Castor-Entscheidung in Jülich „schwarzer Tag für NRW“

Veröffentlicht: 30. November 2011 in Atomdiskussion, Für Sie gelesen, Köln, NRW, Politik, Umwelt

 152 West-Castoren sollen von Jülich nach Ahaus rollen
 „Bundesregierung handelt verantwortungslos“
 18. Dezember: Auftaktdemo in Ahaus
Mit großer Empörung reagieren die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Jülich, Ahaus und dem Münsterland auf die Entscheidung des Aufsichtsrats des Forschungszentrums Jülich, auf dem Abtransport der 152 „West-Castoren“ von Jülich nach Ahaus zu bestehen. Sollten die West-Castoren in LKW-Konvois à zwei Castoren über die NRW-Autobahnen rollen, so wären 76 (!) Einzeltransporte nötig, also über einen Zeitraum von 1,5 Jahren jeweils einer pro Woche!

„Die Bundesregierung hat mit ihrer Stimmenmehrheit ohne Rücksicht auf Verluste eine völlig unsinnige Entscheidung durchgedrückt. Bundesforschungsministerin Schavan und Bundesumweltminister Röttgen handeln verantwortungslos und ohne jede Einsicht. Sie haben kein Konzept für die Atommüllentsorgung und wollen deshalb den Atommüll einfach von einer Zwischenlagerhalle in die andere verschieben. Wir werden das aber nicht tatenlos hinnehmen, sondern entschlossenen und kreativen Widerstand organisieren,“ so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

„Das ist nicht nur ein schwarzer Tag für Ahaus, sondern für Nordrhein-Westfalen insgesamt. Wir fordern deshalb die Landesregierung auf, sämtliche politischen und juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um diesen Castor-Wahnsinn zu verhindern. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft muss jetzt persönlich dafür kämpfen, Röttgens Castor-Pläne zu stoppen,“ so Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

„Das Forschungszentrum Jülich und die Bundesregierung setzen ohne Not auf Konfrontation, das ist sehr bedenklich. Das Forschungszentrum versucht, sich der äußerst problematischen hochradioaktiven Altlasten allein aus Imagegründen zu entledigen. Für die 152 West-Castoren gibt es keinerlei gesicherte Endlagerung, wir lehnen deshalb die Castor-Transporte nach Ahaus ab und werden gemeinsam mit den Initiativen aus dem Münsterland auf die Straße gehen,“ so Siegfried Faust vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in Jülich.
Atomkraftgegner rufen bundesweit zu Protesten auf:

Zum Auftakt der Proteste rufen die Anti-Atomkraft-Initiativen aus Ahaus und Jülich  gemeinsam für Sonntag, 18. Dezember, um 14 Uhr zu einer Demonstration vor dem Atommülllager in Ahaus auf.

Zugleich kündigten die Anti-Atomkraft-Initiativen an, bundesweit zu Protesten aufzurufen. „Sollten die West-Castoren tatsächlich rollen, werden die Castor-LKWs quer durch NRW auf massiven Widerstand treffen,“ erklärten die Anti-Atomkraft-Initiativen.

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Kommentare
  1. […] und bezweifeln, dass die Lagerung in Ahaus sicherer ist. Da inzwischen schon einige Gruppen Widerstand gegen die Transporte angekündigt haben, ist davon auszugehen, dass diese Transporte nicht ohne […]

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