Wieviel Schutz bietet der Denkmalschutz?

Veröffentlicht: 14. April 2015 in Bezirksvertretung, Denkmalschutz, DIE LINKE. Kalk, Kalk, Köln, Kultur, Politik, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung
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Eigentümer*innen von denkmalgeschützten Gebäuden kennen das, sie dürfen oftmals nicht so um- oder anbauen oder sanieren, wie sie das gerne würden oder sogar müssten. Das Amt für Denkmalschutz schaut sich die Maßnahmen kritisch an und erteilt nur dann die Genehmigung, wenn es das aus denkmalschützerischer Sicht auch verantworten kann. In Kalk gibt es hierfür einige Beispiele wie den Kaufhof oder das Klarissenkloster, wo die privaten Bauherren vom Stadtkonservator nicht die erhofften Genehmigungen erhielten. Der Denkmalschutz setzt dem in Deutschland in Art. 14 GG garantierten Eigentumsrecht nun mal zu Recht Schranken.DIGITAL CAMERA

Wie aber ist es, wenn kein Privater sondern die Stadt Köln Eigentümerin eines denkmalgeschützten Gebäudes ist? Das lässt sich leider aktuell ebenfalls in Kalk an den ehemaligen KHD-Hallen 76 und 77 in der Neuerburgstraße erleben.
Für Erhalt und Pflege eines Denkmals ist dessen Eigentümer verantwortlich. Wichtig ist der immer wieder auftauchende Zusatz „solange sich die Maßnahmen im Bereich des Zumutbaren befinden“. Kann der Eigentümer die Erhaltungsmaßnahmen nicht finanzieren, bedeutet das nicht automatisch, dass ihm die Erhaltung des Denkmals nicht zugemutet werden darf.

Tatsächlich aber hat die Stadt Köln seit sie die Hallen von einer Sparkassentochter kaufen musste, so gut wie nichts in die Pflege und den Erhalt dieser Industriedenkmale investiert. Somit hat die Stadt Köln wohl gegen das Denkmalschutzgesetz verstoßen und müsste sich eigentlich dafür selbst anzeigen. – Das darf aber auch jemand anderes. Jetzt einfach festzustellen, dass die ehemaligen Industriehallen das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben, blieb auch nicht unwidersprochen. Neben engagierten Kalker*innen setzen sich auch Prof. Dr.-Ing. Walter Buschmann (Vorsitzender des Vereins Rheinische
Industriekultur, außerplanmäßiger Professor an der RWTH Aachen und Autor zahlreicher Fachpublikationen), Barbara Schock-Werner (ehemalige Dombaumeisterin) und Ulrich Krings (ehemaliger Stadtkonservator) massiv für den Erhalt der Hallen ein.

DIGITAL CAMERAKalks LINKE Bezirksvertreter sehen die Sache ähnlich, insbesondere da diese Hallen auch als Ausgleich für den quasi Komplettabriss aller Denkmale (außer dem Wasserturmpimmel) auf dem Gelände der CFK ausgewiesen wurden. Mittlerweile liegt ein Antrag der SPD für die Bezirksvertretung vor, der lediglich den Erhalt der noch nicht vom Abriss bedrohten Halle 75 fordert und von der Notwendigkeit des Abrisses der übrigen Hallen spricht.

 

Mit LINKS wird die Verwaltung den gewünschten Abriss jedenfalls nicht umsetzen.

Anfrage der LINKEN Ratsfraktion: hier

Weiterer Artikel zum Thema: hier

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