Ohr aus dem Drucker

Veröffentlicht: 7. Mai 2013 in Für Sie gelesen, Forschung

Hatte ich noch vor ner knappen Woche den Beitrag „Die Replikatoren für’s Essen kommen“ geschrieben, so muss zeitgleich an der  US-Universität Princeton ein bionisches Ohr aus einem 3D-Drucker gekommen sein. Doch Forscher der University of Wollongong (UOW)  und des St Vincent’s Hospital (Melbourne) wollen bereits in drei Jahren Körperteile auf Basis körpereigener Zellen drucken. Den Anfang wird demnach ein einfaches Muskel-, Nerven- und Knorpelgewebe aus dem Drucker machen – doch binnen rund eines Jahrzehnts sollen wirklich komplexe Strukturen entstehen.

Es ist möglich, dass wir bis 2025 komplette funktionierende Organe fertigen können, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind„, so Gordon Wallace, Leiter des Intelligent Polymer Research Institute an der UOW. Schon früher sollen kleinere Teile wie Herzklappen aus lebendem Gewebe, das auf Basis körpereigener Zellen des Patienten gefertigt wurde, entstehen. Dieser Zugang verspricht den Vorteil, dass er Probleme mit der Immunabstoßung vermeidet.  „Es ist schon jetzt möglich, aus biokompatiblen Kunststoffen und Metallen patientenspezifische Implantate herzustellen„, betont Wallace. Eine engere Zusammenarbeit von Materialwissenschaftlern und Medizinern sowie eine eigene Einrichtung am Partner-Spital soll für einen Schub sorgen, um 3D-Druck schneller noch breiter für medizinische Zwecke nutzen zu können.

Wir denken, dass es innerhalb einiger Jahre möglich sein wird, lebendes Gewebe wie Haut, Knorpel, Arterien und Herzklappen aus Zellen und Biomaterialien zu fertigen„, so Wallace. Neuartige Lösungen, die die Möglichkeiten des 3D-Drucks ausnutzen, könnten ihm zufolge neben bionischen Implantaten die Regeneration von Nerven, Muskeln und Knochen ebenso umfassen wie Ansätze zur Erkennung von und dem Umgang mit Epilepsie.

Da muss man dann nur noch aufpassen, dass man nicht aus Versehen das Schweineohr aus dem Replikator annäht und das Ersatzteilohr in die Suppe schmeißt.

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