Arme „Heilige Mutter Kirche“ will Geld vom reichen „Vater Staat“

Veröffentlicht: 25. Juni 2013 in Bezirksvertretung, Köln, Politik, Satirisches/Lustiges, Stadtbezirk Kalk

Lange war es mir nicht mehr so deutlich wie heute, dass es sich bei der Kölnischen Rundschau um ein Kirchenblättchen und nicht wie wikipedia behauptet um eine „regionale, unabhängige Tageszeitung für den Raum Köln/Bonn“ handelt. Wobei dort auch zu lesen ist: „Die Kölnische Rundschau galt in der Vergangenheit als gemäßigt konservativ“. Was ja schon einleuchtet, wenn die erste erteilte Nachkriegs-Lizenz die Erlaubnis zur Herausgabe einer CDU-nahen Zeitung war. Immerhin gibt DIE LINKE Fraktion im Rat der Stadt Köln mit ihrem Platzjabbeck auch ein Fraktionsblättchen heraus. Allerdings nicht unter dem Deckmantel eine unabhängige Zeitung zu sein, sondern mit dem Fraktionslogo zumindest auf der Titelseite. Während man bei der Rundschau in der Regel weder ein Parteilogo, noch ein erzbistümliches oder päpstliches Wappen findet.

Warum ich das hier und heute schreibe?

Was geschah:Linie 4 Grünstraße

Im heutigen Kölner Lokalteil der Kölnischen Rundschau erschien ein großer Artikel über die Neugestaltung des Neubrücker Marktplatzes. Dass der Lokalredakteur sich damit begnügte, nur die Sprecher von CDU und SPD zu Wort kommen zu lassen und meine kirchenfinanzkritischen Anmerkungen lieber verschweigt, gehört zu seiner journalistischen Freiheit und passt zum Allgemeinbild. Außerdem soll der ganze Artikel plus dem Interview mit Pfarrer Breidenbach offensichtlich suggerieren, dass die katholische Kirche (zumindest die in Neubrück) arm sei und vom reichen Staat, beziehungsweise von der reichen Stadt Geld brauche. Damit soll dann auf dem privaten Grundstück der katholischen Gemeinde ein privater Zaun und eine private Hecke finanziert werden. Ob diese Maßnahme an sich überhaupt sinnvoll ist, mag bezweifelt werden, aber wer kommt schon auf die Idee sich von der Stadt die Hecke auf seinem eigenen Grundstück finanzieren zu lassen? Dem in der Rundschau abgedruckten und von der CDU-Bezirksfraktion auch in der BV-Sitzung vorgetragenen Gejammer über die Armut der Kirche, muss aber entschieden widersprochen werden. Das tat ich in der Sitzung der BV am 13. Juni und das mache ich auch jetzt wieder. Während ich nämlich in der Kalker Bezirksvertretung darauf verwies, dass Köln nach Chicago die zweitreichste Diözese der Welt gewesen sei, erfuhr ich, dass Köln nun die reichste ist. Und während ich den Anwesenden versuchte zu erläutern, dass das Bistum nicht plötzlich arm sei, weil der neue Papst Franziskus heiße und ein Augenmerk auf die Armen legen wolle, da legte das Erzbistum Köln parallel und an anderer Stelle seinen Finanzbericht vor.

Am Tag darauf berichtet hierüber auch der Kölner Stadtanzeiger mit einem Artikel (Erzbistum macht fast eine Milliarde ) und einem Kommentar (Eine große Aufgabe). Dass ich angesichts einer knappen Milliarde Euro Einnahmen und einem Wirtschaftsplan, der 104.096.841 € für Sachaufwendungen und Gebäudeinstandhaltung in 2013 vorsieht, weder in der BV-Sitzung, noch hier und heute glauben mag, dass da keine 8.000 Euro für ne Hecke und einen Zaun übrig sein sollen, mag man mir bitte verzeihen.

Aber wir sind ja bei den Katholiken und da wird nicht so leicht verziehen, sondern man muss schon zu Lebzeiten für seine Sünden büßen (wahrscheinlich ist man sich mit dem „Leben danach“ dann doch nicht so sicher).

So ist denn auch meine irdische Strafe zu Lebzeiten – verhängt von der Kölnischen Rundschau – nicht nur das simple Verschweigen meiner Wortbeiträge, sondern dass ein von mir eingebrachter und dann einstimmig beschlossener Antrag nun den protestantischen Genossen der SPD zugeschrieben wird. Was und ob das jetzt etwas zur Einstellung der Kölnischen Rundschau bezüglich Wahrheit und Moral aussagt, kann und will ich hier nicht beantworten. Aber ich schenke der reichen Kirche kein Geld und der Rundschau keinen Glauben.

Advertisements
Kommentare
  1. Erzdiözese Köln ist eine der reichsten der Welt
    grade heute mal wieder veröffentlicht, aber zwischendurch immer wieder auf die Tränendrüse drücken.
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article120950365/Erzdioezese-Koeln-ist-eine-der-reichsten-der-Welt.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s