Archiv für die Kategorie ‘Kalk’

Werden wir erst mal historisch:
am 03. März 2016 beschloss die Bezirksvertretung Kalk einstimmig: „Die Verwaltung und der Rat der Stadt Köln werden gebeten, die „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln dahingehend zu verändern, dass am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die Flagge
„Frei leben“ der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ am Historischen Rathaus und an den Bezirksrathäusern gesetzt werden kann.“siehe hier

Zur Sitzung im April kam die Stellungnahme der Verwaltung, dass dies nicht ginge. Wörtlich heißt es da: „Die Beflaggung der städtischen Dienstgebäude unterliegt, soweit nicht hoheitliche Beflaggung nach dem Gesetz über das öffentliche Flaggen angeordnet ist, der Organisationshoheit der Oberbürgermeisterin.
Es gehen zu den unterschiedlichsten Anlässen Wünsche ein, das Historische Rathaus und die Bezirksrathäuser mit Fahnen von Organisationen, Initiativen etc. zu beflaggen. Diesen Wünschen kann auf Grund ihrer zunehmenden Zahl nicht entsprochen werden. Eine Berücksichtigung nur einzelner ausgesuchter Anlässe ist im Sinne der Gleichbehandlung ebenfalls nicht möglich.
Einzige Ausnahme ist die Beflaggung aus Anlass des CSD. Diese Entscheidung wurde vor Jahren getroffen, als die zunehmende Anzahl von Beflaggungswünschen nicht absehbar war.“
Nachzulesen hier

Weitere 7 Monate später verschickte die Stadt Köln eine Pressemitteilung (siehe/klicke Bild)

PM-Flagge


vielleicht kann diese PM der Stadt Köln ja eine Dienstanordnung ersetzen

Zurück im heute:
logo-mfp-home_alias_300xvariabelDa wir in Kalk am Flaggentag, also am 08. Juli die Flagge der Mayors for peace hissen wollen, müssen wir natürlich in die laut PM entsprechend geänderte „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln“ schauen und siehe da, in dieser seit 16. November 2016 gültigen „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln“ steht weder etwas zu den Mayors for peace, noch zur Flagge gegen Gewalt an Frauen. 
Das sollte laut städtischer Pressemitteilung aber doch anders sein. Warum passen Richtlinie und PM nicht zusammen? Eine Frage, die noch zu beantworten ist.

Hier die Richtlinie als PDF: beflrl_nov_2016

Nach meiner Auffassung übrigens spricht nichts gegen das Hissen der Mayors-Flagge am 08. Juli vor dem Bezirksrathaus, denn die Beflaggungsrichtlinie hebt in ihrem Punkt 5.2 die Pressemitteilung in den Rang einer Dienstanordnung. Wörtlich heißt es dort: „…Daneben ist die Beflaggungsanordnung auch zu beachten, wenn die Bekanntgabe darüber hinaus durch Mitteilung an Presse, Funk oder Fernsehen erfolgt….“

Ich denke mal, dass wir uns am 08. Juli vor dem Kalker Bezirksrathaus sehen. Irgendwer wird dort schon irgendeine Fahne hissen.

  • Ein Ziel ist ein definierter und angestrebter Zustand innerhalb einer Ereignisfolge.
  • Ein Baukörper fasst das gesamte Volumen eines Bauwerkes zusammen, das sich innerhalb einer fest definierten Fläche (z. B. Grundstück) befindet.
  • Mit Dauerhaftigkeit im engeren Sinne wird im Bauwesen die Widerstandsfähigkeit von Baustoffen und Bauteilen gegenüber äußeren Einflüssen wie Durchfeuchtung, Wechselfeuchte, Hitze und Kälte, Temperaturwechsel und Frost, Sonneneinstrahlung (UV-Licht), chemischem Angriff (saurer Regen, Tausalz, Salpeter), sowie Schädlings- und Pilzbefall bei organischen Materialien bezeichnet.
    Im weiteren Sinne kann auch die Widerstandsfähigkeit von Bauwerken gegenüber mechanischen Einflüssen wie statischen und dynamischen Lasten (Windlast, Erdbeben, Schwingungen, Lawinen, Flutwellen) sowie gegen ungewöhnlichere Ereignisse wie Blitzeinschlag oder elektromagnetische Strahlung gemeint sein.
  • Die Standsicherheit ist die Anforderung an bauliche Anlagen, nicht einzustürzen.
  • Restriktion oder restriktiv (von lateinisch restringere „einschränken“) steht im Allgemeinen für Verringerung der Handlungs- oder Wahlmöglichkeiten.

Was heißt also der folgende Satz:
Ziel ist es daher, diesen Baukörper in einen dauerhaft standsicheren restriktionsfrei zu nutzenden Standort zu überführen.

Übersetzung:
Der angestrebte Zustand innerhalb der Ereignisfolge ist es das Gesamtbauwerk in einen widerstandsfähig gegen äußere Einflüssen, einsturzsicheren Standort ohne Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten zu überführen.

Auch nicht viel besser.

Wenn man jetzt aber weiß, dass dieser Satz zu Beginn des Sanierungsgutachten (hier als PDF) für den Kalkberg steht, dann wird ziemlich klar, was der Satz tatsächlich heißt:
Der Kalkberg soll so saniert werden, dass man darauf ALLES bauen kann.

Kalkberg-hotel

Kalkberg mit Kommerz-Hotel Montage HP Fischer

Ohne Restriktion (Einschränkung) kann dann dort später sowohl eine Parkbank alsauch ein Hubschrauberlandeplatz oder ein Hotel errichtet werden. Nun ehrlich gesagt, bin ich weder Ingenieur für irgendwas, noch komme ich vom Bau. Ich bin lediglich Gärtner. Ich kenne mich besser mit Komposthaufen als mit Giftmüllbergen aus, aber wenn ich auf den Komposthaufen in meinem Garten nacheinander (nach Alter sortiert) meine vier Enkelchen stelle, dann kann ich feststellen, dass je schwerer das Kind ist, der Haufen umso mehr zusammensackt und Komposterde nach außen drückt. Wenn ich mich selbst drauf stelle ist der Effekt am stärksten.
Wenn ich den Komposthaufen nun restriktionsfrei begehbar machen will, muss ich die Methode anwenden, die Zusammensacken und Auseinanderbrechen selbst dann verhindert, wenn ich zusammen mit allen vier Enkelchen oben drauf stehe. Meine Erfahrung sagt mir, dass das die aufwendigste und damit teuerste Variante sein dürfte.

Zurück übertragen auf den Kalkberg heißt das für mich, dass eine Sanierung, die eben als Ziel einen dauerhaft standsicheren restriktionsfrei zu nutzenden Standort hat, die aufwendigste und damit die teuerste ist.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier überdimensioniert und zu teuer saniert werden soll.
DAS saniert werden muss, nachdem man an dem Berg seit Jahren rumbuddelt, steht außer Frage, aber das WIE bleibt fraglich.

Wie üblich in den letzten elf Jahren ist bei der Entscheidung natürlich einmal mehr Eile geboten. Diesmal wird das unausweichliche Argument der „Gefahr im Verzug“ bemüht. Wenn dem so wäre, dürfte – nein müsste die Verwaltung längst handeln ohne sich hierfür durch den Rat oder seine Ausschüsse einen Beschluss zu holen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Feuerwehr den Umweltausschuss einschalten müsste, wenn ein Baum umzustürzen droht?

Es ist auch nicht das erste Mal, dass eine Gefahr in Verzug ist. Doch jeder kennt von uns das Gleichnis, dass man nicht zu oft „Feuer“ rufen sollte, wenn es nicht brennt, denn dann glaubt einem irgendwann keiner mehr, auch wenn es wirklich brennen sollte.

Im Gegensatz zu einigen anderen, bin ich schon an dem Punkt an dem ich nicht mehr glaube, dass es brennt.

Fluchtspuren verfolgen

0Wie ist es Heimat, Familie und Freunde verlassen zu müssen? Welche Hoffnungen und Sehnsüchte verleiten dazu, diese Schritte zu tun? Welche Sorgen und Ängste lassen einen stolpern und straucheln? Welche Gedanken lassen einen immer wieder aufstehen und beflügeln dazu, alle Hindernisse und Grenzen zu überwinden? Und wie fühlt es sich an, in Deutschland anzukommen? In „DORTHIN WO MILCH UND HONIG FLIESSEN“ erzählen vier Flüchtlinge ihre Geschichten, lassen an ihren Erinnerungen teilhaben und führen dabei durch Kalk – ein Viertel, dem die Erfahrungen von Flucht und Migration quasi eingeschrieben sind.   Charlott Dahmen und Karin Frommhagen haben die Produktion im Auftrag von Engagement Global entwickelt, um das omnipräsente Thema Flucht ein Stück begreifbarer zu machen. Die Bühne dafür ist ein ganzer Stadtteil in Köln. Via Audioguide leitet einer von vier Flüchtlingen aus Afghanistan, dem Irak, Somalia oder Syrien den Theatergänger durch Kalk und lässt ihn an seiner Geschichte teilhaben. Mit der Stimme im Ohr folgen die Besucher den Spuren seiner Flucht – nur der Flüchtling kennt den Weg durch das Viertel… Alle müssen ihren Weg alleine gehen – sind unsicher, auf sich gestellt, verlaufen sich vielleicht, fremd in diesem Stadtteil. Erst am Ende der gut zweistündigen Fußreise treffen sich alle in einem türkischen Café, wo sie ihre Eindrücke und Erfahrungen austauschen können.

Neben den professionellen Schauspielern, die in verschiedene Rollen schlüpfen und an verschiedenen Orten Teil der Geschichte werden, sind auch Menschen aus dem Stadtteil wichtige Protagonisten. Gleichzeitig spielen Orte des täglichen Lebens im Stadtteil eine wichtige Rolle – Moscheen, ein marokkanisches Café, die Flüchtlingsberatung… Kunst und Realität schieben sich ineinander und ermöglichen so eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht. Die Hauptrolle spielen dabei stets die Flüchtlinge, die man zwar nicht sieht, aber deren Schicksale den einzelnen Menschen in der un(be)greifbaren Flüchtlingswelle erkennen lassen.

  • Mit Azizè Flittner, Katrin Nowak, Anas Ouriaghli, Tomasso Tessitori
  • Künstlerische Leitung & Produktionsleitung Charlott Dahmen & Karin Frommhagen 
  • Text & Dramaturgie Rosi Ulrich & Ensemble
  • Sprecherinnen & Sprecher Ralf Peters, Agnes Pollner, Tom Raczko, Nika Wanderer
  • Audioproduktion Ralph Lennartz Djoze & Tablas Bassem Hawar
  • Ausstattung Trixy Royeck & Ruth Spätling
  • Produktionsassistenz Dominique Tauch
  • Kommunikationsdesign Ute Brachwitz PR neurohr & andrä

Beteiligte Akteurinnen und Akteure aus dem Stadtteil Köln-Kalk:

Premiere in Köln
3. Mai 2016, 17.30 Uhr

Weitere Aufführungen
4., 6., 10. und 18. Mai 2016, jeweils 17.30 Uhr
sowie 14. Mai 2016, 12.00 Uhr

Startpunkt
Parkhaus »Altes Heizkraftwerk«, Oberstes Parkdeck, Dillenburger Str. 72, 51105 Köln

Spieldauer
ca. 120 Minuten / bei jeder Witterung / festes Schuhwerk empfohlen

Eintritt: 15 Euro / ermäßigt 8 Euro. Der Eintritt geht als Spende an die Präventions- und Hilfsinitiative 180°-Wende.

Karten-VVK
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KÖLNTICKET-HOTLINE : 0221-2801 

DIE LINKE hat bezüglich der vermehrten Razzien im Bezirk Kalk einige Fragen an die Verwaltung gestellt. Einen Teil ließ diese  direkt  durch  die  Polizei  beantworten. (hier die Antwort, deren Tonfall so ist, dass man meint, dass sich die Polizei angepisst fühlt)

playmobil-1073902_960_720Der Polizeipräsident teilte zwar mit, dass neben Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nach ausländerrechtlichen Bestimmungen auch Verstöße in den Deliktsbereichen Betäubungsmittel- und Eigentumskriminalität (einschließlich Hehlerei) sowie in den Bereichen  des  Waffen-  und  des  Urheberrechts  festgestellt  wurden,  aber  leider nicht wie viele.

Auch über den jeweiligen Personalaufwand wollte er lieber schweigen.

Die  Absicht  der  Polizei  Köln  sei  es, Straftaten aufzuklären, Straftäter zu ermitteln und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung insbesondere durch die vorbeugende Bekämpfung von Straftaten zu stärken. Willkommen zum Minority Report.

Über die Beantwortung der gestellten Fragen hinaus erlaubte sich der Polizeipräsident noch folgende Anmerkungen:

Die für den Bereich Köln-Kalk zuständige  Polizeiinspektion  6  führt  Kontrollen der in Rede stehenden Art bereits seit dem Jahr 2015 durch. Diese Kontrollen richten sich nicht „[ … ] gegen Menschen aus einer bestimmten ethnischen Gruppe“, sondern gegen  Straftäter,  unabhängig  von  Herkunft, Alter, Geschlecht und sonstigen diskriminierenden Faktoren.

Die seitens der Fraktion DIE LINKE angeführten  Medienberichte  seien  insofern nicht zutreffend.
Die  Botschaft  hör’n  wir  wohl,  allein uns fehlt der Glaube.

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE führte die BV Kalk auf ihrer Sitzung am 03. März eine aktuelle Stunde zum Thema „Situation der Geflüchteten im Stadtbezirk Kalk“ durch. Die in der Turnhalle Westerwaldstraße untergebrachten Geflüchteten richteten offene Briefe an die Öffentlichkeit und die zuständigen Stellen, um auf die absolut inakzeptablen Bedingungen, unter denen sie dort leben müssen,aufmerksam zu machen. refugee0

Wir LINKE betrachten diese Menschen, ebenso wie die in den anderen Unterkünften im Bezirk Kalk untergebrachten, als Kalker Einwohner*innen.
Da es eine Domäne der Bezirksvertretungen ist, immer nah am Menschen zu sein, sehen wir es auch als Aufgabe der Kalker BV, sich der Sorgen, Nöte und Beschwerden der Geflüchteten im Stadtbezirk anzunehmen.

Wenn Frauen Vorwürfe über sexuelle Belästigung erheben, dann muss man sie grundsätzlich ernst nehmen. Das war und ist die Haltung aller, die sich gegen Gewalt gegen Frauen einsetzen. Versuche, Frauen, die derartige Vorwürfe erheben, zuallererst mit Skepsis zu begegnen oder sogar zu delegitimieren, richten sich nicht nur gegen die konkret betroffenen Frauen, sondern sind ein Angriff auf Frauen im Allgemeinen, denn es macht es ihnen noch schwerer, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren.

Dass die Stadt Köln in ihrer ersten Reaktion überhaupt nicht auf die konkreten Vorwürfe einging, sondern lediglich darstellte, wie die Verhältnisse nach offizieller Lesart sein sollten, zeigt, dass sie die Beschwerden und die Sorgen der Geflüchteten nicht ernst nehmen wollte.
Unter anderem waren Vorwürfe erhoben worden, dass Wachleute kein Deutsch könnten. Nachdem die Verwaltung auch das abstritt, musste sie später zurückrudern. In der BV-Sitzung gab der Leiter des Wohnungsamtes, Josef Ludwig zu, dass die Deutschkenntnisse einiger Brandschutzhelfer so schlecht seien, dass man sich die Frage stelle, wie sie die Qualifizierung geschafft hätten.

Als Ergebnis unser Aktuellen Stunde beauftragte die BV Kalk die Verwaltung, einen Ortstermin unter Teilnahme der Bezirksvertreter*innen und Mitarbeitern des zuständigen Fachamtes in der Schule Westerwaldstraße in Köln-Humboldt/Gremberg zu organisieren, um ein Bild über die Situation der Flüchtlingsunterbringung in der Turnhalle dieser Schule zu bekommen. Dieser wird in der ersten Aprilwoche stattfinden.

Am gestrigen (01.12.2015) schaltete der Kölner Express einen Online-Artikel frei, der heute die Titelstory bildete. Die Online-Schlagzeile lautet: Nächstes Bau-Desaster Der Kalkberg ist nicht mehr zu retten! (hier zum Artikel) Wer die Nachrichten zum Hubschrauberflughafen auf dem Kalkberg halbwegs regelmäßig verfolgt, stellt beim Studium des Artikels fest, dass er zu 95 Prozent aus älteren Artikeln und Mitteilungen recycelt ist. Eigentlich und uneigentlich steht hier nicht wirklich viel neues. Außer:

Nach EXPRESS-Informationen aus dem Rathaus ist der Kalkberg nicht mehr zu retten.

Und jetzt? Im Rathaus wird über einen Abriss der Gebäude gesprochen.
Entweder man baut dann dort neu – und zwar richtig. Oder wir bauen auf einem Flugplatz bei Leverkusen, der bei der Auswahl damals als zu teuer verworfen worden war“, sagen mit der Materie vertraute Experten.

Nun wissen wir alle das so genannte Experten einem im Nachhinein immer genau erklären können, warum es ist nicht so eingetroffen ist, wie sie es prognostiziert haben. Auch im Plural wird die Expertise nicht besser und noch viel weniger, wenn keine Namen genannte werden.

Tatsächlich steht in der heute veröffentlichten Mitteilung für die Ratsausschüsse eben genau das nicht drin, was der Express vorausgesagt hat. Vielmehr wird sehr wortreich klar gemacht, dass man mit den abenteuerlichsten Maßnahmen weiter bauen wolle und das obwohl man weder weiß, ob es funktionieren wird, noch was es kostet. Wer sich die Mitteilung durchlesen möchte, der kann die Datei hier runterladen: Mitteilung zum Zwischenbericht 2

Nun bezieht sich die Mitteilung eben auf den jetzt vorliegenden Zwischenbericht 2, den ich Euch auch nicht vorenthalten möchte: Zwischenbericht 2

Als ich den zweiten Zwischenbericht las, musst ich teilweise laut lachen. Angeblich will man erst jetzt heraus gefunden haben, dass sich im Kalkberg eine rund 20m dicke Kalkschicht befindet. Nicht nur, dass ich sowohl im Ausschuss Umwelt, Gesundheit und Grün und in der Bezirksvertretung mehrfach darauf hinwies, dass der Kalkberg gößtenteils aus Kalk besteht und dass man darauf nicht bauen sollte, sondern es gab auch schon früher Gutachten, die ja teilweise heute als falsch und fehlerhaft bezeichnet werden. Außerdem Aussagen des früheren Leiter des Verbraucherschutzamtes Prof. Drösemeier.

siehe auch: Kurzbericht aus BV8 – Kalk: Hubschrauber kommt,wo ich im Dezember 2011 schrieb:

Prof. Drösemeier gab in der Diskussion mit mir indirekt zu verstehen, dass er vom obigen Gutachten nicht viel halte. Ich hatte daraus zitiert, dass es noch keine chemische Untersuchung bezüglich der Aufschüttung am Kalkberg gäbe und er behauptete, man wisse wohl aus was der Berg bestünde.

achja dieses 37-seitige Gutachten könnt Ihr hier lesen: DMT-Gutachten

DMT-Gutachten

DMT-Gutachten

dort heißt es, dass der Kalkberg aus Kalkschlamm, Kalkgranulat, Schlacken und Bauschutt zusammen gesetzt ist. Da hätte man ja mal reingucken können, statt ein neues Gutachten erstellen zu lassen. So räumte Stadtdirektor Kahlen ja auch vor 4 Jahren ein, dass der Politik noch nicht alle Informationen vorlägen, so auch dass sicher niemand die Anlage 10 (Gutachten DMT 37 Seiten) gelesen habe. Man sieht, Lesen bildet nicht nur, man kann dadurch auch echt Geld sparen.

Was nützen uns zig Gutachten, wenn sie anscheinend nicht gelesen oder nicht verstanden werden? – Nichts!

Das neueste was jetzt im aktuellsten Zwischenbericht steht, dass man die als Lärmschutz aufgeschüttete Kuppe des Kalkbergs abtragen müsse, damit er nicht weiter zusammen sackt. Damit aber ist nicht nur die Aussichtsplattform mehr als gefährdet, sondern es gibt eben keinen Lärmschutz mehr in Richtung Wohnbebauung. Dies ist ein so massives Abweichen von allen Zusagen, Bauplänen und Genehmigungen, dass meines Erachtens ein Weiterbau ohne erneutes Genehmigungsverfahren illegal ist.

Davon abgesehen ist es jetzt endgültig Zeit für Feuerwehr und Stadtdirektor, dass sie zugeben sich verrannt zu haben. Im Gegensatz zum Berliner Flughafen sind wir nicht gezwungen an diesem Ort zu bauen, sondern können dies mit geringerem Risiko und wahrscheinlich billiger auch ganz woanders.

Macht endlich Schluss mit dem Kalkberg und lasst ihn wieder zuwachsen.

Aufbau des Kalkberges

Aufbau des Kalkberges

Im heutigen (25.08.2015) Ausschuss Kunst und Kultur legte die Verwaltung eine Mitteilung zu den Hallen Kalk vor, die am 27.08.2015 auch die Bezirksvertretung Kalk erhalten wird. Darin werden konstruktive Möglichkeiten für ein weiteres Verfahren dargelegt.

Außenkran an den ehemaligen KHD-Hallen in Köln-Kalk

Außenkran an den ehemaligen KHD-Hallen in Köln-Kalk

Im April hatte die Fraktion DIE LINKE. in der Bezirksvertretung Kalk einen Aenderungsantrag zu einem SPD-Antrag eingebracht. Damit wurde dort folgender Punkt 0 eingefügt und beschlossen:

Die Verwaltung möge prüfen, mit welchen Maßnahmen, die sich im Bereich des Zumutbaren befinden der Erhalt der Hallen zu sichern ist. Hierbei heißt eine angebliche Nichtfinanzierbarkeit nach geltender Rechtsprechung ja nicht automatisch, dass einem die Erhaltung eines Denkmals nicht zugemutet werden darf.

Der Ausschuss für Kunst und Kultur hatte daraufhin in seiner Sitzung vom 28.04.2015 ein Moratorium des be-
absichtigten Abrissantrages für die Hallen Kalk beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, Alter-
nativen zum Abriss zu prüfen. Der Abrissantrag wurde daher nicht gestellt. (Machbarkeitsstudie für Kalker Hallen)

Dem politischen Willen und Auftrag folgend, wurde die Verwaltung insofern tätig, dass man die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke Köln GmbH und der Stadt Köln „moderne stadt“ – Gesellschaft zur Förderung des Städtebaus und der Gemeindeentwicklung mbH beauftragte, erste konzeptionell Überlegungen entsprechend der Vorgaben aus den Sitzungen zu entwickeln.

Die Ergebnisse liegen nun vor und können im Einzelnen in der oben erwähnten Mitteilung nachgelesen werden. Die Kölnische Rundschau fast es in einem kurzen Artikel recht gut zusammen:

„Bei der ersten Variante soll betrachtet werden, wie unter Einbeziehung der Entwicklungen im Kultur- und Eventbereich sowie der veränderten Lebens- und Arbeitswelt die Nutzung der Hallen einen Beitrag zu einer neuen Standortqualität leisten können. Diese Variante ist aus Sicht der Verwaltung sehr aufwendig, weil mehrere Fachleute einbezogen und koordiniert werden müssten. Die Kosten und die Wirtschaftlichkeit der Nutzung seien darüber hinaus nicht abzusehen.

Die zweite Variante ist eine bautechnische Machbarkeitsstudie, für die aber ein konkretes Raum- und Funktionsprogramm Voraussetzung wäre, das es noch nicht gibt.

In einer dritten Variante müsste die Stadt die denkmalgeschützten Hallen verkaufen, damit ein privater Investor ein tragfähiges Konzept entwickeln kann. Bei diesem Verfahren sind Projektentwickler, Investoren, Kulturmanager und auch Privatleute angesprochen. Die Verwaltung will die Varianten prüfen und Vorschläge machen.“

heißt es dort.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass es angeblich kein Raum- und Funktionsprogramm gibt. Immerhin will das Schauspiel die Halle Kalk zumindest während des Interims weiter bespielen und für die anderen beiden Hallen gibt es einen gültigen Vertrag mit der Stiftung Ludwig, worauf die Verwaltung selbst ausdrücklich verweist!

Zitat: Die Einhaltung des Vertrages mit der Stiftung Ludwig steht für die Stadt Köln an oberster Stelle.

Daraus kann eigentlich nur gefolgert werden, dass die Kalker Hallen ihre angedachten Funktionen behalten beziehungsweis wieder erhalten sollen. Das wäre auch ein schönes Geschenk zum 20. Todestag von Stifter Peter Ludwig im kommenden Jahr.