Archiv für die Kategorie ‘Kommunalwahl 2014’

ich habe kurz überlegt, dass es eigentlich völlig bescheuert ist, dass ich VOR der Wahl, also IM Wahlkampf etwas gegen den Lieblingsverein der Kölner*innen schreibe. wwwwAuch wenn es den alten Spruch gibt: „Wer vor der Wahl die Wahrheit sagt, will nicht gewählt werden.“ – was mich beschäftigt, muss raus.

Also raus damit.

Es ist ungefähr ein Jahr her als durch die Presselandschaft der Versuch des
1. FC Köln geisterte sich dafür bezahlen zu lassen, dass er im städtischen Fußballstadion in Köln-Müngersdorf spielt.

Heraus kam ein neuer Kontrakt, der bis 2024 läuft. Statt 3,48 Millionen € in Liga 2 zahlt der Klub nun rückwirkend ab 2013 nur noch 1,8 Millionen €. Beim Aufstieg sind jetzt statt der ursprünglichen 6,88 Mio € bis zu acht Millionen fällig.“ (Quelle: Express von Januar) man beachte das „bis zu“!

Der Kölner Stadtanzeiger veröffentlichte ähnliche Zahlen (hier 7,9 Millionen €).

fcHeute war der Vereinszeitung EXPRESS (das ist Ironie) zu entnehmen, dass der 1. FC Köln vom städtischen Energieversorger Rheinenergie pro Saison rund 3,5 Millionen erhalten soll. Die in sportlichen Dingen oft gut informierte Kölner BILD schreibt gar von 5 Millionen. Der 1, FC Köln soll dieses Geld dafür erhalten, dass das Stadion das er bei der Stadt Köln für „bis zu“ 7,9 Millionen Euro angemietet hat, weiterhin den Namen „Rheinenergie-Stadion“ trägt.

Da sowohl das Energieunternehmen als auch der Vermieter, die Sportstätten GmbH mehr oder weniger städtische Unternehmen sind, zahlt sich also die Stadt aus der einen Kasse in die andere Kasse mal eben 5 Millionen Euro und der 1. FC Köln hat für nicht mal 3 Millionen jährlich ein Top-Stadion zur Verfügung. Möglich nur weil er Geld dafür bekommt, dass er die Namensrechte am Eigentum anderer meistbietend verhökert.

Warum ich mich aber wirklich aufrege ist folgendes:

Der Namensgeber, die Rheinenergie stopft hier Millionen in den Profisport die sie aus den Strom- und Gasrechnungen ihrer Kunden zieht.

Beispiel:

Vorausgesetzt jede Kölner*in ist Rheinenergiekunde, dann zahlt jeder Kölner über seine Stromrechnung 5 Euro jährlich an den 1. FC Köln, egal ob er ein Säugling. Fc-Fan oder Bayer –Anhänger ist.

Dass die Rheinenergie den Menschen dafür auch noch hauptsächlich Atom- und Kohlestrom verkauft, ist ebenso ein Aufreger, hat aber mit dem 1. FC Köln erstmal nix zu tun.

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dieser Artikel wurde geschrieben und erscheint auch in der „Köln Links“ KL

 

Angeblich war die Stadt ja mal der Ort, wo die Einwohner glücklich waren endlich keine Feldarbeit mehr leisten zu müssen. Allerdings zogen mit den Menschen auch Pflanzen und Tiere in die Stadt. Nach dem Alpenveilchen im Schlafzimmer und dem Weihnachtsstern im Wohnzimmer verwandelten sich immer mehr Balkone in wahre Blütenmeere. Kräutertöpfe zogen in die Küchen; Tomate, Paprika, Gurke und Kartoffeln auf Terrassen und Balkons. Hier und da findet man sogar einen Zwergobstbaum.

Mittlerweile stehen Kübel, Kisten, Kästen und Hochbeete auch auf Brachflächen und vor dem Schauspiel, wo sie von den vielfältigsten Initiativen gepflegt werden. Das nennt man neudeutsch „urban gardening“, also städtischer Gartenbau. Der muss sich nicht auf Kübelgärten beschränken, sondern ist eigentlich die meist kleinräumige gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten.

Urbaner Gartenbau erlebt in den letzten Jahren aus verschiedensten Gründen wachsendes Interesse. Diese Sonderform des Gärtnerns gewinnt aufgrund des städtischen Bevölkerungswachstums und gleichzeitiger Verringerung landwirtschaftlicher Anbauflächen mittlerweile auch für die Armutsbekämpfung an Bedeutung.

Urban gardening ist also längst mehr als bloß eine Sommerlaune der Wohlstandsjugend. In den urbanen Hochbeeten gedeiht neben dem Gemüse auch ein kultureller Wandel. Hier ist der Mensch kein User, sondern Mensch. Er buddelt selbst, erntet selbst, spürt dieses Selbst, wenn ihn die Brennnesseln stechen oder abends das Kreuz zwickt.

DIE LINKE möchte in der Stadt lieber Schilder sehen auf denen steht: „Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“. Es ist ihr Ziel, das öffentliche Grün zur „essbaren Stadt“ zu machen. Nach dem Willen der LINKEN sieht Köln in Zukunft so aus: Die Stadt lässt durch das bestehende Netzwerk urbanes Grün in Köln überall, wo es möglich und sinnvoll ist, Gemüse, Obst und Kräuter anbauen oder pflanzt dieses selbst. Ob Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Jeder darf sich bedienen!

So werden öffentlichen Parks, Beete, Brachen und Grünanlagen zum Garten für die Menschen. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt und steigern die Wertschätzung für regionale Lebensmittel. Ob jäten oder ernten: Jeder darf und soll mitmachen. Neben Kohl und Salat gedeiht auch das soziale Vertrauen.

Der Sinn des öffentlichen Raums verschiebt sich wieder hin zu seiner Bestimmung. Die Stadt gehört uns! Da das so ist, gibt es um die öffentlichen Obst- und Gemüsebeete keine Zäune. Es gehört zum Risiko und Reiz der essbaren Stadt, dass sie sich nicht abschirmt wie ein Kleingarten. Sie gehört uns allen und niemandem. Wir Bewohner sind die Besitzer.

Wir werden uns in den Beeten bei der Pflege und bei der Ernte treffen. Wir werden wieder eine Gemeinschaft und fördern gleichzeitig Natur und Umwelt. Ein schöner Nebeneffekt: Wir entlasten unsere Kasse.

Politiker lieben das Wort „zeitnah“, weil es gebildet klingt, auch wenn es in Wahrheit genauso unpräzise ist wie „bald“ oder „demnächst“. Noch im letzten Jahrhundert führte „zeitnah“ ein eher unscheinbares Dasein im Wirtschafts- und Bankenjargon. Der Berliner Bürgermeister Eberhard Diepgen verhalf ihm im Jahre 2001 zum gesellschaftlichen Durchbruch. Die Frage nach dem Zeitpunkt des Rücktritts des CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Landowsky beantwortete Diepgen mit den Worten: „Die Entscheidung wird zeitnah folgen.“

Seitdem hat die Verwendung des Wortes „zeitnah“ bei Politikern und in den Medien sprunghaft zugenommen. Immer wieder hört und liest man von „zeitnahen Lösungen“ und „zeitnahen Umsetzungen“, und die Bahn verspricht „zeitnahe Auskünfte über Verspätungen und Anschlussmöglichkeiten“. Ob Politiker ihren ungeduldig wartenden Kindern wohl auch erklären, Weihnachten sei zeitnah? Dabei ist die Definition von „zeitnah“ offenbar sehr dehnbar; sie reicht von „jüngst“ bis „bald“. Gerade im Feuilleton wird „zeitnah“ gern anstelle von „aktuell“ gebraucht. Da ist von „zeitnahen Themen“ die Rede oder von „zeitnaher Literatur“. Damit sind nicht die Themen und Bücher der nahen Zukunft gemeint, sondern die der Gegenwart.

Manchen ist dieses Wort schon so lieb geworden, dass sie ihm eigene Regeln andichten, zum Beispiel bei der Steigerung: „Der zeitnaheste Termin, den ich Ihnen anbieten kann, ist in vier Wochen“, erfuhr ich von der Sprechstundenhilfe meines Zahnarztes. Warum nicht einfach „der nächste“ ….?

Quelle: Zwiebelfisch

aus Anlass der Zusage: „ich ersetze das zeitnah

ich habe mich sehr gefreut, dass der Arbeitskreis Umwelt zur Mitgliederversammlung am 22.02.2014 einen Änderungsantrag zum Kommunalwahlprogramm der LINKE. Köln eingebracht hatte, der ziemlich kurz und knapp ein generelles Nachtflugverbot am Verkehrsflughafen Köln-Bonn in Köln-Wahn fordert.

Im Wortlaut heißt der von Dieter Koberg (Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Grün) Antrag wie folgt:

Ersetze den Abschnitt zum Flughafen Köln-Bonn – in der Fassung des Antragshefts die Zeilen 789 – 796 – durch den folgenden Text:

Die LINKE fordert ein generelles Nachtflugverbot am Flughafen Köln-Bonn, denn Gesundheit hat Vorrang vor – eventuell sogar nur vorgeschobenen – wirtschaftlichen Überlegungen

Bei der Abstimmung erhielt diese Fassung eine umkämpfte aber deutliche Mehrheit unter den anwesenden Mitgliedern. Damit kann ich jetzt ziemlich glaubwürdig in meinen Wahlkampf zur Kommunalwahl ziehen. Man kann mich am 25. Mai über die Liste in die Kalker Bezirksvertretung wählen und als Direktkandidat für Ostheim und Neubrück im Wahlkreis 45 auch in den Rat der Stadt Köln.

nachtflugverbot