Archiv für die Kategorie ‘Höhenberg’

Zur nächsten Sitzung (hier zur Tagesordnungder Kalker Bezirksvertretung hat die Fraktion DIE LINKE heute eine Anfrage eingereicht. Hier der Text:

Im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) befindet sich unter anderem folgender Text unter

§8 Satz 3:

Für die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr sind die von den Ländern benannten Behörden (Aufgabenträger) zuständig.
Der Aufgabenträger definiert dazu die Anforderungen an Umfang und Qualität des Verkehrsangebotes, dessen Umweltqualität sowie die Vorgaben für die verkehrsmittelübergreifende Integration der Verkehrsleistungen in der Regel in einem Nahverkehrsplan. Der Nahverkehrsplan hat die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Die in Satz 3 genannte Frist gilt nicht, sofern in dem Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden.

Im Nahverkehrsplan werden Aussagen über zeitliche Vorgaben und erforderliche Maßnahmen getroffen. Bei der Aufstellung des Nahverkehrsplans sind die vorhandenen Unternehmer frühzeitig zu beteiligen; soweit vorhanden sind Behindertenbeauftragte oder Behindertenbeiräte, Verbände der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Fahrgäste und Fahrgastverbände anzuhören. Ihre Interessen sind angemessen und diskriminierungsfrei zu berücksichtigen. Der Nahverkehrsplan bildet den Rahmen für die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Länder können weitere Einzelheiten über die Aufstellung und den Inhalt der Nahverkehrspläne regeln.

Trotz umfangreicher Recherche ist es der Fraktion DIE LINKE. nicht gelungen, einen derzeit aktuellen und damit gültigen Nahverkehrsplan für die Stadt Köln zu finden oder zu erhalten.

Das aktuellste was zu finden ist, ist der „Nahverkehrsplan Köln 2003 – 2007“, der zwar in einer unüberschaubaren Anzahl von Vorlagen und Entscheidungen „fortgeschrieben“ wurde, aber als vollständiger, aktueller und gültiger Nahverkehrsplan nicht vorliegt.

DIE LINKE. Fraktion in der Bezirksvertretung Kalk hat dazu die folgenden Fragen, um deren Beantwortung sie bittet:

  1. Welche Konsequenzen zieht die Verwaltung daraus, dass das neue Personenbeförderungsgesetz den europäischen Richtlinien zur Inklusion folgt und vorschreibt, dass bis Januar 2022 alle Bushaltestellen behindertengerecht und barrierefrei ausgebaut sein müssen?

  2. Nach welchen Kriterien werden die Bushaltestellen im Stadtbezirk Kalk in welcher Reihenfolge behindertengerecht und barrierefrei umgebaut werden?

  3. Welche Ausnahmen im Stadtbezirk Kalk werden aus welchen Gründen in einem zu erstellenden Nahverkehrsplan konkret benannt und begründet werden, um die Frist des Gesetzes nicht einhalten zu müssen?

  4. Wann wird die Verwaltung beziehungsweise das Verkehrsunternehmen zur Umsetzung der Maßnahmen Fördermittel beantragen, die ja bis zu 90% der Kosten abdecken können, um aus dem kleiner werdenden Fördertopf noch bedacht zu werden?

  5. Wie realistisch ist es, die Bushaltestelle Kalk Kapelle der Linie 159 in Fahrtrichtung Buchheim zeitgleich und in Abstimmung mit der Umgestaltung der Kalker Hauptstraße behindertengerecht und barrierefrei umzubauen und damit auch die Konfliktsituation zwischen Fußgängern, Radfahren und wartenden Fahrgästen zu entschärfen?

Harren wir nun den Antworten, die hoffentlich irgendwann in den nächsten 6 Jahren vorliegen werden.

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Sozialraumkoordination
Mit dem Ratsbeschluss vom 20.12.2011 ist die Umsetzung des Rahmenkonzeptes „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ befristet bis zum 31.12.2013 verlängert worden. Zum Teil seit 2006 sind in mittlerweile elf Sozialraumgebieten in Köln Koordinierungsstellen, vorwiegend in freier Trägerschaft, eingerichtet worden. Durch die vernetzende, vermittelnde und unterstützende Tätigkeit haben die vor Ort arbeitenden Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraumkoordinatoren in den letzten Jahren dazu beigetragen, die Lebensbedingungen der Menschen in den Sozialraumgebieten zu verbessern. Das Modellprojekt wurde bis 2011 evaluiert und im Abschlussbericht des beauftragten Instituts für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen als erfolgreich bezeichnet.

DIE LINKE teilt diese Meinung!
Augenscheinlich teilt die Stadt diese Meinung nicht, da sie im Haushaltsplanentwurf 2013/14 vorsieht, Personalkosten des Projektes ab dem Jahr 2014 einzusparen und die Aufgaben der Koordinierungsstellen auf die Bezirksjugendpflege übertragen will.

Dargestellt wird dieser Vorschlag zusätzlich mit einem Anflug von Zynismus als Maßnahme zur Stärkung der kommunalen Basisarbeit.
Noch im April letzten Jahres hatten sich Oberbürgermeister Roters, Beigeordnete Dr. Klein und Beigeordnete Henriette Reker in einem Vorwort zum Handlungsleitfaden Sozialraumkoordination äußerst positiv über das inzwischen auch preiswürdige Modellprojekt geäußert und die Sozialraumkoordinatorlnnen als lnformationsdrehscheiben und Bindeglieder zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Bewohnern bezeichnet.

 Nun aber wird unterstellt, dass diese hoch gelobten Leistungen und Aufgaben der Sozialraumkoordinatorlnnen locker von der Bezirksjugendpflege zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben übernommen werden können.

Daraus ergeben sich einige Fragen, ohne deren Beantwortung weder eine Entscheidung des Rates der Stadt Köln noch der Bezirksvertretung über den Haushalt 2013/2014 erfolgen kann. Ohne Kenntnis möglicher Nachteile ist eine informierte Beschlussfassung unmöglich.

Meine Fragen stehen zwar am 15.01.2013 auf der Tagesordnung der Kalker Bezirksvertretung, mit einer schnellen Antwort rechne ich jedoch eher nicht. Hier schon mal zum nach- und vorlesen:

  1. Wie können mehrere Vollzeitstellen auf eine Person konzentriert werden, ohne dass deren bisherige Arbeit und die übertragene Arbeit der bisher handelnden Personen stark eingeschränkt werden muss, bzw. die Qualität erkennbar Schaden nimmt?
  2. Wie kann insbesondere die zeitaufwendige Synergie fördernde Gesprächs- und Kontakttätigkeit der Sozialraumkoordinatoren ab 2014 im gleichen Umfang weitergeführt werden?
  3. Wie kann der zielgruppen-, bereich- und ämterübergreifende Ansatz des Konzepts in Zukunft umgesetzt werden, wenn die Sozialraumkoordination auf eine Abteilung eines einzelnen Fachamtes zurückgeführt wird, statt weiterhin, wie in der Stadtkonferenz „Lebenswerte Veedel-Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ diskutiert und angeregt, eine breitere Anbindung anzustreben ?
  4. Wie können Themen der besseren Teilhabe und der Bürgerbeteiligung wie beispielsweise Seniorentreffs aus der Jugendpflege heraus angemessen bearbeitet werden?
  5. In den Sozialräumen des Stadtbezirks sind Wohnungsfragen, Probleme des demographischen Wandels und Gentrifizierung teilweise von zentraler Bedeutung. Wie können diese Themen der Sozialraumkoordination nach Wegfall von personellen Ressourcen mit der nötigen lntensität allein aus der Jugendpflege heraus bearbeitet werden?

Das letzte LKW-Führungskonzept der Stadt Köln stammt von 1992. In 20 Jahren hat sich das Straßennetz im Stadtgebiet in einigen Bereichen deutlich verändert. Es wurden neue Straßen gebaut, die einerseits für den LKW-Verkehr eine wesentliche Verbesserung ge-bracht und andererseits Wohngebiete verkehrlich entlastet haben. Als Beispiel sei hier die „Straße des 17. Juni“ im CFK-Gelände genannt, wodurch Vietorstraße und Kalk-Mülheimer-Straße optimal umfahren werden können.

Schon an diesem Beispiel erkennt man, dass eine Aktualisierung des LKW-Führungskonzeptes dringend notwendig ist. Ziel ist es, Routen festzulegen, auf denen sich der LKW-Durchgangsverkehr bewegen soll. Dies hat in aller Regel empfehlenden Charakter und wird nur im begründeten Ausnahmefall mit restriktiven Eingriffen durchgesetzt. Man kann auch von einer Positiv-Liste sprechen.

DIE LINKE, die Grünen und auch die SPD in Kalk wollen dem LKW-Durchgangsverkehr so wenig Routen wie möglich empfehlen und brachten einen gemeinsamen Änderungsantrag ein. Dieser favorisiert die strengste Durchfahrtsverbotszone für LKW über 7,5 t bis zum Autobahnring und damit im Bezirk Kalk für die Stadtteile Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst, Ostheim und einen kleinen Teil Merheims. Darüber hinaus sollen die Lützerathstraße samt Rösrather Straße zwischen Neubrück und Bensberger Straße sowie die Eiler Straße und der Rather Mauspfad nicht als LKW-Empfehlungen dargestellt werden. Dadurch wird auch der Neubrücker Ring vom LKW-Durchgangsverkehr entlastet. Das ist wichtig, weil er genau zwischen dem Siedlungsgebiet Neubrück und dessen so ge-nannten Frischluftschneisen verläuft.

Wichtig ist aber auch, dass unsere Straßen hauptsächlich von LKW verschlissen werden. So gibt Straßen.NRW an, dass ein LKW mit zweimal zehn Tonnen Achslast die gleiche Zerstörungswirkung wie 60.000 PKWs hat.

Kommunale Straßen müssen mit kommunalem Geld saniert werden. Sollen die LKW da fahren und verschleißen, wo eine Maut erhoben wird und nicht da, wo sie den Stadthaushalt belasten und die Wohnbevölkerung beeinträchtigen.

Bericht aus der Kölnischen Rundschau vom 08.01.2013:130108-KR_LKW-Kalk

Der Hubschrauberflughafen im Wohngebiet wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und dem Grünen Timon Delawari beschlossen.
Die Aussichtsplattform auf dem Kalkberg einstimmig.

Stadtdirektor Kahlen hielt einen längeren Vortrag, der weniger neue Faktenlage, als mehr Appell war.
Er ging dabei mehrfach auf die Anfragen und Nachfragen des „Herrn Fischer“ ein.
Er räumte ein, dass der Politik noch nicht alle Informationen vorlägen, so auch dass sicher niemand die Anlage 18 (Gutachten DMT 37 Seiten) gelesen habe und dass die Anlage 19, nämlich die Zusammenfassung der Bürgerinformation noch gar nicht vorläge.
Prof. Drösemeier gab in der Diskussion mit mir indirekt zu verstehen, dass er vom obigen Gutachten nicht viel halte. Ich hatte daraus zitiert, dass es noch keine chemische Untersuchung bezüglich der Aufschüttung am Kalkberg gäbe und er behauptete, man wisse wohl aus was der Berg bestünde.

Meine schriftliche Anfrage war im Übrigen auch beantwortet (5047_2011_Beantwortung_einer_Anfrage_(BV)) und ich habe mich ganz artig bedankt, dass auch auf meine Anfrage vom Juni nach der Plattform und den Probeflügen reagiert wurde, indem das eine eingeplant und das andere durchgeführt wurde.

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Ein weiterer wichtiger Punkt war die Weiterförderung der Sozialräume.

Der LINKE-Antrag aus dem Sozialausschuss wurde ganz leicht abgeändert, indem man aus „Beteiligung der Politik“ genauer „Beteiligung des Rates und der Bezirksvertretung“ machte. Dann war er für SPD, Grüne, Delawari und mich zustimmungsfähig und die CDU enthielt sich. Damit ist Kalk jetzt Pilot bei den Entscheidungen!

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Po Köln hatte einen Antrag zu Räumung und Abriss des Autonomen Zentrums eingebracht und auf ihrer website für gestern mobilisiert. In der Tat war eine handvoll recht extrem Rechten aufgeschlagen und wurden wie z.B. Uckermann auch noch nachträglich per Telefon herbei bestellt.
Während der Regensburger Wiener seinen Wortbeitrag hielt fühlte er sich angeblich durch eine Bemerkung seines Sitznachbarn Fischer gestört und provoziert, woraufhin es zu Unruhen im Publikum kam, die schließlich zu einer Sitzungsunterbrechung führten.

Im Anschluss ging es dann relativ ruhig weiter und der Wiener verließ die von ihm und den seinen in die Länge gezogene Versammlung der Bezirksvertretung frühzeitig.

Am 12. November 2009 fragte Bezirksvertreter HP Fischer (DIE LINKE) anlässlich einer Sitzung der BV 8 – Kalk schriftlich an, was denn mit dem Spielplatz in der Merheimer Heide sei. Bereits ein halbes Jahr später zur Sitzung am 04. Mai 2010 erhielt er eine schriftliche und unbefriedigende Antwort der Verwaltung (datiert auf den 10.12.2009).

Da Fischer an den Sitzungen im April und Mai aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte freute er sich vom Krankenbett aus, dass die CDU einen Antrag zu diesem Spielplatz stellte, welcher zu folgenden einstimmigen Beschluss führte:

„Die Bezirksvertretung Kalk beauftragt die Verwaltung, auf dem Spielplatz auf der Merheimer Heide in Köln-Höhenberg – wie im Sommer 2009 bereits in einer Mitteilung von der Verwaltung angekündigt – wieder Spielgeräte aufzustellen und ihn so herzurichten, dass er wieder benutzt werden kann.“

In der Antwort auf Fischer Anfrage war jedoch unter anderem zu lesen:

Aus Gründen der vorläufigen Haushaltsführung ist eine Neugestaltung in diesem Jahr auch nicht mehr zu realisieren.“

Dies veranlasste die CDU, der Fischer auf der nächsten BV-Sitzung am 10.06. auch ausdrücklich dankte, wieder einen Antrag zum Spielplatz in der Merheimer Heide zu stellen. Diesmal war Fischer anwesend und so kann im Protokoll nachgelesen werden:

„Bezirksvertreterin Gärtner-Plückthun (CDU-Fraktion) begründet den Antrag.

Einzelvertreter Fischer (Die Linke.Köln) unterstützt den Antrag. Er schlägt vor, abgesägte Bäume, die sich in der Merheimer Heide befinden, um den Spielplatz herumzulegen und kurzfristig als erste Maßname den Sand auszutauschen.“

Und wieder wurde einstimmig beschlossen:

„Die Bezirksvertretung Kalk beschließt, die Verwaltung zu beauftragen, für die Sommermonate 2010 zumindest an Wochenenden mit schönem Wetter für ein mobiles Spielangebot (Juppi) auf dem Spielplatz Merheimer Heide zu sorgen. Gleichwohl bittet die Bezirksvertretung die Verwaltung, den Spielplatz schnellstmöglich wieder herzurichten.“

Und jetzt bereiten wir uns langsam auf die Krönung der Geschichte vor. In der Sitzung vom 08. Juli 2010 gab es zum Spielplatz eine Mitteilung der Verwaltung. Darin steht unter anderem:

Die Planung der Neugestaltung konnte aufgrund der Priorisierung der KPII-Maßnahmen und der vorläufigen Haushaltsführung nicht wie geplant durchgeführt werden. Eine Neu-gestaltung ist aus den genannten Gründen in diesem Jahr auch nicht mehr zu realisieren. Ein genauer Termin kann noch nicht genannt werden.“

Auf der Sitzung heute am 05. Mai 2011 also 10 Monate später wird eine Anfrage der SPD (zur heutigen Sitzung gestellt) prompt und ohne Verzögerung von der Verwaltung beantwortet:

Aufgrund der Priorisierung der KPII-Maßnahmen und der vorläufigen Haushaltsführung konnte die Neugestaltung des Spielplatzes allerdings nach wie vor noch nicht wie geplant durchgeführt werden; aus den genannten Gründen ist sie in diesem Jahr auch nicht mehr zu realisieren. Ein genauer Termin kann noch nicht genannt werden.“

Nein ich hab nicht zweimal den gleichen Text eingeben ICH nicht. Aber schön wenn die Verwaltung von Dr. …. Äh Herrn Exminister Guttenberg lernt und weiß wie man alte Texte kopiert und einfügt. 😉

Viel lieber aber wäre mir, wenn endlich dieser Spielplatz wieder hergerichtet würde.

Wer mein BLOG aufmerksam verfolgt, der kennt das Thema schon. Vorsichtshalber hab ich unten noch mal in chronoligischer Reihenfolge meine bisherigen Beiträge zum Thema aufgelistet.

Als das Thema im letzten Umweltausschuss behandelt wurde, war ich gerade auf der Toilette, doch Herr Muck von der Friedhofsverwaltung (das ist übrigens der, der im Sommer wegen des Fisch- und Entensterbens schon mal in den Schlagzeilen war) beruhigte mich, dass er persönlich in die BV nach Kalk käme, um sich dort mit mir auseinander zu setzen … äh … um die Bezirksvertreter von dem Projekt zu überzeugen … äh … um das Projekt vorzustellen.

Tatsächlich hielt Herr Muck am 02.12.2010 den Anwesenden einen anschaulichen Werbevortrag für das

Eingang des Mülheimer Friedhofes in Köln-Höhenberg, Frankfurter Str.

Eingang des Mülheimer Friedhofes in Köln-Höhenberg, Frankfurter Str.

Projekt der Friedhofsgärtnergenossenschaft, welches jetzt auch in Höhenberg auf dem Mülheimer Friedhof umgesetzt werden soll. Das Schaulaufen hatte begonnen. Da Herr Muck und ich ja nun schon häufiger aufeinander getroffen waren, wussten wir beide, was uns erwarten wird und tauschten unsere Positionen nun für die Kalker Öffentlichkeit aus. Nun habe ich mir seine Ausführungen nicht notiert und kann sie deshalb hier auch nicht wieder geben, aber die entsprechenden städtischen Dokumente, sowie meine Stellungnahme kann ich hier darstellen.

Mein Beitrag in der BV, wie ich ihn ungefähr gehalten habe:

„Nichts gedeiht ohne Pflege“ – dieser Ausspruch des berühmten preußischen Gartenkünstlers und Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné* ist mehr als 140 Jahre nach dessen Tod aktueller denn je.

Nun ist allgemein bekannt, dass die Pflegestandards in Kölner Grünanlagen und auch auf den Friedhöfen in den letzten Jahren immer weiter nach unten geschraubt wurden.

Mit dem ersten KoopGrabfeld auf Melaten ist die Stadt einen neuen Weg gegangen, nämlich dass sie Teile der städtischen Friedhöfe in die Pflegeobhut privater Unternehmen gegeben hat und dafür auch bezahlt.

Diese Maßnahme wurde unter anderem damit begründet, dass auch in der Bestattungskultur mehr Individualität gewünscht sei. Nach der ersten Umsetzung beruft sich nun die Verwaltung auf einen positiven Erfahrungsbericht und reicht in mehreren Bezirksvertretungen neue Vorlagen ein.

Zu diesem Erfahrungsbericht komme ich später noch.
Jedenfalls ist festzustellen, dass die Vorlagen der Friedhofsgärtner nicht wirklich originell sind. Überall werden fast identische Konzepte vorgelegt. Friedhöfe aber haben nicht nur einen kulturellen und ökologischen Wert. Sie fördern auch die regionale Identität. Wenn ich aber nun in allen Stadtbezirken auf allen Friedhöfen Auengärten, Rosengärten und Pfad der Erinnerung vorfinde, schwindet damit die regionale Identität und führt zu Uniformität.

Auch die KoopGräber selbst lassen den Kunden nur wenig Freiraum zur individuellen Gestaltung, entweder ist gar keine Bepflanzung oder Grabstein mehr vorgesehen oder es wird streng vorgegeben, was aufgestellt werden darf.

Wie versprochen eine Bemerkung zum angeblich positiven Erfahrungsbericht:
Bei lediglich 51 belegten Grabflächen auf dem Koopfeld auf Melaten, lassen sich objektiv keine Rückschlüsse ziehen, ob dies überhaupt zumundest zum Teil dazu beigetragen hat, dass in Köln die Bestattungszahlen angestiegen sind.

Aber mal ganz davon abgesehen, bin ich der festen Überzeugung, dass es die Stadt Köln gar nicht nötig hätte thematische Grabfelder von Privatfirmen anlegen und pflegen zu lassen. Schauen Sie mal der Meister im Rheinpark der Herr Böckmann war früher auch Leiter des botanischen Gartens und der Flora, im botanischen Garten hat Herr Rösner die erste Palmenallee Deutschlands angelegt, wollen Sie mir weiß machen, dass solche qualifizierten städtischen Gärtner nicht in der Lage wären die Kölner Friedhöfe auf zu peppen, wenn man sie denn ließe.

Stattdessen baut die Stadt kontinuierlich Stellen im Grünbereich ab. Da ist im Endeffekt eine Vergabe an Privatfirmen nur die Konsequenz, aber abzulehnen.

Das Personalproblem wurde in der Tat vom kleinen Muck anerkannt und auch als Problem benannt, was ihm aus dem Publikum den ungeahndeten Zwischenruf einbrachte: „Dann müsst Ihr Leute einstellen.“

Für alle die noch den Vorlagenkram lesen wollen, hier die städtischen Seiten, um die Dokumente zu laden:

Gestaltungsplanung Kooperationsgrabfeld auf dem Friedhof Mülheim

Erfahrungsbericht zum ersten Kooperationsgrabfeld auf dem Friedhof Melaten, der den Bezirksvertretern im Übrigen vorenthalten wurde.

Bisherige Threads:

Keine Privatisierung der Friedhöfe
Veröffentlicht am 30. September 2008

„Bitte nicht auf Melaten“
Veröffentlicht am 24. Dezember 2008

Friedhöfe auch in die Bezirksvertretungen
Veröffentlicht am 10. Februar 2009

Alle für einen
Veröffentlicht am 26. März 2009

*Peter Joseph Lenné – Wikipedia

Die auf einem ehemaligen Exerzierplatz angelegte Merheimer Heide in Köln-Höhenberg ist Teil des rechtsrheinischen Äußeren Grüngürtels. Für die Bürger der rechtsrheinischen Stadtteile ist das circa 80 Hektar große Gelände ein attraktives Erholungsziel, das zu ausgedehnten Spaziergängen und zu vielerlei sportlichen Aktivitäten einlädt. Um dort auch verschnaufen oder verweilen zu können befanden sich auf dem Gelände dereinst 7 Bänke, je 3 auf den beiden Hauptwegen.

Die Verwaltung lässt keine Gelegenheit aus, die Bezirksvertreter auf die hohen Anschaffungs- und Montagekosten für Bänke hin zu weisen, wenn diese einmal mehr Bänke für bestimmte Orte in ihrem Bezirk vorschlagen. Aber selbst die teuren und am Boden befestigten Metallbänke auf der Merheimer Heide scheinen vor Vandalismus und Diebstahl nicht gefeit zu sein. Bei der Montage neuer Bänke wird der Bankfuß ca. 50-60 cm tief mit Beton im Boden verankert. Eine Demontage der Bank ist somit nur unter erheblichem Aufwand zu bewerkstelligen.

Als wären die Bänke aus intelligentem Birnbaumholz machten sie sich dennoch eines Tages auf den Weg durch die Heide. Rasen mähende Gärtner umfuhren sie zielgenau und reinigende Mitarbeiter kehrten um sie herum. Da städtische Bänke aber zumeist nicht aus intelligentem Birnbaumholz bestehen, hatten wohl Menschen Hand angelegt. Aus irgendwelchen oder besonderen Gründen waren die Bänke von ihren Bodenverankerungen gelöst worden. Dann standen sie eine ganze Zeit mal hier mal dort im Weg herum und schließlich sind nun 4 Bänke verschwunden.

Da es seit geraumer Zeit den der Heide fest zugeordneten Gärtnertrupp nicht mehr gibt und somit auch niemanden der sich um „seine“ Heide und ihre Möblierung kümmert, scheint das Phänomen der „abwanderungswilligen“ Bänke auch niemandem aufzufallen oder zu interessieren. So schreibt die Verwaltung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der LINKEN in der BV: „Die Verwaltung hat keine Kenntnis über das Lösen und Verschwinden von Bänken in der Merheimer Heide.

Auch die Autobarrieren zur Merheimer Heide sind öfter geöffnet, als dies nötig ist. Die Zufahrten zu den Anlagen sind mit einer herkömmlichen Dreikantschließanlage an Barriereschranken gesichert. Das Anbringen von Schlössern als zusätzliche Sicherung gegen verbotswidriges Befahren der Anlage hat sich als nicht durchsetzbar herausgestellt, da die Schlösser jeweils nach wenigen Tagen aufgebrochen waren.  Es herrscht wohl reger Autoverkehr, denn auch die erst vor rund 2 Jahren erneuerten Zuwegungen zum kleinen Sportplatz und dem gegenüber liegenden Westernhäuschen werden durch immer größer werdende Schlaglöcher zerstört.

In einem oder mehreren dieser dort verkehrenden Autos könnten die Bänke das Gelände verlassen haben, um eine andere Bleibe zu suchen. Vielleicht schreiben sie uns von dort mal eine Karte oder sogar ein Buch: „Aufbruch zur Scheibenwelt