund der sozialen Krise, aufgrund wachsender Verarmung und Frustration, die Möglichkeit, die Wut gegen AusländerInnen zu richten. Die Verschärfung von Asylrecht und Zuwanderungsgesetz, die massive Propaganda aller bürgerlichen Parteien z.B. gegen die als „Klaukids“ bezeichneten Kinder aus Ex-Jugoslawien, machen es für die Nazis einfacher, einen draufzusatteln und „noch konsequenter“ gegen Ausländer zu agieren.

Das bildete schon Anfang der 90er die Grundlage für rechtsextreme Killer, die Jahre Häuser in Brand steckten und viele Menschen ermordeten, um auf ihre Weise für die Abschaffung des Asylrechts zu „demonstrieren“. Und heute mag so mancher die REP-Parole „Europa ohne Türkei“ als „Europa ohne Türken“ interpretieren und damit richtig verstehen. Und auch die Plakate von „Pro Köln“ – „Keine Groß-Moschee nach Köln“ werden von einigen korrekt gelesen: „Die Ausländer gehören hier nicht hierher, raus mit denen“ steht zwischen den Zeilen jeder Äußerung der „Bürgerbewegung“.

Und auf den Kommunalwahl-Listen von „Pro Köln“, REP oder NPD mögen sich auch dieses Jahr Leute befinden, der es in der Zukunft nicht bei Pöbeleien gegen Immigranten belassen.

Es gilt jetzt, die Ermittlungen der Polizei in Sachen Keupstraße genau zu beobachten und diesen Vorfall nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, um auch später noch handeln zu können, wenn es sich herausstellt, dass der Anschlag rassistisch motiviert war.

Außerdem muss der Zusammenhalt zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft in den Veedeln gestärkt werden. Das in der Keupstraße geplante Straßenfest ist ein Schritt in dieser Richtung. Darüber hinaus ist es notwendig, sich aktiv für gemeinsame Interessen einzusetzen. Der gemeinsame Kampf von deutschen und nichtdeutschen Arbeitnehmern, Erwerblosen und Jugendlichen gegen den anhaltenden sozialen Kahlschlag ist das beste Mittel, um den Faschisten das Wassser abzugraben.

Gegen jede öffentliche Aktivität der Faschisten muss mobilisiert werden, um zu verhindern, dass sie ihr rassistisches Gift verbreiten und den Hass anstacheln können.

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Quelle: www.clausludwig.de

Atomenergie bleibt für Europa laut einem Bericht der EU-Kommission eine der wichtigsten Quellen zur Errreichung der Klimaschutzziele. „Nuklearenergie leiste einen Schlüsselbeitrag für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen“, heißt es in einem Entwurf für den „Energie-Fahrplan 2050″ der EU-Kommission, wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstagausgabe) berichtet. Das Papier, das Energiekommissar Günther Oettinger Mitte Dezember vorstellen soll, diene als Projektionsgrundlage für künftige Gesetzesvorgaben.

Nach den Berechnungen wird der Anteil an Atomstrom im Jahr 2050 EU-weit noch immer bei 18 Prozent liegen und sich damit im Vergleich zu heute nicht wesentlich verringern. Gleichzeitig soll der Anteil der erneuerbaren Energien von heute 10 Prozent 2050 EU-weit bei 55 Prozent liegen.

Quelle: dapd

Auf der Informationsveranstaltung „Gutachten zum Integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt Köln“ am 12. September 2011 im Rathaus sprach Dezernentin Reker von einem „Aufschlag“ und Marathonläufer Roters davon, dass man zwar spät gestartet sei, aber nun zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden wolle. Um im Bild der von ihm geliebten Sportart zu bleiben, hätte er besser von Vorläufer gesprochen. Denn alles Bisherige ist nur Vorläufiges.

Tatsächlich ist die Stadt Köln im Startblock kleben geblieben und das erste Etappenziel hat sie nur erreicht, weil man ihr angerechnet hat, was eh schon gelaufen war. Die genommene Zwischenzeit weist die Kölner Klimapolitik mehr als Dauerläufer im Trainingscamp aus, denn als registrierten Teilnehmer.

Die Stadt Köln ist seit 1992 Mitglied im Klima-Bündnis, einem europäischen Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Die Mitgliedskommunen setzen sich beispielsweise dafür ein, bezogen auf das Basisjahr 1990 den Kohlendioxidausstoß (kurz: CO2) bis zum Jahr 2030 um fünfzig Prozent zu reduzieren.
Ergänzend trat die Stadt Köln 2008 dem Europäischen Bürgermeisterkonvent bei. Die Ziele des Bürgermeisterkonvents sind eine mindestens 20-prozentige Steigerung der Energieeffizienz, eine mindestens 20-prozentige Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger am Energiemix und eine mindestens 20-prozentige Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020.
Um die gesetzten Ziele zu erreichen, müssen die Unterzeichnerstädte unter anderem eine Bilanz der Ausgangsemissionen
erstellen und innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung einen „Aktionsplan für nachhaltige Energie“ aufstellen. Die Stadt Köln hat 2009/2010 für diesen Aktionsplan lediglich einen Auszug der in den letzten Jahren sowieso erfolgten Einzelmaßnahmen in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität zusammengestellt.
Es wurde auch nur eine Grobbilanz für 1990 und 2007 erstellt, die auch noch im Wesentlichen nur auf nationalen Statistikdaten beruht. Die Grobbilanz stellt somit auch nur eine erste Annäherung an den realen Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Köln dar.

Den Teilnehmern der eingangs erwähnten Aufschlagsveranstaltung wurde das fertige Klimaschutzkonzept für Ende September angekündigt mit einer Beschlussvorlage für die Ratssitzung am 13. Oktober.

Also entweder hat die Stadt den Startschuss nicht gehört oder ihre Ziele inzwischen relativiert, denn weder Konzept noch Beschluss liegen vor. Sie haben wohl den Gang durch die Instanzen nicht geschafft.
Mit einer weiteren Verzögerung jedenfalls wird die Stadt höchstens noch zum klimapolitischen Auslaufmodell.