Nafris, Pack und Pozilei

Veröffentlicht: 2. Januar 2017 in Gedanken, Köln, Persönliches, Politik, Satirisches/Lustiges, Soziales

Laut eines Artikels des Kölner Stadtanzeigers räumte der Kölner Polizeipräsident Mathies (Nein, nicht Matjes) ein, dass die Bezeichnung „Nafri“ für Nordafrikaner oder nordafrikanische Intensivtäter besser nicht nach außen hätte verwendet werden sollen. Eine Häufung an Straftaten von Personen aus dem nordafrikanischen Raum lasse sich aber nicht bestreiten, und dafür müsse dann polizeiintern auch ein Begriff gefunden werden.

Und an dieser Stelle sollte man mal kurz aufhorchen. Welche „polizeiinternen Begriffe“ gibt es denn da noch, die besser nicht nach außen verwendet werden?

titanic

Das Satiremagazin TITANIC nahm sich dieser Frage mit relativ viel Humor an und den versuche ich auch zu behalten.

Ich würde aber wirklich zu gerne wissen, ob man „intern“ die Italiener als „Spaghetti“ oder Roma als „Ziggi“ die Linken als „die RAFs“ und Rechtsradikale als „Freunde“ oder „Guten“ bezeichnet. Zeugt es doch von der inneren Verfasstheit der Polizei. Die Nutzung solcher Begriffe sagt nämlich eine ganze Menge aus über die Bedingungen sprachlicher Sozialisation des Einzelnen (vom Wachtmeisteranwärter bis zum Polizeipräsidenten) bis hin zu Gruppen-Mentalitäten bei der Polizei.

Nur weil EIN Kölner Polizeipräsident ein Arschloch ist, kommt man doch nicht auf die Idee, alle ehemaligen, derzeitigen und zukünftigen Kölner Polizeipräsidenten unter dem (natürlich nur internen) Begriff „Arschi“ zu vereinen.

So wie nicht jeder bei der CSU ein „Horsti“ oder gar „Vollhorsti“ und nicht jeder CDUler ein „Spahni“ ist. Und das obwohl sich in beiden Gruppen auffällig viele „Horstis“ und „Spahnis“ befinden, darf man es eben nicht auf die ganze Gruppe verallgemeinern. Ich bin fest davon überzeugt, dass es anständige Menschen unter diesem schwarzen Anteil der Bevölkerung gibt.

Wie würde sich die Polizei denn fühlen, wenn ich sie beispielsweise pauschal als „Bullen“ bezeichnete? Eben!

Ich will kurz erläutern, warum ich das aber eben nicht tue:

Im 18. Jahrhundert wurden die Vorgänger der modernen Polizisten Landpuller oder Bohler genannt. Diese Wörter entlehnen ihren Stamm aus dem niederländischen bol, das „Kopf“ oder „kluger Mensch“ bedeutet. Daraus entwickelte sich das Wort Bulle, gemeint ist also eigentlich ein intelligenter Mensch.

Aber wieder zurück.
Die Diskussion zeigt, vor allem wie tief in unserer Gesellschaft das Denken in Schubladen, Vorurteilen und Rassen vorhanden ist.

(Obwohl bei mir mit vielen anderen und auch in der Genetik, der Biologie und den Gesellschaftswissenschaften Einigkeit darüber besteht, dass eine Einteilung von Menschen in „Rassen“ nicht möglich ist, ist dieser Begriff im Alltagsdenken verbreitet und hat kürzlich mit der Formulierung, niemand dürfe „aus Gründen seiner Rasse“ diskriminiert werden, noch Eingang in den Gesetzentwurf zur Umsetzung europäischer Antidiskriminierungsrichtlinien gefunden. So steht er nicht zuletzt im Grundgesetz (Artikel 3 Abs. 3) und sogar im Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) §1, das so etwas ja verhindern sollte. Die deutsche Sektion des Global Afrikan Congress hat zu Recht gefordert, stattdessen die Formulierung „aus rassistischen Gründen“ bzw. „nach rassistischen Kriterien“ zu wählen.)

Alles was irgendwie sortiert werden muss, wird sortiert.

  • Hartz-IV-Empfänger sind die ehemaligen Asis und vormaligen Arbeitsscheuen und
  • Kanaken nehmen uns die Arbeitsplätze weg und wenn sie das nicht tun, schröpfen sie den Sozialstaat.
  • Flüchtlinge sind Terroristen und
  • Polizisten sind Dein Freund und Helfer.
  • Grüne und LINKE sind Gutmenschen,
  • Blondinen sind doof und leicht zu haben,
  • wenn Frauen „Nein“ sagen, meinen sie „Ja“;
  • Asiaten sind Fidschis bis auf
  • Chinesen, denn das sind ja „Schlitzaugen und Schlitzohren“ (G. Oettinger) und
  • „Zigeuner“ klauen.

Bis vor kurzem wurden viel weniger Vorurteile öffentlich geäußert. Untersucht man jedoch das Verhalten oder unwillkürliche Reaktionen, so zeigt sich, dass viele für überwunden gehaltene Vorurteile weiter bestehen und den Trägern entweder unbewusst sind, oder nur in vertrauter Runde geäußert werden. Wir sollten uns weniger die Frage stellen, was Vorurteile sind oder wie sie entstehen, sondern eher welche wir (jede*r einzelne) haben, warum wir sie haben und wie wir den richtigen Umgang damit finden.

Auch daher wüsste ich gerne, was die Polizei für „interne Begriffe“ benutzt.

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Kommentare
  1. jochenistreich sagt:

    Hilo = Hilflose Person, üblicherweise Obdachloser.

    Hausfrau = Prosituierte

    Drei Brüder = BTM-Konsument

    Mündiger Bürger = Querulant

    Vertreter einer ethnischen Minderheit = Zigeuner

  2. Aufgewachter sagt:

    Der Mensch ist nicht dazu da, um 60 Jahre zu arbeiten, um mit ca. 75 Jahren zu versterben. Wer 60 Jahre lang gearbeitet hat und noch stolz darauf ist, hat vom Leben als Mensch gar nichts verstanden oder ist mit sich selbst überfordert. Geld und Konsum können keine persönlichen Defizite ersetzen ***

    Laßt Euch doch nicht in Konkurrenz zu einander setzen und habt Euch endlich lieb! 😉

    Nie wieder Massnahmen !!!
    Nie wieder 1-Euro-Jobs !!!
    Nie wieder Sanktionen !!!
    Nie wieder Zeitarbeit !!!
    Nie wieder Arbeiten unter dem Mindestlohn !!!

    Ohne Sozialgerichte!

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    Hartz-IV / Das Kompendium / ULTRA Pack Version 4.6 (complete)
    Release Date 23.12.2016 16:46:13 Uhr MEZ

    Das Inhaltsverzeichnis ist zu erreichen unter
    folgender Internetadresse
    http://hartz4_forum.com

    *** Ein Fischer sitzt am Strand und blickt auf das Meer, nachdem er die Ernte seiner mühseligen Ausfahrt auf den Markt gebracht hat. Warum er nicht einen Kredit aufnehme, fragt ihn ein Tourist. Dann könne er einen Motor kaufen und das Doppelte fangen. Das brächte ihm Geld für einen Kutter und einen zweiten Mann ein.

    Zweimal täglich Fang hieße das Vierfache verdienen. Warum er eigentlich herumtrödele. Auch ein dritter Kutter wäre zu beschaffen; das Meer könnte viel besser ausgenutzt werden, ein Stand auf dem Markt, Angestellte, ein Fischrestaurant, eine Konservenfabrik – dem Touristen leuchteten die Augen.

    „Und dann?“ unterbricht ihn der Fischer.

    „Dann brauchen Sie gar nichts mehr zu tun. Dann können Sie den ganzen Tag sitzen und glücklich auf ihr Meer hinausblicken!“

    „Aber das tue ich doch jetzt schon“, sagte der Fischer.

  3. Die „Titanic“ hat noch „Happy“ vergessen, aber faktisch ist das ja nur ein Einzeltäter und keine Gruppe. Allerdings als Fan-Gruppe wären doch Happies auch nicht schlecht. Racial Profiling wäre da aber etwas schwierig! Früher gabs zu gewissen vierten Jahreszeiten ja in Köln noch die „Negerköpp vum Eigelstein“. Aber die gibt’s glaub ich inzwischen nicht mehr. Ist auch nicht nötig. Ersatz gibt’s ja nun im Original wieder genug davon! Für die demnächst wieder zu Tausenden anreisenden Karnevals-Fans gibt’s hoffentlich in den Brühler Polizeikasernen dann genügend Kontroll-Käfige. Da müssen die Leute schon früh genug anreisen, damit sie noch rechtzeitig zu den dann sicher aufgestellten Absperrgittern entlang des Zochs kommen! Vielleicht gibt’s ja in Zukunft noch ein gigantisches Arbeitsbeschaffungsprogramm: Jedem Bürger seinen Bullen! Dann sind wir 100% sicher und brauchen uns vor nichts mehr zu fürchten! ….. Am 7. und am 14. Januar wär doch ne prima Gelegenheit für die Happies, oder am 19. Januar bei den Protesten gegen den Soldatengottedienst im Dom. – Lieber Happi, mach weiter so und alles Gute für 2017, Klaus

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