Botanische Bildung muss kostenfrei bleiben!

Veröffentlicht: 30. Juni 2015 in Nicht kategorisiert

Ein botanischer Garten ist eine (oft nach Herkunft der Pflanzen-Arten geordnete) Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen. Botanische Gärten stehen häufig unter der Verwaltung einer Universität oder Hochschule, da solche Sammlungen von Pflanzenarten als Basis für wissenschaftliche Arbeit genutzt werden können. Sie enthalten Anschauungsmaterial für das – auch informelle – Studium der Botanik!

Der Botanische Garten in Köln gehört der Stadt und ist als Volksbildungsstätte kostenlos zu besuchen! Die Anschauungsgewächshäuser mit ihrer kostbaren Pflanzensammlung von Nutzpflanzen aus aller Welt ebenso.

Der botanische Garten in Köln hat in seiner Geschichte schon mehrfach den Standort gewechselt und zog erst vor gut 100 Jahren nach Riehl. Was sich in den Jahrhunderten des öffentlichen botanischen Gartens nicht änderte, ist die minimale Finanzausstattung. Erstaunlich, was trotzdem alles dort geleistet wird. Immer werden über 10.000 Pflanzenarten im Freien und in den Gewächshäusern in ihrer Vielfalt und ihrer Bedeutung für den Gartenbau und die Gartengestaltung, für Technik, Ernährung, Medizin sowie für Bau- und Textilwesen gezeigt.

Die erste neuerrichtete Gewächshausgruppe im Deutschland der Nachkriegszeit entstand in den Jahren 1950 bis 1955 in der Nordwestecke des Kölner Gartens. Das Kleinen Tropenhaus (1950), das Kakteenhaus (1953) und das Großen Tropenhaus (1954/55) sind u-förmig angeordnet und erlauben den Besuchern einen Rundgang durch unterschiedliche Vegetationszonen des tropischen Regenwaldes und der Wüste.

Mittlerweile sind diese Gewächshäuser so stark gealtert, dass sie nicht zu sanieren sind. Ein Neubau würde je nach Ausfertigung zwischen 9 und 11,5 Millionen kosten. Diese Kosten will die Verwaltung über Eintrittsgelder wieder hereinholen. In den nächsten 80 Jahren müssen jährlich nur 40.000 Erwachsene zu 3 Euro und 20.000 Kinder zum Preis von 1 Euro die Gewächshäuser besuchen und man hat Einnahmen von 11,2 Millionen. Diesen Vorschlag lehnt DIE LINKE ab und beantragte, dass der Besuch der Gewächshäuser auch weiterhin kostenlos bleibt.

Durch Erhebung eines Eintrittsgeldes würden Menschen, welche in Ausbildung sind und teilweise auch aus diesem Grund in den Botanischen Garten gehen sollten, von einem oder mehrfachen Besuchen abgehalten. Ebenso blieben Menschen, die finanziell knapper gestellt oder arm sind, vor der Tür. Wenn die Verwaltung von einem „moderaten Eintrittspreis“ spricht, verkennt sie, dass beispielsweise im 100 %-Regelsatz für SGB II monatlich lediglich 1,52 Euro für Bildung vorgesehen sind.

In kaum einem Industrieland bestimmt die soziale Herkunft so sehr den Bildungserfolg wie hierzulande. Bildung muss gebührenfrei sein. Dies gilt von der frühkindlichen Bildung über Schulen und Berufsausbildung bis zum Studium. Bildung ist ein öffentliches Gut, keine Ware. Sie muss öffentlich verantwortet und finanziert werden. Das gilt auch für die Bildungseinrichtung Botanischer Garten mit seinen Gewächshäusern. Die Entscheidung darüber hat der Rat der Stadt Köln vertagt, das heißt aber, dass der Vorschlag noch nicht vom Tisch ist.

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