Baumzustand am Rather Kirchweg und Schlussfolgerungen

Veröffentlicht: 2. Juni 2010 in Brück, Kalk, Köln, Rath, Stadtbezirk Kalk, Tierschutz, Umwelt

Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 

Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 8 (Kalk)  10.06.2010

 

Baumzustand am Rather Kirchweg und Schlussfolgerungen

Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister,
ich möchte Sie bitten, die folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu nehmen. 

Entlang des Rather Kirchwegs befinden sich noch einige Pappeln aus der ehemals bestehenden Pappelreihe. Bei einigen Exemplaren zwischen Pohlstadtsweg und Hüttenweg ist eine ungenügende bis völlig fehlende Belaubung zu erkennen. In den letzten Jahren waren immer wieder Pappeln aus der Pappelreihe gefällt worden, weil diese die Verkehrssicherheit gefährdeten. Auch bei diesen Bäumen waren Krankheitssymptome sichtbar. Bei den gefällten, den unbelaubten und bei den belaubten war und ist ein starker Bewuchs mit Misteln zu erkennen. Die Mistel besitzt eigenes Blattgrün (Chlorophyll), so dass sie ihren Energiebedarf selbst decken kann. Normalerweise tötet die Mistel ihre Wirtspflanze durch das Anzapfen der Leitungsbahnen nicht ab! Die Beeren der Mistel sind unter anderem für die Misteldrossel und den Wintergast Seidenschwanz eine winterliche Nahrungsgrundlage.

 Das Forschungsprojekt „Ein Beitrag zur Standortkunde der Laubholzmistel auf schwermetallbelasteten Böden“ des Julius Kühn-Instituts (JKI) wurde seit Mitte 2003 bearbeitet und 2008 abgeschlossen. Daraus geht zusammenfassend hervor, dass die Belastung von Böden mit Schwermetallen die Widerstandsfähigkeit der Bäume herab setzt. Die Verbreitung der Misteln hängt unter anderem von der individuellen Widerstandsfähigkeit des Wirtsbaumes ab. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass eine vermehrte Verbreitung von Misteln auf erhöhte Schwermetallbelastungen in Böden hinweisen kann.

 

Aus dem geschilderten Sachverhalt ergeben sich folgende Fragen, um deren Beantwortung ich bitte:

  1. Sind der Verwaltung die oben dargestellten Sachverhalte bekannt?
  2. Warum sind einige der bestehenden Pappeln ungenügend oder gar nicht belaubt, handelt es sich um das gleiche Krankheitsbild, wie bei den bereits gefällten Pappeln und wie sehen die Prognosen für die laubarmen Pappeln aus?
  3. Wird es möglich sein, dass sich auf den endlich als Ersatz gepflanzten rotblühenden Kastanien ebenfalls Misteln ansiedeln und so für die Vogelwelt wieder ein erweitertes Winterfutterangebot zur Verfügung steht und wenn nicht, wie beabsichtigt die Stadt Köln für einen entsprechenden Ausgleich zum Erhalt der Vogelvielfalt zu sorgen.
  4. Wann wurde die Pappelreihe gepflanzt und geschah dies eventuell als Schutz vor einer Übernässung des Bodens, der jetzt durch die Ersatzpflanzung einer anderen Baumart nicht mehr gewährleistet ist?
  5. Sind der Verwaltung die Ergebnisse des oben genannten Forschungsprojektes bekannt, setzt sie diese Erkenntnisse bei der Beurteilung von Bodenbelastungen ein und kann sie ausschließen, dass der starke Mistelbesatz entlang des Rather Kirchwegs und an anderen Stellen rund um das Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes Ostheim auf eine Belastung mit Schwermetallen hinweist?
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