3 Wasserskibahnen am Rather See – Profit geht vor

Veröffentlicht: 6. Juni 2013 in Bezirksvertretung, Köln, Neubrück, Politik, Rath, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung, Umwelt

Diese Woche habe ich die Antwort auf meine Anfrage zum Rather See erhalten. Meines Wissens das erste Mal, dass in einem öffentlichen Dokument die 3. Wasserskibahn erwähnt und bestätigt wird.

Das Hauptproblem mit dem Rather See dürfte darin bestehen, dass sich der See in Privateigentum befindet und die Eigentümer, nachdem sie die dortigen Kies- und Sandvorkommen über Jahrzehnte ausgebeutet haben, nun versuchen weitere Einnahmen aus dem von ihnen in die Landschaft gegrabenen See zu generieren.

Leider hat mir die Verwaltung keine Zahlen darüber genannt, welche Kosten der See für seine Eigentümer verursachen würde, wenn dieser als Privatgelände abgeschottet werden müsste. Aber diese Kosten wollen die Eigentümer vermeiden und lieber Profit machen.

Es ist äußerst bedauerlich, dass die Stadt Köln nicht mal in Erwägung zieht, das Eigentum zu erwerben und eine sanfte Nutzung zu ermöglichen. Die Verwaltung verweist auf eine Prioritätensetzung und die scheint mir in Köln eher darauf abzuzielen, möglichst viele Touristen und Gäste anzulocken, als für das Wohl der hier lebenden Bevölkerung zu sorgen.

Hier hatte ich schon mal meine Fragen dokumentiert

Nun die Stellungnahme der Verwaltung im Wortlaut

zu 1.
Aufgrund der Prozessstruktur des Bauleitplanverfahrens werden mit dem Einleitungsbeschluss die generellen Planungsziele festgelegt. Abhängig von den Beteiligungsverfahren und deren Ergebnissen folgen weitere politische Beratungen und Beschlussfassungen in den zuständigen Gremien, die jeweils den aktuellen Planungsstand abbilden. Wesentlicher Schritt ist hier der sogenannte Vorgabenbeschluss des Stadtentwicklungsausschusses, der die Rahmenbedingungen für die Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfs auf Grundlage der frühzeitigen Beteiligungen und deren Beratung in der Bezirksvertretung festlegt. Auf erneute Einleitungsbeschlüsse wird daher in der Regel verzichtet.

zu 2.
Mögliche Nutzungen und daraus resultierende Auswirkungen sind im weiteren Planverfahren auf Grundlage der konkretisierten Planung zu prüfen. Aufgrund der Anzahl der Anlagen, der Gesamtplanung und der bestehenden Anlagen in Nachbargemeinden ist nicht von einer überregionalen Nutzung auszugehen. Ziel der Planung ist es, Erholungs- und Freizeitangebote für den Stadtbezirk Kalk und angrenzende Stadtteile zu schaffen. Die Grundzüge der Planung des rahmensetzenden Flächennutzungsplans sind nicht betroffen. Planungsrechtlich wird der Landschaftsplan durch die verbindliche Bauleitplanung überplant.

zu 3.
Die genannte Abendveranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am 20.02.2013 hat den aktuellen Planungsstand des Vorhabens der Öffentlichkeit vorgestellt und die Möglichkeit zur Diskussion und Stellungnahme gegeben. Die als 3. Wasserskibahn bezeichnete Anlage ist nach bisherigem Planungsstand als temporäre Anlage vorgesehen und wird nur bei Bedarf aufgebaut und eingesetzt. Aufgrund der Größe und Nutzung (Übung des Starts) ist sie nicht mit den beiden vorgeschlagenen dauerhaft installierten Anlagen vergleichbar. Ihre Umsetzung beziehungsweise Auswirkungen müssen im weiteren Planverfahren geprüft werden.

zu 4.
Nach Kenntnisstand der Verwaltung verfügt der Vorhabenträger über die zur Umsetzung des aktuellen Planungsstandes erforderlichen Grundstücke. Grundsätzlich ist die Verfügbarkeit über die zur Umsetzung des jeweiligen Vorhabens notwendigen Grundstücke bis zum Satzungsbeschluss vom Vorhabenträger nachzuweisen. Aufgrund der jeweils individuellen Fallkonstellation prüft die Verwaltung aber frühzeitig im Verfahren, ob die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen, um die Grund-lagen für einen erfolgreichen Abschluss des jeweiligen Planverfahrens zu schaffen. Aufgrund der wesentlichen Änderungen des Vorhabenbereiches durch die Grundstücksverfügbarkeit wurde nach dem ursprünglichen Einleitungsbeschluss vom 30.09.2010 ein erneuter Einleitungsbeschluss am 15.12.2011 gefasst.

zu 5.
See und Uferbereiche gehören zu unterschiedlichen Anteilen verschiedenen privaten Eigentümern. Nach Abschluss der Auskiesung und der wasserrechtlich zwingenden Rekultivierung bis Ende 2013 obliegt diesen die Verkehrssicherungspflicht. Nutzungsmöglichkeiten werden durch den rechtskräftigen Bebauungsplan Nummer 7544.02 und die wasserrechtlichen Genehmigungen vorgegeben, eine Naherholungs- oder Badenutzung ist hier nicht vorgesehen. Die zur Sicherung notwendigen Maß-nahmen (zum Beispiel Zaunanlagen, Beschilderungen, Überwachung) und die hierdurch entstehen-den Kosten können von der Verwaltung nicht beziffert werden.

Eine Übernahme von Flächen und Unterhalt beziehungsweise Sicherung durch die Stadt ist, wie bei der Abendveranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am 20.02.2013 dargelegt, aufgrund der Haushaltssituation und Prioritätensetzung nicht möglich.

derzeitige Planung und man entdeckt bei genauem Hinsehen, die dritte Wassskibahn mit der Bezeichnung “EasyStart“

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Kommentare
  1. Tanja Finke sagt:

    Unterschreiben für unseren geliebten Rather und teilen teilen teilen

    https://www.openpetition.de/petition/online/freier-zugang-fuer-alle-zum-rather-see-und-keine-wasserski-anlage

  2. Jan Elsber sagt:

    Ich weiß gar nicht warum man sich hier darüber Aufregt… Eine Wasserskibahn ist ein tolles Angebot schafft Arbeitsplätze und schafft ein tolles Freizeit Angebot! Toll würde ich es finden das man frühzeitig mit dem Betreiber kontakt aufnehmen würde und über einen Sozialtarif verhandelt, so dass z.B. Kölnpassinhaber auch mal die Möglichkeit haben einen Erlebnistag auf der Wasserskibahn zu haben den sie sich auch leisten können… Direkt von vornerein Meckern ist vollkommen daneben!

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