Antikapitalismus kommt bei Bürgerlichen an

Veröffentlicht: 10. Mai 2012 in DIE LINKE, Für Sie gelesen, Köln, Landtagswahl NRW 2012, NRW, Persönliches, Politik, Soziales

Die von mir gewählte Überschrift hätte mir über dem Artikel in der Zeit viel besser gefallen. Aber so weit wollte man sich dann wohl doch nicht aus dem Fenster lehnen, so kurz vor der NRW-Wahl.

Immerhin bedauert DIE ZEIT anscheinenden, dass es nicht zu einem „Ende des blinden Marktglaubens“ gekommen ist oder zu einem „Versuch, Wirtschaftspolitik noch einmal gänzlich neu zu denken.“ Bei letzterem fällt mir natürlich mein Blogeintrag „HP Fischers Problemlösungsstrategie – am Beispiel Atommüll“ ein, der ja auch zu einem völlig neuen Denken aufruft. Naja was soll’s, was kleine Lichter wie ich schreiben, wird höchstens mal irgendwo ohne Quellenangabe kopiert.

Weiter schreibt DIE ZEIT: „Der Neoliberalismus ist nicht tot, sondern wird unter dem Namen Wettbewerbsfähigkeit gen Süden exportiert.“ Ja und genau das haben Franzosen, Italiener und Griechen erkannt. Nur die Deutschen hängen mal wieder hinter her. So heißt es weiter:

„Franzosen und Griechen haben nicht nur negativ über ihre Volksvertreter und Regierungschefs entschieden, sondern auch über Angela Merkel und deren Dogma, dass die Unabhängigkeit von den Finanzmärkten vor allem über einen ausgeglichenen Haushalt erreicht werden könne. Eingezwängt von einem linken französischen Präsidenten, einer widerstandsbereiten griechischen Parlamentsmehrheit und einem generellen Glauben, dass Sparen allein nicht reicht, droht die Kanzlerin ihre bisher recht unangefochtene Diskurshoheit zu verlieren.“

Ach hättet Ihr doch Recht. Aber es ist ja nicht nur die Politik der derzeitigen Kanzlerin, sondern auch der beiden Vorgängerregierungen aus CDU+SPD und SPD+Grünen. Denn seit der Regierung Schröder-Fischer ist es in Deutschland mit einer teilweise Bändigung des Kapitalismus vorbei.

Wenigstens prophezeit DIE ZEIT:

„Sollte Angela Merkels Sparmantra irgendwann auch national angefochten werden – etwa weil Griechenland ausbricht und Portugal und Spanien in Gefahr eines Bankrotts geraten – dürfte es zu einer Polarisierung kommen zwischen Merkel und einer scharfen Alternative zu ihr.“

Und wer ist eine scharfe Alternative? Nachdem DIE ZEIT hier auseinander legt, wer alles keine Alternative ist (SPD nur an der Macht interessiert, Grüne und Piraten unfähig) sehen sie in der LINKEn nur eine Möglichkeit. Nur ist der „Alternativlosigkeitsfrust“ derzeit in Deutschland noch nicht hoch genug. Die Wahlen in NRW kommen hierfür noch zu früh und fallen gerade in den Piratenhype, der den Grünenhype abgelöst hat. Spätestens 2013 aber werden sich die Zeiten ändern und die Menschen erkennen, dass das was DIE LINKE ihnen zu bieten hat, die Alternative zur Alternativslosigkeitpolitik von SPD, CDU, Grünen und den Marktextremisten der FDP ist.

Ich habe anlässlich meiner Wirbelsäulenoperation vor gut zwei Wochen angekündigt: „Ich komme wieder!“ Das gilt auch für meine Partei DIE LINKE.

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