Mit ‘Umweltschutz’ getaggte Beiträge

Frühlingstamariske (Tamarix parviflora)

Frühlingstamariske (Tamarix parviflora)

Angesichts des erschreckenden Rückgangs der Insekten in Deutschland, mahnt der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Bäume als einen Hauptträger der biologischen Vielfalt stärker in den Fokus zu nehmen: Baumpflanzungen in sehr großem Umfang seien notwendig.

Das alarmierende Insektensterben sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass insbesondere in der industriellen Agrarlandschaft Bäume zu Mangelware würden, erklärt der Hauptgeschäftsführer des BdB, Markus Guhl: „Feldraine und Gehölzstreifen in Form von Hecken verschwinden zunehmend. Grund sind meistens die immer größer werdenden Landmaschinen, die am besten auf ‚hindernisfreien‘ großen Feldern eingesetzt werden.

Zu allem Überfluss gehe es nun auch vielen Alleen an den Kragen, so Guhl weiter: „Die Straßenverkehrsverwaltungen sehen Bäume ausschließlich als Hindernisse, die bei Unfällen Autofahrer gefährden. Mit dieser Begründung werden ganze Alleen abgeholzt. Das Resultat ist, dass auch die letzten biologischen Brücken, das heißt Baumreihen, aus unseren Landschaften verschwinden. Deswegen muss sich niemand über das Insektensterben wundern.

Guhl schlägt ein massives Anpflanzprogramm an Landstraßen, aber auch an Feldern vor: „Bäume bieten vielfältigen Insekten Lebensraum. Und dort, wo Bäume stehen, können auch unter ihren Kronen Blühstreifen existieren, die dann keinem Pflug zum Opfer fallen.“

Aber auch in den Städten sieht Guhl Handlungsbedarf. „Wir dürfen uns nichts vormachen. In den letzten Jahren sind durch die innerstädtische Verdichtung immer mehr Naturflächen verloren gegangen. Das muss jetzt dazu führen, dass wenigstens die vielen fehlenden Bäume an Straßen und Parks zügig ersetzt werden. Aus Sicht der biologischen Vielfalt sind dabei möglichst große Bäume die erste Wahl„, so der BdB-Hauptgeschäftsführer.

Der BdB fordert daher, die Schaffung eines Förderprogramms für Städte, Länder und Kommunen, so dass zügig Gelder für die Anpflanzung und die Pflege neuer Bäume vorhanden sind. „Das Insektensterben muss schnellstmöglich gestoppt werden. Das sollte der öffentlichen Hand einige Millionen Euro wert sein. Denn die Folgen eines weitergehenden Insektensterbens werden wesentlich gravierender für unsere Umwelt sein. Umweltschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Das gehört auch zur Wahrheit„, fasst Guhl die Situation zusammen.Lgog

Quelle: Pressemitteilung des Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.

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Die Zahl der Presseartikel zum Thema „Klimawandel“ hat sich seit 1996 weltweit auf das vier- bis achtfache erhöht. Wie eine Studie des KlimaCampus der Universität Hamburg jetzt zeigt, hat sich das Medieninteresse europäischer und nordamerikanischer Länder dabei besonders ähnlich entwickelt. Andere Staaten aus Asien, Afrika, Südamerika oder Arabien weisen kaum länderübergreifende Übereinstimmungen auf.
 

Die Präsenz des Themas Klimawandel stieg in den vergangenen 15 Jahren in allen 23 untersuchten Ländern um den Faktor vier bis acht an. Dies zeigen Ergebnisse von Mike S. Schäfer, Ana Ivanova und Andreas Schmidt, Kommunikationswissenschaftler vom KlimaCampus der Universität Hamburg. Für die jetzt in der Fachzeitschrift „Studies in Communication/Media“ veröffentlichte Arbeit wurden mehr als 80.000 Zeitungsartikel analysiert. „Das Thema gewinnt in allen Ländern stark an Bedeutung – doch manche Länder sind sich ähnlicher“, so Schäfers Fazit.

Erstmals untersuchten die Forscher dabei einen Mix von Ländern aus allen Kontinenten, der auch viele nicht-englischsprachige Medien umfasste. Bewusst wurden sowohl „Verursacher“ des Klimawandels wie die USA, Australien oder Frankreich, als auch potenziell eher „betroffene“ Länder wie Namibia, Indonesien oder Mexiko mit einbezogen. Vergleichbare Arbeiten beschränkten sich bisher vor allem auf die westliche und englischsprachige Presse.

Das Team wertete für die Studie Zeitungsartikel von 1996 bis 2010 aus. Für jedes Land wählten die Forscher ein nationales Leitmedium, das täglich und überregional erscheint und spezielle Qualitätsstandards erfüllt. Ermittelt wurde, wie viel Prozent aller veröffentlichten Artikel sich jeweils auf das Thema Klimawandel bezogen.

Ergebnis: Besonders in europäischen und nordamerikanischen Ländern sind ähnliche Aufmerksamkeitsmuster zu finden. „Ereignisse der internationalen Klimapolitik scheinen hier die Taktgeber zu sein“, sagt Schäfer. Die Medien orientieren sich offenbar eher an gesellschaftlichen Anlässen wie Klimakonferenzen oder den Sachstandsberichten des Weltklimarats IPCC.

Anders der Rest der Welt: Betrachtet man die Presse global, zeigen sich weit geringere Übereinstimmungen. In Teilgruppen wie der asiatischen Öffentlichkeit mit Brunei, Indonesien, Thailand, Malaysia, Singapur, China, Indien, Jemen und Jordanien fanden die Forscher kaum Ähnlichkeiten. Selbst dicht beieinander liegende Staaten mit ökonomisch ähnlicher Entwicklung für sich genommen, wie die Tigerstaaten in Fernost, weisen keine ausgeprägten Korrelationen auf.

Die Medien dieser Staaten agieren demnach individueller und orientieren sich weniger an ihren Nachbarn oder an vermeintlich globalen Klimaanlässen. Das Interesse scheint eher von nationalen oder regionalen Auswirkungen des Klimawandels geprägt zu sein, von denen viele Entwicklungs- und Schwellenländer besonders stark betroffen sind. Den Gründen für solche länderspezifischen Aufmerksamkeitsmuster sind Schäfer und seine Kollegen in einer nächsten Forschungsarbeit auf der Spur.

Mehr Informationen über Daten und Methoden (PDF)

http://www.klimacampus.de/