Ausschuss Umwelt, Gesundheit und Grün vom 27.08.09

Veröffentlicht: 29. August 2009 in Klimaschutz, NRW, Umwelt, Umweltausschuss

Das war er also mein vielleicht letzter Ausschuss. Netterweise hat es die Verwaltung geschafft meine Frage abschließend zu beantworten. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an den ArtikelIn Köln wird’s heißvom 30.April der darüber berichtete, dass ich in Bezug auf die kurz vorher veröffentlichte Klimawandel-Studie_NRW und die unmittelbar darauf veröffentlichte Strategie zur „Anpassung an den Klimawandel“ eine mündliche Anfrage an die Kölner Verwaltung stellte:

Mündliche Anfrage unter TOP 20 des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün am 30. April 2009.

Am Dienstag dieser Woche wurde eine Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag des Landesministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) veröffentlicht. Gestern stellte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg die Strategie Nordrhein-Westfalens zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor.

Kann die Verwaltung zur nächsten Sitzung eine Einschätzung und Stellungnahme zu den beiden Papieren vorbereiten und insbesondere die folgenden Fragen berücksichtigen?
 
1. Was wird durch die Stadt Köln unternommen, um das Problembewusstsein der Bevölkerung zu stärken?
2. Was wird getan, um das Wissen von Verwaltung und Bevölkerung um die regionalen Folgen des Klimawandels zu erweitern?
3. Welche Handlungsoptionen bieten sich in Köln an und welche Maßnahmen werden kurz-, mittel- und langfristig verwaltungsseitig initiiert werden?

Wie ich im Artikel Klimawandel in Köln dann darlegte gab es tatsächlich den Versuch einer Antwort:

Bezogen auf die o.g. Anfrage nimmt die Umweltverwaltung wie folgt Stellung:
Das Land NRW hat eine Studie veröffentlicht, die den Klimawandel und die damit verbundenen Anpassungsstrategien für das Land NRW beschreibt.
Grundlage für eine erste Aussage über die regionalen Besonderheiten in NRW ist eine Auswertung der verschiedenen Klimaszenarien mit den Klimaprojektionen der Modelle REMO und WettReg des Potsdamer Instituts für Klimaforschung.
Das Ziel des vorliegenden Strategiepapiers ist es, die Anfälligkeit der Menschen und der Umwelt in NRW zu verringern und Chancen zu nutzen, die sich als Folgen der Klimaänderung ergeben. Die Landesregierung fordert alle Akteure, auch die Kommunen auf, in ihrem Handlungsfeld notwendige Maßnahmen zu initiieren.
Ziel der kommunalen Anpassungsstrategie sollten verschiedene Handlungsoptionen sein.
So ist das Problembewusstsein zu stärken, Handlungsoptionen sollten angeboten werden und Maßnahmen müssen initiiert werden.
Grundlage für diese Strategien ist aber das Wissen um die spezifischen, regionalen Folgen, weil sich die Folgen des Klimawandels im Bereich der Kölner Bucht deutlich von denen der Mittelgebirge NRWs unterscheiden werden.
Das Umweltamt führt daher derzeit mit ihrem Onlinezugriff für die Klimaprojektionen eine Datenauswahl, eine Detailanalyse und eine Aufarbeitung der Daten für verschiedene Klimaszenarien durch.
Diese dienen als Grundlage zur Erstellung kleinräumiger, auf die Kölner Bucht bezogene kartographische Darstellungen des Klimawandels, und zwar für ausgesuchte Parameter* und die verschiedenen Prognoseszenarien.
Die Aufbereitung der o.g. Rechenergebnisse des Potsdamer Instituts für Klimaforschung ist mit einigem Zeitaufwand verbunden. Die Verwaltung wird eine Ergebnisdarstellung mit Handlungsempfehlungen für die Gremien daher erst mittelfristig liefern.

* Jahreszeitl. Temperaturverteilung, sommerliche Extremtemperaturen, Zunahme der Anzahl der Tropennächte, jahreszeitl. Niederschlagsverteilung, Hochwasserergeinisse, etc..
 

Die Antwort als PDF 
Im gleichen Artikel hatte ich dann darauf hingewiesen, dass mich dieser Antwortversuch zu einer mündlichen Anfrage zur Antwort auf meine mündliche Anfrage (hübsch formuleirt gell?) insprierte:

Mündliche Nachfrage zur Beantwortung einer mündlichen Anfrage unter TOP13.1 des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün am 18. Juni 2009.
Entschuldigen Sie bitte Herr Vorsitzender, Frau Beigeordnete, meine Damen und Herren,
aber ich habe in der Antwort auf meine mündliche Anfrage den folgenden Satz nicht verstanden:

„Das Umweltamt führt daher derzeit mit ihrem Onlinezugriff für die Klimaprojektionen eine Datenauswahl, eine Detailanalyse und eine Aufarbeitung der Daten für verschiedene Klimaszenarien durch.“

Ist damit gemeint, dass das Umweltamt direkten Zugriff auf die Rohdaten des Potsdamer Instituts hat und daraus eine kleinräumige Darstellung des Klimawandels erstellt?

Außerdem heißt es in der Antwort, dass Ergebnisse erst mittelfristig geliefert würden. In Anbetracht dessen, dass auf Grund meiner mündlichen Anfrage vom 30.04. und der NRW-Klimastudie die Grünen bereits mit den Hufen scharren und hier im Umweltausschuss gemeinsam mit der SPD einen Antrag bezüglich eines Baumkonzeptes mit Bezug zur Klimastudie stellen und für den Rat einen Antrag zu Wärmeinseln eingebracht haben, die auch beide erst dann Sinn machen, wenn die Ergebnisse vor-liegen, wüsste ich gerne was „mittelfristig“ genau heißt, also wann liegen Ergebnisse vor?

Entweder war die Verwaltung nicht willens oder nicht in der Lage mir dies sofort zu beantworten und versprach eine schriftliche Antwort. Genau die lag dann auch pünktlich zum 27.08. vor. Erstaunlich war dabei, dass sonst in der Tagesordnung zum Beispiel steht: „13.1 mündliche Anfrage des RM (das heißt Ratsmitglied) oder des SE (das heißt dann Sachkundiger Einwohner) Herrn/Frau Prof. Dr. Schnüffelmeyer (Beispielname ist kein reales Ausschussmitglied) aus der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün vom 18.06.2009
bei der Beantwortung meiner Frage wollte die Verwaltung entweder nicht darstellen, dass die Anfrage von mir kam oder es war ihr zu peinlich darauf hinzuweisen, dass man von Ende April bis Ende August zur engültigen Beantwortung gebraucht hatte. So stand in der Tagesordnung lediglich: „13.1 Klimastudie NRW

Die Antwort, die man sich Dank des neuen städtischen Systems auf dieser Seite hier herunterladen kann lautete dann wie folgt:

Neben dem Klimaschutz, stehen auch die mit dem Klimawandel verbundenen Folgen im Focus, Anpassungsstrategien sind zu formulieren und zu berücksichtigen, um die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.
Grundlage für eine erste Aussage über die regionalen Besonderheiten in NRW ist eine Auswertung der verschiedenen Klimaszenarien, die im Auftrag des UBA für Deutschland berechnet wurden.
Das Umweltamt hat den direkten Zugriff auf die Gesamtheit der hinterlegten Klima-Rohdaten, um eine Analyse und eine Aufarbeitung für verschiedene Klimaszenarien durchführen zu können.
Voraussetzung für die Erstellung kleinräumiger, auf die Kölner Bucht bezogene kartographische Darstellungen des Klimawandels, ist allerdings ein zeitaufwändiger Download der Daten, die Umformatierung, Konvertierung, und Aufarbeitung der Daten, um eine GIS-fähige Datengrundlage zu erstellen.
Die Aufbereitung der o.g. Rechenergebnisse ist mit einigem Zeitaufwand verbunden.
Um den Zeitaufwand zu minimieren ist das Umweltamt in den direkten Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Landesumweltamt² getreten, um gemeinsam entsprechende kleinräumige Klimadaten für Köln zu erhalten und Klimafolgen für die Großstadt Köln zu formulieren.
Die vollständigen Klimadaten werden noch im vierten Quartal dieses Jahres vorliegen.
Die Darstellung der lokalen Besonderheiten unter besonderer Berücksichtigung des Wärmeinseleffektes einer Großstadt und der spezifischen Gegebenheiten der Kölner Bucht sowie der Erarbeitung einer Strategie werden voraussichtlich in 2010 erstellt.

gez. Dr. Klein

²Beim LANUV wurden diese Daten bereits so aufbereitet, das der o.g. Aufwand für die Stadt Köln nunmehr entfällt.

Endlich eine Antwort! Leider scheinen unsere Umweltspeziallisten keine Computerspezialisten zu sein, denn statt „zeitaufwändiger Downloads“ wäre es sicher auch gegangen sich mal eben ein paar DVDs oder ne externe Festplatte mit den Daten schicken zu lassen, aber was soll’s.

Harren wir also der Dinge und vor allem der Maßnahmen die da kommen werden. Sollte ich weiterhin im Umweltausschuss sitzen, werde ich sicherlich im vierten Quartal dieses Jahres einmal höflich nachfragen.

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