Umbau zu altengerec​hten Kommunen kostet 53 Mrd. Euro

Veröffentlicht: 15. Januar 2013 in Für Sie gelesen, Forschung, Köln, NRW, Politik, Soziales, Stadtentwicklung
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Wie das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Rahmen einer aktuellen von der KfW Bankengruppe beauftragten Studie ermittelte, müssen bis zum Jahr 2030 gut 53 Mrd. Euro investiert werden, um Barrierefreiheit und damit eine altengerechte Infrastruktur zu schaffen. Mit der Studie liegen erstmals konkrete Zahlen für diesen Bereich vor, wodurch den Kommunen die Möglichkeit gegeben wird, ihre finanziellen Planungen diesbezüglich anzupassen.

Laut der empirischen Difu-Studie ist der Investitionsbedarf bei Wohngebäuden, dem öffentlichen Personennahverkehr sowie bei Straßen und dem Wohnumfeld mit insgesamt rund 50 Mrd. Euro am höchsten. Die restlichen knapp vier Mrd. Euro werden für Sportstätten und Bäder, Pflegeeinrichtungen, Gesundheit, Verwaltungsgebäude sowie Kultureinrichtungen benötigt. Die Schätzungen beziehen sich auf die baulich-technischen Anpassungsmaßnahmen zur Barrierefreiheit.

Sämtliche Kommunen bestätigten einen großen Handlungsbedarf aufgrund des demographischen Wandels. 2030 wird bereits rund ein Drittel der Bevölkerung älter als 65 Jahre alt sein. In manchen Regionen wird bis 2025 der Anteil der „Über-Sechzigjährigen“ sogar über 40 Prozent liegen. Dies betrifft besonders ländliche Regionen in Ostdeutschland, Süd-Niedersachsen, das Ruhrgebiet, das Saarland sowie Umlandregionen von Ballungsräumen. Laut der Umfrage sind bisher nur 63 Prozent der Zugänge des öffentlichen Personennahverkehrs barrierefrei, bei Straßen und Wohnumfeld 50 Prozent und bei den Gebäuden 20 Prozent. Als Hauptgrund für den Nachholbedarf nannten die Kommunalvertreter fehlende finanzielle Mittel. Wobei das natürlich stimmt, aber eben auch an der Prioritätensetztung innerhalb der Kommune liegt.

Wer den Bau eines Museums als „Brücke in die Zukunft“ bezeichnet, aber den Ausbau barrierefreier Infrastruktur vernachlässigt (siehe auch Inhalt vor Fassade) hat die Zukunft noch nicht wirklich verstanden. [Anm. haeppi]

Quelle: Pressemitteilung des Deutsches Institut für Urbanistik, Sybille Wenke-Thiem, 15.01.2013 10:27

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