Schauermärchen der „Polizeigewerkschaft“

Veröffentlicht: 18. Mai 2010 in Armut, Kalk, Köln, Medien 2010, Nicht kategorisiert, Ostheim, Politik, Soziales, Stadtbezirk Kalk

Kalker fühlen sich diffamiert

Claus Ludwig, Ratsmitglied der LINKEn und Anwohner an Kalk Post sowie der linke Bezirksvertreter HP Fischer aus Neubrück sind empört über die in der BILD Köln zitierten Äußerungen von Funktionären der sogenannten „Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG)“ über die angebliche Gefährlichkeit von Straßen im Stadtbezirk Kalk.

 

Claus Ludwig erkennt in den Beschreibungen seinen Stadtteil nicht wieder und glaubt, dass weder die Beamten noch die BILD-Mitarbeiter jemals in Kalk zu Besuch waren:

„Diese Berichte sind nichts als Schauermärchen. Von einer ,berüchtigten Drogenszene‘ an Kalk Post ist weder mir noch anderen längjährigen Anwohnern etwas bekannt. Die Polizei-Funktionäre und die BILD-Journalisten wissen offensichtlich nicht einmal, dass Kalk Post und Kalk Markt zwei unterschiedliche Plätze sind. Selbst die Nationalität des 2008 tragischerweise ums Leben gekommenen Jugendlichen wird in dem Bericht falsch angegeben. Bei den folgenden Trauerprotesten wurden auch nicht, ganze Straßenzüge gesperrt‘, sondern die Kalker Hauptstraße erlebte zwei angemeldete Demonstrationen.“

 

HP Fischer sieht in den Berichten eine reine Diffamierung der Menschen in den genannten Stadtteilen:

„In unseren Veedeln wohnen viele arme und erwerbslose Menschen. Vielen Jugendlichen fehlt die Perspektive. Wir lassen uns aber nicht als Ghetto diffamieren, in dem jugendliche Banden regieren. Das ist eine Beleidigung der Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Veedel. In einem Teilstück der Gernsheimer Straße in Ostheim gab es mal Probleme mit Jugendgewalt, aber es gibt dort keine einzige Gang. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des Veedel e.V. und seiner engagierter Mitarbeiter.

 

Claus Ludwig fragt sich, was mit solchen Geschichten erreicht werden sollen:

„Solche erfundenen Schreckensmeldungen können nur einen Zweck haben: Bürgern und Polizeibeamten soll Angst eingejagt werden. Angst erhöht die Spannungen: Wer Jugendliche als potenzielle Kriminelle ansieht, wird schneller bereit zur Konfrontation sein. Es scheint, den Funktionären der sogenannten, Deutschen Polizeigewerkschaft‘ ist es zu ruhig in Köln. Sie wollen Probleme herbeireden. DpolG-Chef Wendt hatte schon vor den Demonstrationen am 1. Mai unverantwortlich von möglichen ,Toten‘ geredet, um die Stimmung anzuheizen. Wendt scheint zu den extrem rechten Kräften im Staatsapparat zu gehören. Denen ist jedes Mittel Recht, um polizeiliche Aufrüstung und härteres Durchgreifen gegen Jugendliche durchzusetzen.“

 

Artikel vom 17. Mai 2010

Artikel vom 18. Mai 2010

Artikel vom 19. Mai 2010

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Kommentare
  1. Kalker sagt:

    Hey hallo,
    hab heute auch auf Comcologne einen Artikel gefunden.
    http://www.comcologne.de/artikelakt.cfm?edit=1791
    Da wird der Herr Ludwig benannt.

    Richtig interessant ist allerdings, dass die Polizei die Darstellung wohl schon im April dementiert hatte und BILD damit bewusst die Unwahrheit veröffentlichte.

    Das kann man auch schon in der „choices“ Mai-Ausgabe lesen.

    Kann man da nicht gegen vorgehen, so von wegen Richtigstellung oder Gegendarstellung oder so etwas?

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