CDU, FDP, Grüne erlauben Elektroautos auf Spiel- und Bolzplätzen

Veröffentlicht: 13. Dezember 2016 in Köln, Kultur, Nicht kategorisiert, Politik, Satirisches/Lustiges, Soziales
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und verbieten Omas den Melissengeist und Opas den Underberg

schildbuergerAm 12.12. haben CDU, FDP und Bündnistreue Grüne eine neue Variante der Stadtordnung verabschiedet. Seit die Verwaltung ihre Vorlage zur 1. Änderung der erst zwei Jahre alten Stadtordnung vorlegte, hören in Köln die Diskussionen darum nicht auf. Das ist auch richtig so. Statt nämlich offensichtliche Fehler zu korrigieren, soll es auch in Zukunft Herrn Houben von der FDP erlaubt sein, mit seinem TESLA die Kölner Spiel- und Bolzplätze zu befahren. Dafür darf aber Oma Hertha mit der Flasche Melissengeist in der Handtasche ihre Enkelin nicht mehr auf den Spielplatz begleiten.

Tatsächlich macht das ganze Teil den Eindruck, dass es zum Einen der Rücknahme der vor zwei Jahren gemachten Kompromisse dient und zum Anderen der seit Silvester allgegenwärtigen Hyperaktivität um vermeintliche Sicherheit weiteren Ausdruck verleiht.
CDU, FDP und Grüne sind entweder der Verwaltung aufgesessen oder sie nutzen es, um den Kölner*innen ihre willkürlichen Fesseln und Vorstellungen vom Leben in der Stadt aufzudrücken. Da wundert es schon, dass man nicht gleich auch den kommunalen Veggieday mit eingeführt hat.

Sich die ganze Stadtordnung hier Punkt für Punkt vorzunehmen, ist nicht meine Aufgabe, aber drei bis zwei der widersinnigsten Punkte aufzugreifen, das ist mir beinahe eine Freude.

Beginnen wir mit Herrn Houbens Tesla. Der Tesla ist ein Elektroauto und sowohl die alte Fassung der Stadtordnung, als auch die Neufassung und der jamaikanische Änderungsantrag beinhalten unter § 25 den Passus: „Auf öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen sind das Befahren mit verbrennungsmotorbetriebenen Kfz verboten.“ Das Befahren mit elektromotorbetriebenen Kfz aber eben nicht.
Was soll der Quatsch, dass man sich überall für Elektromobilität stark macht, dann aber nicht über die Folgen nachdenkt, dass jeder mit seinem Elektrosmart Wettrennen auf dem Bolzplatz machen darf?

Bleiben wir auf den Spiel- und Bolzplätzen und beobachten Heinz und Hertha Hasenjäger nach ihrer Rückkehr vom Einkaufen mit ihren Enkeln Kirsten und Bernd:
„Heinz, kannst Du mit Kirsten auf den Spielplatz gehen? Ich hab‘ die Flasche Mellissengeist in der Handtasche.“
„Tut mir leid, Hertha. Ich hab mir doch gerade die Packung Underberg gekauft und hab die in der Rocktasche.“
„Oma, ich will rutschen!“
„Opa, ich will schaukeln!“
„Das tut uns leid Kinder, wenn wir mit Euch auf den Spielplatz gehen, dann verstoßen wir gegen die von CDU, FDP und Grünen beschlossene Stadtordnung.“

Das da oben ist noch Fantasie, aber nicht mehr in Zukunft, denn in der neuen Stadtordnung steht unter § 25 eben auch: „Auf öffentlichen Spiel- und Bolzplätzen sind der Konsum und das Mitführen von alkoholischen Getränken verboten.“
Ob Opa Heinz den kleinen Revolutionär raushängen lässt und sich vielleicht sogar einen Bonekamp auf dem Spielplatz zwitschert und ob das Ordnungsamt völlig willkürlich Oma Hertha nicht bestraft, dass wird die Zukunft zeigen. Ich behalte die zwei mal im Auge.

schildaDabei ist jetzt schon klar, dass weder für die Verwaltung noch für die mächtigen drei –  sorry die drei Parteien CDU, FDP und Grüne Alkohol eine Droge ist. Durchgängig durch die Stadtordnung und den Änderungsantrag heißt es wahlweise: „Alkohol und Drogen“,   „Alkohol oder Drogen“ und nicht zuletzt „Alkohol und/oder Drogen“.
Wer Alkohol NICHT als Droge einstuft, der darf für strengere Gesetze nun wahrlich weder Jugend- noch Kinderschutz vorschieben, sondern sich erstmal schlau machen.
Alkohol ist eine seit Jahrhunderten etablierte Droge, die nicht verboten ist, obwohl sie für eine Vielzahl von Toten und Abhängigen verantwortlich ist. Alkohol ist nicht nur die Volksdroge Nr. 1, sondern auch der Topstar der Partydrogen. Als Droge mit dem insgesamt größten Schadenspotenzial wurde Alkohol mit einer Bewertung von 72 von 100 Punkten identifiziert, gefolgt von Heroin (55) und Crack (54). Das hohe Schadenspotenzial von Alkohol lässt sich vermutlich teilweise mit der leichten Verfügbarkeit und dem weit verbreiteten und gesellschaftlich tolerierten Konsum erklären und Jamaika nickt das auch noch ab. Ob die Entscheidungsträger der drei Parteien, diesen Beschluss bei einem Glas Rotwein oder einer Apfelsaftschorle trafen, ist bisher noch nicht bekannt. Ich persönlich denke, dass der Entscheidungsort der nächstgelegene Glühweinstand war.

Bevor ich mich jetzt weiter aufrege und darüber nachdenke, ob ein Dudelsack ohne Verstärker auf der Hohe Straße nicht mehr stört, als ein Gitarrenspieler mit Miniverstärker auf der zugigen Domplatte, trinke ich mir lieber einen Kinderpunsch

natürlich mit Amaretto 😉

 

natürlich alkoholfrei 🙂

 

L A T Ü R N I C H

 

 

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