„Gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“: Diese Weisheit trifft auch auf Weichenstellungen in der Umweltpolitik zu. Denn allzu oft entfalten diese Nebenwirkungen, die ihrem eigentlichen Zweck sogar völlig zuwiderlaufen können. Eine aktuelle Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental Research Letters widmet sich diesem drängenden Problem. Inhaltlich konzipiert wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Bonn mit internationalen Partnern.

Bioplastik: das klingt grün, nachhaltig und umweltfreundlich. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Kunststoffe aus Mais, Weizen oder Zuckerrohr grundsätzlich nahezu klimaneutral. Außerdem schonen sie die schwindenden Erdöl-Vorkommen. Und dennoch könnte eine konsequente Umstellung von herkömmlichem Plastik auf die Öko-Alternative für die Umwelt eine schlechte Nachricht sein – zumindest beim heutigen Stand der Technik. Denn irgendwo müssen die pflanzlichen Ausgangsstoffe schließlich herkommen. Als Konsequenz würden vermutlich vermehrt Waldflächen zu Ackerland umgewandelt. Wälder binden aber erheblich mehr Kohlendioxid als etwa Mais oder Zuckerrohr – alles in allem kein guter Deal für das Weltklima, von anderen Konsequenzen wie steigenden Nahrungsmittelpreisen ganz zu schweigen.

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Die Grafik zeigt den Flächenverbrauch der EU außerhalb ihrer Grenzen für den Anbau von Pflanzen, die
© Martin Bruckner et al 2019 Environ. Res. Lett. 14 045011 doi: https://doi.org/10.1088/1748-9326/ab07f5

In der Spezialausgabe der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ finden sich eine Reihe derartiger Beispiele. Sie zeigen, dass die Rezepte gegen Klimawandel und Umweltzerstörung oft nicht so einfach funktionieren, wie sie am Reißbrett geplant wurden. „Es ist daher wichtig, die möglichen unerwünschten Folgen bereits im Vorfeld abzuschätzen und gegebenenfalls schnell die Reißleine zu ziehen“, betont Dr. Jan Börner, der an der Universität Bonn die Professur für Ökonomik Nachhaltiger Landnutzung und Bioökonomie bekleidet. „Dazu müssen wir besser verstehen, wie solche so genannten Spillover-Effekte entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Unser Sammelband soll dazu einen Beitrag leisten.“

Computermodelle als Entscheidungshilfe

Doch die Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind komplex. Eine wichtige Entscheidungshilfe vor der Umsetzung politischer Maßnahmen sind daher Computermodelle: Sie erlauben zwar nicht die exakte Vorhersage, welche Konsequenzen eintreten werden. „Dazu ist ihre Treffsicherheit zu gering“, erklärt Börner. „Im Gegensatz etwa zu physikalischen Simulationen spielen in Systemen mit menschlichen Akteuren psychologische und soziologische Faktoren eine große Rolle. Und die lassen sich einfach schlecht prognostizieren.“ Immerhin können Politik-Simulationen aber aufzeigen, welche Folgen eine umweltpolitische Entscheidung haben könnte. Und damit zum Beispiel Anstöße geben, durch welche flankierenden Maßnahmen sich unerwünschte Nebenwirkungen am besten reduzieren ließen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich dabei oft um Fernwirkungen handelt: Die Entscheidung, fossile gegen biogene Rohstoffe auszutauschen, wirkt sich zwar positiv auf die deutsche Kohlendioxid-Bilanz aus. Sie sorgt aber gleichzeitig dafür, dass Deutschland mehr Biomasse importieren muss und dass daher in Regionen wie Südamerika und Südostasien zusätzliche Waldflächen der Landwirtschaft geopfert werden. Durch derartige Effekte hat sich der ökologische Fußabdruck, den die EU durch ihre Importe in anderen Ländern generiert, in den letzten Jahren messbar vergrößert, zeigt eine Studie in der Sonderausgabe. Meist entstehen diese ökologischen Kosten zudem in Ländern mit einer schwachen Umwelt-Gesetzgebung. Dadurch ist die Netto-Wirkung einer solchen Politik umso verheerender.

Prof. Börner fordert daher auch eine Stärkung der Nachhaltigkeitsrichtlinien in internationalen Abkommen. „Wir müssen auf globaler Ebene diskutieren, wo es sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht effizient ist, bestimmte Produkte herzustellen“, sagt er. „Wenn dadurch in manchen Regionen Märkte wegbrechen, müssen wir zudem über geeignete Kompensationsmechanismen nachdenken.“ Der sich momentan abzeichnende Trend zu bilateralen Abkommen sei aus dieser Sicht wenig hilfreich. „Wir benötigen internationale Umwelt- und Handelsabkommen, zu denen sich möglichst viele Akteure verpflichten.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jan Börner
Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik
Universität Bonn
Tel. 0228/733548
E-Mail: jborner@uni-bonn.de


Originalpublikation:

Focus on Leakage: Informing Land-Use Governance in a Tele-Coupled World; Environmental Research Letters; https://iopscience.iop.org/journal/1748-9326/page/Leakage-Land-Use

Neubrück statt Rathaus

Veröffentlicht: 18. März 2020 in Persönliches

Seit Dienstag 17.03.2020 befinde ich mich nach Beschluss unserer Büroteambesprechung in Heimarbeit, da ich durch Grunderkrankung zur Risikogruppe gehöre. Danke an Chefs und Kolleginnen für dieses Verständnis.
Es ist für mich eine neue Erfahrung, aber der erste Tag hat relativ gut funktioniert. Über Handy, Tablet und Laptop (das der Fraktion) kann ich meine Arbeit gut erledigen. In Facebook teilte ich ein Foto, dass mich an meinem neu eingerichteten Heimarbeitsplatz zeigt. Darauf erhielt ich mehr Reaktionen, als auf die meisten je geteilter Inhalte meiner Privatchronik.
Die ersten Probleme mit Einloggen ins Stadtsystem und nicht vermeidbaren Missverständnissen bei Mail-Kontakten tauchen auf. Auch der Hund versteht nicht, warum ich hier bin und nicht mit ihm spielen oder kuscheln möchte. Aber wenn sie (ist ein Weibchen) jetzt schläft, dann neben mir auf der Eckbank in der Essecke, wo mein Heimbüro eingezogen ist.
Selbstdisziplin nicht zu viel zu rauchen, ist gerade meine größte Herausforderung und dass ich möglichst viel protokollieren muss, was ich so tue, weil … naja, weil wir auch das beschlossen haben.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein CSU-Minister die Massenüberwachung einfordert.

Wir statten die Kommunen mit Systemen aus, damit sie Kontrollen über Kennzeichen machen können – wie bei der Maut und den Lkw„, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montag bei einem Kongress der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Berlin.

Nach Scheuers Worten soll das Kennzeichen des Autos und das Gesicht der Fahrer*in  fotografiert werden, wenn sie in eine Verbotszone hineinfahren.

Wohlgemerkt JEDES Kennzeichen und das Gesicht JEDER Fahrer*in egal ob im Stinkediesel oder im Elektroauto!

Angeblich würden die Fotos unmittelbar nach dem Abgleich gelöscht. Allerdings kann so ein Abgleich angeblich bis zu 6 Monate dauern. Dass die erfassten Kennzeichen gelöscht würden, ist nicht bekannt. Ich kann den wirtschaftsliberalen Schaumschläger Lindner von der FDP nicht ausstehen, aber wenn er sagt: „Der nächste Schritt ist die Anlage von Bewegungsprofilen unbescholtener Menschen“, dann muss ich ihm zustimmen.

Auch die Mautaufnahmen werden angeblich gelöscht und sobald es zu einer Fahndung kommt, kommt es auch zu dem Ruf, dass doch diese Daten bitte auch den Kriminalbehörden zur Verfügung zu stellen seien. Meist heißt es dann: „Es kann doch nicht sein, dass wir Aufnahmen des Täters haben und wissen wohin er sich bewegt und müssen ihn aus Datenschutzgründen laufen lassen.“

Ich gehe jede Wette ein, dass dieser Ruf in jeder Stadt ebenfalls sofort erschallen wird, wenn dort beispielsweise ein Sattelschlepper durch den Weihnachtsmarkt brettert.

Diese Totalüberwachung ließe sich relativ einfach verhindern. Verkehrsminister und Kraftfahrtbundesamt müssten nur ihren Druck auf die Automobilindustrie erhöhen, endlich ihre Verkaufsversprechen einzulösen. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, denn auch die Deutsche Telekom AG wurde verpflichtet ihre Aktionäre zu entschädigen, weil in ihrem Verkaufsprospekt die Angaben nicht ganz korrekt waren. Genau so war und ist es bei den Autobauern. Es wurde den Menschen etwas anderes verkauft als angeboten. Überspitzt gesagt ist das so, als ob Sie sich bei Amazon eine Federkernmatratze bestellten und einen Strohsack geliefert bekämen. Natürlich ginge der Strohsack postwendend zurück und wenn ich mir bei Yamaha ein Moped bestelle, dann will ich keine Orgel bekommen. Big Mac bestellt und Chicken Nuggets erhalten? – So nicht Ronald. Sie sehen, das geht überall, nur nicht bei der heiligen Kuh, der deutschen Autoindustrie?

Tja und da könnte man auf verschiedene Ideen kommen, warum das so ist. Stehen etwa die Autokonzerne auf der Spenderliste der Parteien? Arbeiten eventuell Mitarbeiter*innen der Autoindustrie in den Ministerien? Oder ist der Autobetrug ein ganz geschickter Schachzug, der nun die Totalüberwachung der Autofahrer*innen einfach notwendig macht?  Immerhin werden die Fahrgäste des ÖPNV bereits auf Bahnsteigen und in Fahrzeugen gefilmt, warum denn dann bitte nicht die Autofahrer*innen?

Da darf man doch schon gespannt sein, was sich die passionierten Volksüberwacher als nächstes einfallen lassen, damit auch Radfahrer*innen und Fußgänger*innen besser überwacht und aufgezeichnet werden können. Hey, ich hätte da eine Idee, lasst Euch doch die Steuern von Facebook, Google, Apple und Amazon einfach in Daten bezahlen. Dann habt Ihr mehr, als Ihr je verarbeiten könntet.

 

Geht doch!

Veröffentlicht: 11. Oktober 2018 in Für Sie gelesen, Politik, Stadtentwicklung, Umwelt

Umweltbundesamt legt Grundzüge einer Fußverkehrsstrategie vor

Über ein Fünftel aller Wege werden in Deutschland ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Zu Fuß gehen ist emissionsfrei, leise und braucht wenig Platz. Das Umweltbundesamt (UBA) will den Fußverkehr weiter stärken und hat nun Grundzüge für eine bundesweite Fußverkehrsstrategie vorgestellt. Die Ziele sind: Mehr Menschen legen mehr Wege zu Fuß zurück, der Fußverkehr wird sicherer und barrierefrei, das Thema wird mit festen Zuständigkeiten in Verwaltungen von Bund, Ländern sowie Kommunen verankert und die Aufenthaltsqualität für zu Fuß-Gehende steigt. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: Fußgängerinnen und Fußgänger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitik. Dabei ist Gehen die natürlichste und grundlegendste Form der Mobilität. Unser Konzept zeigt, wie wir den Fußverkehr stärken können – für mehr Umweltschutz und lebenswertere Städte. Wir brauchen eine bundesweite Strategie zum Fußverkehr, wie es sie bereits in mehreren europäischen Ländern gibt.“

cover_2018-09-24_texte_75-2018_geht-doch_v3Wer läuft, hat in Deutschland oft unter Abgasen, Lärm und Enge zu leiden und ist stark unfallgefährdet: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Verkehrstoten innerorts waren zu Fuß unterwegs. Zudem ist das Potenzial des Fußverkehrs längst noch nicht ausgeschöpft. Ein Fünftel aller Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, ist kürzer als zwei Kilometer. Die meisten dieser Wege könnten problemlos zu Fuß zurückgelegt werden.

Um zu Fuß gehen attraktiver zu machen, hat das Umweltbundesamt verschiedene Vorschläge entwickelt: beispielsweise die Verankerung der fußläufigen Erreichbarkeit im Planungsrecht, die Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts, Erhöhung der Bußgelder für fußgängerfeindliches Verhalten oder die Festlegung baulicher Mindeststandards für Fußwege oder Ampelschaltungsphasen, bei denen die Zu-Fuß-Gehenden nicht das Nachsehen haben. Forschungsprogramme und Förderinstrumente der Bundesressorts Verkehr, Bau, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Forschung sollten gezielt mehr Projekte zum Ausbau und zur Förderung des Fußverkehrs aufnehmen. Der Fußverkehr ist ein Querschnittsthema und interministerielle Aufgabe vieler Ressorts. Eine bundesweite Fußverkehrsstrategie könnte deutlich machen: Qualitäten liegen nicht nur in der Fortbewegung selbst, sondern zusätzlich im Aufenthalt und sozialen Miteinander.

Als konkrete Zielvorgabe auf Bundesebene für 2030 wäre die Steigerung des Fußverkehrsanteils an den Wegen der Deutschen um die Hälfte sinnvoll: von derzeit durchschnittlich 27 Prozent in Kernstädten auf 41 Prozent und von durchschnittlich 23 Prozent in ländlichen Kreisen auf 35 Prozent bis 2030.

Das europäische Ausland hat die Bedeutung des Fußverkehrs längst erkannt. Länder wie Österreich, Schottland und Wales sowie Finnland und Norwegen fördern den Fußverkehr durch nationale Fußverkehrsstrategien. Eine bundesweite Strategie kann dazu beitragen, den maßgeblich für den Fußverkehr zuständigen Kommunen von Seite des Bundes in ihren Aufgaben zu helfen.

Das Papier „Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ wird auf dem 2. Deutschen Fußverkehrskongress am 12. Oktober 2018 öffentlich vorgestellt und in einem Zukunftsgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder und Kommunen diskutiert werden.

Weitere Informationen:

2. Deutscher Fußverkehrskongress am 11. und 12. Oktober 2018 in Berlin
Geht doch!“ ist das Motto des Kongresses, bei dem sich zwei Tage lang alles um das Thema Fußverkehr drehen wird. Das Umweltbundesamt (UBA) lädt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der Bergische Universität Wuppertal und dem Gastgeberland Berlin ein. Erwartet werden über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verwaltung, Planung und Wissenschaft sowie Politikerinnen und Politiker.

Eine Walk-Parade durch die Berliner Innenstadt soll am Abend des ersten Kongresstages dafür sorgen, öffentlich Aufmerksamkeit für die grundlegendste Art der Fortbewegung zu erzeugen. Start ist am 11.12. um 17 Uhr an der Kalkscheune.

Link zur Kongresswebseite icon

Publikation: Geht doch! icon

Quelle: Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 11.10.2018

Eine Straße – insbesondere mit vielen Anwohnerinnen benennt man nicht einfach aus Lust und Laune um. Wir haben uns aber wegen des bekannten offenen und exponierten Eintretens Heinrich Lerschs für das NS-Regime zum vorliegenden Antrag entschlossen.
Wie in der Begründung bereits schriftlich dargestellt, war Lersch Mitunterzeichner des Treuegelöbnisses „88 deutsche Schriftsteller“ für Hitler im Oktober 1933. Unter den 87 anderen befanden sich auch Gottfried Benn, Rudolf Binding und Leo Weißmantel nach denen in Neubrück ja ebenfalls Straßen benannt sind und deren Umbenennung wir nicht fordern. Das aus gutem Grund.

Wir möchten den genannten nicht nachsagen, dass sie Nazis waren, da es ihnen – wie vielen heutigen AfD-Wählern ging und sie einfach verblendet waren.
• Der überzeugte Katholik Weißmantel wurde später mehrfach von der Gestapo inhaftiert und damit ein Opfer des Regimes, das er anfangs unterstützte.
• Benn brauchte nur 1 Jahr, um sich bewusst zu werden, was hinter den Nazis steckt und distanzierte sich bereits 1934 von diesem Gelöbnis wieder.

Anders dagegen Lersch der 1934 als Erwachsener Mitglied des Deutschen Jungvolk einer Unterorganisation der Hitler-Jugend wurde, dort als Ehren-Jungzugführer Schulungskurse leitete und Vorträge hielt und auch noch das von Goebbels formulierte Manifest „Aufruf der Kulturschaffenden“ unterzeichnete. Dass Lersch Mitglied der SS werden wollte und am 01.08.1935 Mitglied der NSDAP wurde haben wir dargelegt.
Das war zu einer Zeit,
• als Ernst Reuter bereits seines Amtes enthoben und zweimal in KZ-Haft gewesen war,
• als Wilhelm Hausenstein auf Druck der Nazis seinen Job verloren hatte,
• als Hasenclevers Bücher bereits aus den Bibliotheken verbannt und verbrannt waren und er selbst im Exil lebte,
• als man Käthe Kollwitz bereits ihres Amtes enthoben und zum Austritt der Akademie der Künste gezwungen hatte,
• als bereits Oskar Schlemmers Ausstellungen verhindert, seine Bilder vernichtet und er selbst als Kunstbolschewist bezeichnet wurde,
• als Paul Klee bereits als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt wurde und emigriert war,
• als Willi Baumeisters Professur bereits von den Nazis gestrichen worden war.

Den gerade genannten wurde die Ehre zuteil, dass man in Neubrück Straßen nach ihnen benannt hat und schon allein ihnen zum Andenken ist es nicht zumutbar, dass einem Mann, der ihre Verfolgung und Herabwürdigungen offensichtlich unterstützte oder zumindest billigte, die gleiche Ehre zugestanden wurde oder in Zukunft wird.
Um Lersch richtig einordnen zu können, muss man sich leider mit seinem Werk beschäftigen. Dazu gehören auch seine Reden, so schwer es einem überzeugten Linken auch fällt.
Zum Beispiel die „Rede zu Ehren des Führers“, die Lersch 1934 vor einer Versammlung von Arbeitern hielt. Mit viel Pathos pries er Hitler als Führer, der die Deutschen „aus allen Stämmen, blutverbunden“ zusammengeschweißt habe, so dass sie und die „Helden der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei […] das Gigantenwerk unseres Führers“ feiern könnten. Hitler habe die Arbeiter aus der Sklaverei befreit und „seine Hände weisen uns in das Land des Nationalsozialismus“.
So hört sich weder ein Mitläufer noch ein überzeugter Katholik an, so hört sich ein verbaler Brandstifter an, nachdem einfach nichts benannt sein darf.

Punkt 1 des Antrags stand heute (21.06.18) endlich zur Abstimmung und wurde von DIE LINKE, der SPD und den Grünen gegen die Stimmen von CDU und AfD beschlossen.

Es handelt sich hierbei nur um den Prüfauftrag an die Verwaltung, ob die Voraussetzungen für eine Umbenennung gegeben sind.

Sich bereits dem zu verweigern wirft auf die Kalker CDU kein gutes Licht.

wm-spielplan-2018Nach dem großen Erfolg und vielen positiven Rückmeldungen auf den EM-Spielplan 2016, stellt DIE LINKE. Fraktion in der Bezirksvertretung Kalk in diesem Jahr einen WM-Spielplan zum Download, Ausdrucken, Verteilen und Teilen zur Verfügung. DIE LINKE. hofft, dass ihr keine Tippfehler unterlaufen sind, denn während der 64 Spiele werden sich eh einige vertippen.

Download: WM-spielplan-2018 (pdf 1,7MB)

Flüssige erneuerbare Kraft- und Brennstoffe sind für eine weitgehend treibhausgasneutrale Energieversorgung unverzichtbar. Perspektivisch könnten sie zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten und so zu einer zusätzlichen Option für mehr Klimaschutz werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Prognos-Studie.

Verbraucher und wichtige Wirtschaftsbereiche werden auch künftig flüssige Energieträger benötigen“, erklärt Jens Hobohm, Leiter Energiewirtschaft und Studienleiter bei der Prognos AG. Solche Kraft- und Brennstoffe stellen derzeit in Deutschland rund 98 Prozent der Antriebsenergie im Verkehrssektor und etwa 22 Prozent der Heizenergie bereit. Zudem deckt die chemische Industrie hierzulande drei Viertel ihres organischen Rohstoffbedarfs mit Mineralöl. Will Deutschland das klimapolitische Ziel einer 80- bis 95-prozentigen Reduktion der Treibhausgase erreichen, sei es daher entscheidend, flüssige Energieträger wie Kerosin, Benzin oder Diesel zunehmend treibhausgasreduziert herzustellen, so Hobohm. 

Dies ist möglich, indem erneuerbarer Strom mit Hilfe von Elektrolyse-Wasserstoff und Kohlenstoff in einen flüssigen Energieträger (Power-to-Liquid, PtL) umgewandelt wird. Der Kohlenstoff kann zum Beispiel aus der Luft oder aus Biomasse gewonnen werden (Power-and-Biomass-to-Liquid, PBtL). Das ist das Ergebnis der Studie „Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende“, in der zwei Szenarien mit 80 beziehungsweise 95 Prozent Treibhausgasreduktion in Deutschland gegenüber 1990 analysiert werden.

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Bedarf in Deutschland von bis zu 2.500 Petajoule im Jahr 2050

Die Studie zeigt für die einzelnen Verbrauchsbereiche auf, wie mit Hilfe von E-Fuels – also fast treibhausgasneutralen, synthetischen Kraft- und Brennstoffen – die Klimaziele erreicht werden können. Das Resultat: „Im Jahr 2050 benötigt allein der internationale Luft- und Schiffsverkehr Deutschlands ca. 550 Petajoule Energie. Wird PtL als Lösungsstrategie in allen Sektoren eingesetzt, werden bis zu 2000 Petajoule gebraucht. Weitere rund 500 Petajoule könnten Rohstoff für die Chemie sein. Zusammen entspricht das rund 60 Millionen Tonnen klassischer Raffinerieprodukte“, erläutert Hobohm.

Aus heutiger Sicht kann PtL im Jahr 2050 zu Kosten zwischen 70 Cent je Liter bei optimalen Standortbedingungen und rund 1,30 Euro je Liter erzeugt werden. Damit wäre PtL für Verbraucher je nach Anwendung gegenüber rein strombasierten Lösungen auch preislich wettbewerbsfähig. „Voraussetzung hierfür ist ein groß-industrieller Einstieg in die PtL-Technologie, damit die in der Studie angenommenen Lerneffekte erzielt und Kosten gesenkt werden können. Natürlich sollte PtL zudem so effizient wie möglich eingesetzt werden.“ 

Die Vorteile von E-Fuels liegen auf der Hand: Sie sind technisch in allen Verbrauchssektoren einsetzbar. Pipelines, Tanklager, Heizöltanks, Tankstellen sowie die bestehende Fahrzeugflotte können weiter genutzt werden. Denn E-Fuels können genauso verarbeitet, gespeichert, transportiert und verwendet werden wie heutige flüssige Energieträger. Das wäre insbesondere für Verbraucher vorteilhaft. 

Darüber hinaus ist eine sehr weitgehende Treibhausgasreduktion (95 Prozent) nur mit E-Fuels möglich. Auch im internationalen Rahmen ergeben sich laut Studie günstige Effekte für Klimaschutz und Handel. „Die Produktion von PtL würde vor allem in besonders sonnen- und windreichen Ländern erfolgen und dort positive volkswirtschaftliche Perspektiven eröffnen“, so Hobohm. Die Importe wirken zudem ausgleichend auf die deutsche Handelsbilanz.

Roadmap für die Markteinführung

Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Wärme und Oeltechnik

Die Auftraggeber der Studie „Status und Perspektiven flüssiger Energieträger in der Energiewende“ sind: Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland, Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sowie UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen.

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) bei der Kopulation

Eine weit verbreitete Fehleinschätzung ist es, dass am derzeit festgestellten drastischen Insektenrückgang auch die Klimaerwärmung mit schuld sein könnte. Es ist schon lange bekannt und nachgewiesen, dass diese eher zu einer Vermehrung der Insektenanzahl führte. Wärmeliebende Insekten sind in mediterraneren Klimaten, und natürlich den Tropen, schon immer zahlreicher als in mehr nördlichen Breiten.  

Es ist oft nicht einfach, die direkten Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Artenzusammensetzung einer bestimmten Insektengruppe (zum Beispiel der Wildbienen) in einem Lebensraum zu erforschen – denn das Klima wirkt sich nicht nur mit Temperatur sondern auch über den damit verbundenen Wasserhaushalt auf den Lebensraum direkt aus, vor allem auf die Nahrungspflanzen der Insekten, die zum Beispiel mit Dürre zu kämpfen haben. Botanische Gärten stellen daher so etwas wie künstliche, „optimierte“ aber langzeitig stabile Lebensräume für blütenbesuchende Insekten dar, denn dort blühen jedes Jahr die gleichen Pflanzenarten, auch bei längerer Trockenheit, da künstlich bewässert wird. Lediglich die Temperatur ändert sich auch für die Pflanzen und Insekten dort mit der Klimaerwärmung. Der Artenreichtum des Botanischen Gartens München – an heimischen Wildpflanzen wie auch Zier- und Nutzpflanzen – seine geschützte Lage und die Nichtanwendung von chemischem Pflanzenschutz sind seit der Eröffnung des Gartens 1914 unverändert geblieben. Eine erste Inventarisierung der Wildbienenfauna des Botanischen Garten München fand in den Jahren 1997-1999 statt – nun wurden fast 20 Jahre später die dort vorkommenden Wildbienenarten erneut dokumentiert. Doktorandin Michaela Hofmann von der LMU München hat zusammen mit Dr. Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München (SNSB-BSM) von 2015 bis 2017 jeweils von Frühjahr bis Herbst auf regelmäßigen Kontrollgängen durch den Botanischen Garten alle gefundenen Bienen dokumentiert – bei größeren Arten war das teilweise schon anhand von guten Makrofotos möglich, bei vielen kleinen und schwierig zu bestimmenden Wildbienenarten war eine genaue Bestimmung nur durch DNA-Abgleich mit dem Barcoding-Projekt Fauna Bavarica der Zoologischen Staatssammlung (SNSB-ZSM) möglich. Nun wurden die Ergebnisse dieser Wildbienen-Erfassung zusammen mit der LMU-Wissenschaftlerin und Leiterin des Botanischen Gartens, Prof. Susanne Renner in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Oecologia veröffentlicht.

Die Ergebnisse sind überraschend deutlich: wurden 1997-1999 noch 79 Wildbienenarten im Botanischen Garten nachgewiesen, konnten 20 Jahre später 106 Arten gefunden werden. Im gesamten Stadtgebiet München sind seit 1990 192 Bienenarten von Insektenkundlern gefunden worden, das heißt nur 55% aller Münchner Bienenarten kommen auch im Botanischen Garten mit seinem reichhaltigen Angebot an Nahrung und Nistplätzen vor. Eine Untersuchung der Temperaturpräferenzen der neu gefundenen und der nicht mehr gefundenen Arten ergab: von den 1997-1999 nachgewiesenen 79 Arten wurden 62 von 2015 bis 2017 wiedergefunden (einige davon sind heute sehr viel häufiger), aber 15 wärmeliebende Wildbienenarten wurden erstmals gefunden. Drei Wildbienenarten, die eher kühlere Lebensräume (wie Wälder) bevorzugen, wurden nicht wiedergefunden. Zwischen 1997 und 2017 hat sich die durchschnittliche Temperatur während der Vegetationszeit in München um 0.5 °C erhöht, während die Winter immer kürzer wurden. Unter den zwischen 2015 und 2017 neu im Botanischen Garten ‚angekommenen‘ Bienen sind entsprechend mehrere Arten, die bis vor ca. 20 Jahren nur von den Wärmeinseln Deutschlands bekannt waren. Dazu gehört zum Beispiel die große und auffällige Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea), die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae), die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und die Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca). Keinerlei Zusammenhang konnte dagegen gefunden werden zwischen Verschwinden oder Neufund und dem Rote-Liste-Status oder den Nahrungspräferenzen der Arten (ob sie z.B. auf bestimmte Blüten spezialisiert sind oder nicht) – lediglich die Wärmepräferenzen der Bienenarten waren signifikant für ihr Vorkommen.

Mehr zu den Wildbienen des Botanischen Gartens München erfahren sie auch unter http://www.botmuc.de/de/bienen/. Dort finden Sie auch Informationen zum Wildbienen-Markierungsprojekt (mehr dazu auch unter http://www.snsb.mwn.de/index.php/de/aktuelles/507-muenchen-sucht-nummerierte-wil…), das auch im Frühjahr 2018 im Botanischen Garten München wieder durchgeführt wird.

Originalveröffentlichung:
M. M. Hofmann, A. Fleischmann, S. S. Renner (2018) Changes in the bee fauna of a German botanical garden between 1997and 2017, attributable to climate warming, not other parameters. Oecologia, online article: https://doi.org/10.1007/s00442-018-4110-x

 Alle Jahre wieder….

…kommen „urplötzlich“ die Gebührenerhöhungen am Jahresende auf uns zu und

Alle Jahre wieder…

….starren die beteiligten Akteure (auch Gebührenzahler*innen) darauf und wissen nicht, was sie dazu sagen und wie sich verhalten sollen.

Daher führt man

Alle Jahre wieder….

….die gleiche Diskussion und kommt je nach Zusammensetzung der Diskussionsrunden zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Alle Jahre wieder…

….führe ich bei den Abfallgebühren folgende Argumente auf:

Circa die Hälfte der eingetriebenen Pflichtgebühren werden NICHT für die Kernaufgaben ausgegeben!

Zitat aus der PM der Stadt Köln vom 08.12.17:“Ein Großteil der Abfallgebühren (47 Prozent in 2018) finanziert abfallwirtschaftlich und umweltpolitisch gewollte Zusatzleistungen, die nicht die eigentliche Hausmüllentsorgung betreffen.“

abfallgebühren_2018_-_tortendiagramm_dezernat_umweltDen größten Posten hierbei macht die Biotonne und Grünschnitt mit fast 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Die Tonne, die völlig unsozial ist und Geld von Arm (Hochhausmieter) nach Reich (Eigenheimbesitzer) transferiert. Das heißt von jedem Euro Abfallgebühren (von dem ja wegen der MWST nur 84 Cent bei der AWB ankommen) werden 16 Cent in die Biotonne gesteckt. Während in die Hausmüllsammlung knapp 19 Cent fließen.

Ich nehme die Biotonne jetzt vor allem deshalb als Beispiel, weil wie uns damit beschäftigt haben und weil sie von der Stadt als Begründung für die Gebührenerhöhung genannt wird.

Zitat aus der PM der Stadt Köln vom 08.12.17:“ Zudem trägt die Entleerungsentwicklung der Biotonnen mit einem Zuwachs von 4 Prozent zur Kostensteigerung bei.“

Bei all diesen „gewollten Zusatzleistungen“ muss man sich natürlich darüber klar werden,

  • ob sie so weiter finanziert und subventioniert werden sollen,
  • ob es dafür eine Extragebühr geben soll oder
  • ob sie aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren sind.

Übrigens, nur weil wir gewohnt sind, dass es Müllgebühren überhaupt gibt, sind sie kein Naturgesetz.

Noch bis 2002 warfen die Leute in Irland ihren Müll in schwarzen Plastiksäcken an die Straße, wo er irgendwann vom County Council kostenlos abgeholt wurde.

Auch muss die Abfallentsorgung ja nicht zwingend von einem Privatunternehmen (egal wie dessen Eigentumsverhältnisse sind) durchgeführt werden. Es gab auch eine Zeit vor der Privatisierung der AWB.

Das ist jetzt nur ein kleiner Ausschnitt für eine umfangreichere Diskussion über die Nebenleistungen.
abfallgebühren_2018_-_tortendiagramm_hp
Noch nicht angesprochen habe ich jetzt, dass rund ein Drittel der Gebühren in die überdimensionierte Müllverbrennungsanlage fließen. Da muss man sich natürlich auch fragen, ob man die mit den Gebühren finanzieren möchte.

Und gar nicht eingegangen bin ich auf die Straßenreinigungsgebühren, deren Erhöhung ja auch ansteht.

Lösungsmöglichkeit???

Man kann ja übereinkommen, dass man Gebührenerhöhungen zustimmt beziehungsweise hinnimmt, wenn diese die Tarifsteigerung widerspiegeln.

Nehme ich mir die Abfallgebühren her, so lese ich, dass die angeblich „moderate Gebührenerhöhung“ leicht unter der Tarifsteigerung im öffentlichen Dienst liegt und nach dieser Hilfskrücke okay wäre.

ABER in der Begründung heißt es: „Die AWB-Entgelte für Logistik in 2018 steigen um 1,63% aufgrund der vertraglich fixierten Orientierung der AWB-Entgelte an der Kostenentwicklung. Diese Entgeltsteigerung resultiert im Wesentlichen aus der tarifvertraglichen Lohnsteigerung vom 30.06.2016 zum 30.06.2017 sowie aus der Materialpreisentwicklung.“

Das heißt eben in der Folge auch, dass die restlichen 0,6 Prozentpunkte Erhöhung eben NICHT mit der Tariferhöhung zu begründen sind.

Ihr merkt, dass das ganze Thema ist viel zu kompliziert ist, um es innerhalb von 7 Tagen abzuhandeln.

Daher mein Aufruf an alle, sich im nächsten Jahr intensiv mit allen Gebühren, Beiträgen, Eintritten und so weiter zu beschäftigen und sie zu beurteilen, denn ich weiß heute schon, dass es im nächsten Jahr wieder einen städtischen Haushaltsentwurf geben wird und dass es um Abwasser-, Straßenreinigungs-, Abfall- und Friedhofsgebühren gehen wird.

optical-illusion-157303_960_720Am 08. Dezember 2017 veröffentlichte die Stadt Köln eine Pressemitteilung mit dem Titel „Abfallgebühren und Straßenreinigungsgebühren steigen moderat“ als Zwischenüberschrift heißt es „Erhöhung der Abfallgebühren seit 2000 unter dem Verbraucherpreisindex„.

Bevor ich auf die eigentliche Problematik der Müllgebühren und ihrer Erhöhung eingehe, muss ich mich um diese manipulative PM kümmern.

Als Wortbedeutung für „moderat“ fand ich im Internet „in Maßen, gemäßigt“. Warum also eine Gebührenerhöhung, die rund 0,5 Prozentpunkte über der Erhöhung des Regelsatzes für Empfänger von SGB II – Leistungen liegt, als „moderat“ bezeichnet wird, lässt nur eine Antwort zu – der Autor hat weitaus mehr Geld in der Tasche und setzt das bei den Kolleg*innen der Presse auch voraus.

Bitte liebe Leser*in, nenne mich nicht kleinkariert, wenn ich auf 0,5 Prozentpunkten herumreite, denn die PM feiert sich für weitaus weniger ab. Wenn die Zwischenüberschrift das Unterschreiten des Verbraucherpreisindex hochjubelt, dann reden wir über lediglich 0,02 Prozentpunkte. Dass die Straßenreinigungsgebühren 0,03 Prozentpunkte stärker als der Verbraucherpreisindex stiegen, wird übrigens mit dem Wort „nur“ davor sofort relativiert.

Im Übrigen ist dem Autoren ein beliebter Fehler unterlaufen, da er Prozent und Prozentpunkte mit einander verwechselt. Tatsächlich lag die Erhöhung bei den Straßenreinigungsgebühren nämlich um 2 Prozent (entspricht den 0,03 Prozentpunkten) über dem Verbraucherpreisindex. Nachhilfe gibt es hier.

Die Pressemitteilung der Stadt Köln findet man hier.

Zu den Gebühren selbst, schreibe ich noch einen weiteren Beitrag, wenn ich mich etwas weniger aufrege.

Fortsetzung folgt hier