Pazifik vor dem Aus – Rheintal wird zum Ozean

Veröffentlicht: 30. Juni 2010 in Für Sie gelesen, Forschung

Es gibt weltweit nur sehr wenige Orte, an dem ein Ozeanriss nicht am Meeresboden, sondern am Land verläuft. Die erste Vorstufe ist in Deutschland zu beobachten, da auch das Rheintal eine Grabenstruktur ist, in der die Erdkruste schon von sonst 30 auf 20 Kilometer ausgedünnt ist.  Auch wenn es in der Region auch immer wieder mal bebt, so sind Vulkane erst dann zu erwarten, wenn der Graben breiter als 60 Kilometer wird. Das ist in Ostafrika der Fall, dessen Grabenboden teils auf ein Niveau von 150 Meter unter dem Meeresspiegel abgesunken ist. Allein das Danakil-Hochland verhindert noch, dass sich das Rote Meer auf den Graben ergießt und das neue Meer füllt.

Das Rote Meer selbst ist auch bereits der Prototyp für die nächste Stufe, kam es doch durch den Graben zustande, den das Auseinanderdriften von Afrika und der arabischen Halbinsel hinterließ. Jahrmillionen später ist eine Entwicklung wie beim Atlantik zu erwarten, der symmetrisch aufgebaut ist und einen Mittelriss aufweist. Die Driftbewegung beschleunigt sich mit der Zeit. Beträgt sie im Rheintal nur um einen Millimeter jährlich, kommt das Rote Meer schon auf einen Zentimeter. Der Atlantik hat sich relativ früh im Süden geöffnet, weshalb die dortige Bewegungsrate über vier Zentimeter beträgt.

Das Endstadium der Ozeane hat schließlich der Pazifik erreicht. Er hat seine Symmetrie bereits verloren und ist nun auch an den Ozeanrändern aktiv. Dort taucht die ozeanische Lithosphäre unter die kontinentale und führt dabei zu sehr starken Erdbeben und explosivem Vulkanismus. Obwohl er der größte Ozean ist, zeichnet sich sein langsames Absterben zugunsten der anderen Weltmeere bereits ab.

Afrika wird sich teilen und ein neuer Ozean innerhalb des Kontinents entsteht. Zu erwarten ist dies zwar erst in zehn Mio. Jahren, doch ist der Prozess dazu längst im Laufen und kann heute schon besonders in der Afar-Region in Äthiopien beobachtet werden. Geologen der Universität Leeds präsentieren auf der soeben angelaufenen Summer Science Exhibition der britischen Royal Society  ein 3D-Modell, das dieses Phänomen verständlich macht.

Man kann in Ostafrika auf dem zukünftigem Ozeangrund herumlaufen. Ostafrika gilt unter Geologen als Hotspot für die Erforschung, wie sich ein Ozean entwickelt. Dieser Vorgang beginnt sehr klein, geht über mehrere Stufen und dauert auch entsprechend lange.

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