Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Veröffentlicht: 30. Juni 2016 in DIE LINKE. Kalk, Für Sie gelesen, Gedanken, Kalk, Köln, Politik, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung
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  • Ein Ziel ist ein definierter und angestrebter Zustand innerhalb einer Ereignisfolge.
  • Ein Baukörper fasst das gesamte Volumen eines Bauwerkes zusammen, das sich innerhalb einer fest definierten Fläche (z. B. Grundstück) befindet.
  • Mit Dauerhaftigkeit im engeren Sinne wird im Bauwesen die Widerstandsfähigkeit von Baustoffen und Bauteilen gegenüber äußeren Einflüssen wie Durchfeuchtung, Wechselfeuchte, Hitze und Kälte, Temperaturwechsel und Frost, Sonneneinstrahlung (UV-Licht), chemischem Angriff (saurer Regen, Tausalz, Salpeter), sowie Schädlings- und Pilzbefall bei organischen Materialien bezeichnet.
    Im weiteren Sinne kann auch die Widerstandsfähigkeit von Bauwerken gegenüber mechanischen Einflüssen wie statischen und dynamischen Lasten (Windlast, Erdbeben, Schwingungen, Lawinen, Flutwellen) sowie gegen ungewöhnlichere Ereignisse wie Blitzeinschlag oder elektromagnetische Strahlung gemeint sein.
  • Die Standsicherheit ist die Anforderung an bauliche Anlagen, nicht einzustürzen.
  • Restriktion oder restriktiv (von lateinisch restringere „einschränken“) steht im Allgemeinen für Verringerung der Handlungs- oder Wahlmöglichkeiten.

Was heißt also der folgende Satz:
Ziel ist es daher, diesen Baukörper in einen dauerhaft standsicheren restriktionsfrei zu nutzenden Standort zu überführen.

Übersetzung:
Der angestrebte Zustand innerhalb der Ereignisfolge ist es das Gesamtbauwerk in einen widerstandsfähig gegen äußere Einflüssen, einsturzsicheren Standort ohne Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten zu überführen.

Auch nicht viel besser.

Wenn man jetzt aber weiß, dass dieser Satz zu Beginn des Sanierungsgutachten (hier als PDF) für den Kalkberg steht, dann wird ziemlich klar, was der Satz tatsächlich heißt:
Der Kalkberg soll so saniert werden, dass man darauf ALLES bauen kann.

Kalkberg-hotel

Kalkberg mit Kommerz-Hotel Montage HP Fischer

Ohne Restriktion (Einschränkung) kann dann dort später sowohl eine Parkbank alsauch ein Hubschrauberlandeplatz oder ein Hotel errichtet werden. Nun ehrlich gesagt, bin ich weder Ingenieur für irgendwas, noch komme ich vom Bau. Ich bin lediglich Gärtner. Ich kenne mich besser mit Komposthaufen als mit Giftmüllbergen aus, aber wenn ich auf den Komposthaufen in meinem Garten nacheinander (nach Alter sortiert) meine vier Enkelchen stelle, dann kann ich feststellen, dass je schwerer das Kind ist, der Haufen umso mehr zusammensackt und Komposterde nach außen drückt. Wenn ich mich selbst drauf stelle ist der Effekt am stärksten.
Wenn ich den Komposthaufen nun restriktionsfrei begehbar machen will, muss ich die Methode anwenden, die Zusammensacken und Auseinanderbrechen selbst dann verhindert, wenn ich zusammen mit allen vier Enkelchen oben drauf stehe. Meine Erfahrung sagt mir, dass das die aufwendigste und damit teuerste Variante sein dürfte.

Zurück übertragen auf den Kalkberg heißt das für mich, dass eine Sanierung, die eben als Ziel einen dauerhaft standsicheren restriktionsfrei zu nutzenden Standort hat, die aufwendigste und damit die teuerste ist.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier überdimensioniert und zu teuer saniert werden soll.
DAS saniert werden muss, nachdem man an dem Berg seit Jahren rumbuddelt, steht außer Frage, aber das WIE bleibt fraglich.

Wie üblich in den letzten elf Jahren ist bei der Entscheidung natürlich einmal mehr Eile geboten. Diesmal wird das unausweichliche Argument der „Gefahr im Verzug“ bemüht. Wenn dem so wäre, dürfte – nein müsste die Verwaltung längst handeln ohne sich hierfür durch den Rat oder seine Ausschüsse einen Beschluss zu holen. Wo kämen wir denn hin, wenn die Feuerwehr den Umweltausschuss einschalten müsste, wenn ein Baum umzustürzen droht?

Es ist auch nicht das erste Mal, dass eine Gefahr in Verzug ist. Doch jeder kennt von uns das Gleichnis, dass man nicht zu oft „Feuer“ rufen sollte, wenn es nicht brennt, denn dann glaubt einem irgendwann keiner mehr, auch wenn es wirklich brennen sollte.

Im Gegensatz zu einigen anderen, bin ich schon an dem Punkt an dem ich nicht mehr glaube, dass es brennt.

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