Haste mal 10 Cent fürs Schwimmbad?

Veröffentlicht: 22. November 2014 in Für Sie gelesen, Köln, Politik, Soziales, Stadtbezirk Kalk
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Was sich auf den ersten Blick liest, wie verdammt günstige Eintrittspreise ist der Zuschuss, den jeder Gast der KöllnBäder an deren Chef Berthold Schmitt zu zahlen hat.

Weil der auf sein überdurchschnittliches Gehalt nicht verzichten will, aber gleichzeitig dafür sorgt, dass etliche „normale Schwimmbäder“ immer unattraktiver werden und dort die Besucherzahlen sinken, sollen es nun die treuen Badegäste ausbaden und mehr Eintritt zahlen.

Der Geschäftsführer der KölnBäder GmbH Berthold Schmitt hat ein Jahreseinkommen von rund 230 000 Euro (Quelle: WDR-Sendung „Monitor“ vom 20.11.14) wobei beispielsweise die Stuttgarter Bäder-Chefin „nur“ 85 000 Euro erhält. Beide Gehälter könnten eingespart werden, wenn man die KölnBäder GmbH auflöste und die Schwimmbäder wieder zu einem Teil der Stadtverwaltung machte. Wenn Schmitt also wie angekündigt 500.000 Euro aber nachhaltig einsparen wollte, müsste er genau das forcieren und seinen eigenen Job überflüssig machen.

Wenn man dann noch auf den Aufsichtsrat mit seinen 15 Mitgliedern und deren „Aufwandsentschädigungen“ hinzu rechnet, dürfte die Hälfte schon eingespart sein.

Nehmen wir es uns als Ziel einmal vor. Derzeit haben wir leider nur die Zahlen, die uns die aktuelle Geschäftsführung zur Verfügung stellt. Von dort heißt es, dass ein Gesamtverlust von 19,4 Millionen Euro zu verbuchen sei und jeder Besucher mit 7,14 Euro subventioniert werde. Mit einer einfachen Division erhält man so die Anzahl der Besucher:

19.400.000 Euro : 7,14 Euro / Besucher = 2.717.087 Besucher

Daraus lässt sich ziemlich leicht errechnen, dass jeder Besucher mit seinem Eintritt knapp 9 Cent bezahlt nur um das Gehalt des Geschäftsführers zu bezahlen! Inklusive Aufsichtsrat und Rundungen kommt man also locker auf die 10 Cent aus der Überschrift.

In Anbetracht von angekündigten durchschnittlichen 5% Preiserhöhung mit dem Hinweis auf höhere Personalkosten, müsste man beinahe lachen. Denn mir sind Tarifsteigerungen von 5% völlig unbekannt und die Anzahl der bei den KölnBädern Beschäftigten sinkt ebenfalls. Unter Berücksichtigung, dass man zum Beispiel im Höhenbergbad derart friert, dass man mit einem zweijährigen Kind höchstens eine Stunde bleiben kann,stellt sich die Frage woher Mehrkosten für Energie kommen sollen. Sagen Sie jetzt nicht für die Filter und Umwälzpumpen, denn im Höhenbergbad ist das Wasser wesentlich schmutziger als es sein müsste.
Beides lässt zwei Schlüsse zu:

1. Die Baukosten für die stadteigenen Spaßbäder sind der Hauptschuldige für das Minus und die Preissteigerung

2. Die Menschen sollen aus den „normalen Schwimmbädern“ in die Spaßbäder vertrieben werden.

Das hat man in Nippes schon so erfolgreich durchgezogen, dass es im dortigen Bezirk kein Schwimmbad mehr gibt.

Auch im größten Stadtbezirk Kölns in Mülheim mit seinen über 144.000 Einwohnern gibt es nur das Genovevabad, das größtenteils von Schulen und Vereinen genutzt wird. Für die Bevölkerung bleiben nicht mal 13 Stunden die Woche.

Im Bezirk Kalk gibt es nur das Höhenbergbad, welches zumindest für junge Familien wenig einladend und für das Angebot schon heute viel zu teuer ist. In der Woche gibt es lediglich 16 Stunden in denen das Bad komplett der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Eigentlich dürfte man unter der Woche für das halbe Bad auch nur den halben Preis verlangen.

Was soll’s`? Gehen wir im Sommer im Neubrücker Baggerloch kostenlos baden.

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