Flüchtlinge willkommen heißen

Veröffentlicht: 20. März 2014 in Bezirksvertretung, Brück, Köln, Neubrück, Politik, Stadtbezirk Kalk
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Vor rund 70 Jahren wurde meine Großmutter mit ihren beiden Kleinkindern in Klettenberg ausgebombt. Ihre Schwester in Porz-Eil nahm sie gerne und für Jahre auf.

Vor rund 30 Jahren brannte die Wohnung, die meine Tante mit ihren drei kleinen Kindern bewohnte kurz vor Ostern aus. Unsere Familie nahm sie gerne auf, bis die GAG eine Ersatzwohnung stellte.

Heute stehen andere Menschen vor unserer Tür und bitten um Aufnahme. Sie wollen nicht in unsere Wohnzimmer oder in unsere Bäder, sondern irgendwo bei uns eine menschenwürdige Unterkunft.

Wenn ich Papst Franziskus oder den ehemaligen Kanal Meisner von „lieben Brüdern und Schwestern“ reden höre, dann heißt das, dass hier auch Familie anklopft und eine Bleibe sucht. Niemand würde doch seine Schwester oder seinen Bruder weg schicken und wenn es noch so beschwerlich wäre.

Sie die Sie jetzt laut rufen:
„Flüchtlinge ja, aber hier nicht!“
Haben sie die Beschlussvorlage gelesen?

Da steht was von „Sicherstellung der städtischen Unterbringungsverpflichtung“ und was von „Vermeidung drohender Obdachlosigkeit“.

Wenn jeder der „hier nicht!“ ruft einen geeigneten Alternativvorschlag zur Unterbringung machte, hätten wir kaum noch Probleme damit.

Wir, Sie, Ich haben hier in der vorletzten Sitzung kritisiert, dass die Verwaltung keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen hatte, aber vielleicht liegt das auch daran, dass die Politik in den letzten 10 Jahren diese Verwaltung nicht gut genug kontrolliert hat.

Wenigstens sind wir jetzt wieder in der Nähe des Kölner Flüchtlingskonzeptes und können wenigstens einem ersten Teil menschenwürdige Bedingungen bieten.

Die Bevölkerung in Jordanien ist durch die Flüchtlingsaufnahme bereits um 9 Prozent, im Libanon sogar um 19 Prozent gewachsen. Die von Brück wird nicht mal um 1 Prozent ansteigen.

Syrische Flüchtlinge zum Beispiel – Syrien ist das Land, dem wir Deutsche geholfen haben Giftgas zu produzieren, um die eigene Bevölkerung zu töten – Also Syrer können im Regelfall nur auf illegalen und höchst gefährlichen Wegen in die EU gelangen – oder aber sie sterben an den Außengrenzen der EU, wie bereits vielfach geschehen. Wenn sie es aber bis zu uns in den Bezirk Kalk geschafft haben, dann müssen wir sie offen aufnehmen und ihnen sicheren Schutz gewähren.

Deutschland hat sie schließlich mit verschuldet!

Firmen, die Waffen liefern und Regierungen die diese Lieferungen genehmigen, leisten nicht nur Beihilfe zu Krieg und Mord, sondern schaffen quasi nebenher menschliche Schicksale die dann teilweise als Flüchtlinge vor unserer Tür stehen.

Deutschland verkauft hemmungslos aggressiv seine Waffen in alle Welt. Weder Rüstungsindustrie noch Regierung haben irgendwelche Skrupel.

Gerade jetzt werden Sanktionen gegen Russland gefordert und die Belieferung der Ukraine mit deutschen Waffen wird nicht mal in Frage gestellt. Hoffentlich geht das gut, sonst können wir in Brück locker noch ne Etage drauf bauen.

Schuld sind nicht die Menschen, die zu uns kommen.

Niemand verlässt gerne seine Heimat
.

Aber auch Profiteure dieser Politik müssen genannt werden – das sind die Rüstungskonzerne.

Jede Waffe findet ihren Krieg und jeder Krieg bringt neue Flüchtlinge.

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