Archiv für die Kategorie ‘Garten’

Frühlingstamariske (Tamarix parviflora)

Frühlingstamariske (Tamarix parviflora)

Angesichts des erschreckenden Rückgangs der Insekten in Deutschland, mahnt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Bäume als einen Hauptträger der biologischen Vielfalt stärker in den Fokus zu nehmen: Baumpflanzungen in sehr großem Umfang seien notwendig.

Das alarmierende Insektensterben sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass insbesondere in der industriellen Agrarlandschaft Bäume zu Mangelware würden, erklärt der Hauptgeschäftsführer des BdB, Markus Guhl: „Feldraine und Gehölzstreifen in Form von Hecken verschwinden zunehmend. Grund sind meistens die immer größer werdenden Landmaschinen, die am besten auf ‚hindernisfreien‘ großen Feldern eingesetzt werden.

Zu allem Überfluss gehe es nun auch vielen Alleen an den Kragen, so Guhl weiter: „Die Straßenverkehrsverwaltungen sehen Bäume ausschließlich als Hindernisse, die bei Unfällen Autofahrer gefährden. Mit dieser Begründung werden ganze Alleen abgeholzt. Das Resultat ist, dass auch die letzten biologischen Brücken, das heißt Baumreihen, aus unseren Landschaften verschwinden. Deswegen muss sich niemand über das Insektensterben wundern.

Guhl schlägt ein massives Anpflanzprogramm an Landstraßen, aber auch an Feldern vor: „Bäume bieten vielfältigen Insekten Lebensraum. Und dort, wo Bäume stehen, können auch unter ihren Kronen Blühstreifen existieren, die dann keinem Pflug zum Opfer fallen.“

Aber auch in den Städten sieht Guhl Handlungsbedarf. „Wir dürfen uns nichts vormachen. In den letzten Jahren sind durch die innerstädtische Verdichtung immer mehr Naturflächen verloren gegangen. Das muss jetzt dazu führen, dass wenigstens die vielen fehlenden Bäume an Straßen und Parks zügig ersetzt werden. Aus Sicht der biologischen Vielfalt sind dabei möglichst große Bäume die erste Wahl„, so der BdB-Hauptgeschäftsführer.

Der BdB fordert daher, die Schaffung eines Förderprogramms für Städte, Länder und Kommunen, so dass zügig Gelder für die Anpflanzung und die Pflege neuer Bäume vorhanden sind. „Das Insektensterben muss schnellstmöglich gestoppt werden. Das sollte der öffentlichen Hand einige Millionen Euro wert sein. Denn die Folgen eines weitergehenden Insektensterbens werden wesentlich gravierender für unsere Umwelt sein. Umweltschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Das gehört auch zur Wahrheit„, fasst Guhl die Situation zusammen.Lgog

Quelle: Pressemitteilung des Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

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Die auch als Arzneipflanze bekannte Kapuzinerkresse enthält Senfölverbindungen, die sich beim Verzehr durch einen scharfen Geschmack bemerkbar machen. Wie eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) nun annehmen lässt, wirkt Senföl aus Kapuzinerkresse antidiabetisch und aktiviert Enzyme des Entgiftungsstoffwechsels.    

Senfölglycoside

Allgemeine Strukturformel der Senfölglycoside (Glucosinolate)

In der Natur kommen Senföle vor allem chemisch gebunden als sogenannte „Senfölglycoside“(Glucosinolate) in Kreuzblütlern vor. Zu diesen Pflanzen gehören beispielsweise Senf, Brokkoli, Pak Choi, Radieschen, Meerrettich, Garten- und Kapuzinerkresse. Aus der Naturheilkunde ist seit langem bekannt, dass Senfölverbindungen aus Meerrettich und der essbaren Großen Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) antibakterielle Eigenschaften besitzen. Seit kurzem gibt es aber auch wissenschaftliche Hinweise auf antidiabetische Effekte dieser bioaktiven Pflanzeninhaltsstoffe. So zeigen zum Beispiel neuere klinische Studien, dass senfölhaltige Extrakte aus Brokkoli-Sprossen nicht nur die Cholesterin- und Entzündungsmarker-Werte von Patienten mit Typ-2-Diabetes günstig beeinflussen, sondern auch deren Zuckerstoffwechsel. Ebenso hatten in anderen Studien Meerrettich-Extrakte positive Effekte auf die Wirkung des Botenstoffs Insulin. Doch welche zellulären und molekularen Mechanismen liegen dieser antidiabetischen Wirkung zugrunde? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, untersuchten die Forscher die Stoffwechseleffekte von Senföl aus Kapuzinerkresse mit Hilfe von Testsystemen, die auf in Kultur gehaltenen menschlichen Zellen basieren.kapuziner

Die Wissenschaftler*innen gaben unterschiedliche Konzentrationen einer aus Kapuzinerkresse isolierten Senfölverbindung (aromatisches Benzylglucosinolat) in das Nährmedium der Testzellen und fügten gleichzeitig das pflanzliche Enzym Myrosinase [Die Myrosinase ist ein Enzym pflanzlicher Herkunft, das Senfölglycoside in Traubenzucker und Senföle spaltet. Siehe Wikipedia: Myrosinase] hinzu, das die Verbindung in das Senföl Benzylisothiocyanat überführt. Wie die Forscher beobachteten, modulierte das im Zellkulturmedium freigesetzte Senföl dosisabhängig die intrazellulären Signalwege des Botenstoffs Insulin. Ebenso verringerte es in den untersuchten menschlichen Leberzellen die Produktion von Enzymen, die für die Zuckerneubildung notwendig sind. „Hieraus schließen wir, dass Senföl auch in der Leber die Zuckersynthese vermindert. Dies ist ein sehr wichtiges Ergebnis, da hinsichtlich einer Diabeteserkrankung eine überschießende, körpereigene Zuckerproduktion zu erhöhten Blutzuckerspiegeln führen kann. Unsere Resultate könnten zudem die positiven Ergebnisse der klinischen Studien erklären, welche die Wirkung von Brokkoli- oder Meerrettich-Extrakt auf den menschlichen Zuckerstoffwechsel untersuchten“, sagt Erstautorin Guzmàn-Pérez. „Ein weiteres interessantes Ergebnis ist, dass das Senföl auch Schutzmechanismen gegen oxidativen Stress aktiviert, indem es die Produktion von Enzymen des zellulären Entgiftungsstoffwechsels stimuliert“, so die Wissenschaftlerin weiter. „Sicher ist es noch zu früh, um zu sagen, inwieweit der Verzehr von Kapuzinerkresse dazu beitragen kann, den Zuckerstoffwechsel von Menschen mit Typ-2-Diabetes zu verbessern oder der Erkrankung vorzubeugen“, sagt Studienleiter und Diabetologe Andreas Pfeiffer. „Dennoch tragen unsere Ergebnisse schon heute dazu bei, die molekularen Mechanismen besser zu verstehen, die den potentiell antidiabetogenen Effekten von Senfölen zu Grunde liegen“, meint Christiane Bumke-Vogt, die federführend an der Studie beteiligt war. „Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um neue Ernährungsstrategien und eventuell auch Diabetesmedikamente zu entwickeln“, ergänzt Ernährungsmediziner Pfeiffer. „Zukünftig wollen wir unsere gemeinsamen Untersuchungen vertiefen, indem wir ausreichende Mengen der Senfölverbindungen aus Kapuzinerkresse isolieren und deren Wirkung weiter in Ernährungsstudien untersuchen“, sagt Monika Schreiner, die sich mit ihrer Forschung auf sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe spezialisiert hat.

Zusatzinfos:

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten.
Mehr Informationen unter http://www.dzd-ev.de.

Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) erarbeitet die wissenschaftlichen Grundlagen für eine ökologisch sinnvolle und zugleich effektive Erzeugung von Gartenbaukulturen. Das IGZ forscht an der Entwicklung neuer Genotypen, an gesundheitlich relevanten Pflanzeninhaltsstoffen bis hin zu ressourcenschonenden Kultivierungsverfahren. Mehr Informationen zur Abteilung Pflanzenqualität unter http://www.igzev.de/schwerpunkt_type/3-1-ertrags-und-qualitaetsphysiologie-unter-umweltstress/.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Milliarden Euro. Mehr Informationen unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Quelle:
Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Eine repräsentative Allensbach-Umfrage im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit
 
logo-deutsche-wildtier-stiftung_mje4mte2n1oDie neueste Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung verdeutlicht eine zunehmende Diskrepanz zwischen grünem Zeitgeist und Natur. So wird beispielsweise die „Das ist IN – das ist OUT“-Liste bei der Befragung von 1407 Bundesbürgern auf der IN-Seite deutlich von Bio-Produkten (92%) angeführt, während Markwirtschaft (61%) und Leistungsbereitschaft (60%) die hinteren Plätze einnehmen.

Die Bürger finden Bio in Umfragen super“, sagt Michael Miersch, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, „doch der Anteil der Bio-Produkte am Lebensmittel-Gesamtumsatz beträgt nur 4,4 Prozent. Schon daran zeigt sich, dass Wunsch und Wirklichkeit nicht immer zusammenpassen.“ Wobei Herr Miersch natürlich vergisst, dass etliche Menschen zwar Bio super finden, es sich aber einfach nicht leisten können.

Das Thema Umweltschutz liegt mit 84 % deutlich vor Begriffen wie Flirten oder Sicherheit. „Doch das heißt im Umkehrschluss nicht, dass die Befragten über ein größeres Wissen über Wildtiere und -pflanzen verfügen oder gar häufiger Zeit in der Natur verbringen“, erläutert Miersch.
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 Auf die Frage „Wo sollte man sich auskennen?“, rangieren Rechtschreibung (81%), Gesundheitsvorsorge (52%) und der Umgang mit Computern (46%) weit vor Kenntnisse der Natur (25%). „Ein Linden- oder Eichenblatt zu erkennen, fällt heute vielen Menschen schwer“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Und das hat sich sicher nicht verschlechtert, weil wir die D-Mark abgeschafft haben. Was die D-Mark damit zu tun hat? Na, vergessen? Auf der Rückseite des 5-Mark-Scheins war Eichenlaub abgebildet:5_dm_serie3_rueckseite

Der Aufenthalt in der Natur ist eher selten und laut Umfrageergebnis hauptsächlich älteren Menschen vorbehalten. Wandern ist vor allem eine Freizeitbeschäftigung der Generation der 60- bis 69-jährigen (66%), während bei den 14- bis 19-jährigen nur 35 % wandern. Wobei natürlich auch nicht berücksichtigt wird, dass die heute 60-69-jährigen mehrheitlich mit ihrer Rente auskommen und keinem Job nachkommen müssen, der sie am Wandern hindern könnte. Jüngere hetzen durch Zweit- und Drittjobs, um sich über Wasser zu halten. Da bleibt einfach keine Zeit, sich den Wald anzusehen. 

„Naturbildung ist für die junge Generation weniger wichtig als für die ältere.“ schreibt die Studie.

Natur wird von Menschen zwar durchweg als etwas Gutes, Positives empfunden, aber ein krabbelnder Käfer oder eine Wespe auf dem Pflaumenkuchen zeigen sehr schnell die andere Alltagsrealität auf. „Die meisten Menschen hocken im Alltag geschützt vor Wind und Wetter bei Kunstlicht aus der Energiesparlampe in beheizten Räumen vor dem Computer und kultivieren einen träumerischen Natur-Mythos, der meist realitätsfern ist“, sagt Michael Miersch. „Experten sprechen gar von Natur-Entfremdung.“ Schwindendes Wissen, die Dominanz von Technik und Ausflüge in Cyberwelten befeuern diesen Trend – auch wenn Projekte wie „urban farming“ und Dachbegrünungen in den Städten Mode sind.

Auffallende Unterschiede gibt es nicht nur hinsichtlich des Alters der Befragten, sondern auch zwischen Männern und Frauen. Während Frauen dem Tierschutz bei „wichtigen Bauvorhaben“ mit 48 % den Vorrang gaben, wollen nur 36 % der Männer, dass ein Bauprojekt wegen einer bestimmten Tierart gestoppt wird.

Und wenn man in einem Wohngebiet etwa vorschlägt, dass Apfelbäume gepflanzt werden, dann kommt es zur großen Wespenangst, ebenso wie es zum kollektiven Aufschrei kommt, wenn man für die Begrenzung von Spielplätzen Haselnussbüsche vorschlägt. (Allergie!!!)

Wir entfremden uns schon so weit, dass wir Angst haben. Denn Angst hat man meistens vor etwas Unbekanntem. Sorgen wir für mehr Natur in der Stadt, damit wir diese Angst verlieren oder gar nicht erst aufbauen.

Quelle: Pressemitteilung der Deutsche Wildtier Siftung

ein Plädoyer für den Kleingarten

Auch wenn der langjährige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion,Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen Herbert Wehner (Porträt) Herbert Wehner den Begriff „geistiger Kleingärtner“ als Schimpfwort einführte, so zeigt das lediglich bei ihm und allen, die diesen Begriff abwertend benutzen, wie wenig sie über die Gartenfreund*in, die Kleingärtner*in oder die Schrebergärtner*in wissen. Auch der Begriff „Laubenpieper“ ist eher abwertend, da er suggeriert, dass sich Hobbygärtner in ihren Gartenhäuschen (Lauben) gerne einen zwitschern (trinken/piepen).

Wahrscheinlich ist der Geisteszustand einer Kleingärtner*in oftmals höher anzusiedeln, als der einer Großgärtner*in, die innerhalb des kapitalistischen Systems arbeitet und in täglicher Konkurrenz den höchsten Profit auf Kosten von Umwelt und Mensch erzielen muss/will. Dagegen ist es für fast alle Kleingärtner*innen selbstverständlich, die Grundregeln des naturnahen Gärtnerns selbst zu praktizieren. So nutzen 97 % Regenwasser zum Bewässern und 96 % kompostieren. Besonders ausgeprägt ist das Bewusstsein für naturnahes Gärtnern bei jüngeren Kleingärtner*innen, die ihren Garten seit höchstens zehn Jahren bewirtschaften. Mehr als jede Zweite dieser Neu-Kleingärtner*innen (54 %) betreibt biologischen Anbau von Obst und Gemüse, fast zwei Drittel (61 %) verzichten auf Kunstdünger, mehr als vier Fünftel (82 %) lehnen chemische Schädlingsbekämpfung ab.

Gießen der PflanzenVon diesem kleingärtnerischen Geist, kann sich so mancher eine Scheibe abschneiden. Natur- und Umweltschutz spielen bei Kleingärtner*innen eben eine wichtige Rolle. Befragt nach der Bedeutung, die ihr Kleingarten für sie persönlich hat, steht dieser Aspekt ganz oben – noch vor der Gesundheitsvorsorge und der Freude an der Gartenarbeit.

Damit leisten Kleingärtner*innen einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Sei es in den Bereichen Diversity, Wasser- und Bodenschutz oder zur Verbesserung des Stadtklimas. So bieten Kleingärten der Allgemeinheit eine bessere Lebensqualität in den Städten durch Lärmverringerung, Staubbindung, Durchgrünung, Auflockerung der Bebauung, Biotop- und Artenschutz, Lebensraumvernetzung und klimatische Auswirkungen. Kleingärtner*innen hüten städtische Grünbereiche (rund 5 Millionen Quadratmeter in Köln), deren Pflege die Kommunen nicht mehr finanzieren wollen/können und bezahlen hierfür auch noch eine Pacht.

Willkommen im KleingartenDie soziale Rolle von Kleingärten in der Stadtgemeinschaft kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Mag manch einer denken: „ich hab lieber nen Park, da kann ich mit nem Einweggrill und nem Kasten Bier hingehen und andere machen den Dreck weg“ so freuen sich andere, dass sie ihre Familie, Freunde oder die Nachbarn in deren Kleingärten besuchen dürfen. Fast jeder kennt jemanden mit einem Kleingarten. Selbst schuld, wenn man das nicht ausnutzt, sondern lieber alleine auf einer Parkbank im eintönigen Stadtgrün sitzt. Im Kleingarten sind Senior*innen, Kinder, Migrant*innen, Jugendliche, Behinderte, Berufstätige, Alleinerziehende, Erwerbslose, Rentner*innen, kurz alle Menschen willkommen und treffen sich dort auch, denn ein guter Kleingartenverein achtet auf die Durchmischung seiner Mitgliedschaft.

Egal, ob der Kleingarten der teilweisen Selbstversorgung, der Erholung oder einfach der Geselligkeit dient. Er ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen.

Umso tragischer, dass mancher die Existenz so manchen Kleingartens absichtlich und unnötig gefährden möchte, indem er rücksichtslos Autobahnabfahrten oder Einfamilienhäuser auf Flächen mit kleingärtnerischer Nutzung planen lässt. Die Stadt braucht definitiv mehr Kleingärten und nicht weniger. Derzeit kommen in Köln auf 100 Einwohner noch 1,2 Kleingärten. Schon damit liegt Köln weit hinter Hamburg, Berlin oder Frankfurt – von Bremen oder Hannover ganz zu schweigen. (das ist natürlich nur ein statistischer Durchschnittswert. So hat der Stadtteil Neubrück zwar ca.8800 Einwohner*innen, aber von den statistischen 105 Kleingärten gibt es keinen einzigen) Mit steigender Bevölkerungszahl bei stagnierender Anzahl ausgewiesener Kleingärten oder sogar deren Abbau wird diese Quote immer schlechter. Dem muss entschieden entgegen getreten werden. Auch aus diesem Grund ist es sonst irgendwann nicht nur nicht mehr schön, sondern auch immer weniger möglich in der Stadt zu leben.

Es ist  noch nicht lange her, dass ich mich erneut als Fan der „essbaren Stadt“ geoutet habe. (siehe: Konzept Essbare Stadt ist auf dem Weg)

In der verschobenen  Beschlussvorlage DS 0514/2016 mit dem Betreff: Konzept Essbare Stadt Köln heißt es unter anderem:

„Der Ansatz der Stadt Andernach kann in Köln nicht umgesetzt werden, da die notwendigen Ressourcen zur Anlage und der intensiven Pflege von Nutzgärten sowie der Verunreinigung durch Hundekot und Müll in öffentlichen Grünanlagen nicht realisierbar sind.
Um der Thematik dennoch gerecht zu werden sollen vielmehr die sehr unterschiedlichen und vielfältigen Initiativen und Ansätze für Urban Gardening (siehe im Folgenden) gefördert und soweit möglich aktiv durch die Stadtverwaltung unterstützt werden.“

Ob ein Beet mit Kohlrabi oder Rotkohl wirklich so viel pflegeintensiver ist, als eines mit Geranien oder Begonien, will ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren, sondern den letzten Halbsatz:
„…soweit möglich aktiv durch die Stadtverwaltung unterstützt werden.“
Diese Möglichkeiten scheinen mir äußerst begrenzt zu sein.
Wie ich darauf komme? Nun die Vorlage hat ein gewisser Herr Höing unterzeichnet.

  • Herr Höing ist der Beigeordnete für Stadtentwicklung.
  • Zur Stadtentwicklung gehört der öffentliche Raum.
  • Zum öffentlichen Raum gehören die Kölner Plätze.
  • Zu den Kölner Plätzen gehört der Kurt-Hackenberg-Platz.
  • Der Kurt-Hackenberg-Platz soll nach Beendigung der U-Bahnbaustelle umgestaltet werden.

Zur Umgestaltung kommt im Juni eine Beschlussvorlage (DS 0183/2016) in die Gremien (Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 02.06.2016; Verkehrsausschuss 14.06.2016; Stadtentwicklungsausschuss 23.06.2016; Finanzausschuss
27.06.2016; Rat 28.06.2016). Zur Platzgestaltung heißt es darin:

Das zentrale Element des Entwurfs ist der etwa 500 m² große Bischofsgarten aus wassergebundener Wegedecke, der sich aus der Tradition Kölner Stadtgärten, wie dem ursprünglichen Ebertplatz, dem De-Noel-Platz oder dem Rathenauplatz ableitet. Stadtbäume verdichten sich entlang der Straße und verbinden die beiden Platzhälften optisch miteinander. Baumgruppen aus Sophora japonica lassen den Bereich der wassergebundenen Wegedecke zu einem Stadtgarten werden. Die Stadtbäume werden bis zu neun Meter hoch, tragen fiederartige Blätter, die im Herbst gelb leuchten. Die Präsenz des Straßenraums wird reduziert und gezielte Blicke auf den Ostchor des Kölner Doms werden freigegeben.

Nun muss man wissen, dass „Sophora japonica“ oder auch „japanischer Schnurbaum“ zum einen mit 9 Meter Höhe nicht ausgewachsen ist. Er entwickelt sich zu einem Baum 2. Ordnung, was heißt, dass man mit einer Endhöhe von 15 bis 20 Metern durchaus rechnen muss. Das ist dann zwar doppelt so hoch, wie angegeben, aber welchen Stadtplaner interessieren die Bäume noch, wenn sie einmal stehen.

Der Schnurbaum aber wird uns auch ansonsten beschäftigen und zwar wegen seiner Früchte und seiner Giftigkeit. Die Früchte des Schnurbaums können durchaus mit den Früchten der Stangenbohne verwechselt werden, wie die unten stehenden Fotos zeigen.
Stangenbohne-----Mechelse-Tros--Phaseolus-vulgaris

Früchte der Stangenbohne (Phaseolus vulgaris), die gekocht essbar sind.

Schnurbaumfrucht

Früchte des Japanischen Schnurbaums (Styphnolobium japonicum), die stark giftig sind

Da muss man sich doch an den Kopf fassen und fragen: „Was soll das?“

Nicht, dass die Früchte des Schnurbaums das einzige giftige sind, alle Pflanzenteile zählen als stark giftig! In einer Stadt, die gerade erste Schritte in Richtung „essbar“ macht, wo also die Menschen so gut wie keine Erfahrung damit haben, was sie denn nun ernten und verwerten können, da pflanzt man doch keine Giftbäume.

Wenn es die Stadt bei dieser Neupflanzung schon nicht auf die Reihe bekommen sollte, aus der langen Liste der Nutzbäume einen hübschen und für den Kurt-Hackenberg-Platz geeigneten Baum auszusuchen, dann doch bitte einen Zierbaum, der die Menschen nicht vergiftet.

Irgendwie werde ich aber den Eindruck nicht los, dass die Verantwortlichen das Konzept einer essbaren Stadt nicht nur nicht verstanden haben, sondern auch nicht wollen. Das müssen wir im Auge behalten.

dieser Artikel wurde geschrieben und erscheint auch in der „Köln Links“ KL

 

Angeblich war die Stadt ja mal der Ort, wo die Einwohner glücklich waren endlich keine Feldarbeit mehr leisten zu müssen. Allerdings zogen mit den Menschen auch Pflanzen und Tiere in die Stadt. Nach dem Alpenveilchen im Schlafzimmer und dem Weihnachtsstern im Wohnzimmer verwandelten sich immer mehr Balkone in wahre Blütenmeere. Kräutertöpfe zogen in die Küchen; Tomate, Paprika, Gurke und Kartoffeln auf Terrassen und Balkons. Hier und da findet man sogar einen Zwergobstbaum.

Mittlerweile stehen Kübel, Kisten, Kästen und Hochbeete auch auf Brachflächen und vor dem Schauspiel, wo sie von den vielfältigsten Initiativen gepflegt werden. Das nennt man neudeutsch „urban gardening“, also städtischer Gartenbau. Der muss sich nicht auf Kübelgärten beschränken, sondern ist eigentlich die meist kleinräumige gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten.

Urbaner Gartenbau erlebt in den letzten Jahren aus verschiedensten Gründen wachsendes Interesse. Diese Sonderform des Gärtnerns gewinnt aufgrund des städtischen Bevölkerungswachstums und gleichzeitiger Verringerung landwirtschaftlicher Anbauflächen mittlerweile auch für die Armutsbekämpfung an Bedeutung.

Urban gardening ist also längst mehr als bloß eine Sommerlaune der Wohlstandsjugend. In den urbanen Hochbeeten gedeiht neben dem Gemüse auch ein kultureller Wandel. Hier ist der Mensch kein User, sondern Mensch. Er buddelt selbst, erntet selbst, spürt dieses Selbst, wenn ihn die Brennnesseln stechen oder abends das Kreuz zwickt.

DIE LINKE möchte in der Stadt lieber Schilder sehen auf denen steht: „Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“. Es ist ihr Ziel, das öffentliche Grün zur „essbaren Stadt“ zu machen. Nach dem Willen der LINKEN sieht Köln in Zukunft so aus: Die Stadt lässt durch das bestehende Netzwerk urbanes Grün in Köln überall, wo es möglich und sinnvoll ist, Gemüse, Obst und Kräuter anbauen oder pflanzt dieses selbst. Ob Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Jeder darf sich bedienen!

So werden öffentlichen Parks, Beete, Brachen und Grünanlagen zum Garten für die Menschen. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt und steigern die Wertschätzung für regionale Lebensmittel. Ob jäten oder ernten: Jeder darf und soll mitmachen. Neben Kohl und Salat gedeiht auch das soziale Vertrauen.

Der Sinn des öffentlichen Raums verschiebt sich wieder hin zu seiner Bestimmung. Die Stadt gehört uns! Da das so ist, gibt es um die öffentlichen Obst- und Gemüsebeete keine Zäune. Es gehört zum Risiko und Reiz der essbaren Stadt, dass sie sich nicht abschirmt wie ein Kleingarten. Sie gehört uns allen und niemandem. Wir Bewohner sind die Besitzer.

Wir werden uns in den Beeten bei der Pflege und bei der Ernte treffen. Wir werden wieder eine Gemeinschaft und fördern gleichzeitig Natur und Umwelt. Ein schöner Nebeneffekt: Wir entlasten unsere Kasse.

Zimmerpflanze des Monats

Veröffentlicht: 4. September 2012 in Für Sie gelesen, Garten

okay, okay, wir haben Anfang September und da die Zimmerpflanze des Monats Oktober vorzustellen mag verfrüht sein, aber ich hab am Samstag das erste Weihnachtsgebäck (Christstollen) im Laden gesehen und es gibt auch schon bald die ersten Monat Oktoberzeitschriften, also warum nicht die Zimmerpflanze des Monats Oktober jetzt vorstellen und wir alle haben noch etwas Zeit, um sie uns zu beschaffen.

Die Pflanze des Monats Oktober ist der zarte Rhipsalis Kaktus. Der Körper dieser Kakteengattung besteht je nach Art aus schmalen und flächigen Trieben oder feinen Sprossgliedern und hat sich damit ideal an die Bedingungen in seinem Lebensraum angepasst. Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass diese pflegeleichte Zimmerpflanze für Entspannung und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden sorgen kann.

Der Name der Rhipsalis leitet sich aus dem griechischen Wort „rhips“ ab, was so viel wie Flechtwerk bedeutet und die in einander verwobenen Triebe der Zimmerpflanze beschreibt. Denn obwohl sie zur Art der Kakteengewächse gehört, entspricht die Erscheinung der Rhipsalis nicht dem bekannten, stacheligen Äußeren der Wüstenkakteen. Im Gegenteil, die strauchigen oder hängenden Triebe, Sprossglieder oder flächigen, blattähnlichen Auswüchse lassen die Pflanze zart und grazil wirken. Gekrönt wird die freundliche Zimmerpflanze von niedlichen Blüten in Weiß, zartem Creme, Rosa oder knalligem Pink.

Doch nicht nur durch ihren hübschen Anblick sorgt die Zimmerpflanze des Monats Oktober für Wohlbefinden in ihrer Umgebung – die Rhipsalis kann aus den eigenen vier Wänden sogar einen natürlichen Wellness-Tempel machen. Untersuchungen der englischen University of Surrey zeigen, dass Menschen, die sich in einem Raum mit Pflanzen befanden, bei der Lösung von Aufgaben weniger gestresst waren, als die Testgruppe ohne Zimmerpflanzen in ihrer Umgebung. Weitere Studien belegen sogar, dass die Gruppe mit einer Pflanze im Zimmer nachweislich niedrigeren Blutdruck hatte.*

Die ursprüngliche Heimat der rund 60 unterschiedlichen Arten der Rhipsalis sind die Regenwälder in Zentral- und Südamerika, aber auch Dschungelgebiete in Afrika und einige Inseln im Indischen Ozean gehören zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. Dort gedeiht die Rhipsalis häufig im Mulm und Schatten größerer Bäume. Aufgrund ihrer tropischen Herkunft verträgt diese Zimmerpflanze im Gegensatz zu vielen anderen Kakteen auch großzügige Wässerung.

Steht die Rhipsalis nicht im direkten Sonnenlicht, benötigt sie ein bis zwei Mal pro Woche etwas Wasser. Einmal kräftig gegossen, überlebt die pflegeleichte Pflanze jedoch auch problemlos einen dreiwöchigen Urlaub ihres Besitzers. Wenn die grüne Zimmerpflanze keine Blüten hat, darf sie einmal im Monat gedüngt werden.

Die Kampagne "Zimmerpflanze des Monats" ist eine Initiative des Blumenbüros 

Quelle: http://www.presseportal.de/meldung/2318702