Steinkohledreckschleuder kommt Köln teuer

Veröffentlicht: 4. Februar 2011 in Für Sie gelesen, Köln, Klimaschutz, Politik, Umwelt

Es ist schon bezeichnend, dass am 01. Februar niemand im Kölner Rat das Thema ansprach. In der letzten Ratssitzung des alten Jahres hatte der Rat mehrheitlich in nichtöffentlicher Sitzung dem Kauf einer fast 50prozentigen Beteiligung an einem Steinkohlekraftwerk in Rostock durch dir Rheinenergie zugestimmt.
Pünktlich zur ersten Ratssitzung des neuen Jahres wird bekannt, dass durch diesen Kauf wahrscheinlich der Kölner Haushalt belastet wird. Aber wahrscheinlich lesen Kölner Ratsmitglieder nicht unbedingt den Wirtschaftsteil ihrer Hauspostille. Auch dort erscheinen die Meldungen in Stückchen. Nur keinen großen Artikel drüber machen.
Am 02. Februar schreibt der Kölner Stadtanzeiger: „Der Erwerb knapp der Hälfte des Steinkohlekraftwerks Rostock kostet die Rhein-Energie 265 Millionen Euro.“
Am 01. Februar (die Reihenfolge stimmt) schreibt der KSTA: „Wegen der Beteiligung am Steinkohlekraftwerk in Rostock und den damit verbundenen Aufwendungen sinkt das Ergebnis laut Wirtschaftsplan von rund 193 Millionen auf rund 182 Millionen Euro.“
weiter heißt es: „Auch der an die Muttergesellschaft GEW zu überweisende Anteil soll um gut neun Millionen Euro sinken.“
Bei einer 80prozentigen Beteiligung der Stadtwerke an der GEW – die übrigen 20 Prozent hält der Energieriese RWE – hieße das auch gut 7 Millionen weniger für die Stadtwerke und damit auch für den Haushalt der Stadt Köln.
Im Artikel vom 02.02. ist desweiteren zu lesen:“… etwa 120 Millionen Euro werden jedoch durch neue Darlehen bezahlt.“
Ich weiß natürlich nicht, welche Konditionen die Rheinenergie bei den Banken bekommt, aber jedes Prozent Zinsen belastet das Ergebnis mit rund 1,2 Millionen. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis die Rheinenergie aus diesem Investment monetären Gewinn ziehen und an die Muttergesellschaft abführen kann. Ob zu diesem Zeitpunkt dann nicht längst neue Vorschriften bezüglich Steinkohlekraftwerken gelten, ist völlig offen.
Die Rheinenergie und der KSTA weisen daraufhin, dass es sich bei dem 1994 gebauten, also 16 Jahre altem Steinkohlekraftwerk um eines der modernsten in Deutschland handele, aber allgemein dürfte bekannt sein, dass Steinkohleverstromung ein Auslaufmodell sein muss. Der hochgelobte Wirkungsgrad von 60 Prozent bedeutet nichts anderes, als dass 40 Prozent der in der Kohle enthaltenen Energie nutzlos verfeuert wird.
Gaskraftwerke mit Kraftwärmekopplung, auf die Rheinenergie bisher bei der Eigenenergiegewinnung setzte, können dagegen Wirkungsgrade von über 90 Prozent erreichen.

Alles in allem hab ich dafür zu kleine Hände, ich kann das nicht begreifen.

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