Mitmachaktionen für Familien und kindgerechte Tipps zum Naturschutz mit der Biene Maja

Wie erklärt man Kindern den Umweltschutz so, dass es auch Spaß macht? Dank der Initiative Projekt Klatschmohnwiese mit der Biene Maja gelingt es Familien ganz leicht, die Natur zu schützen und Kinder für die Bedeutung des Artenschutzes zu sensibilisieren. Die Webseite stellt für sie kindgerechte Informationen über Insekten und deren Schutz bereit. Dort finden Eltern außerdem unterhaltsame Familienaktionen und Bastelanleitungen, wie beispielsweise das Familienprojekt Traumhaus für Insekten oder die Mitmachaktion Insektensommer des NABU, Naturschutzbund Deutschland e. V., für den Die Biene Maja Botschafterin ist.

Die Biene Maja auf der Klatschmohnwiese
(Studio 100 Media GmbH)

Insekten sind unverzichtbar für unsere Umwelt und brauchen unseren Einsatz, um gefährdete Arten zu erhalten. Damit die Krabbler weiterhin fröhlich in Gärten und Wiesen summen und brummen, ist es wichtig, unseren Kindern den Insektenschutz ans Herz zu legen. Die Biene Maja ist im Rahmen ihrer Initiative „Projekt Klatschmohnwiese“ hilfsbereit wie immer zur Stelle, sodass jeder mitmachen kann.

„Warum erklärst du’s mir nicht? Aber so, dass ich dich auch wirklich verstehe“, fragt die neugierige Maja in der TV-Serie. Für wissbegierige Familien stellen Die Biene Maja und die mitgliederstärkste deutsche Umweltorganisation NABU im Projekt Klatschmohnwiese ökologisches Know-how bereit. Gemeinsam mit ihren Kindern können Eltern sich auf der Webseite www.diebienemaja-bienenschutz.de umfassend zum Thema Insektenschutz informieren, Tipps zur bienenfreundlichen Bepflanzung von Balkon und Garten einholen und sich für weitere Mitmachaktionen, Spiel- und Bastelanleitungen inspirieren lassen. Die Hauptattraktionen sind der NABU-Insektensommer und die Aktion Traumhaus für Insekten.

Als Botschafterin für die Mitmachaktion Insektensommer des NABU motiviert Maja Klein und Groß, sich näher mit dem Thema Artenschutz auseinanderzusetzen. Der Insektensommer soll den Insektenschutz und die Wissenschaft unterstützen und auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam machen. Im Juni und August können Familien und Naturfreunde zu fleißigen Bienchen werden und für Maja und ihre Insektenfreunde Gutes tun. Mit Freunden, der Familie oder im Rahmen einer vom NABU organisierten Exkursion zählen Naturfreunde Insekten, melden diese an den NABU und können dabei tolle Preise gewinnen.

Ein Traumhaus für Insekten selber zu bauen, macht nicht nur stolz, sondern auch richtig Spaß. Auf Majas Webseite gibt es nicht nur eine Bauanleitung, sondern eine komplette Spielanleitung rund um das Traumhaus für Insekten. Die ganze Familie kann mitmachen: Mama oder Papa, Oma oder Opa und natürlich die Kinder beweisen sich unter Majas Anleitung als Insektenretter, Architekten, Manager, Hausmeister und Forscher.

In der Nacht vom 1. Februar auf den 2. Februar wird Imbolg gefeiert. Es ist zusammen mit Beltane, Lughnasadh und Samhain eines der vier großen Feste.

Obgleich die Natur noch in winterlicher Starre verharrt, werden die Tage schon merklich länger, und unmerklich steigt bereits der Saft in die Bäume. Die Sonne geht jeden Tag ein bißchen früher auf und kommt schon wieder über manche Berggipfel. Auch abends ist es ist es länger hell.

Imbolc ist ein Fest, an welchem wir uns erinnern sollen an das durch und durch Lebendige, die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken. Wir brauchen uns nur vorstellen, wieviel Energie es braucht, dass unserer Bäume wieder zum sprießen anfangen, oder die Blumen durch die Schneedecke durchbrechen. 

Wieviel Lebenswillen, wieviel Lust!

Ab und zu „riecht“ es schon ein wenig nach Frühling, irgendwie nimmt die „Lebenskraft“ spürbar zu. Der zentrale Aspekt des Imbolg-Festes liegt auf Erneuerung, Neubeginn, Licht, Fruchtbarkeit, Jugend und Frische. Daher ist die Farbe dieses Festes auch ein strahlendes Weiß.
Nun kann man beginnen, sich auf allen Ebenen vom Winter zu verabschieden und sich auf die Frühlingsfreuden vorzubereiten. Jetzt werden Pläne geschmiedet und Ideen geboren.
Es wird noch nichts in die Tat umgesetzt, denn alles, was nun zu früh nach „Außen” drängt, muss sich mit den letzten Frösten und bevorstehenden Frühjahrsstürmen auseinander setzen. Nun beginnt aber zum einen die Zeit für das konkrete Andenken aber eben auch noch eine Zeit des Stillhaltens und letzten Wartens, wenn es auch schwerfällt.

Straßenbäume im direkten Lebensumfeld könnten das Risiko für Depressionen in der Stadtbevölkerung reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU).
Straßenbäume in städtischen Wohngebieten zu pflanzen könnte demnach eine effektive und preiswerte naturbasierte Lösung sein, um psychische Krankheiten, den lokalen Klimawandel und den Verlust biologischer Vielfalt zu bekämpfen. Stadtplaner, Gesundheitsexperten und Naturschützer sollten diese Maßnahme öfter in Betracht ziehen.
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Depressionen sind seit längerem auf dem Vormarsch – insbesondere in städtischen Gebieten. Die aktuelle Seuche verstärkt dieses Phänomen noch zusätzlich. Einen Einfluss auf das seelische Wohlbefinden hat unter anderem das direkte Lebensumfeld. Frühere Studien haben gezeigt, dass Grünflächen sich hier positiv auswirken. Jedoch stützen sich die meisten dieser Studien auf Selbsteinschätzungen von Befragten, was einen Vergleich und Verallgemeinerungen der Ergebnisse schwierig macht.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam von UFZ, iDiv, UL und FSU hat für dieses Problem eine Lösung gefunden und einen objektiven Indikator genutzt: Die Zahl der Verschreibungen von Antidepressiva. Um herauszufinden, ob eine bestimmte Art von „alltäglichem“ Grün die psychische Gesundheit positiv beeinflussen könnte, wählten die Forscher ein in europäischen Städten sehr typisches Element der Stadtnatur: Straßenbäume. Dabei konzentrierten sie sich auf die Frage, wie sich die Anzahl und Art der Bäume und ihre Nähe zum Wohnort zur Anzahl der verschriebenen Antidepressiva verhielt.

Die Forscher setzten die Daten von fast 10.000 erwachsenen Einwohnern der Stadt Leipzig, die an der LIFE-Gesundheitsstudie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig teilgenommen hatten, mit räumlich genauen Daten zu Straßenbäumen der Stadt Leipzig in Beziehung. So konnten die Forscher den Zusammenhang zwischen Antidepressiva-Verordnungen und der Anzahl der Straßenbäume in unterschiedlichen Entfernungen von den Wohnorten der Menschen ermitteln. Weitere für Depressionen bekannte Faktoren wie etwa Beschäftigungsstatus, Geschlecht, Alter und Körpergewicht wurden aus den Ergebnissen herausgerechnet.

In einem kürzlich erschienenen Artikel in der Zeitschrift Scientific Reports zeigen die Forscher, dass mehr Bäume in unmittelbarer Umgebung des Hauses (unter 100 Meter Entfernung) häufig mit einer geringeren Zahl von Antidepressiva-Verschreibungen einhergingen. Dieser Zusammenhang war besonders klar für sozial benachteiligte Gruppen, die in Deutschland am gefährdetsten gelten, an Depressionen zu erkranken. Straßenbäume in Städten könnten also als einfache naturnahe Lösung für eine gute psychische Gesundheit dienen, schreiben die Forscher. Die verschiedenen Baumarten scheinen dabei keine signifikante Rolle zu spielen.

Unser Ergebnis deutet darauf hin, dass Straßenbäume dazu beitragen können, die Lücke der gesundheitlichen Ungleichheit zu schließen“, sagt die Hauptautorin der Studie Dr. Melissa Marselle. „Das ist eine gute Nachricht, da Straßenbäume relativ leicht zugänglich sind, und ihre Zahl ohne großen planerischen Aufwand erhöht werden kann.“ Als Umweltpsychologin führte sie die Forschung am UFZ und am iDiv durch und ist nun an der De Montford University in Leicester, Großbritannien, tätig. Marselle hofft, dass die Forschungsergebnisse „Gemeinderäte und städtische Behörden dazu veranlassen, Straßenbäume in städtischen Gebieten zu pflanzen, um die psychische Gesundheit zu verbessern und soziale Ungleichheiten zu verringern“. Straßenbäume sollten laut Marselle gleichmäßig in Wohngebieten gepflanzt werden, um sicherzustellen, dass diejenigen, die sozial benachteiligt sind, den gleichen Zugang haben, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

Die meisten Planungsrichtlinien für städtische Grünflächen beschränken sich auf Erholungsräume, die extra aufgesucht werden müssen, wie etwa Parks“, ergänzt Dr. Diana Bowler (iDiv, FSU, UFZ), Datenanalystin im Team. „Unsere Studie zeigt aber, dass die alltägliche Natur in der Nähe des Hauses – die Artenvielfalt, die man beim Blick aus dem Fenster sieht oder wenn man zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen geht – genauso wichtig für die psychische Gesundheit ist.“ Diese Erkenntnis sei gerade jetzt in Zeiten der Corona-Lockdowns von besonderer Bedeutung, fügt Bowler hinzu.

Dieser wissenschaftliche Beitrag kann eine Grundlage für Stadtplaner sein, um insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und in zentralen Stadtbereichen die Lebensqualität für die Bewohner zu erhalten und möglicherweise zu verbessern“, ergänzt Toralf Kirsten, Professor für Informatik an der Universität Leipzig. Deshalb solle dieser Aspekt bei der Neugestaltung und Planung von Stadtgebieten berücksichtigt werden. „Ein gesundes Leben für alle Lebewesen ist unser höchstes Gut“, sagt Kirsten.

Und es ist nicht nur die menschliche Gesundheit, die von Baumpflanzungen profitieren könnte. „Mehr Straßenbäume in städtischen Wohngebieten können als sogenannte naturbasierte Lösung nicht nur zur Förderung der psychischen Gesundheit gesehen werden, sondern auch als Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung der Biodiversität“, sagt Senior-Autorin Prof. Aletta Bonn, Leiterin des Departments für Ökosystemdienstleistungen bei UFZ, iDiv und FSU. „Um diese Synergieeffekte zu erzielen, braucht es nicht einmal große, neue Parks: Mehr Bäume entlang der Straßen können einen wesentlichen Beitrag leisten – eine verhältnismäßig kostengünstige Lösung für Klima, Gesundheit und Natur.“

Originalpublikation:
Melissa R. Marselle, Diana Bowler, Jan Watzema, David Eichenberg, Toralf Kirsten & Aletta Bonn (2020): Urban street tree biodiversity and antidepressant prescriptions, Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-020-79924-5

Seine Bestände sind rückläufig, sein Zuhause bedroht: Mit der Wahl des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres setzt sich die Loki Schmidt Stiftung für den Erhalt seines artenreichen Lebensraumes, das extensiv genutzte Grünland, ein. Die Bekanntgabe der „Blume des Jahres“
fand am 21.10.2020 im Botanischen Sondergarten Wandsbek im Beisein der prominenten Stiftungs-Botschafter John Langley und Lothar Frenz, Geschäftsführer Axel Jahn, Leiterin des Projektes „Blume des Jahres“ Paula Höpfner und Helge Masch, Leiter des Sondergartens, statt.

Bunte Blumen, umherschwirrende Bienen, Schmetterlinge und Libellen: Der Anblick
artenreicher Wiesen mag noch einigen vertraut vorkommen. Extensives, also schonend genutztes Grünland ist in den letzten 50 Jahren jedoch massiv zurückgegangen. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Der Blüten- und
Strukturreichtum des Grünlands, insbesondere der Feucht- und Nasswiesen, bietet nicht nur dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), sondern zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Schlangen-Knöterich und der Kohl-Kratzdistel, dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, und seltenen Schmetterlingsarten. Unsere Blühwiesen – tierisch wichtig!

Aufgrund der maschinell schwierig durchzuführenden Bewirtschaftung und des relativ geringen Ertrags wurde vielerorts die klassische Heugewinnung auf solchen Standorten aufgegeben.
Unter den heutigen Marktbedingungen sind sie unwirtschaftlich geworden. Stattdessen
wurden viele dieser Wiesen trockengelegt, intensiv beweidet oder zu Äckern umgebrochen.
Anderenorts wurde die Bewirtschaftung ganz aufgegeben. Schilf, Hochstauden und Gehölze traten an die Stellen der bunten Wiesenblumen.
Mit der Benennung des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf die komplexen Probleme der Intensivierung der Grünlandwirtschaft aufmerksam
machen. Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt. Lebensräume wie diese zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen.

Im kommenden Jahr möchte die Loki Schmidt Stiftung gemeinsam mit ihren Spender*innen ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz setzen, extensives Grünland schonend offenhalten und als Stiftungsland dauerhaft sichern.
Wer sich umfassend über den Großen Wiesenknopf und seinen gefährdeten Lebensraum Grünland informieren möchte, für den hat die Stiftung verschiedene Informationsmaterialien erarbeitet. Mit faszinierenden Naturaufnahmen und informativen Texten gibt eine hochwertig
gestaltete, ausführliche Broschüre einen Einblick in den Lebensraum und beleuchtet dabei auch die zwei Schmetterlingsarten, den Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die auf
besondere Art und Weise von der Blume des Jahres abhängig sind.

Quelle: http://www.loki-schmidt-stiftung.de

„Gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“: Diese Weisheit trifft auch auf Weichenstellungen in der Umweltpolitik zu. Denn allzu oft entfalten diese Nebenwirkungen, die ihrem eigentlichen Zweck sogar völlig zuwiderlaufen können. Eine aktuelle Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental Research Letters widmet sich diesem drängenden Problem. Inhaltlich konzipiert wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Bonn mit internationalen Partnern.

Bioplastik: das klingt grün, nachhaltig und umweltfreundlich. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Kunststoffe aus Mais, Weizen oder Zuckerrohr grundsätzlich nahezu klimaneutral. Außerdem schonen sie die schwindenden Erdöl-Vorkommen. Und dennoch könnte eine konsequente Umstellung von herkömmlichem Plastik auf die Öko-Alternative für die Umwelt eine schlechte Nachricht sein – zumindest beim heutigen Stand der Technik. Denn irgendwo müssen die pflanzlichen Ausgangsstoffe schließlich herkommen. Als Konsequenz würden vermutlich vermehrt Waldflächen zu Ackerland umgewandelt. Wälder binden aber erheblich mehr Kohlendioxid als etwa Mais oder Zuckerrohr – alles in allem kein guter Deal für das Weltklima, von anderen Konsequenzen wie steigenden Nahrungsmittelpreisen ganz zu schweigen.

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Die Grafik zeigt den Flächenverbrauch der EU außerhalb ihrer Grenzen für den Anbau von Pflanzen, die
© Martin Bruckner et al 2019 Environ. Res. Lett. 14 045011 doi: https://doi.org/10.1088/1748-9326/ab07f5

In der Spezialausgabe der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ finden sich eine Reihe derartiger Beispiele. Sie zeigen, dass die Rezepte gegen Klimawandel und Umweltzerstörung oft nicht so einfach funktionieren, wie sie am Reißbrett geplant wurden. „Es ist daher wichtig, die möglichen unerwünschten Folgen bereits im Vorfeld abzuschätzen und gegebenenfalls schnell die Reißleine zu ziehen“, betont Dr. Jan Börner, der an der Universität Bonn die Professur für Ökonomik Nachhaltiger Landnutzung und Bioökonomie bekleidet. „Dazu müssen wir besser verstehen, wie solche so genannten Spillover-Effekte entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Unser Sammelband soll dazu einen Beitrag leisten.“

Computermodelle als Entscheidungshilfe

Doch die Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind komplex. Eine wichtige Entscheidungshilfe vor der Umsetzung politischer Maßnahmen sind daher Computermodelle: Sie erlauben zwar nicht die exakte Vorhersage, welche Konsequenzen eintreten werden. „Dazu ist ihre Treffsicherheit zu gering“, erklärt Börner. „Im Gegensatz etwa zu physikalischen Simulationen spielen in Systemen mit menschlichen Akteuren psychologische und soziologische Faktoren eine große Rolle. Und die lassen sich einfach schlecht prognostizieren.“ Immerhin können Politik-Simulationen aber aufzeigen, welche Folgen eine umweltpolitische Entscheidung haben könnte. Und damit zum Beispiel Anstöße geben, durch welche flankierenden Maßnahmen sich unerwünschte Nebenwirkungen am besten reduzieren ließen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich dabei oft um Fernwirkungen handelt: Die Entscheidung, fossile gegen biogene Rohstoffe auszutauschen, wirkt sich zwar positiv auf die deutsche Kohlendioxid-Bilanz aus. Sie sorgt aber gleichzeitig dafür, dass Deutschland mehr Biomasse importieren muss und dass daher in Regionen wie Südamerika und Südostasien zusätzliche Waldflächen der Landwirtschaft geopfert werden. Durch derartige Effekte hat sich der ökologische Fußabdruck, den die EU durch ihre Importe in anderen Ländern generiert, in den letzten Jahren messbar vergrößert, zeigt eine Studie in der Sonderausgabe. Meist entstehen diese ökologischen Kosten zudem in Ländern mit einer schwachen Umwelt-Gesetzgebung. Dadurch ist die Netto-Wirkung einer solchen Politik umso verheerender.

Prof. Börner fordert daher auch eine Stärkung der Nachhaltigkeitsrichtlinien in internationalen Abkommen. „Wir müssen auf globaler Ebene diskutieren, wo es sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht effizient ist, bestimmte Produkte herzustellen“, sagt er. „Wenn dadurch in manchen Regionen Märkte wegbrechen, müssen wir zudem über geeignete Kompensationsmechanismen nachdenken.“ Der sich momentan abzeichnende Trend zu bilateralen Abkommen sei aus dieser Sicht wenig hilfreich. „Wir benötigen internationale Umwelt- und Handelsabkommen, zu denen sich möglichst viele Akteure verpflichten.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jan Börner
Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik
Universität Bonn
Tel. 0228/733548
E-Mail: jborner@uni-bonn.de


Originalpublikation:

Focus on Leakage: Informing Land-Use Governance in a Tele-Coupled World; Environmental Research Letters; https://iopscience.iop.org/journal/1748-9326/page/Leakage-Land-Use

Neubrück statt Rathaus

Veröffentlicht: 18. März 2020 in Persönliches

Seit Dienstag 17.03.2020 befinde ich mich nach Beschluss unserer Büroteambesprechung in Heimarbeit, da ich durch Grunderkrankung zur Risikogruppe gehöre. Danke an Chefs und Kolleginnen für dieses Verständnis.
Es ist für mich eine neue Erfahrung, aber der erste Tag hat relativ gut funktioniert. Über Handy, Tablet und Laptop (das der Fraktion) kann ich meine Arbeit gut erledigen. In Facebook teilte ich ein Foto, dass mich an meinem neu eingerichteten Heimarbeitsplatz zeigt. Darauf erhielt ich mehr Reaktionen, als auf die meisten je geteilter Inhalte meiner Privatchronik.
Die ersten Probleme mit Einloggen ins Stadtsystem und nicht vermeidbaren Missverständnissen bei Mail-Kontakten tauchen auf. Auch der Hund versteht nicht, warum ich hier bin und nicht mit ihm spielen oder kuscheln möchte. Aber wenn sie (ist ein Weibchen) jetzt schläft, dann neben mir auf der Eckbank in der Essecke, wo mein Heimbüro eingezogen ist.
Selbstdisziplin nicht zu viel zu rauchen, ist gerade meine größte Herausforderung und dass ich möglichst viel protokollieren muss, was ich so tue, weil … naja, weil wir auch das beschlossen haben.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass ein CSU-Minister die Massenüberwachung einfordert.

Wir statten die Kommunen mit Systemen aus, damit sie Kontrollen über Kennzeichen machen können – wie bei der Maut und den Lkw„, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Montag bei einem Kongress der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in Berlin.

Nach Scheuers Worten soll das Kennzeichen des Autos und das Gesicht der Fahrer*in  fotografiert werden, wenn sie in eine Verbotszone hineinfahren.

Wohlgemerkt JEDES Kennzeichen und das Gesicht JEDER Fahrer*in egal ob im Stinkediesel oder im Elektroauto!

Angeblich würden die Fotos unmittelbar nach dem Abgleich gelöscht. Allerdings kann so ein Abgleich angeblich bis zu 6 Monate dauern. Dass die erfassten Kennzeichen gelöscht würden, ist nicht bekannt. Ich kann den wirtschaftsliberalen Schaumschläger Lindner von der FDP nicht ausstehen, aber wenn er sagt: „Der nächste Schritt ist die Anlage von Bewegungsprofilen unbescholtener Menschen“, dann muss ich ihm zustimmen.

Auch die Mautaufnahmen werden angeblich gelöscht und sobald es zu einer Fahndung kommt, kommt es auch zu dem Ruf, dass doch diese Daten bitte auch den Kriminalbehörden zur Verfügung zu stellen seien. Meist heißt es dann: „Es kann doch nicht sein, dass wir Aufnahmen des Täters haben und wissen wohin er sich bewegt und müssen ihn aus Datenschutzgründen laufen lassen.“

Ich gehe jede Wette ein, dass dieser Ruf in jeder Stadt ebenfalls sofort erschallen wird, wenn dort beispielsweise ein Sattelschlepper durch den Weihnachtsmarkt brettert.

Diese Totalüberwachung ließe sich relativ einfach verhindern. Verkehrsminister und Kraftfahrtbundesamt müssten nur ihren Druck auf die Automobilindustrie erhöhen, endlich ihre Verkaufsversprechen einzulösen. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, denn auch die Deutsche Telekom AG wurde verpflichtet ihre Aktionäre zu entschädigen, weil in ihrem Verkaufsprospekt die Angaben nicht ganz korrekt waren. Genau so war und ist es bei den Autobauern. Es wurde den Menschen etwas anderes verkauft als angeboten. Überspitzt gesagt ist das so, als ob Sie sich bei Amazon eine Federkernmatratze bestellten und einen Strohsack geliefert bekämen. Natürlich ginge der Strohsack postwendend zurück und wenn ich mir bei Yamaha ein Moped bestelle, dann will ich keine Orgel bekommen. Big Mac bestellt und Chicken Nuggets erhalten? – So nicht Ronald. Sie sehen, das geht überall, nur nicht bei der heiligen Kuh, der deutschen Autoindustrie?

Tja und da könnte man auf verschiedene Ideen kommen, warum das so ist. Stehen etwa die Autokonzerne auf der Spenderliste der Parteien? Arbeiten eventuell Mitarbeiter*innen der Autoindustrie in den Ministerien? Oder ist der Autobetrug ein ganz geschickter Schachzug, der nun die Totalüberwachung der Autofahrer*innen einfach notwendig macht?  Immerhin werden die Fahrgäste des ÖPNV bereits auf Bahnsteigen und in Fahrzeugen gefilmt, warum denn dann bitte nicht die Autofahrer*innen?

Da darf man doch schon gespannt sein, was sich die passionierten Volksüberwacher als nächstes einfallen lassen, damit auch Radfahrer*innen und Fußgänger*innen besser überwacht und aufgezeichnet werden können. Hey, ich hätte da eine Idee, lasst Euch doch die Steuern von Facebook, Google, Apple und Amazon einfach in Daten bezahlen. Dann habt Ihr mehr, als Ihr je verarbeiten könntet.

 

Geht doch!

Veröffentlicht: 11. Oktober 2018 in Für Sie gelesen, Politik, Stadtentwicklung, Umwelt

Umweltbundesamt legt Grundzüge einer Fußverkehrsstrategie vor

Über ein Fünftel aller Wege werden in Deutschland ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Zu Fuß gehen ist emissionsfrei, leise und braucht wenig Platz. Das Umweltbundesamt (UBA) will den Fußverkehr weiter stärken und hat nun Grundzüge für eine bundesweite Fußverkehrsstrategie vorgestellt. Die Ziele sind: Mehr Menschen legen mehr Wege zu Fuß zurück, der Fußverkehr wird sicherer und barrierefrei, das Thema wird mit festen Zuständigkeiten in Verwaltungen von Bund, Ländern sowie Kommunen verankert und die Aufenthaltsqualität für zu Fuß-Gehende steigt. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: Fußgängerinnen und Fußgänger sind die blinden Flecken der Verkehrspolitik. Dabei ist Gehen die natürlichste und grundlegendste Form der Mobilität. Unser Konzept zeigt, wie wir den Fußverkehr stärken können – für mehr Umweltschutz und lebenswertere Städte. Wir brauchen eine bundesweite Strategie zum Fußverkehr, wie es sie bereits in mehreren europäischen Ländern gibt.“

cover_2018-09-24_texte_75-2018_geht-doch_v3Wer läuft, hat in Deutschland oft unter Abgasen, Lärm und Enge zu leiden und ist stark unfallgefährdet: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Verkehrstoten innerorts waren zu Fuß unterwegs. Zudem ist das Potenzial des Fußverkehrs längst noch nicht ausgeschöpft. Ein Fünftel aller Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, ist kürzer als zwei Kilometer. Die meisten dieser Wege könnten problemlos zu Fuß zurückgelegt werden.

Um zu Fuß gehen attraktiver zu machen, hat das Umweltbundesamt verschiedene Vorschläge entwickelt: beispielsweise die Verankerung der fußläufigen Erreichbarkeit im Planungsrecht, die Einführung der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts, Erhöhung der Bußgelder für fußgängerfeindliches Verhalten oder die Festlegung baulicher Mindeststandards für Fußwege oder Ampelschaltungsphasen, bei denen die Zu-Fuß-Gehenden nicht das Nachsehen haben. Forschungsprogramme und Förderinstrumente der Bundesressorts Verkehr, Bau, Umwelt, Gesundheit, Bildung und Forschung sollten gezielt mehr Projekte zum Ausbau und zur Förderung des Fußverkehrs aufnehmen. Der Fußverkehr ist ein Querschnittsthema und interministerielle Aufgabe vieler Ressorts. Eine bundesweite Fußverkehrsstrategie könnte deutlich machen: Qualitäten liegen nicht nur in der Fortbewegung selbst, sondern zusätzlich im Aufenthalt und sozialen Miteinander.

Als konkrete Zielvorgabe auf Bundesebene für 2030 wäre die Steigerung des Fußverkehrsanteils an den Wegen der Deutschen um die Hälfte sinnvoll: von derzeit durchschnittlich 27 Prozent in Kernstädten auf 41 Prozent und von durchschnittlich 23 Prozent in ländlichen Kreisen auf 35 Prozent bis 2030.

Das europäische Ausland hat die Bedeutung des Fußverkehrs längst erkannt. Länder wie Österreich, Schottland und Wales sowie Finnland und Norwegen fördern den Fußverkehr durch nationale Fußverkehrsstrategien. Eine bundesweite Strategie kann dazu beitragen, den maßgeblich für den Fußverkehr zuständigen Kommunen von Seite des Bundes in ihren Aufgaben zu helfen.

Das Papier „Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ wird auf dem 2. Deutschen Fußverkehrskongress am 12. Oktober 2018 öffentlich vorgestellt und in einem Zukunftsgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundes, der Länder und Kommunen diskutiert werden.

Weitere Informationen:

2. Deutscher Fußverkehrskongress am 11. und 12. Oktober 2018 in Berlin
Geht doch!“ ist das Motto des Kongresses, bei dem sich zwei Tage lang alles um das Thema Fußverkehr drehen wird. Das Umweltbundesamt (UBA) lädt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), der Bergische Universität Wuppertal und dem Gastgeberland Berlin ein. Erwartet werden über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Verwaltung, Planung und Wissenschaft sowie Politikerinnen und Politiker.

Eine Walk-Parade durch die Berliner Innenstadt soll am Abend des ersten Kongresstages dafür sorgen, öffentlich Aufmerksamkeit für die grundlegendste Art der Fortbewegung zu erzeugen. Start ist am 11.12. um 17 Uhr an der Kalkscheune.

Link zur Kongresswebseite icon

Publikation: Geht doch! icon

Quelle: Pressemitteilung des Umweltbundesamtes vom 11.10.2018

Eine Straße – insbesondere mit vielen Anwohnerinnen benennt man nicht einfach aus Lust und Laune um. Wir haben uns aber wegen des bekannten offenen und exponierten Eintretens Heinrich Lerschs für das NS-Regime zum vorliegenden Antrag entschlossen.
Wie in der Begründung bereits schriftlich dargestellt, war Lersch Mitunterzeichner des Treuegelöbnisses „88 deutsche Schriftsteller“ für Hitler im Oktober 1933. Unter den 87 anderen befanden sich auch Gottfried Benn, Rudolf Binding und Leo Weißmantel nach denen in Neubrück ja ebenfalls Straßen benannt sind und deren Umbenennung wir nicht fordern. Das aus gutem Grund.

Wir möchten den genannten nicht nachsagen, dass sie Nazis waren, da es ihnen – wie vielen heutigen AfD-Wählern ging und sie einfach verblendet waren.
• Der überzeugte Katholik Weißmantel wurde später mehrfach von der Gestapo inhaftiert und damit ein Opfer des Regimes, das er anfangs unterstützte.
• Benn brauchte nur 1 Jahr, um sich bewusst zu werden, was hinter den Nazis steckt und distanzierte sich bereits 1934 von diesem Gelöbnis wieder.

Anders dagegen Lersch der 1934 als Erwachsener Mitglied des Deutschen Jungvolk einer Unterorganisation der Hitler-Jugend wurde, dort als Ehren-Jungzugführer Schulungskurse leitete und Vorträge hielt und auch noch das von Goebbels formulierte Manifest „Aufruf der Kulturschaffenden“ unterzeichnete. Dass Lersch Mitglied der SS werden wollte und am 01.08.1935 Mitglied der NSDAP wurde haben wir dargelegt.
Das war zu einer Zeit,
• als Ernst Reuter bereits seines Amtes enthoben und zweimal in KZ-Haft gewesen war,
• als Wilhelm Hausenstein auf Druck der Nazis seinen Job verloren hatte,
• als Hasenclevers Bücher bereits aus den Bibliotheken verbannt und verbrannt waren und er selbst im Exil lebte,
• als man Käthe Kollwitz bereits ihres Amtes enthoben und zum Austritt der Akademie der Künste gezwungen hatte,
• als bereits Oskar Schlemmers Ausstellungen verhindert, seine Bilder vernichtet und er selbst als Kunstbolschewist bezeichnet wurde,
• als Paul Klee bereits als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt wurde und emigriert war,
• als Willi Baumeisters Professur bereits von den Nazis gestrichen worden war.

Den gerade genannten wurde die Ehre zuteil, dass man in Neubrück Straßen nach ihnen benannt hat und schon allein ihnen zum Andenken ist es nicht zumutbar, dass einem Mann, der ihre Verfolgung und Herabwürdigungen offensichtlich unterstützte oder zumindest billigte, die gleiche Ehre zugestanden wurde oder in Zukunft wird.
Um Lersch richtig einordnen zu können, muss man sich leider mit seinem Werk beschäftigen. Dazu gehören auch seine Reden, so schwer es einem überzeugten Linken auch fällt.
Zum Beispiel die „Rede zu Ehren des Führers“, die Lersch 1934 vor einer Versammlung von Arbeitern hielt. Mit viel Pathos pries er Hitler als Führer, der die Deutschen „aus allen Stämmen, blutverbunden“ zusammengeschweißt habe, so dass sie und die „Helden der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei […] das Gigantenwerk unseres Führers“ feiern könnten. Hitler habe die Arbeiter aus der Sklaverei befreit und „seine Hände weisen uns in das Land des Nationalsozialismus“.
So hört sich weder ein Mitläufer noch ein überzeugter Katholik an, so hört sich ein verbaler Brandstifter an, nachdem einfach nichts benannt sein darf.

Punkt 1 des Antrags stand heute (21.06.18) endlich zur Abstimmung und wurde von DIE LINKE, der SPD und den Grünen gegen die Stimmen von CDU und AfD beschlossen.

Es handelt sich hierbei nur um den Prüfauftrag an die Verwaltung, ob die Voraussetzungen für eine Umbenennung gegeben sind.

Sich bereits dem zu verweigern wirft auf die Kalker CDU kein gutes Licht.

wm-spielplan-2018Nach dem großen Erfolg und vielen positiven Rückmeldungen auf den EM-Spielplan 2016, stellt DIE LINKE. Fraktion in der Bezirksvertretung Kalk in diesem Jahr einen WM-Spielplan zum Download, Ausdrucken, Verteilen und Teilen zur Verfügung. DIE LINKE. hofft, dass ihr keine Tippfehler unterlaufen sind, denn während der 64 Spiele werden sich eh einige vertippen.

Download: WM-spielplan-2018 (pdf 1,7MB)