Archiv für die Kategorie ‘Lyrik’

Ich sag ja immer, Du hörst nie auf, einen Menschen kennenzulernen„, sagt mir mein Freund Anton, als wir heute noch ein Bier trinken. Damit hat er zwar anscheinend recht, aber ich bin einfach zutiefst enttäuscht. Ich weiß, dass eine Enttäuschung das Gefühl bezeichnet, einem sei eine Hoffnung zerstört oder auch unerwartet ein Kummer bereitet worden oder wie es aus der Wortherkunft heißt, dass einer Erwartung nicht entsprochen wird. Tja und dann weist mich mein Freund Anton auf einen Aphorismus hin, der dem US-amerikanischen Erzähler und Satiriker  Samuel Langhorne Clemens (besser bekannt als Mark Twain) zugeschrieben wird:
 „Man ist nicht enttäuscht von dem, was ein anderer tut (oder nicht tut), sondern nur über die eigene Erwartung an den anderen.“

Willst Du mir damit sagen, dass ich auf mich sauer sein soll und nicht auf Cornelius?
Nö, sauer solltest Du schon noch auf dieses Arschloch sein, aber nicht enttäuscht von ihm. Er ist halt so ein Charakterschwein und kann nicht anders. Aber Deine Enttäuschung ist das Resultat einer Täuschung darüber, dass Du glaubtest, dass er ein feiner Kerl ist.
Mit Deinen Scheißspitzfindigkeiten hilfst Du mir auch nicht weiter.
Du magst denken, dass es nichts Positives an der Situation gibt, aber das ist nicht der Fall.
Ach!?! Was soll denn bitte positiv daran sein, dass der Arsch mich vor versammelter Mannschaft bloszustellen versucht?
Na, zum einen, dass Du jetzt weißt, was er für ’nen Charakter hat.angry-man-274175_960_720

Ich bestelle noch zwei Kölsch und die hübsche Bedienung lächelt mir zu, als wenn sie wüsste, dass ich jetzt menschliche Zuneigung gut gebrauchen kann. Im Moment glaube ich nämlich, dass grundsätzlich alle Menschen scheiße sind und die paar die ich wirklich mag und liebe eine Ausnahme darstellen.

Wobei„, fährt mein Freund Anton fort, „ist das nicht derselbe, der vor Jahren schon mal seine Meinung spontan geändert hat, nachdem er bei „Duweißtschonwem“ abhängig beschäftigt wurde?

Ich blicke erstaunt auf, denn das ist schon fast 10 Jahre her.
Dass Anton sich daran noch erinnert.
Dass ich daran erinnert werden muss.
Jetzt ärgere ich mich wirklich über mich selbst, da bringt die Bedienung, die ein bisschen aussieht wie Adele unser Kölsch. Also sie sieht wirklich nur ein bisschen aus, wie Adele, in schlank und blond und… eigentlich sieht sie Adele gar nicht ähnlich. (aber vielleicht gibt die Erwähnung des Namens ein besseres Suchergebnis auf google)

Ich denke, ich gehe jetzt nach Hause und schreibe alles, was mich bewegt und schmerzt ungeschönt und graderaus auf einen Zettel oder besser, ich hacke es in meinen Computer. Alles raus und zwar in den saftigsten Worten und laut dabei fluchend. Ich werde meine Gefühle nicht runterschlucken oder relativieren. Ich werde nicht ansatzweise versuchen, das Gute im anderen oder nach dessen Beweggründen zu suchen, sondern werde alles rauswettern.

Prost Anton.
Prost mein Freund.

Ich wurde verletzt und das muss verarbeitet werden. Meditation oder Gutmenschendenken hilft mir hier nicht weiter. Keinesfalls werde ich meine Gefühle verteufeln, auch wenn sie mir möglicherweise krass vorkommen. Menschen haben solche Gefühle nicht ohne Grund. Sie sind zu unserem Schutz und ein klares Warnsignal. Ich werde….

Heinz? – Das gibt es doch nicht!

Nein das gibt es wirklich nicht, denn wie auf Bestellung taucht nach Ewigkeiten mal wieder mein alter Freund Remark aus den guten alten Zeitungstagen auf und reißt mich aus meinen – mal wieder – trübsinnigen Gedanken.
Ich stelle ihm Anton vor und wir drei bleiben noch für ein paar Bierchen. Falls ich heute noch nach Hause komme, schreibe ich bestimmt nichts mehr, aber morgen, mach ich Dich fertig Du Sau.

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Nur mal so

Veröffentlicht: 11. Februar 2016 in Gedanken, Lyrik, Nicht kategorisiert, Satirisches/Lustiges
Schlagwörter:

Immer freitag’s gab es die neuesten Info’s in Conny’s Currywurstparadies .

frogs-1158958_1280Dabei ging es nicht immer nur um Stachelbeer Schorle, 6 Korn Flocken, Steinofen Pizza, oder Würfel Zucker, sondern man las auch etwas zur Allgemein Bildung .

Über Donaudampfschifffahrtskapitäne oder gar die Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung allerdings ging es nie .
Das neue Conny’s Curry Wurst Paradies findet man nicht am Helmholtz Platz oder am Arkona Platz, dafür aber im welt weiten web !

Eventuelle Auffälligkeiten bei Interpunktion oder Rechtschreibung bitte ich Sie zu notieren und nicht einzusenden.

Vielen Dank

inspiriert vom Beitrag:
Wie das Deppenleerzeichen den Bindestrich bedroht

Allen Lesern des Blogs einen guten Rutsch ins Jahr 2014, Gesundheit, Alles Gute und vor allem bleibt schön kritisch.

Altes geht kaputt, damit das Neue entstehen kann.
So endet am 31.12.2013 eine Mondphase.
Das neue Jahr beginnt mit einem Neumond, der außergewöhnlich und sehr intensiv (exakt mit Pluto) ist.
Es ist also doppelt Zeit für einen (vielleicht auch erzwungenen) Neuanfang. Es ist eine Zeit der Gegensätze: Alt und Neu; Kaputt und Ganz; Nah und weit:
Am 4. Januar durchwandert unsere Erde den sonnennächsten Punkt (das Perihel) ihrer elliptischen Bahn um die Sonne: „Nur“ 147,1 Millionen Kilometer trennen uns dann. Dafür steht Mars, unser äußerer Nachbarplanet,  am 2. Januar mit 155 Millionen Kilometer Abstand maximal weit von der Sonne entfernt.

Ich stelle mir Fragen:
Welche Rollen und Masken habe ich vor mich gelegt, und welche werde ich nutzen?
Welche Haltung möchte ich im kommenden Jahr einnehmen?
Welche Werte sind mir persönlich wichtig und will ich dafür die Verantwortung übernehmen?
Was wird bei mir kaputt gehen und was neu beginnen?

Schau’n mer mal
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1. lyrisches Programm

Veröffentlicht: 17. Juli 2011 in Lyrik, Persönliches, Wochenendzitat

Ich wurde jetzt schon mehrfach vor allem nach Sitzungen der Kalker Bezirksvertretung angesprochen, woher ich meine „poetische Ader“ habe. Ich wusste nicht, dass ich so etwas habe, aber das können andere immer besser beurteilen als man selbst. Tatsächlich bin ich auch von Freunden schon drei- bis zweimal angesprochen worden meine Texte doch auch mal zu veröffentlichen. Nun denn, da es insgesamt nicht für ein Buch reichen wird, man aber heutzutage durchaus selbst im weltweiten Netz veröffentlichen kann, wähle ich diesen Weg. Was läge also näher als meinen Blog mit ein paar Texten aufzupeppen, die so gar nichts mit Politik zu tun haben? Auch politisch Interessierte dürften ab und an mal etwas anderes lesen wollen. Wenn nicht, es wird ja auch niemand zum Lesen gezwungen.

Wenn Euch meine Texte gefallen, dürft Ihr sie gerne auch verbreiten (bitte MIT Quellenangabe). Wenn Sie Euch nicht gefallen, haltet einfach die Klappe.

In meinem ersten „lyrischen Programm“ hab ich auch etwas von anderen mit eingebaut, damit die Frage nach der Inspiration zumindest teilweise geklärt wird.

 

Urlaub im Urwald

Ich geh im Urwald für mich hin . . .

Wie schön, daß ich im Urwald bin:

Man kann hier noch so lange wandern,

ein Urbaum steht neben dem andern.

Und an den Bäumen, Blatt für Blatt,

hängt Urlaub. Schön, daß man ihn hat !

Heinz Erhardt

 

Da es gerade für viele wieder aktuell ist auch zwei meiner Werke zum Thema.

Urlaubsvorbereitungen

Das ganze Land sich richtig freut,

denn es ist wieder Urlaubszeit.

Doch, oweh, was ist denn nun?

Ich kann nichts dagegen tun,

ich mach mir Sorgen und Gedanken:

werd’ ich mich im Urlaub zanken?

werd’ ich vielleicht Heimweh kriegen?

Wird Sehnsucht mich nach Dir besiegen?

Wie verbring ich meine Tage?

Wird gut sein auch die Wetterlage?

Wird’ ich wieder zu viel rauchen?

Kann ich das Internet gebrauchen?

Fragen, Fragen, noch mehr Fragen

Ich will mich nicht zu sehr beklagen.

Denn eins ist ohne Frage sicher:

Den Urlaub braucht er, der Herr Fischer

HP Fischer

 

Urlaubsvorbereitungen 2

Ich werde nicht vor Sehnsucht sterben,

Ich werd mir nicht die Haare färben,

werd nicht vor Einsamkeit vergehn

werd viele hübsche Frauen sehn

werd nicht ertränken mich im Meer

doch werd vermissen Dich schon sehr

werd Muscheln und auch Schnecken essen

und Dich dabei niemals vergessen

werd am Strand auch Burgen bauen,

vielleicht noch mal das Fort anschauen

und hab ich das dann alles satt

freu ich mich auf die Heimatstadt

HP Fischer

In meiner Schulzeit hatten wir irgendwann einmal die Aufgabe Minnesänge oder so was zu schreiben. Das Verhältnis zu meiner damaligen Deutschlehrerin war nicht unbedingt das Beste, dennoch stellte ich mir vor, dass sie die Minna sei, die ich zu besingen hätte.

Da ich den Text nun aus dem Gedächtnis rekonstruiere, kann ich nicht mehr für seine Originalität garantieren, hoffe aber, dass er halbwegs originell ist. 

Minnesang anno 1984

Oh Du schöne, holde Maid,

Es ist wieder einmal Zeit,

dass ich schreibe Dir ein Lied,

in dem man meine Liebe sieht.

 

Deine großen, schwarzen Augen,

die alle Blicke auf sich saugen,

schaffen es mich tu betören,

doch kann Dein Silberblick mich stören.

 

Deine langen, schwarzen Haare,

sind für mich das einzig wahre,

und Dein Körper ist so schlank,

noch etwas dünner, wärst Du krank.

Deine Ohren und Dein Mund,

weiße Zähne in dem Rund,

das lässt mein Herzchen höher schlagen,

doch würd ich es Dir niemals sagen.

 

Dein Gesicht, die braune Haut,

aus dem Dein Blick bezaubernd schaut,

ist zwar nicht ganz von Pickeln rein,

doch wer kann schon vollkommen sein.

Heinrich von Buchenforst
(HPs Pseudonym für diesen Sang)

Damals war ich noch der festen Überzeugung, dass der Name Minnesang daher rührte, dass hoch droben im Turm die Minna saß, die der am Fuße des Turmes stehende Sänger besang. Heute bin ich latürnich, dank wikipedia viel, viel schlauer. Dort ist zu lesen:

Minnesang (Minne – mhd. Verehrung einer meist hochgestellten Dame oder Frau, ungleich spontaner Gefühlsäußerung) nennt man die schriftlich überlieferte, hoch ritualisierte Form der gesungenen Liebeslyrik.“ Also wenn ne Minna auf einem Turm keine „hochgestellte Dame oder Frau“ ist, dann weiß ich’s auch nicht mehr. Jetzt folgen neuere Versuche meinerseits mich dieser Form der Liebeslyrik zu nähern.

Minnesang anno 2011

Haare dunkel, doch nicht schwarz,

mein Blick bleibt kleben, wie an Harz

Lass mich in Deine Augen schau’n,

zum Versinken – schönes Braun.

Lächeln, fesselnd und mit Tücke,

zwischen zwei Zähnen eine Lücke.

Dein Wesen offen, freundlich, nett

Du bist recht groß und gar nicht fett.

Und ich höre hin und wieder

mit Deinem Namen ein, zwei Lieder.

Ich hätte beinah mich verliebt…

…jedenfalls gut, dass es Dich gibt.

HP Fischer

Ich hab in meinem Kalenderblatt vom 09. Juli ein schönes Gedicht gefunden, dass wunderbar zwischen die Urlaubsreime und den Minnesang passen würde.

 

An die Entfernte

Diese Rose pflück ich hier,

In der fremden Ferne;

Liebes Mädchen, dir, ach dir

Brächt ich sie so gerne!

Doch bis ich zu dir mag ziehn

Viele weite Meilen,

Ist die Rose längst dahin,

Denn die Rosen eilen.

 

Nie soll weiter sich ins Land

Lieb von Liebe wagen,

Als sich blühend in der Hand

Lässt die Rose tragen;

 

Oder als die Nachtigall

Halme bringt zum Neste,

Oder als ihr süßer Schall

Wandert mit dem Weste.

Nikolaus Lenau

 

Auch mit Heinz Erhardt Versen beschäftigte und beschäftige ich mich schon eine ganze Zeit und rezitiere den einen oder anderen davon. Irgendwann glaubte ich dass Erhardts Werk noch etwas fehle und schrieb Verse hinzu, die natürlich nicht die Qualität dieses großen deutschen Dichters erreichen. Hier eine kleine Auswahl.

Salat

Wie gut steht wieder der Salat,

ich mag ihn wirklich gerne.

Er steht hier seit dem Tag der Saat.

Beobachtet die Sterne.

So ein Salat ist kerngesund,

will nicht, dass er mir schmecke,

ich werde von ihm kugelrund,

denn ich bin eine Schnecke

Heinz Fischer

 

Sauerbraten (in Anlehnung an Erhardts Zitronen)

Neulich fragt  mich mein Freund Knut,

„Heinz“ sagt er, er kennt mich gut,

„du bist doch wirklich ein ganz Schlauer,

wann wurd’ der Sauerbraten sauer?“

 

Nach kurzem Zögern sag ich „Knut“,

denn auch ich kenn’ ihn sehr gut,

Du ahnst es nicht, kannst es nicht raten,

früher hieß der Sauerbraten

>>Fleisch mit Zuckersiropsose<<

Der Koch vergriff sich in der Dose,

und sprach: „Chef ich bedauer,

jetzt ist der ganze Braten sauer.“

Heinz Fischer


Sauerbraten 2
(in Anlehnung an Erhardts Zitronen)

Wann wurd’ der Sauerbraten sauer,

ich wusst’ es auch nicht viel genauer,

drum schrieb ich Starkoch Paul Bocuse,

der mich aber sitzen ließ.

Ich las in Büchern und in Schriften,

dass man wollte einst vergiften,

einen Herrscher ohne Gnade,

doch dem schmeckte, oh wie schade,

dieses Giftmahl, das missraten,

und er tauft es „Sauerbraten“.

Heinz Fischer

 

Für Poesiealben oder Freundschaftsbücher kann man auf Einträge anderer in anderen Poesiealben und Freundschaftsbüchern zurück greifen, heutzutage natürlich auf das Internet. Aber irgendwann wandelte mich die Lust an, doch auch hierfür etwas zu kreieren und schrieb.

 

Nektar

Ich wünscht ich wär’ ein Schmetterling,

und könnte wie er fliegen.

Dann wüsst’ ich, wie man Nektar fing,

und würd’ auch welchen kriegen.

Heinz Fischer

 

Und mit dem Dichten, Reimen und so nem Lyrikkram hab ich mich latürnich auch literarisch beschäftigt.

 

Dichtversuch

Ich wollte schreiben ein Gedicht

Und stellte fest, ich kann es nicht.

Ne Reimfolge hab ich geschrieben

Und dieser Mist hier ist geblieben,

denn sollt’ sie haben nur acht Zeilen

drum musste ich mich echt beeilen

und stelle fest, das ist zu kurz …

… ist mir doch schnurz.

HP Fischer