Das Baudesaster auf dem Kalkberg ist keine Überraschung

Veröffentlicht: 3. Dezember 2015 in Bezirksvertretung, DIE LINKE. Kalk, Für Sie gelesen, Kalk, Köln, Politik, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung
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Am gestrigen (01.12.2015) schaltete der Kölner Express einen Online-Artikel frei, der heute die Titelstory bildete. Die Online-Schlagzeile lautet: Nächstes Bau-Desaster Der Kalkberg ist nicht mehr zu retten! (hier zum Artikel) Wer die Nachrichten zum Hubschrauberflughafen auf dem Kalkberg halbwegs regelmäßig verfolgt, stellt beim Studium des Artikels fest, dass er zu 95 Prozent aus älteren Artikeln und Mitteilungen recycelt ist. Eigentlich und uneigentlich steht hier nicht wirklich viel neues. Außer:

Nach EXPRESS-Informationen aus dem Rathaus ist der Kalkberg nicht mehr zu retten.

Und jetzt? Im Rathaus wird über einen Abriss der Gebäude gesprochen.
Entweder man baut dann dort neu – und zwar richtig. Oder wir bauen auf einem Flugplatz bei Leverkusen, der bei der Auswahl damals als zu teuer verworfen worden war“, sagen mit der Materie vertraute Experten.

Nun wissen wir alle das so genannte Experten einem im Nachhinein immer genau erklären können, warum es ist nicht so eingetroffen ist, wie sie es prognostiziert haben. Auch im Plural wird die Expertise nicht besser und noch viel weniger, wenn keine Namen genannte werden.

Tatsächlich steht in der heute veröffentlichten Mitteilung für die Ratsausschüsse eben genau das nicht drin, was der Express vorausgesagt hat. Vielmehr wird sehr wortreich klar gemacht, dass man mit den abenteuerlichsten Maßnahmen weiter bauen wolle und das obwohl man weder weiß, ob es funktionieren wird, noch was es kostet. Wer sich die Mitteilung durchlesen möchte, der kann die Datei hier runterladen: Mitteilung zum Zwischenbericht 2

Nun bezieht sich die Mitteilung eben auf den jetzt vorliegenden Zwischenbericht 2, den ich Euch auch nicht vorenthalten möchte: Zwischenbericht 2

Als ich den zweiten Zwischenbericht las, musst ich teilweise laut lachen. Angeblich will man erst jetzt heraus gefunden haben, dass sich im Kalkberg eine rund 20m dicke Kalkschicht befindet. Nicht nur, dass ich sowohl im Ausschuss Umwelt, Gesundheit und Grün und in der Bezirksvertretung mehrfach darauf hinwies, dass der Kalkberg gößtenteils aus Kalk besteht und dass man darauf nicht bauen sollte, sondern es gab auch schon früher Gutachten, die ja teilweise heute als falsch und fehlerhaft bezeichnet werden. Außerdem Aussagen des früheren Leiter des Verbraucherschutzamtes Prof. Drösemeier.

siehe auch: Kurzbericht aus BV8 – Kalk: Hubschrauber kommt,wo ich im Dezember 2011 schrieb:

Prof. Drösemeier gab in der Diskussion mit mir indirekt zu verstehen, dass er vom obigen Gutachten nicht viel halte. Ich hatte daraus zitiert, dass es noch keine chemische Untersuchung bezüglich der Aufschüttung am Kalkberg gäbe und er behauptete, man wisse wohl aus was der Berg bestünde.

achja dieses 37-seitige Gutachten könnt Ihr hier lesen: DMT-Gutachten

DMT-Gutachten

DMT-Gutachten

dort heißt es, dass der Kalkberg aus Kalkschlamm, Kalkgranulat, Schlacken und Bauschutt zusammen gesetzt ist. Da hätte man ja mal reingucken können, statt ein neues Gutachten erstellen zu lassen. So räumte Stadtdirektor Kahlen ja auch vor 4 Jahren ein, dass der Politik noch nicht alle Informationen vorlägen, so auch dass sicher niemand die Anlage 10 (Gutachten DMT 37 Seiten) gelesen habe. Man sieht, Lesen bildet nicht nur, man kann dadurch auch echt Geld sparen.

Was nützen uns zig Gutachten, wenn sie anscheinend nicht gelesen oder nicht verstanden werden? – Nichts!

Das neueste was jetzt im aktuellsten Zwischenbericht steht, dass man die als Lärmschutz aufgeschüttete Kuppe des Kalkbergs abtragen müsse, damit er nicht weiter zusammen sackt. Damit aber ist nicht nur die Aussichtsplattform mehr als gefährdet, sondern es gibt eben keinen Lärmschutz mehr in Richtung Wohnbebauung. Dies ist ein so massives Abweichen von allen Zusagen, Bauplänen und Genehmigungen, dass meines Erachtens ein Weiterbau ohne erneutes Genehmigungsverfahren illegal ist.

Davon abgesehen ist es jetzt endgültig Zeit für Feuerwehr und Stadtdirektor, dass sie zugeben sich verrannt zu haben. Im Gegensatz zum Berliner Flughafen sind wir nicht gezwungen an diesem Ort zu bauen, sondern können dies mit geringerem Risiko und wahrscheinlich billiger auch ganz woanders.

Macht endlich Schluss mit dem Kalkberg und lasst ihn wieder zuwachsen.

Aufbau des Kalkberges

Aufbau des Kalkberges

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