Weiterentwicklung des Schulstandortes Albermannstraße in Köln-Kalk

Veröffentlicht: 25. April 2013 in Bezirksvertretung, DIE LINKE, Kalk, Köln, NRW, Persönliches, Politik, Soziales, Stadtbezirk Kalk, Stadtentwicklung
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Ich dokumentiere hier meine Anfrage aus der heutigen BV, die natürlich den Sinn hat auf eine Gesamtschule in Köln-Kalk hinzuarbeiten.

Bis zum Sommer 2012 teilten sich zwei städtische Hauptschulen – Gemeinschaftshauptschule Max-Albermann-Schule und Katholische Hauptschule Adolph-Kolping-Schule – quasi ein Grundstück. Die Max-Albermann-Schule ist seit dem Schuljahr 2012/13 geschlossen. Der daraus resultierende Leerstand wird durch die temporäre Auslagerung einer Förderschule aus Flittard (bis Sommer 2013) gefüllt.

Bereits die »Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung Köln 2011« sowie die im April 2012 veröffentlichte »Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung Köln 2012« fordern besondere Aufmerksamkeit für eine adäquate Nutzung von geschlossenen Hauptschulstandorten und schlagen für Kalk zunächst Zweigstellen einer Gesamtschule oder alternativ eine Ge-meinschaftsschule vor und ziehen in der Konkretisierung der Schulentwicklungsplanung schließlich eine Sekundarschule in Erwägung.

Nach der nun vorliegenden Mitteilung unter TOP 10.2.6 (Vorlagen-Nr. 1152/2013) werden diese Überlegungen in Köln aber nicht mehr angestellt, denn dort heißt es auf Seite 3: „Klar ist angesichts der Ergebnisse der Elternbefragung, dass von den beiden schulrechtlich vorgesehenen Schulformen des längeren gemeinsamen Lernens in Köln alleine die Option der Gesamtschule zieht.“

Der Bildungsatlas der KALKschmiede* macht deutlich, dass gerade in der offenen Jugendarbeit, der Elternarbeit, bei der Unterstützung und dem Ausbau der schulischen Einrichtungen und Kindertagesstätten besser auf den besonderen Bedarf im Stadtteil reagiert werden muss.

Für die KALKschmiede* machten es besonders die schlechten Bildungsabschlüsse und die interkulturellen Spannungen notwendig, das Viertel weiter in seiner Entwicklung zu unterstützen. Kalk Nord gehört dabei zu den Stadtvierteln mit besonders hohem Kinder- und Jugendhilfebedarf. Das bedeutet, der Standort weist »[…] die relativ schwierigsten Bedingungen für umfas-sende Teilhabe und Verwirklichungschancen von Kinder und Jugendlichen« auf und es wird deutlich, dass »[…] Kindern und Jugendliche sowie die Eltern besonders hohe Hilfe- und Unterstützungsbedarfe haben«.

Eine adäquate räumliche und personelle Ausstattung ist Voraussetzung zur Entfaltung der Bildungspotenziale der Kalker Akteure. Dieser Tatbestand darf nicht vernachlässigt werden.

Kinder und Jugendliche in Kalk, insbesondere in Kalk Nord, leben eher »abgeschottet« als Kinder aus anderen Stadtteilen. Dies wird hier als »eingeschränkte Mobilität« bezeichnet. Selbst die Nutzung der »AbenteuerHallen Kalk« beispielsweise ist für Jugendliche aus Kalk Nord nicht selbstverständlich.

Der Kern für eine gestärkte Bildungslandschaft in Kalk – besonders im Kalker Norden – kann eine Gesamtschule als eine von der KALKschmiede* vorgeschlagene Stadtteilschule am Standort der ehemaligen Max-Albermann-Schule / Adolph-Kolping-Schule sein und für bessere und mehr Schulabschlüsse, selbstbestimmtere und gerechtere Entwicklungschancen und stabilere Bildungswege sorgen. Von Seiten der Verwaltung wird vorgestellt, dass die (auslaufende) Schließung der bestehenden Schulen bei gleichzeitigem Aufbau der neuen Schule vorzunehmen sei, und dass so für Übergangszeiten an einem Schulstandort ein oder mehrere auslaufende Systeme und gleichzeitig ein neues, aufwachsendes System abgebildet werden müssen. Die Hauptschule Albermannstraße ist bereits geschlossen.

Aus den oben geschilderten Sachverhalten ergeben sich die folgenden Fragen, um deren Beantwortung ich bitte:

1. Prüft die Verwaltung den Schulstandort Albermannstraße als Option bezüglich seiner Eignung zur Errichtung einer Gesamtschule oder im Zweifel als Dependance der Katharina-Henoth-Gesamtschule und wenn nicht, warum nicht, beziehungsweise wenn ja, mit welchem derzeitigen Ergebnisstand?

2. Wie sieht die Verwaltung die mittelfristige Perspektive der Adolph-Kolping-Schule und damit auch die mögliche mittelfristige Zusammenlegung der beiden Schulstandorte zu einer Adolph-Kolping oder alternativ Karl-Küpper-Gesamtschule?

3. Kann und darf eine solche Gesamtschule konfessionsgebunden sein?

4. In wie weit berücksichtigt die Verwaltung im Rahmen des dialogischen Planungsprozesses die bereits vorliegenden Ergebnisse des INTEGRIERTEN HANDLUNGSPROGRAMMs KALK NORD 2012+ der KALKschmiede* und des BILDUNGSATLAS KALK verfasst von der Fachhochschule Köln, Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften auf Anregung der KALKschmiede*?

Das hier ist die Stellungnahme (wohlgemerkt NICHT Antwort!) der Verwaltung:

Zu 1) Im Rahmen der Planungsüberlegungen zur Erweiterung der Katharina-Henoth-Gesamtschule, Gesamtschule Adalbertstraße in Höhenberg hat die Verwaltung auch die Möglichkeit in den Blick genommen, am Schulstandort der ehemaligen Hauptschule Albermannstraße einen Teilstandort einzurichten. Derzeit dient dieser Gebäudeteil des Doppelstandortes Albermannstraße/Falkensteinstraße (B-Trakt) einer temporären Auslagerung der Heinrich-Welsch-Schule, Förderschule Sprache in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Gebäudetrakt anschließend für weitere Auslagerungen benötigt wird. Die Verwaltung geht davon aus, dass der B-Trakt vor einer dauerhaften Nutzung – z.B. für die Einrichtung einer Nebenstelle der Katharina-Henoth-Gesamtschule, baulich ertüchtigt werden müsste; ob jedoch eine Generalsanierung wirtschaftlich wäre, bedarf einer detaillierten Überprüfung auf Basis eines verbindlichen Nutzungskonzeptes. Aufgrund der Entfernung zwischen den beiden Schulen und insbesondere aufgrund der Nähe der Katharina-Henoth-Gesamtschule zum Schulstandort Nürnberger Straße/Schulstraße erscheint es der Verwaltung daher nach wie vor günstiger, eine „Depandance-Lösung Nürnberger Straße“ anzustreben (siehe auch Mitteilung der Verwaltung unter der Vorlagennummer: 1152/2013).

Zu 2) Die Adolph-Kolping-Schule, Katholische Hauptschule Falkensteinstraße, führt derzeit 24 Klassen (inklusive 3 Vorbereitungs-/Seiteneinsteigerklassen und 1 BUS Klasse) mit insgesamt 512 Schülerinnen und Schülern. Durch die Übernahme der Schülerinnen und Schüler der Max-Albermann-Schule besuchen derzeit allein 298 Schülerinnen und Schüler die Klassen des 8.-10. Schuljahres. Die Adolph-Kolping-Schule ist daher als vergleichsweise stabile Hauptschule einzustufen. Eine Schließung ist daher derzeit nicht vorgesehen.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Raumbestand am Doppelstandort Albermannstraße/Falkensteinstraße zur Gründung einer neuen und eigenständigen Gesamtschule nicht ausreicht, um die gesetzlich vorgeschriebene Mindestgröße einer Gesamtschule von 4 Zügen SI und 2 Zügen SII abzubilden.

Zu 3) Das Schulgesetz NRWS erlaubt nur die Schulformen Grundschule und Hauptschule als Bekenntnisschulen zu führen, in denen Kinder z.B. des katholischen Glaubens nach den Grundsätzen dieses Bekenntnisses unterrichtet und erzogen werden. Schulgesetzlich besteht somit keine Möglichkeit, für eine Gesamtschule eine Konfessionsbindung vorzusehen.

Zu 4) Die Verwaltung begrüßt den eingeschlagenen Weg des Beteiligungsprozesses und setzt sich intensiv mit den Arbeitsergebnissen auseinander. Es bleibt aber festzustellen, dass eine hier favorisierte „Stadtteilschule“ keine durch das Schulgesetz normierte Schulform darstellt.

BUS=Schule und Beruf

Mit anderen Worten, versucht die Verwaltung alles, damit Kalk KEINE Gesamtschule bekommt. Mal abgesehen, dass Frage 3 so nicht ganz korrekt beantwortet ist, wollte ich noch etwas wissen und fragte mündlich nach:

Um wie viel näher liegt der Teilstandort Dellbrück an der Willy-Brandt- Gesamtschule als der eventuelle Teilstandort Albermannstraße an der Katharina-Henoth-Gesamtschule, der zu weit weg wäre?

Mal sehen, ob die Verwaltung z.B. google-maps bedienen kann.

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