Offener Brief von Peter Ziegler an die Stadt Köln/HGK

Veröffentlicht: 2. Juli 2011 in Für Sie gelesen, Köln, NRW, Politik, Stadtentwicklung, Umwelt

„Den Wirtschaftsstandort Köln stärken und Arbeitsplätze schaffen .. „

Mit diesem Slogan wirbt die Stadt um die Zustimmung ihrer Bürger für ihr umstrittenes Bauvorhaben in Godorf. Der dortige Hafen soll um ein Becken mit 4 Anlegestellen für Containerschiffe erweitert werden. Kosten: 65 Mio. Euro plus X sowie 20 ha Naturschutzgebiet. In der schon jahrzehntelangen Diskussion scheuen Sie vor Falschdarstellungen nicht zurück. Angeblich platzt die Alternative Niehl aus allen Nähten. Dabei geht aus einem Gutachten, welches Sie selbst in Auftrag gegeben haben, eindeutig hervor, dass in Köln-Niehl innerhalb von zwei Jahren ein zusätzliches Hafenbecken entstehen kann. Zu weit niedrigeren Kosten als in Godorf und vor allem: ohne Zerstörung von Natur!

Würde das Hafenkonzept von dem damaligen Wirtschaftsdezernenten Prof. Klaus O. Fruhner aus dem Jahre 1988 umgesetzt, entstünde ein überdimensionales Projekt, welches im Durchschnitt lediglich von 3 1/2 Schiffen täglich angefahren würde. Arbeitsplätze würden zunächst vernichtet, weil kurzfristig der Deutzer Hafen geschlossen würde. Mittelfristig wäre auch der Bonner Hafen gefährdet.

Risiken bei der Hafenerweiterung werden einfach ausgeblendet. In den nächsten Jahren ist aufgrund des Klimawandels verstärkt mit Hoch- und Niedrigwasser zu rechnen, bei dem Schifffahrt, wenn überhaupt, nur eingeschränkt möglich ist; von Containerunfällen auf dem Rhein ganz zu schweigen.

Sie haben es sehr eilig mit ihrem Vorhaben in Godorf. Weil Sie wissen, dass eine unabhängige Komission z.Zt. ein Gesamthafenkonzept für ganz NRW ausarbeitet. Und weil damit zu rechnen ist, dass diese Komission die Unsinnigkeit des Godorfer Bauvorhabens erkennt. Da erst in zwei Jahren mit Ergebnissen zu rechnen ist, möchten Sie gerne Fakten schaffen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Dabei haben Sie so unparteiische Institutionen wie den Oberbürgermeister und die IHK auf ihrer Seite. Dabei weiß die IHK sehr wohl, dass die Kölner Unternehmen die Hafenerweiterung in Godorf bei einer Umfrage an die 35. und letzte Stelle in der Rankingliste ge -setzt haben, als es um die Wichtigkeit ging.

Der Ausbau des Hafens, der neue Arbeitsplätze schafft, schafft vorhandene ab und vernichtet Natur, die nirgendwo neu geschaffen werden kann. Daher ist die Erweiterung des Hafens so notwendig wie ein Kropf: Ein unsinniges Renommierprojekt, bei dem Steuergelder verschwendet und Überkapazitäten geschaffen werden!

Herr Prof. Fruhner ist längst von seinem damaligen Hafenkonzept abgerückt.

 

Peter Ziegler

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