HP Fischers Problemlösungsstrategie – am Beispiel Atommüll

Veröffentlicht: 21. April 2012 in Atomdiskussion, DIE LINKE, Forschung, Köln, Landtagswahl NRW 2012, NRW, Persönliches, Politik, Soziales, Umwelt
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Mehrfach wurde ich jetzt schon gefragt, was ich mit dem Einstein-Zitat: „Probleme kann man niemals mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ auf meinem weblog sagen will. Hier mal ein Beispiel aus der Atommüllproblematik:

Mit Einführung der Atomkraft für militärische Zwecke und für kommerzielle Energieerzeugung wurde ein ökologisches und ethisches Problem geschaffen, das seither stetig größer wird.

Weder ein so genanntes „Entsorgen“ noch eine so genannte „Endlagerung“ sind möglich! Man stellt sich bei diesen Begriffen nämlich vor, das Problem ließe sich aus der Welt schaffen.

Atommüll ist aber auch bei unterirdischer Einlagerung eine mögliche Gefahrenquelle für die Umwelt! Es bleibt uns heute lediglich der verantwortungsvolle Umgang und somit das Finden einer mit den wenigsten Risiken behafteten Verwahrungsoption. Das sind wir unseren Kindern, Enkeln und Urenkeln schuldig.

An dieser Stelle sieht man schon, dass wir uns von der bisherigen Sprache, als Sinnbild der alten Denkweise lösen müssen und beispielsweise von Sicherungsverwahrung statt von Endlagerung reden müssen.

Ein weiteres Abbild der alten Denkweise, ist die bisherige Lösungsstrategie.

Alle bisher verfolgten Konzepte zum Umgang mit radioaktivem Abfall, sind gekennzeichnet von Manipulationen, politischer Opportunität, Geheimabsprachen mit der Atomwirtschaft und Verantwortungslosigkeit gegenüber der Bevölkerung immer unter dem Gesichtspunkt der so genannten „Wirtschaftlichkeit“ beziehungsweise „Gewinnmaximierung“.

Die gegenwärtigen Bestrebungen für eine Endlagergesetzgebung, finden unter den gleichen Rahmenbedingungen statt, die den gesamten Prozess bislang haben scheitern lassen und in der Asse zur potenziellen Katastrophe geführt haben. Und das unter Federführung von Umweltminister Norbert Röttgen.

Wir brauchen eine völlig neue Strategie für den Umgang mit Atommüll!

Sie muss sich aus einem demokratischen, gesellschaftlichen und transparenten Prozess entwickeln. Dabei ist es auch wichtig, sich von den so genannten und angeblichen „Sachzwängen“ zu trennen. Dabei hilft ein Spruch der Goethe als Zitat untergeschoben wird: „Willst Du ein Problem lösen, so löse Dich von dem Problem.“ Beim Problemmanagement meint man damit zwar „Durchatmen und Pause machen“, aber er lässt sich hier gut einsetzen. Für den vorliegenden Fall heißt das nämlich unverzügliche Stilllegung aller Atomanlagen!

Weder die viel zitierte schwäbische Hausfrau, noch der Kölner Single-Student können bestreiten: Wem die Badewanne überläuft, der sucht nicht zuerst den Wischmopp, sondern stellt zuerst das Wasser ab.

Für unseren Atommüll haben wir nicht mal eine Badewanne.

Dann müssen wir ein Verfahren entwickeln, dass die Fehler der Vergangenheit und Gegenwart aufarbeitet und eine breite gesellschaftliche Debatte über die Atommüllverwahrung so organisiert, dass sie transparent und unter größtmöglicher Einwohnerbeteiligung abläuft.

Ein verbindliches Verfahren muss vor allem dem Anspruch auf Einbeziehung der Öffentlichkeit, der völligen Transparenz und der Legitimation der Entscheidungsträger gerecht werden.

Erst das kann ein neues Denken und Kreativität vom weißen Blatt ermöglichen.

Doch bevor Deutschland seine endgültige Antwort gibt, sollte es alle Joker ziehen. Vom Publikumsjoker bis zum Telefonjoker muss alles ausgenutzt werden. Ob wir so die richtige Lösung finden, ist zwar dann immer noch nicht sicher, aber es ist die am wahrscheinlichsten richtige, die wenigstens dann auch von einer Mehrheit getragen wird.

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