REMONDIS soll Chancen zur Übernahme von E.on-Müllverbrennungsanlagen ausgelotet haben

Veröffentlicht: 27. März 2012 in DIE LINKE, Für Sie gelesen, Köln, Politik, Umwelt
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Schon heute wird in Deutschland mehr Müll verbrannt als im Inland produziert wird. Bis zum Jahr 2020 sind 28 neue Müllverbrennungsanlagen sowie der Ausbau sechs weiterer Anlagen geplant. Um alle Anlagen wirtschaftlich auszulasten, müssten jährlich zwischen 31 und 33 Millionen Tonnen verbrannt werden. E.ON Energy from Waste (EEW) ist mit einer Gesamtkapazität von rund fünf Millionen Tonnen der führende Abfallverbrenner in Deutschland. Noch betreibt EEW europaweit 18 Abfallverbrennungsanlagen mit einer Jahreskapazität von rund 9,0 Millionen Tonnen. Jetzt will sich der Konzern von dem Geschäft trennen.

Auch die australische HOCHTIEF-Tochter Leighton erwägt den Verkauf ihrer Müllentsorgungssparte. Es seien unaufgefordert Kaufangebote für die Aktivitäten eingegangen, und deshalb sei die Investmentbank J.P. Morgen damit beauftragt worden, diese Kaufangebote zu prüfen, berichtet das Wall Street Journal Deutschland unter Berufung auf beteiligte Kreise.

Im Vergleich zu den Wettbewerbern am Markt konzentriert sich E.ON Energy from Waste komplett auf die Verbrennung. Einsammeln, Transportieren und Sortieren gehört nicht zum Geschäftsfeld. Bestehen kann auf Dauer nur, wer die gesamte Wertschöpfungskette „im Griff“ hat. Im Rahmen seines Konsolidierungsprogramms haben die Entscheider beschlossen, aus dem Müllverbrennungsgeschäft auszusteigen.

Hintergrund dürfte sein, dass Eon mit dem Verkaufserlös seinen Schuldenberg abbauen möchte. Bis zu 1,8 Mrd. Euro will E.ON mit dem Verkauf seiner Entsorgungssparte erlösen. Angesichts eines Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 200 Mio. Euro im vergangenen Jahr erscheint dieses Kaufpreisziel der Düsseldorfer indes ziemlich ambitioniert. Mit seinen insgesamt 18 Müllverbrennungsanlagen erzielte Energy from Waste einen Umsatz von 544 Mio. Euro (+0,9%).

Kaufinteressenten könnten nach Brancheninformationen Entsorgungskonzerne aus dem In- und Ausland oder Finanzinvestoren sein. Wie zu hören ist, soll der Entsorgungsriese REMONDIS schon einmal vorsorglich beim Bundeskartellamt seine Chancen ausgelotet haben. Es sollen derzeit drei weitere potenzielle Investoren ihr Interesse an einer Übernahme von Energy from Waste signalisiert haben. Die größten Chancen dürfte dabei der Mannheimer Energieversorger MVV haben, der sich für diese Transaktion den Finanzinvestor EQT ins Boot holen will. Der Hannoveraner Bauunternehmer Günter Papenburg dürfte wohl nur Außenseiterchancen haben, obwohl er bereits mit 15% an einem Kraftwerk von Energy from Waste beteiligt ist.

In der kommenden Woche will sich die Düsseldorfer Konzernzentrale zu den Angeboten äußern.

Um seine mittel- und langfristige strategische Handlungsfähigkeit zu erhalten und das Unternehmen gegen die derzeit schwer kalkulierbaren Risiken der internationalen Wirtschafts- und Finanzentwicklung zu schützen, setzt E.ON bewusst auf die Stärkung der Effizienz. Bis spätestens 2015 will E.ON die beeinflussbaren Kosten von derzeit circa 11 Milliarden Euro auf 9,5 Milliarden Euro senken. Konkrete Maßnahmen, darunter die Straffung der Konzernleitung und die Neuausrichtung des Deutschlandgeschäftes sowie die Zusammenführung der Gas- und Handelseinheiten in einer Gesellschaft, werden derzeit detailliert und wurden im Dezember im Aufsichtsrat vorgestellt und genehmigt.

erschienen am: 2012-03-26 im europaticker

 

In Köln dagegen plant man, internationalen Müll heran zu karren, um die überdimensionierte und immer weiter ausgebaute Müllverbrennungsanlage auszulasten.
siehe https://haeppi.wordpress.com/2012/03/15/mulltourismus-zur-kolner-klungel-mullverbrennungsanlage/

 

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