Allein die auf den 1. Juli vorgezogene Abschaffung der EEG-Umlage habe eine Größenordnung von etwa 6,6 Milliarden Euro, musste ich heute auf mehreren Nachrichten-Websites lesen.

Wenn das gleichmäßig auf jede Einwohnerin aufgeteilt würde, hätte jede in Deutschland eine Entlastung von rund 6,60€ monatlich.

Es wird aber nicht gleichmäßig unter den Einwohnerinnen aufgeteilt, denn es profitieren auch (energieintensive) Industrie und Gewerbebetriebe.

Wer viel Strom verbraucht, wird stärker entlastet als die Stromsparerin. Das entspricht zwar der derzeitigen Strompreislogik, aber auch die ist unsozial und klimafeindlich.

Wenn also die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang sagt, man müsse jetzt kurzfristig und zielgerichtet die Menschen entlasten, sieht man auf wen die Koalition zielt.

Zitat: „Das ist ein starkes Paket, mit dem wir für die ganze Gesellschaft ein Angebot haben, und ich glaube gerade in schwierigen Zeiten eine Form von Sicherheitsanker bieten für die Menschen in diesem Land.“

Übersetzung: „Das ist ein starkes Wirtschaftsförderungspaket, mit dem wir für den oberen Teil der Gesellschaft ein Angebot haben, und ich glaube gerade in schwierigen Zeiten eine Form von Sicherheitsanker bieten für die Wirtschaft in diesem Land.“

Neben diesem unsozialpolitischen Effekt ist es auch noch im Kampf gegen die Erderhitzung kontraproduktiv mit dem pauschalen Wegfall der EEG gerade die größten Stromverbraucher am meisten zu entlasten. Die Streichung der EEG auf echten Ökostrom (für den sie nie hätte erhoben werden dürfen) wäre hier die klimapolitisch effektivere Lösung gewesen. Die 6,6 Milliarden hätte man den Menschen (bis zum Facharbeiterlohn) auszahlen sollen. 

So wäre auch sichergestellt, dass sie nicht in die Gewinne der Energieunternehmen fließen, falls diese die Preissenkung nicht an die Kundinnen weitergeben.

Warum Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Sozialhilfe nur einen einmaligen Zuschuss von 100 Euro bekommen und damit weiterhin die kommunalen Haushalte belasten, bleibt ein Geheimnis der altbekannten rot-grünen Hartz IV-Logik.

Die Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrag bei der Einkommensteuer um 200 Euro auf 1200 Euro macht sich ebenfalls bei höheren Einkommen stärker bemerkbar als bei niedrigen. Wenn jemand nur den Eingangssteuersatz von 14 Prozent auf diese 200€ spart (also 28€ JÄHRLICH) oder den Spitzensteuersatz von 42 Prozent (also 84€ jährlich) ist ein Einkommensvorteil von 200 Prozent. Kurz der mit dem hohen Einkommen spart 3 mal so viel Steuer, wie der mit dem niedrigen. 

Leute die nicht einkommensteuerpflichtig sind, also derzeit weniger als 1000€ monatlich verdienen, gehen leer aus.

Ja, ich weiß, dass man um die Uhrzeit und wenn man sich aufregt gar nicht bloggen sollte. Aber mein Therapeut meint „Was draußen ist liegt nachts nicht auf der Seele“. Entschuldigt also bitte eventuelle Rechtschreibfehler oder Rechenfehler. Danke

Kein Sex ist auch eine Lösung

Veröffentlicht: 24. Februar 2022 von haeppi in Nicht kategorisiert

Sexuelle Fortpflanzung sorgt eigentlich unter anderem dafür, dass sich schädliche Mutationen nicht so stark ansammeln. Manchen Tierarten, wie zum Beispiel einigen Hornmilbenarten, ging der Sex jedoch im Laufe der Evolution verloren und die asexuelle Fortpflanzung durch Klone setzte sich durch. Bisher war es wissenschaftlicher Konsens, dass der Wechsel zu einer schrittweisen Ansammlung schädlicher Mutationen führt und das Aussterben der Art nach sich zieht. Nun haben Forscher der Universitäten Göttingen und Lausanne herausgefunden, dass es bei oben bereits genannten Hornmilben anders ist. Wenn sie sehr lange asexuell sind, können sie schädliche Mutationen besser loswerden als ihre Verwandten, die sich sexuell fortpflanzen.

Nun haben Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Lausanne herausgefunden, dass es bei Hornmilben (Oribatiden), einer im Boden häufigen Tiergruppe, anders ist. Hornmilbengruppen, die sehr lange asexuell sind, können schädliche Mutationen besser wieder loswerden als ihre Verwandten, die sich sexuell fortpflanzen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

Bisher wurden nur Tierarten untersucht, bei denen der Verlust von Sex relativ kurz zurückliegt“, erklärt Erstautor Alexander Brandt, von der Arbeitsgruppe Tierökologie am Johann-Friedrich-Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen. Um die Konsequenzen, die ein Verlust von Sex auf lange Sicht mit sich bringt zu untersuchen, haben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen das Erbgut verschiedener sexueller und uralt-asexueller Hornmilben sequenziert und analysiert. Dabei sind sie zu dem überraschenden Ergebnis gekommen, dass uralt-asexuelle Hornmilben die schädlichen Mutationen besser loswerden können.

Oribatiden eignen sich für diese Fragestellung besonders gut, da Sex innerhalb dieser Tiergruppe mehrmals unabhängig voneinander verloren gegangen ist und dies jeweils mehrere Millionen Jahre zurückliegt“, so Dr. Jens Bast, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Lausanne und Seniorautor der Studie. „Dass asexuelle Hornmilben schädliche Mutationen besser abwenden bedeutet, dass Oribatiden eine Besonderheit aufweisen müssen, die ihnen das Überleben mit asexueller Reproduktion über evolutionär lange Zeiträume ermöglicht“, ergänzt Brandt.

 Über die Natur dieser Besonderheit können die Forscher und Forscherinnen bisher nur spekulieren: Möglicherweise spielen die Populationsgrößen der Hornmilben eine wichtige Rolle. Die Anzahl der Tiere in einer Population hat, genau wie die Mischung von Erbgut, einen starken Einfluss darauf, wie effektiv natürliche Selektion der Ansammlung schädlicher Mutationen entgegenwirkt. Die Tatsache, dass Populationen asexueller Hornmilbenarten im Durchschnitt deutlich größer sind als die sexueller Arten legt nahe, dass die effektive natürliche Selektion tatsächlich durch ihre besonders großen Populationen bedingt wird. Somit war zumindest für einige Hornmilbenarten das Überleben ohne sexuelle Fortpflanzung über Jahrmillionen hin möglich.

 Originalveröffentlichung: Brandt et al., Effective purifying selection in ancient asexual oribatid mites, Nature Communications 2017
 doi: 10.1038/s41467-017-01002-8

 

Kalk Links

Wir dokumentieren hier eine Stellungnahme von attac Köln zum so genannten „Mediations-Ergebnis“ zum Thema Klimawende Köln. attac bezeichnet das Ergebnis des sogenannten Mediationsgesprächs zwischen zE1Y4Ewy_400x400einigen Protagonist*innen der „Klimawende“ und der RheinEnergie als einen Schlag ins Gesicht der basisdemokratischen Klimabewegung und der Idee von bürger*innennaher, direkter Demokratie an sich.

Das sogenannte Mediationsergebnis der Initiative Klimawende reicht nicht aus, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten. Es ist inhaltlich völlig inakzeptabel.Die Rheinenergie sagt lediglich zu, dass bis 2035 alle
Kunden mit 100 % erneuerbarem Strom beliefertwerden, wenn bis dahin deutliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene eingetreten sind. Und wenn nicht?

Die Forderung des Bürgerbegehrens war klar:
Die Rheinenergie verkauft ab 2030 nur noch 100ProzentÖkostrom und die Stadt Köln tut alles in ihrer Machtstehende, diesen Prozess zu unterstützen und durchzusetzen.Das jetzige Mediationsergebnis akzeptiertaber, was bei der Rheinenergie unter

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Gegen die Benachteiligungen der Veedel zu Gunsten einer Touristen-City. Es wird Zeit für Nippes, Ehrenfeld und Kalk sich dagegen zu wehren, dass sie zur Deponie degradiert werden für alles, wass die Innenstadt nicht will.

Kalk Links

Die Bezirksvertretung Kalk beschloss auf ihrer Sitzung am 02. September in Ihrer Weisheit einen Antrag der Fraktion DIE LINKE. anzunehmen und leicht dahingehend zu modifizieren, dass sich der Rat und die zuständigen Fachausschüss damit zu beschäftigen hätten. DIE LINKE. hatte beantragt,

  • die Verwaltung zu beauftragen, in Absprache mit der Bezirksvertretung Abstellflächen für E-Scooter und andere Elektrokleinstfahrzeuge im Stadtbezirk Kalk zu definieren.
  • Das Abstellen von E-Scootern und andere Elektrokleinstfahrzeuge sei dann analog zu PKW-Parkplätzen nur noch auf diesen Flächen zulässig.
  • Die Abstellflächen seien so einzurichten, dass der Raum für Fuß-und Radverkehr und den ÖPNV nicht beschnitten wird und keine weitere Versiegelung erfolgt.

aus dem letzten Punkt wird indirekt klar, dass wohl in erster Linie PKW-Parkplätze dafür herhalten müssen.

DIE LINKE begründet das damit, dass es seit der überhasteten Zulassung der E-Scooter für den Straßenverkehr in Deutschland im Juni 2019 zu einer Vielzahl von Konflikten komme. e-scooter-Sharepic

Tatsächlich schränken auf Bürgersteigen abgestellte E-Scooter…

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Diese Verwaltung ist am Ende

Veröffentlicht: 25. August 2021 von haeppi in Kalk, Köln, Politik, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung
Schlagwörter:, ,

Nicht nur, dass die städtische Verwaltung sich weder an Beschlüsse der Bezirksvertretungen hält (siehe zum Beispiel die Toilette am Wiener Platz) oder Beschlüsse des Stadtrates ignoriert (siehe Ankauf Otto & Langen Gelände) nein, sie arbeitet auch untereinander nicht korrekt zusammen. Die Oberbürgermeisterin hat einen Haufen von Beigeordneten um sich herum in den Stadtvorstand wählen lassen und einen Kreis von Amtsleiterinnen ernannt, die augenscheinlich zu großen Teilen weder team- noch demokratiefähig sind.

Das jüngste Beispiel liefert Baudezernent Markus Greitemann, der sich gerne als der Mann präsentiert, der „aus den Gummistiefeln“ kommt. (Zitat: KSTA 21.05.2019 Artikel: „„Kölner Perspektiven 2030“ Reker will öffentlich über Stadtstrategie diskutieren“)

Erst durch einen Artikel des Kölner Stadtanzeigers vom 25.08.2021 [leider derzeit hinter einer Bezahlschranke] kam heute heraus, dass obiger Herr Greitemann Informationen über Bauabsichten der Polizei in Kalk verfügte und diese nicht weitergab. PAGE-7755044_kl

Um was geht es?

Auf dem Gelände gegenüber dem Polizeipräsidium in Kalk soll eine Gesamtschule errichtet werden, doch tatsächlich plant die Polizei dort einen Erweiterungsbau.

Letztes Jahr hatte der Stadtrat die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans beschlossen, in dem der Gesamtschulbau in Kalk mit hoher Priorität aufgeführt wird. Da wusste Beigeordneter Greitemann bereits, dass das entsprechende Grundstück längst von der Polizei beansprucht wird. Greitemann ließ den Stadtvorstand, die Politik und die Bevölkerung im Glauben, dass die Fläche eventuell für ein Interim der Technischen Hochschule benötigt würde und anschließend für einen Gesamtschulbau zur Verfügung stehen könnte Er versäumte es nicht nur die lästige Politik zu informieren, sondern auch den Schuldezernenten Robert Voigtsberger, der nun ziemlich belämmert dasteht.

Eigentlich informierte er niemanden außer vielleicht seinen Hund (wenn er einen hat) und so nahm die Stadt Köln öffentlich Stellung zu den polizeilichen Bauplänen, dass die Stadt nicht in die Planungen für die Erweiterung des Polizeipräsidiums einbezogen worden sei. War sie in Form von Greitemann wohl und so steht auch das Presseamt ziemlich dumm da.

In letzter Zeit ist in Köln, der Großstadt, die eine Architektin zur Stadtdirektorin machen muss, damit man sie als Verkehrsdezernent los wird, viel über die Qualifikation zum Dezernenten diskutiert worden (Jörg Frank durfte deshalb nicht Kämmerer werden und wie man hört hätte der gewählte Niklas Kienitz deshalb nicht Stadtentwicklungsdezernent werden dürfen). Hier sieht man eklatantes Fehlverhalten im Amt und wohin es führt, wenn Beigeordnete nach Parteibuch bestimmt werden. Greitemann fährt auf dem Ticket der CDU und ignoriert den auf SPD-Ticket fahrenden Schuldezernenten und die von den Grünen aufgestellte Oberbürgermeisterin, die jetzt endlich tätig werden muss.

Viel schlimmer als diese Verwaltung ist nur noch das Chaos, das sie anrichtet und welches die Schülerinnen in Köln und ihre Eltern ausbaden müssen.

Kleine Naturdetektive bewahren die Umwelt

Veröffentlicht: 6. Mai 2021 von haeppi in Für Sie gelesen, Garten, Tierschutz, Umwelt
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Mitmachaktionen für Familien und kindgerechte Tipps zum Naturschutz mit der Biene Maja

Wie erklärt man Kindern den Umweltschutz so, dass es auch Spaß macht? Dank der Initiative Projekt Klatschmohnwiese mit der Biene Maja gelingt es Familien ganz leicht, die Natur zu schützen und Kinder für die Bedeutung des Artenschutzes zu sensibilisieren. Die Webseite stellt für sie kindgerechte Informationen über Insekten und deren Schutz bereit. Dort finden Eltern außerdem unterhaltsame Familienaktionen und Bastelanleitungen, wie beispielsweise das Familienprojekt Traumhaus für Insekten oder die Mitmachaktion Insektensommer des NABU, Naturschutzbund Deutschland e. V., für den Die Biene Maja Botschafterin ist.

Die Biene Maja auf der Klatschmohnwiese
(Studio 100 Media GmbH)

Insekten sind unverzichtbar für unsere Umwelt und brauchen unseren Einsatz, um gefährdete Arten zu erhalten. Damit die Krabbler weiterhin fröhlich in Gärten und Wiesen summen und brummen, ist es wichtig, unseren Kindern den Insektenschutz ans Herz zu legen. Die Biene Maja ist im Rahmen ihrer Initiative „Projekt Klatschmohnwiese“ hilfsbereit wie immer zur Stelle, sodass jeder mitmachen kann.

„Warum erklärst du’s mir nicht? Aber so, dass ich dich auch wirklich verstehe“, fragt die neugierige Maja in der TV-Serie. Für wissbegierige Familien stellen Die Biene Maja und die mitgliederstärkste deutsche Umweltorganisation NABU im Projekt Klatschmohnwiese ökologisches Know-how bereit. Gemeinsam mit ihren Kindern können Eltern sich auf der Webseite www.diebienemaja-bienenschutz.de umfassend zum Thema Insektenschutz informieren, Tipps zur bienenfreundlichen Bepflanzung von Balkon und Garten einholen und sich für weitere Mitmachaktionen, Spiel- und Bastelanleitungen inspirieren lassen. Die Hauptattraktionen sind der NABU-Insektensommer und die Aktion Traumhaus für Insekten.

Als Botschafterin für die Mitmachaktion Insektensommer des NABU motiviert Maja Klein und Groß, sich näher mit dem Thema Artenschutz auseinanderzusetzen. Der Insektensommer soll den Insektenschutz und die Wissenschaft unterstützen und auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam machen. Im Juni und August können Familien und Naturfreunde zu fleißigen Bienchen werden und für Maja und ihre Insektenfreunde Gutes tun. Mit Freunden, der Familie oder im Rahmen einer vom NABU organisierten Exkursion zählen Naturfreunde Insekten, melden diese an den NABU und können dabei tolle Preise gewinnen.

Ein Traumhaus für Insekten selber zu bauen, macht nicht nur stolz, sondern auch richtig Spaß. Auf Majas Webseite gibt es nicht nur eine Bauanleitung, sondern eine komplette Spielanleitung rund um das Traumhaus für Insekten. Die ganze Familie kann mitmachen: Mama oder Papa, Oma oder Opa und natürlich die Kinder beweisen sich unter Majas Anleitung als Insektenretter, Architekten, Manager, Hausmeister und Forscher.

An Imbolg wird die Düsternis vertrieben

Veröffentlicht: 31. Januar 2021 von haeppi in Garten, Gedanken, Kultur, Nicht kategorisiert

In der Nacht vom 1. Februar auf den 2. Februar wird Imbolg gefeiert. Es ist zusammen mit Beltane, Lughnasadh und Samhain eines der vier großen Feste.

Obgleich die Natur noch in winterlicher Starre verharrt, werden die Tage schon merklich länger, und unmerklich steigt bereits der Saft in die Bäume. Die Sonne geht jeden Tag ein bißchen früher auf und kommt schon wieder über manche Berggipfel. Auch abends ist es ist es länger hell.

Imbolc ist ein Fest, an welchem wir uns erinnern sollen an das durch und durch Lebendige, die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken. Wir brauchen uns nur vorstellen, wieviel Energie es braucht, dass unserer Bäume wieder zum sprießen anfangen, oder die Blumen durch die Schneedecke durchbrechen. 

Wieviel Lebenswillen, wieviel Lust!

Ab und zu „riecht“ es schon ein wenig nach Frühling, irgendwie nimmt die „Lebenskraft“ spürbar zu. Der zentrale Aspekt des Imbolg-Festes liegt auf Erneuerung, Neubeginn, Licht, Fruchtbarkeit, Jugend und Frische. Daher ist die Farbe dieses Festes auch ein strahlendes Weiß.
Nun kann man beginnen, sich auf allen Ebenen vom Winter zu verabschieden und sich auf die Frühlingsfreuden vorzubereiten. Jetzt werden Pläne geschmiedet und Ideen geboren.
Es wird noch nichts in die Tat umgesetzt, denn alles, was nun zu früh nach „Außen” drängt, muss sich mit den letzten Frösten und bevorstehenden Frühjahrsstürmen auseinander setzen. Nun beginnt aber zum einen die Zeit für das konkrete Andenken aber eben auch noch eine Zeit des Stillhaltens und letzten Wartens, wenn es auch schwerfällt.

Straßenbäume im direkten Lebensumfeld könnten das Risiko für Depressionen in der Stadtbevölkerung reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), der Universität Leipzig (UL) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU).
Straßenbäume in städtischen Wohngebieten zu pflanzen könnte demnach eine effektive und preiswerte naturbasierte Lösung sein, um psychische Krankheiten, den lokalen Klimawandel und den Verlust biologischer Vielfalt zu bekämpfen. Stadtplaner, Gesundheitsexperten und Naturschützer sollten diese Maßnahme öfter in Betracht ziehen.
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Depressionen sind seit längerem auf dem Vormarsch – insbesondere in städtischen Gebieten. Die aktuelle Seuche verstärkt dieses Phänomen noch zusätzlich. Einen Einfluss auf das seelische Wohlbefinden hat unter anderem das direkte Lebensumfeld. Frühere Studien haben gezeigt, dass Grünflächen sich hier positiv auswirken. Jedoch stützen sich die meisten dieser Studien auf Selbsteinschätzungen von Befragten, was einen Vergleich und Verallgemeinerungen der Ergebnisse schwierig macht.

Ein interdisziplinäres Forschungsteam von UFZ, iDiv, UL und FSU hat für dieses Problem eine Lösung gefunden und einen objektiven Indikator genutzt: Die Zahl der Verschreibungen von Antidepressiva. Um herauszufinden, ob eine bestimmte Art von „alltäglichem“ Grün die psychische Gesundheit positiv beeinflussen könnte, wählten die Forscher ein in europäischen Städten sehr typisches Element der Stadtnatur: Straßenbäume. Dabei konzentrierten sie sich auf die Frage, wie sich die Anzahl und Art der Bäume und ihre Nähe zum Wohnort zur Anzahl der verschriebenen Antidepressiva verhielt.

Die Forscher setzten die Daten von fast 10.000 erwachsenen Einwohnern der Stadt Leipzig, die an der LIFE-Gesundheitsstudie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig teilgenommen hatten, mit räumlich genauen Daten zu Straßenbäumen der Stadt Leipzig in Beziehung. So konnten die Forscher den Zusammenhang zwischen Antidepressiva-Verordnungen und der Anzahl der Straßenbäume in unterschiedlichen Entfernungen von den Wohnorten der Menschen ermitteln. Weitere für Depressionen bekannte Faktoren wie etwa Beschäftigungsstatus, Geschlecht, Alter und Körpergewicht wurden aus den Ergebnissen herausgerechnet.

In einem kürzlich erschienenen Artikel in der Zeitschrift Scientific Reports zeigen die Forscher, dass mehr Bäume in unmittelbarer Umgebung des Hauses (unter 100 Meter Entfernung) häufig mit einer geringeren Zahl von Antidepressiva-Verschreibungen einhergingen. Dieser Zusammenhang war besonders klar für sozial benachteiligte Gruppen, die in Deutschland am gefährdetsten gelten, an Depressionen zu erkranken. Straßenbäume in Städten könnten also als einfache naturnahe Lösung für eine gute psychische Gesundheit dienen, schreiben die Forscher. Die verschiedenen Baumarten scheinen dabei keine signifikante Rolle zu spielen.

Unser Ergebnis deutet darauf hin, dass Straßenbäume dazu beitragen können, die Lücke der gesundheitlichen Ungleichheit zu schließen“, sagt die Hauptautorin der Studie Dr. Melissa Marselle. „Das ist eine gute Nachricht, da Straßenbäume relativ leicht zugänglich sind, und ihre Zahl ohne großen planerischen Aufwand erhöht werden kann.“ Als Umweltpsychologin führte sie die Forschung am UFZ und am iDiv durch und ist nun an der De Montford University in Leicester, Großbritannien, tätig. Marselle hofft, dass die Forschungsergebnisse „Gemeinderäte und städtische Behörden dazu veranlassen, Straßenbäume in städtischen Gebieten zu pflanzen, um die psychische Gesundheit zu verbessern und soziale Ungleichheiten zu verringern“. Straßenbäume sollten laut Marselle gleichmäßig in Wohngebieten gepflanzt werden, um sicherzustellen, dass diejenigen, die sozial benachteiligt sind, den gleichen Zugang haben, um von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

Die meisten Planungsrichtlinien für städtische Grünflächen beschränken sich auf Erholungsräume, die extra aufgesucht werden müssen, wie etwa Parks“, ergänzt Dr. Diana Bowler (iDiv, FSU, UFZ), Datenanalystin im Team. „Unsere Studie zeigt aber, dass die alltägliche Natur in der Nähe des Hauses – die Artenvielfalt, die man beim Blick aus dem Fenster sieht oder wenn man zu Fuß oder mit dem Auto zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen geht – genauso wichtig für die psychische Gesundheit ist.“ Diese Erkenntnis sei gerade jetzt in Zeiten der Corona-Lockdowns von besonderer Bedeutung, fügt Bowler hinzu.

Dieser wissenschaftliche Beitrag kann eine Grundlage für Stadtplaner sein, um insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und in zentralen Stadtbereichen die Lebensqualität für die Bewohner zu erhalten und möglicherweise zu verbessern“, ergänzt Toralf Kirsten, Professor für Informatik an der Universität Leipzig. Deshalb solle dieser Aspekt bei der Neugestaltung und Planung von Stadtgebieten berücksichtigt werden. „Ein gesundes Leben für alle Lebewesen ist unser höchstes Gut“, sagt Kirsten.

Und es ist nicht nur die menschliche Gesundheit, die von Baumpflanzungen profitieren könnte. „Mehr Straßenbäume in städtischen Wohngebieten können als sogenannte naturbasierte Lösung nicht nur zur Förderung der psychischen Gesundheit gesehen werden, sondern auch als Beitrag zum Klimaschutz und zur Erhaltung der Biodiversität“, sagt Senior-Autorin Prof. Aletta Bonn, Leiterin des Departments für Ökosystemdienstleistungen bei UFZ, iDiv und FSU. „Um diese Synergieeffekte zu erzielen, braucht es nicht einmal große, neue Parks: Mehr Bäume entlang der Straßen können einen wesentlichen Beitrag leisten – eine verhältnismäßig kostengünstige Lösung für Klima, Gesundheit und Natur.“

Originalpublikation:
Melissa R. Marselle, Diana Bowler, Jan Watzema, David Eichenberg, Toralf Kirsten & Aletta Bonn (2020): Urban street tree biodiversity and antidepressant prescriptions, Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-020-79924-5

Der Große Wiesenknopf ist die 42. Blume des Jahres

Veröffentlicht: 21. Oktober 2020 von haeppi in Nicht kategorisiert

Seine Bestände sind rückläufig, sein Zuhause bedroht: Mit der Wahl des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres setzt sich die Loki Schmidt Stiftung für den Erhalt seines artenreichen Lebensraumes, das extensiv genutzte Grünland, ein. Die Bekanntgabe der „Blume des Jahres“
fand am 21.10.2020 im Botanischen Sondergarten Wandsbek im Beisein der prominenten Stiftungs-Botschafter John Langley und Lothar Frenz, Geschäftsführer Axel Jahn, Leiterin des Projektes „Blume des Jahres“ Paula Höpfner und Helge Masch, Leiter des Sondergartens, statt.

Bunte Blumen, umherschwirrende Bienen, Schmetterlinge und Libellen: Der Anblick
artenreicher Wiesen mag noch einigen vertraut vorkommen. Extensives, also schonend genutztes Grünland ist in den letzten 50 Jahren jedoch massiv zurückgegangen. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Der Blüten- und
Strukturreichtum des Grünlands, insbesondere der Feucht- und Nasswiesen, bietet nicht nur dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), sondern zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Schlangen-Knöterich und der Kohl-Kratzdistel, dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, und seltenen Schmetterlingsarten. Unsere Blühwiesen – tierisch wichtig!

Aufgrund der maschinell schwierig durchzuführenden Bewirtschaftung und des relativ geringen Ertrags wurde vielerorts die klassische Heugewinnung auf solchen Standorten aufgegeben.
Unter den heutigen Marktbedingungen sind sie unwirtschaftlich geworden. Stattdessen
wurden viele dieser Wiesen trockengelegt, intensiv beweidet oder zu Äckern umgebrochen.
Anderenorts wurde die Bewirtschaftung ganz aufgegeben. Schilf, Hochstauden und Gehölze traten an die Stellen der bunten Wiesenblumen.
Mit der Benennung des Großen Wiesenknopfes zur Blume des Jahres möchte die Loki Schmidt Stiftung auf die komplexen Probleme der Intensivierung der Grünlandwirtschaft aufmerksam
machen. Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt. Lebensräume wie diese zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen.

Im kommenden Jahr möchte die Loki Schmidt Stiftung gemeinsam mit ihren Spender*innen ein Zeichen für Natur- und Klimaschutz setzen, extensives Grünland schonend offenhalten und als Stiftungsland dauerhaft sichern.
Wer sich umfassend über den Großen Wiesenknopf und seinen gefährdeten Lebensraum Grünland informieren möchte, für den hat die Stiftung verschiedene Informationsmaterialien erarbeitet. Mit faszinierenden Naturaufnahmen und informativen Texten gibt eine hochwertig
gestaltete, ausführliche Broschüre einen Einblick in den Lebensraum und beleuchtet dabei auch die zwei Schmetterlingsarten, den Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die auf
besondere Art und Weise von der Blume des Jahres abhängig sind.

Quelle: http://www.loki-schmidt-stiftung.de

Umweltpolitik hat oft unerwünschte Nebenwirkungen

Veröffentlicht: 19. März 2020 von haeppi in Forschung, Politik, Umwelt

„Gut gemeint“ ist nicht gleich „gut gemacht“: Diese Weisheit trifft auch auf Weichenstellungen in der Umweltpolitik zu. Denn allzu oft entfalten diese Nebenwirkungen, die ihrem eigentlichen Zweck sogar völlig zuwiderlaufen können. Eine aktuelle Sonderausgabe der Zeitschrift Environmental Research Letters widmet sich diesem drängenden Problem. Inhaltlich konzipiert wurde sie von Wissenschaftlern der Universität Bonn mit internationalen Partnern.

Bioplastik: das klingt grün, nachhaltig und umweltfreundlich. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Zwar sind Kunststoffe aus Mais, Weizen oder Zuckerrohr grundsätzlich nahezu klimaneutral. Außerdem schonen sie die schwindenden Erdöl-Vorkommen. Und dennoch könnte eine konsequente Umstellung von herkömmlichem Plastik auf die Öko-Alternative für die Umwelt eine schlechte Nachricht sein – zumindest beim heutigen Stand der Technik. Denn irgendwo müssen die pflanzlichen Ausgangsstoffe schließlich herkommen. Als Konsequenz würden vermutlich vermehrt Waldflächen zu Ackerland umgewandelt. Wälder binden aber erheblich mehr Kohlendioxid als etwa Mais oder Zuckerrohr – alles in allem kein guter Deal für das Weltklima, von anderen Konsequenzen wie steigenden Nahrungsmittelpreisen ganz zu schweigen.

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Die Grafik zeigt den Flächenverbrauch der EU außerhalb ihrer Grenzen für den Anbau von Pflanzen, die
© Martin Bruckner et al 2019 Environ. Res. Lett. 14 045011 doi: https://doi.org/10.1088/1748-9326/ab07f5

In der Spezialausgabe der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ finden sich eine Reihe derartiger Beispiele. Sie zeigen, dass die Rezepte gegen Klimawandel und Umweltzerstörung oft nicht so einfach funktionieren, wie sie am Reißbrett geplant wurden. „Es ist daher wichtig, die möglichen unerwünschten Folgen bereits im Vorfeld abzuschätzen und gegebenenfalls schnell die Reißleine zu ziehen“, betont Dr. Jan Börner, der an der Universität Bonn die Professur für Ökonomik Nachhaltiger Landnutzung und Bioökonomie bekleidet. „Dazu müssen wir besser verstehen, wie solche so genannten Spillover-Effekte entstehen und wie sie sich vermeiden lassen. Unser Sammelband soll dazu einen Beitrag leisten.“

Computermodelle als Entscheidungshilfe

Doch die Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind komplex. Eine wichtige Entscheidungshilfe vor der Umsetzung politischer Maßnahmen sind daher Computermodelle: Sie erlauben zwar nicht die exakte Vorhersage, welche Konsequenzen eintreten werden. „Dazu ist ihre Treffsicherheit zu gering“, erklärt Börner. „Im Gegensatz etwa zu physikalischen Simulationen spielen in Systemen mit menschlichen Akteuren psychologische und soziologische Faktoren eine große Rolle. Und die lassen sich einfach schlecht prognostizieren.“ Immerhin können Politik-Simulationen aber aufzeigen, welche Folgen eine umweltpolitische Entscheidung haben könnte. Und damit zum Beispiel Anstöße geben, durch welche flankierenden Maßnahmen sich unerwünschte Nebenwirkungen am besten reduzieren ließen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich dabei oft um Fernwirkungen handelt: Die Entscheidung, fossile gegen biogene Rohstoffe auszutauschen, wirkt sich zwar positiv auf die deutsche Kohlendioxid-Bilanz aus. Sie sorgt aber gleichzeitig dafür, dass Deutschland mehr Biomasse importieren muss und dass daher in Regionen wie Südamerika und Südostasien zusätzliche Waldflächen der Landwirtschaft geopfert werden. Durch derartige Effekte hat sich der ökologische Fußabdruck, den die EU durch ihre Importe in anderen Ländern generiert, in den letzten Jahren messbar vergrößert, zeigt eine Studie in der Sonderausgabe. Meist entstehen diese ökologischen Kosten zudem in Ländern mit einer schwachen Umwelt-Gesetzgebung. Dadurch ist die Netto-Wirkung einer solchen Politik umso verheerender.

Prof. Börner fordert daher auch eine Stärkung der Nachhaltigkeitsrichtlinien in internationalen Abkommen. „Wir müssen auf globaler Ebene diskutieren, wo es sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht effizient ist, bestimmte Produkte herzustellen“, sagt er. „Wenn dadurch in manchen Regionen Märkte wegbrechen, müssen wir zudem über geeignete Kompensationsmechanismen nachdenken.“ Der sich momentan abzeichnende Trend zu bilateralen Abkommen sei aus dieser Sicht wenig hilfreich. „Wir benötigen internationale Umwelt- und Handelsabkommen, zu denen sich möglichst viele Akteure verpflichten.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Jan Börner
Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik
Universität Bonn
Tel. 0228/733548
E-Mail: jborner@uni-bonn.de


Originalpublikation:

Focus on Leakage: Informing Land-Use Governance in a Tele-Coupled World; Environmental Research Letters; https://iopscience.iop.org/journal/1748-9326/page/Leakage-Land-Use