Friedhöfe schließen und zu Grünflächen machen

Veröffentlicht: 8. April 2014 in DIE LINKE, Für Sie gelesen, Köln, Politik, Stadtentwicklung, Umwelt, Umweltausschuss
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Die Stadt Köln bewirtschaftet insgesamt noch 55 Friedhöfe. Sie bieten Hinterbliebenen einen Ort der Besinnung. Die parkähnliche Gestaltung der Friedhöfe und ihre Pflege sind Ausdruck unserer Bestattungskultur. Friedhöfe stellen einen erheblichen Freizeit- und Erholungswert für die Bevölkerung dar. Friedhöfe erfüllen darüber hinaus eine wichtige ökologische Funktion und tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Dieser über den eigentlichen Friedhofszweck hinausgehende Nutzen für die Allgemeinheit muss aus dem allgemeinen städtischen Haushalt finanziert werden.

Daher fordert DIE LINKE: 20 % der jährlich anzusetzenden Kosten für die Grünunterhaltung auf den Friedhöfen ist aus allgemeinen Deckungsmitteln aus dem Haushalt zu finanzieren.

Dies führt zu geringeren Bestattungskosten, die sowohl eine Steigerung der Bestattungen in Köln zur Folge haben, als auch eine unmittelbare Entlastung des Sozialhaushaltes im Bereich der Sozialbegräbnisse, deren Kosten ebenfalls sinken werden.

Zur aktuellen Ratssitzung hat die Kölner CDU einen Änderungsantrag zur geplanten Gebührenerhöhung gestellt, der so aussieht, als ob sie bei der Verabschiedung des LINKEN Kommunalwahlprogramms mitgeschrieben hätte:

Der Rat beauftragt die Verwaltung mit einer Neuberechnung der Gebühren nach fol-gender Maßgabe: Entsprechend der bis zum Jahre 2002 geübten Verwaltungspraxis wir der Anteil an der Grünunterhaltung auf den Friedhöfen, die aus allgemeinen De-ckungsmitteln des Haushaltes finanziert wird, auf 20% der jährlich anzusetzenden Kosten festgelegt. Hierdurch wird der über den eigentlichen Friedhofszweck hinaus-gehende Nutzen der Allgemeinheit an dem „öffentlichen Grün“ ausgeglichen. Die ge-bührenrelevanten Kosten sind entsprechend zu reduzieren.

Seit ein paar Tagen liegt auch ein Änderungsantrag von SPD und Grünen vor, die von der Verwaltung einen Vorschlag wollen, ob man wirklich alle 55 Friedhöfe in Köln brauche und welche davon geschlossen oder verkleinert werden können. Leider sagen sie das nicht so konkret, weil sie wohl Angst vor Protesten aus der Bevölkerung haben. Im Änderungsantrag heißt darum unter anderem:

eine Prognose des mittelfristigen Bedarfs an betriebsnotwendigen Einrichtungen,

also wörtlich übersetzt: Wie viele Friedhöfe braucht Köln überhaupt noch in Zukunft?

Im heutigen Porzer Lokalteil des Kölner Stadtanzeigers war ein Artikel zum Westhovener Friedhof, der die Menschen wohl schon darauf vorbereiten sollte. Es heißt dort unter anderem wörtlich:

In ein paar Jahren könnten deshalb einige Friedhöfe in Parkanlagen umgestaltet werden.
Das ist heute in Westhoven bereits angedeutet. Fast die Hälfte der Friedhofsfläche liegt brach.

Kölner Stadtanzeiger 08. April 2014

Kölner Stadtanzeiger 08. April 2014

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