Moratorium ist nur Augenwäscherei: ASW fordert sofortig & endgültig ABSCHALTEN!

Veröffentlicht: 15. März 2011 in Atomdiskussion, Für Sie gelesen, Gesundheit, Politik, Umwelt

Das von Bundesregierung und Länderchefs beschlossene Moratorium stellt aus Sicht des Aktionsbündnisses STOP Westcastor nur ein taktisches Verzögerungs- und Ablenkungsmanöver dar, um im Angesicht bevorstehender Landtagswahlen zu recht zu erwartende schwarz- gelbe Stimmeinbußen zu vermeiden. Die Katastrophe in Fukushima hat endgültig bewiesen, dass von den Atomkraftwerken  weltweit eine absolut unkalkulierbare Bedrohung für alles Leben auf unseren Planeten ausgeht! Deshalb fordert Westcastor mit allem Nachdruck die sofortige und endgültige Abschaltung aller Kernkraftwerke, die Beendigung jeglicher Kernforschung- sowohl zur so genannten friedlichen als natürlich auch militärischen Nutzung der Kernenergie, einen generellen Stopp aller Atommülltransporte in Deutschland, die Beendigung von Urananreicherung sowie eine generelles Exportverbot radioaktiv angereicherten Materials.



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Kommentar zur Atomdebatte

Merkels hilfloses Wahlkampfmanöver

Von Jens Borchers, HR, ARD-Hauptstadtstudio

Ich frage mich wirklich: Was soll das? Die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke wird ausgesetzt. Warum? Weil die Bundeskanzlerin auch Fernsehen schaut und die Horrorbilder explodierender Meiler in Japan sieht. Angela Merkels (CDU) Schlussfolgerung lautet aber nicht: Das Unvorstellbare ist leider doch Wirklichkeit geworden. Sie sagt nicht, dann können wir wohl nicht mehr sagen, etwas Ähnliches kann in Deutschland nicht passieren. 

Mildern, zerstreuen, entschärfen

Statt dessen geht Merkels Analyse nach dem Fernsehschauen so: Wir müssen jetzt unbedingt etwas tun, was die Sorgen der vielen anderen Fernsehzuschauer mildert, zerstreut, entschärft. Also wird der zentrale energiepolitische Fehler dieser Regierung in eine Pause geschoben. Nicht korrigiert, nicht zurückgenommen. Nein, nein –  wir „halten inne“, so hat es der CDU-Generalsekretär gesagt.

Es geht aber nicht um „inne halten“. Es geht um eine glasklare Entscheidung: Ist diese Bundesregierung bereit, Deutschland unnötig lange dem Restrisiko auszusetzen, dass Kernkraftwerke nun mal sich bringen. Ja oder Nein? Ich will da nichts von pausieren, aussetzen und neuen Arbeitsgruppen hören. Wir haben jetzt innerhalb eines Vierteljahrhunderts in Russland, den USA und Japan gelernt, dass die Sicherheitsvorsorge auch beim besten Willen einfach nur teilweise möglich ist.

Gleichzeitig sagen die Deutsche Energieagentur, der Sachverständigenrat für Umwelt und viele andere Experten auch: Die Stromversorgung in Deutschland ist ohne Laufzeitverlängerung sicher. Problemlos. Deshalb noch mal die Frage: Was soll das?

Laufzeitverlängerung vollkommen überflüssig

Ich fürchte, es ist einfach die Unfähigkeit einzugestehen, dass die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke vollkommen überflüssig war. Es ist der hilflose Versuch, vor wichtigen Landtagswahlen politische Schadensbegrenzung zu betreiben. Die müsste allerdings anders aussehen: Merkel müsste die Laufzeitverlängerung endgültig kippen um zu zeigen, dass sie wenigstens aus echten Katastrophen lernt.

Quelle: http://www.tagesschau.de/kommentar/atom162.html

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Kommentare
  1. Pit sagt:

    Kann es sein, daß das Moratorium sogar mehr als nur Augenwäscherei ist?
    Ich denke an Volker Kauder’s Versprecher: „Es macht keinen Sinn, die alten Meiler vom Netz zu nehmen und die neueren weiter laufen zu lassen.“
    Ja, aus technischer Sicht ergibt sich kein bisschen mehr Sicherheit weil damit kein AKW wirklich abgeschaltet ist. Alle Brennelemente der abgeschalteten Meiler glühen genau wie in Fukushima immer noch nach, die übrigen laufen auf Hochtouren.
    Ich frage mich wem es nützt?
    Man lese dazu den Artikel der „klimaretter.info“ vom 01. Juli 2010 über unseren Stromexport.
    >http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/6271-deutschland-stromexport-weltmeister<
    Abgeschaltet sind nun ausgerechnet jene Meiler welche unseren Exportstrom produzieren. Somit müssen wir keine einzige kWh bei unseren Nachbarn einkaufen. Bei unseren Nachbarn jedoch resultiert daraus eine Ressourcenverknappung natürlich mit der Folge einer Strompreiserhöhung. Wer langfristige Stromlieferverträge abgeschlossen hat dürfte sich über die nach Wiedereinschaltung zu erwartenden Gewinne jetzt schon freuen. Und wer die entgangenen Gewinne für die Zeitdauer der Abschaltung Einklagen kann gleich nocheinmal.
    Also liebe Energieriesen: Mammon sei Dank. So wie die Entscheidung fiel ist alles halb so schlimm für Euch. Und welch noch größeres Glück: niemand hat Schuld. Jeder kann auf jemand anderen zeigen, und der letzte zeigt auf das Erdbeben. Korken hoch!
    Ich für meinen Teil bin für die sofortige Stillegung!!! aller überflüssigen AKW's und den schnellstmöglichen Ausstieg.

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