Wohnen gegen Natur – das muss nicht sein

Veröffentlicht: 31. März 2016 in Brück, DIE LINKE. Kalk, Gesundheit, Köln, Klimaschutz, Klimawandel, Neubrück, Nicht kategorisiert, Politik, Rath, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung, Umwelt

Bei der Suche nach geeignetem Bauland gehen immer wieder wertvolle Grünflächen verloren – eine nachhaltige Stadtentwicklung statt Wahlkampfschaum schafft Abhilfe

Schon in naher Zukunft wird die globale Erwärmung sich vor allem in den Ballungsräumen extrem bemerkbar machen. Die Klimaveränderung hin zu höheren Temperaturen ist zumindest für die kommenden 100 Jahre unumkehrbar und verlangt eine Anpassung an den bereits begonnenen Klimawandel. Temperaturschwankungen innerhalb kurzer Zeit gefährden zunehmend die Gesundheit. Der Sommer 2015 mit regelmäßigen Spitzen von über 35 Grad gilt für bisherige Verhältnisse in Deutschland als heiß. Bald werden solche Temperaturen statistisch einen Mittelwert darstellen.

Der extremen Hitzeentwicklung in dicht bebauten Städten können Schneisen entgegenwirken, die frische Luft aus dem Umland in die City leiten und Grünanlagen als Inseln, die das Klima abkühlen. Diese grünen Lungen produzieren Sauerstoff, filtern Stäube und Schadstoffe und verbessern dadurch das Klima in der Umgebung. Kurze Wege zu diesen Grünanlagen erhöhen auch noch die soziale Qualität des Stadtteils. Wie nötig wir das haben zeigt auch etwas anderes: Urbaner Gartenbau wird betrieben seit es Städte gibt und erlebt bei uns in den letzten Jahren wachsendes Interesse. Urban gardening ist nicht nur eine Freizeitaktivität oder dient der Selbstversorgung, sondern ist auch Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach Lebensqualität und Natur in der Stadt. In der Fläche wuchernde Ballungsräume aber zerstören wertvolle Naturräume.

Prognosen sagen für Köln ein Bevölkerungswachstum von ca. 160.000 Menschen bis zum Jahr 2029 voraus. Das erfordert jährlich den Bau von mindestens 7.500 Wohnungen. Areale dafür wurden von der Kölner Stadtverwaltung im Kölner Grün ausfindig gemacht: Grünflächen, Schrebergärten und Äcker sollen weichen. (siehe: Stadtentwicklungskonzept Wohnen)
Das an sich ist schon schlimm, doch einigen Kommunalpolitikern geht das wohl noch nicht weit genug. Sie bringen feucht-fröhlich Freiflächen, die als Frischluftschneisen und Ruheinseln unverzichtbar sind, mit in die Bebauungsdiskussion. Eigentlich ist es nicht nur notwendig, sondern auch politisch gewollt. dass Städte heute nicht in die Breite wachsen, sondern die bereits vorhandene Infrastruktur und Flächen innerhalb der Stadtareale intensiver genutzt werden . „Nachverdichtung“ und „doppelte Innenentwicklung“ lauten hier die Schlüsselwörter. Also kurz gesagt, erübrigt sich jede Diskussion über solche kurzgesprungenen Baufantasien die sich irgendwelche Aufsichtsratsvorsitzenden von Wohnungsunternehmen zusammen geträumt haben und durch ihre Fußtruppen verbreiten lassen.Freiflache-GAG
Leider aber springt die Presse darauf an und die Kaffee verteilenden Fußtruppler rühren (mangels besseren Wissens?) die Werbetrommel für den Unsinn. Schon allein darum muss es Gegenöffentlichkeit geben.

Nachverdichtung und Ökologie müssen sich nicht widersprechen!
Es ist nicht nur wohnungspolitisch, sondern auch ökologisch angesagt, Städte zu verdichten – auch durch Aufstockung bestehender Gebäude. Vielleicht auch durch deren Abriss und Neubau. Apropos Abriss, in anderen Städten werden ehemalige Verkehrswege in Grünflächen und Radwege umgewandelt, während in Köln ehemalige Güterbahnhöfe mit Bürobauten versiegelt werden.
Ein Abrissprojekt, das man mal denken sollte ist die Autobahnabfahrt Neubrück, aber das ist weiteres Thema.

Fazit:
Eine klimagerechte und lebenswerte Stadt verbindet Grünplanung mit Wohnungs- und Verkehrspolitik zu einem integrierten Konzept. Dafür muss man aber über seinen Tellerrand hinaus blicken und sich neuen Perspektiven öffnen, auch wenn man in einer alten Partei ist.

Fest steht:
Ohne Grünflächen werden die Städte sich noch stärker erwärmen, die Luft wird trockener und das Wassermanagement ist kaum zu bewältigen.

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