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Mittlerweile ist die Bestätigung eingetroffen, dass es sich bei der von mir gefundenen und veröffentlichten „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln Stand: 16.11.2016“ um die derzeit aktuelle Fassung handelt. (siehe letzter BLOG-Eintrag)

Auch wurde mir bestätigt, dass die beiden „neuen“ Anlässe – „Frei Leben“ (25.11.) und „Mayors for Peace“ (08.07.) – um die es in der Pressemitteilung vom 21.11.2016 geht, nicht namentlich in der Richtlinie genannt seien. (Hurra, ich kann noch lesen)

Man beruft sich von Seiten der Stadt auf Ziffer 2.3 der Richtlinie. Hier hieße es, dass die Beflaggung aus besonderen Anlässen im Einzelfall angeordnet würde. Über die Beflaggung und deren Ausführung entscheide das Büro der Oberbürgermeisterin. 

Aber in der PM steht doch:

„Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat eine neue Beflaggungsrichtlinie erlassen. Zusätzlich zu den bisherigen in der städtischen Beflaggungsrichtlinie aufgeführten Anlässen wird künftig regelmäßig auch am 25. November, am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die Flagge „Frei Leben“ der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ am Historischen Rathaus und an den Bezirksrathäusern gezeigt. Außerdem soll am 8. Juli die Flagge des Programmes „Mayors for Peace“ gezeigt werden.“

Nun halte ich persönlich eine Anordnung im Einzelfall für etwas völlig anderes, als eine regelmäßige Beflaggung.

In Kalk wird in diesem Jahr die Flagge der „Mayors for Peace“ nicht gezeigt werden. Auch auf Wunsch und in Absprache mit dem Hiroshima-Nagasaki-Arbeitskreis Köln.  Es soll schließlich nicht beim bloßen Hissen eines Stück Stoffes bleiben, sondern dazu auch eine Veranstaltung stattfinden. In Kalk werden wir alle im Werkstattverfahren zu den Hallen-Kalk sein und da an dem Wochenende auch das CSD-Wochenende ist, steht jetzt fest, welche Flagge gehisst wird: Die Regenbogenflagge!

 

 

Werden wir erst mal historisch:
am 03. März 2016 beschloss die Bezirksvertretung Kalk einstimmig: „Die Verwaltung und der Rat der Stadt Köln werden gebeten, die „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln dahingehend zu verändern, dass am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, die Flagge
„Frei leben“ der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ am Historischen Rathaus und an den Bezirksrathäusern gesetzt werden kann.“siehe hier

Zur Sitzung im April kam die Stellungnahme der Verwaltung, dass dies nicht ginge. Wörtlich heißt es da: „Die Beflaggung der städtischen Dienstgebäude unterliegt, soweit nicht hoheitliche Beflaggung nach dem Gesetz über das öffentliche Flaggen angeordnet ist, der Organisationshoheit der Oberbürgermeisterin.
Es gehen zu den unterschiedlichsten Anlässen Wünsche ein, das Historische Rathaus und die Bezirksrathäuser mit Fahnen von Organisationen, Initiativen etc. zu beflaggen. Diesen Wünschen kann auf Grund ihrer zunehmenden Zahl nicht entsprochen werden. Eine Berücksichtigung nur einzelner ausgesuchter Anlässe ist im Sinne der Gleichbehandlung ebenfalls nicht möglich.
Einzige Ausnahme ist die Beflaggung aus Anlass des CSD. Diese Entscheidung wurde vor Jahren getroffen, als die zunehmende Anzahl von Beflaggungswünschen nicht absehbar war.“
Nachzulesen hier

Weitere 7 Monate später verschickte die Stadt Köln eine Pressemitteilung (siehe/klicke Bild)

PM-Flagge


vielleicht kann diese PM der Stadt Köln ja eine Dienstanordnung ersetzen

Zurück im heute:
logo-mfp-home_alias_300xvariabelDa wir in Kalk am Flaggentag, also am 08. Juli die Flagge der Mayors for peace hissen wollen, müssen wir natürlich in die laut PM entsprechend geänderte „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln“ schauen und siehe da, in dieser seit 16. November 2016 gültigen „Richtlinie über die Beflaggung der Dienstgebäude der Stadt Köln“ steht weder etwas zu den Mayors for peace, noch zur Flagge gegen Gewalt an Frauen. 
Das sollte laut städtischer Pressemitteilung aber doch anders sein. Warum passen Richtlinie und PM nicht zusammen? Eine Frage, die noch zu beantworten ist.

Hier die Richtlinie als PDF: beflrl_nov_2016

Nach meiner Auffassung übrigens spricht nichts gegen das Hissen der Mayors-Flagge am 08. Juli vor dem Bezirksrathaus, denn die Beflaggungsrichtlinie hebt in ihrem Punkt 5.2 die Pressemitteilung in den Rang einer Dienstanordnung. Wörtlich heißt es dort: „…Daneben ist die Beflaggungsanordnung auch zu beachten, wenn die Bekanntgabe darüber hinaus durch Mitteilung an Presse, Funk oder Fernsehen erfolgt….“

Ich denke mal, dass wir uns am 08. Juli vor dem Kalker Bezirksrathaus sehen. Irgendwer wird dort schon irgendeine Fahne hissen.

Lange, hellbraune Haare, hochgewachsen und natürlich helle Haut – so wird Jesus  meistens dargestellt. Ein dunkelhäutiger Jesus ist für viele unvorstellbar.jesus-570

Doch woher wollen wir wissen, wie Jesus aussah? Nirgendwo wird im Neuen Testament beschrieben, wie Jesus ausgesehen hat. Die Evangelien zeigen ihn als einen Menschen aus Fleisch und Blut, als einen Juden aus Nazareth.

Da man weiß, wie die Menschen in dieser Region seinerzeit gebaut waren und aussahen, kann man Rückschlüsse ziehen. Dass er sich äußerlich kaum von seinen Freunden unterschied, dürfte klar werden, wenn man daran denkt, dass Judas in küsste, um zu verraten, wer denn nun von den 13 dieser Jesus war. Groß, blond und blauäugig wäre so besonders gewesen, dass eine einfache Beschreibung gereicht hätte.

Forscher gehen davon aus, dass Jesus nicht viel größer war als 1,50, dunkle Augen und dunkle Haare (vielleicht sogar schwarz) und einen dunkleren Hautton hatte. Außerdem glauben sie, dass er einen Bart trug, so wie alle jüdischen Gelehrten und Philosophen seiner Zeit. Diese Beschreibung passt recht gut auf „Menschen eines bestimmten Phänotyps“ (Zitat: Polizeisprecher in SPON), welche von der Polizei im internen Dienstgebrauch, aber auch von Bundesministern in hetzerischer Absicht als „Nafri“ bezeichnet werden.

Im Rathaus steht als Teil des Kölner Krippenweges eine Krippe aus Holz. Im Rathaus scheint aber auch der eine oder andere Holzkopf zu sitzen. Denn während wir (fast) alle am 25. Dezember die Ankunft eines „Nafri“ zelebrierten, freuten sich im Rathaus zu viele, dass knapp eine Woche später am Hauptbahnhof „Nafris“ aussortiert wurden – übrigens während die Krippen des Krippenwegs noch stehen.

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Schülerinnen und Schüler des Kunstgymnasiums in Kattowitz haben unter fachkundiger künstlerischer Betreuung eine ganz besondere moderne Krippe geschaffen. Die fast lebensgroßen Figuren bestehen aus Buchenholz. Als verbindendes Symbol für die Weihnachtstradition in beiden Städten gehören ein Bergmann, ein Schüler und die Wappen von Köln und Kattowitz zum Bild der Krippe.

Merkt Ihr eigentlich noch was? Wäre Jesus also an Silvester 2016 nach Köln gekommen, man hätte ihn durch die rechte Tür in den Kessel geschickt. Das ist doch mal eine schöne Fortschreibung der beliebten Weihnachtsgeschichte über die Ankunft der Heiligen Drei Könige hinaus.

Morgen ist Dreikönigstag. Da kommen dann die Weisen aus dem Morgenland. Dereinst kamen ihre (angeblichen) Gebeine prunkvoll in die Stadt gezogen und man erbaute zunächst einen Schrein und schließlich eine Kirche darum (Hohe Domkirche Sankt Petrus). Wären sie Silvester gekommen, hätten auch sie die rechte Tür am Hauptbahnhof nehmen müssen.

und verbieten Omas den Melissengeist und Opas den Underberg

schildbuergerAm 12.12. haben CDU, FDP und Bündnistreue Grüne eine neue Variante der Stadtordnung verabschiedet. Seit die Verwaltung ihre Vorlage zur 1. Änderung der erst zwei Jahre alten Stadtordnung vorlegte, hören in Köln die Diskussionen darum nicht auf. Das ist auch richtig so. Statt nämlich offensichtliche Fehler zu korrigieren, soll es auch in Zukunft Herrn Houben von der FDP erlaubt sein, mit seinem TESLA die Kölner Spiel- und Bolzplätze zu befahren. Dafür darf aber Oma Hertha mit der Flasche Melissengeist in der Handtasche ihre Enkelin nicht mehr auf den Spielplatz begleiten.

Tatsächlich macht das ganze Teil den Eindruck, dass es zum Einen der Rücknahme der vor zwei Jahren gemachten Kompromisse dient und zum Anderen der seit Silvester allgegenwärtigen Hyperaktivität um vermeintliche Sicherheit weiteren Ausdruck verleiht.
CDU, FDP und Grüne sind entweder der Verwaltung aufgesessen oder sie nutzen es, um den Kölner*innen ihre willkürlichen Fesseln und Vorstellungen vom Leben in der Stadt aufzudrücken. Da wundert es schon, dass man nicht gleich auch den kommunalen Veggieday mit eingeführt hat.

Sich die ganze Stadtordnung hier Punkt für Punkt vorzunehmen, ist nicht meine Aufgabe, aber drei bis zwei der widersinnigsten Punkte aufzugreifen, das ist mir beinahe eine Freude.

Beginnen wir mit Herrn Houbens Tesla. Der Tesla ist ein Elektroauto und sowohl die alte Fassung der Stadtordnung, als auch die Neufassung und der jamaikanische Änderungsantrag beinhalten unter § 25 den Passus: „Auf öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen sind das Befahren mit verbrennungsmotorbetriebenen Kfz verboten.“ Das Befahren mit elektromotorbetriebenen Kfz aber eben nicht.
Was soll der Quatsch, dass man sich überall für Elektromobilität stark macht, dann aber nicht über die Folgen nachdenkt, dass jeder mit seinem Elektrosmart Wettrennen auf dem Bolzplatz machen darf?

Bleiben wir auf den Spiel- und Bolzplätzen und beobachten Heinz und Hertha Hasenjäger nach ihrer Rückkehr vom Einkaufen mit ihren Enkeln Kirsten und Bernd:
„Heinz, kannst Du mit Kirsten auf den Spielplatz gehen? Ich hab‘ die Flasche Mellissengeist in der Handtasche.“
„Tut mir leid, Hertha. Ich hab mir doch gerade die Packung Underberg gekauft und hab die in der Rocktasche.“
„Oma, ich will rutschen!“
„Opa, ich will schaukeln!“
„Das tut uns leid Kinder, wenn wir mit Euch auf den Spielplatz gehen, dann verstoßen wir gegen die von CDU, FDP und Grünen beschlossene Stadtordnung.“

Das da oben ist noch Fantasie, aber nicht mehr in Zukunft, denn in der neuen Stadtordnung steht unter § 25 eben auch: „Auf öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen sind der Konsum und das Mitführen von alkoholischen Getränken verboten.“
Ob Opa Heinz den kleinen Revolutionär raushängen lässt und sich vielleicht sogar einen Bonekamp auf dem Spielplatz zwitschert und ob das Ordnungsamt völlig willkürlich Oma Hertha nicht bestraft, dass wird die Zukunft zeigen. Ich behalte die zwei mal im Auge.

schildaDabei ist jetzt schon klar, dass weder für die Verwaltung noch für die mächtigen drei –  sorry die drei Parteien CDU, FDP und Grüne Alkohol eine Droge ist. Durchgängig durch die Stadtordnung und den Änderungsantrag heißt es wahlweise: „Alkohol und Drogen“,   „Alkohol oder Drogen“ und nicht zuletzt „Alkohol und/oder Drogen“.
Wer Alkohol NICHT als Droge einstuft, der darf für strengere Gesetze nun wahrlich weder Jugend- noch Kinderschutz vorschieben, sondern sich erstmal schlau machen.
Alkohol ist eine seit Jahrhunderten etablierte Droge, die nicht verboten ist, obwohl sie für eine Vielzahl von Toten und Abhängigen verantwortlich ist. Alkohol ist nicht nur die Volksdroge Nr. 1, sondern auch der Topstar der Partydrogen. Als Droge mit dem insgesamt größten Schadenspotenzial wurde Alkohol mit einer Bewertung von 72 von 100 Punkten identifiziert, gefolgt von Heroin (55) und Crack (54). Das hohe Schadenspotenzial von Alkohol lässt sich vermutlich teilweise mit der leichten Verfügbarkeit und dem weit verbreiteten und gesellschaftlich tolerierten Konsum erklären und Jamaika nickt das auch noch ab. Ob die Entscheidungsträger der drei Parteien, diesen Beschluss bei einem Glas Rotwein oder einer Apfelsaftschorle trafen, ist bisher noch nicht bekannt. Ich persönlich denke, dass der Entscheidungsort der nächstgelegene Glühweinstand war.

Bevor ich mich jetzt weiter aufrege und darüber nachdenke, ob ein Dudelsack ohne Verstärker auf der Hohe Straße nicht mehr stört, als ein Gitarrenspieler mit Miniverstärker auf der zugigen Domplatte, trinke ich mir lieber einen Kinderpunsch

natürlich mit Amaretto 😉

 

natürlich alkoholfrei 🙂

 

L A T Ü R N I C H

 

 

Fluchtspuren verfolgen

0Wie ist es Heimat, Familie und Freunde verlassen zu müssen? Welche Hoffnungen und Sehnsüchte verleiten dazu, diese Schritte zu tun? Welche Sorgen und Ängste lassen einen stolpern und straucheln? Welche Gedanken lassen einen immer wieder aufstehen und beflügeln dazu, alle Hindernisse und Grenzen zu überwinden? Und wie fühlt es sich an, in Deutschland anzukommen? In „DORTHIN WO MILCH UND HONIG FLIESSEN“ erzählen vier Flüchtlinge ihre Geschichten, lassen an ihren Erinnerungen teilhaben und führen dabei durch Kalk – ein Viertel, dem die Erfahrungen von Flucht und Migration quasi eingeschrieben sind.   Charlott Dahmen und Karin Frommhagen haben die Produktion im Auftrag von Engagement Global entwickelt, um das omnipräsente Thema Flucht ein Stück begreifbarer zu machen. Die Bühne dafür ist ein ganzer Stadtteil in Köln. Via Audioguide leitet einer von vier Flüchtlingen aus Afghanistan, dem Irak, Somalia oder Syrien den Theatergänger durch Kalk und lässt ihn an seiner Geschichte teilhaben. Mit der Stimme im Ohr folgen die Besucher den Spuren seiner Flucht – nur der Flüchtling kennt den Weg durch das Viertel… Alle müssen ihren Weg alleine gehen – sind unsicher, auf sich gestellt, verlaufen sich vielleicht, fremd in diesem Stadtteil. Erst am Ende der gut zweistündigen Fußreise treffen sich alle in einem türkischen Café, wo sie ihre Eindrücke und Erfahrungen austauschen können.

Neben den professionellen Schauspielern, die in verschiedene Rollen schlüpfen und an verschiedenen Orten Teil der Geschichte werden, sind auch Menschen aus dem Stadtteil wichtige Protagonisten. Gleichzeitig spielen Orte des täglichen Lebens im Stadtteil eine wichtige Rolle – Moscheen, ein marokkanisches Café, die Flüchtlingsberatung… Kunst und Realität schieben sich ineinander und ermöglichen so eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht. Die Hauptrolle spielen dabei stets die Flüchtlinge, die man zwar nicht sieht, aber deren Schicksale den einzelnen Menschen in der un(be)greifbaren Flüchtlingswelle erkennen lassen.

  • Mit Azizè Flittner, Katrin Nowak, Anas Ouriaghli, Tomasso Tessitori
  • Künstlerische Leitung & Produktionsleitung Charlott Dahmen & Karin Frommhagen 
  • Text & Dramaturgie Rosi Ulrich & Ensemble
  • Sprecherinnen & Sprecher Ralf Peters, Agnes Pollner, Tom Raczko, Nika Wanderer
  • Audioproduktion Ralph Lennartz Djoze & Tablas Bassem Hawar
  • Ausstattung Trixy Royeck & Ruth Spätling
  • Produktionsassistenz Dominique Tauch
  • Kommunikationsdesign Ute Brachwitz PR neurohr & andrä

Beteiligte Akteurinnen und Akteure aus dem Stadtteil Köln-Kalk:

Premiere in Köln
3. Mai 2016, 17.30 Uhr

Weitere Aufführungen
4., 6., 10. und 18. Mai 2016, jeweils 17.30 Uhr
sowie 14. Mai 2016, 12.00 Uhr

Startpunkt
Parkhaus »Altes Heizkraftwerk«, Oberstes Parkdeck, Dillenburger Str. 72, 51105 Köln

Spieldauer
ca. 120 Minuten / bei jeder Witterung / festes Schuhwerk empfohlen

Eintritt: 15 Euro / ermäßigt 8 Euro. Der Eintritt geht als Spende an die Präventions- und Hilfsinitiative 180°-Wende.

Karten-VVK
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KÖLNTICKET-HOTLINE : 0221-2801 

Im heutigen (25.08.2015) Ausschuss Kunst und Kultur legte die Verwaltung eine Mitteilung zu den Hallen Kalk vor, die am 27.08.2015 auch die Bezirksvertretung Kalk erhalten wird. Darin werden konstruktive Möglichkeiten für ein weiteres Verfahren dargelegt.

Außenkran an den ehemaligen KHD-Hallen in Köln-Kalk

Außenkran an den ehemaligen KHD-Hallen in Köln-Kalk

Im April hatte die Fraktion DIE LINKE. in der Bezirksvertretung Kalk einen Aenderungsantrag zu einem SPD-Antrag eingebracht. Damit wurde dort folgender Punkt 0 eingefügt und beschlossen:

Die Verwaltung möge prüfen, mit welchen Maßnahmen, die sich im Bereich des Zumutbaren befinden der Erhalt der Hallen zu sichern ist. Hierbei heißt eine angebliche Nichtfinanzierbarkeit nach geltender Rechtsprechung ja nicht automatisch, dass einem die Erhaltung eines Denkmals nicht zugemutet werden darf.

Der Ausschuss für Kunst und Kultur hatte daraufhin in seiner Sitzung vom 28.04.2015 ein Moratorium des be-
absichtigten Abrissantrages für die Hallen Kalk beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, Alter-
nativen zum Abriss zu prüfen. Der Abrissantrag wurde daher nicht gestellt. (Machbarkeitsstudie für Kalker Hallen)

Dem politischen Willen und Auftrag folgend, wurde die Verwaltung insofern tätig, dass man die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke Köln GmbH und der Stadt Köln „moderne stadt“ – Gesellschaft zur Förderung des Städtebaus und der Gemeindeentwicklung mbH beauftragte, erste konzeptionell Überlegungen entsprechend der Vorgaben aus den Sitzungen zu entwickeln.

Die Ergebnisse liegen nun vor und können im Einzelnen in der oben erwähnten Mitteilung nachgelesen werden. Die Kölnische Rundschau fast es in einem kurzen Artikel recht gut zusammen:

„Bei der ersten Variante soll betrachtet werden, wie unter Einbeziehung der Entwicklungen im Kultur- und Eventbereich sowie der veränderten Lebens- und Arbeitswelt die Nutzung der Hallen einen Beitrag zu einer neuen Standortqualität leisten können. Diese Variante ist aus Sicht der Verwaltung sehr aufwendig, weil mehrere Fachleute einbezogen und koordiniert werden müssten. Die Kosten und die Wirtschaftlichkeit der Nutzung seien darüber hinaus nicht abzusehen.

Die zweite Variante ist eine bautechnische Machbarkeitsstudie, für die aber ein konkretes Raum- und Funktionsprogramm Voraussetzung wäre, das es noch nicht gibt.

In einer dritten Variante müsste die Stadt die denkmalgeschützten Hallen verkaufen, damit ein privater Investor ein tragfähiges Konzept entwickeln kann. Bei diesem Verfahren sind Projektentwickler, Investoren, Kulturmanager und auch Privatleute angesprochen. Die Verwaltung will die Varianten prüfen und Vorschläge machen.“

heißt es dort.

Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass es angeblich kein Raum- und Funktionsprogramm gibt. Immerhin will das Schauspiel die Halle Kalk zumindest während des Interims weiter bespielen und für die anderen beiden Hallen gibt es einen gültigen Vertrag mit der Stiftung Ludwig, worauf die Verwaltung selbst ausdrücklich verweist!

Zitat: Die Einhaltung des Vertrages mit der Stiftung Ludwig steht für die Stadt Köln an oberster Stelle.

Daraus kann eigentlich nur gefolgert werden, dass die Kalker Hallen ihre angedachten Funktionen behalten beziehungsweis wieder erhalten sollen. Das wäre auch ein schönes Geschenk zum 20. Todestag von Stifter Peter Ludwig im kommenden Jahr.

Noch vor wenigen Wochen stand der Abriss der ehemaligen KHD-Hallen in Köln-Kalk fest.  Mittlerweile stehen die nicht anfallenden Abrisskosten als Einsparung im verabschiedeten Haushaltsentwurf. Was ist geschehen? Sind die Hallen jetzt gerettet?6_PJ1506_HalleKalk

Die zweite Frage lässt sich mit einem „vorübergehend“ beantworten. Die Antwort auf die erste Frage ist kurz: „viel!“
Im April fragte ich noch: „Wieviel Schutz bietet der Denkmalschutz?“ und mittlerweile steht die Einrichtung einer „dezernatsübergreifende Projektgruppe zum Erhalt der Kalker Hallen“ bevor. Doch das kommt nicht von ungefähr, denn auch Dezernenten, die eine Anweisung zum Abriss gaben, können offen für Argumente und Engagement sein – gerade, wenn sich Politik und Gesellschaft einig sind.
Seit Anfang an stellen DIE LINKE im Kulturausschuss und seinen Unterausschüssen und DIE LINKE in der BV Kalk in enger Absprache miteinander bohrende Anfragen und Anträge zum Erhalt der Hallen. Auch bei den anderen Fraktionen ist die Einsicht (bei der Kalker CDU mittlerweile) vorhanden, dass die Hallen zu erhalten und zu nutzen seien. Engagierte Bürger schließen sich zu einer Bürgerinitiative zusammen und veranstalten Spaziergänge und Workshops, in denen sie Nutzungs- und Umsetzungsideen sammeln und diskutieren. Vereine wie das „Haus der Architektur Köln“ oder der „Rheinische Industriekultur e.V.“ organisieren Referate zu Erhaltungs- und Nachnutzungsmöglichkeiten.

Das alles führt dazu, dass sich die Beigeordneten Frau Laugwitz-Aulbach (Kunst und Kultur), Frau Berg (Wirtschaft und Liegenschaften) und Herrn Höing (Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr) unter Beteiligung des Stadtkonservators Dr. Werner zu einer Diskussion treffen und gemeinsam zu dem Ergebnis kommen, dass sie eine Machbarkeitsstudie beauftragen und eine dezernatsübergreifende Projektgruppe bilden.

Wir warten ohne Ungeduld auf die Ergebnisse.