Abwrack ohne Prämie für FH in Deutz?

Veröffentlicht: 24. Juni 2009 in Köln, Stadtbezirk Kalk
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Ich dokumentiere hier einen Aufruf der Standortgemeinschaft Kalk e.V. Die StandortGemeinschaft e.V. wurde von engagierten Bürgern gegründet, um als Träger einer ISG (Immobilien-Standort-Gemeinschaft, ein Public-Private-Partnership-Modell des Landes NRW) zusammen mit der Stadt die Revitalisierung der Kalker Hauptstrasse zu betreiben. Egal wie man zu PPPs stehen mag, ist das Engagement zum Erhalt der FH in Deutz unterstützenswert.

Masterplan für ein schöneres Köln – links vom Rhein, für den Osten die Ödnis?

Liebe Bürger „op de schäl Sick“, liebe Kölner, liebe Leserinnen und Leser,
aufgebracht verfolgen meine Mitunterzeichner und ich die Vorgänge um die Verlagerung der FH in Deutz/Kalk. Wir möchten Sie freundlich einladen sich einmal unsere Recherche vor Augen zu halten:

Während der Erarbeitung des städtebaulichen Masterplanes für die Kölner Innenstadt wurde die Verlagerung der Fachhochschule im Raum Deutz/Kalk erst im allerletzten, von insgesamt vier Werkstattgespräche thematisiert. Die Verlagerung des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) und damit des rechtsrheinischen Teils der FH nach Bayenthal wurde regelrecht in den Masterplan hinein „geschmuggelt“ und so einer breiten Diskussion innerhalb der Bürgerschaft, aber auch der Fachöffentlichkeit entzogen. Der Stadt winkt die „Abwrackprämie“ von rund einer halben Milliarde Euro für den Neubau der Gebäude aus dem Konjunkturpaket Bildung des Landes NRW. Der Bauliegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) beabsichtigt als Eigentümer die schnellstmögliche Errichtung eines FH-Campus auf dem Gelände der Domgärten, was offenbar die beabsichtigte Verlängerung des Grüngürtels beinhaltet. Die Mittelverwendung ist dabei, nach unserer Information, jedoch nicht standortgebunden.

Der „Hype“ um diesen überhasteten Neubau wird derzeit von allen Beteiligten nach dem Motto „kurzfristiger Nutzen bei lange anhaltender Problemlage“ betrieben – Aspekte der Nachhaltigkeit sind dabei nicht erkennbar. Von Seiten der Ratsfraktionen ist man offenbar bereit, unter dem Druck des Landes, zur Sitzung am 30.06. Beschlüsse zur Bebauungsplanänderung in Bayenthal zu fassen. Den Schritt qualitativ hochwertiger Planungs- und Entscheidungsprozesse umgeht man damit, wobei viele zuvor in Untersuchungen und Analysen gewonnene Erkenntnisse unbeachtet bleiben bzw. noch gar nicht vorliegen.

Dieser Ratsbeschluss wäre als Zeichen der Stadt an den BLB zu sehen: Wir stimmen der Selbstbedienung im Rechtsrheinischen zu: „Bauen Sie jetzt!“. Das, obwohl weder das zuvor beschlossene Gutachten für die städtebauliche Verträglichkeit im Hinblick auf soziale Gesichtspunkte vorliegt, noch Vorschläge für eine adäquate Nachnutzung für die dann entstehende Brache in Deutz / Kalk, die wenigstens annähernd dem Potential der fünf Fakultäten, der größten Fachhochschule Deutschlands, entsprechen. Auch zu diesem Schritt wurden die betroffenen Bürger weder mit Information versorgt, geschweige denn in nachfolgende Diskussionen einbezogen.

Obgleich offiziell noch nichts entschieden ist und keine Beschlüsse der Landesregierung, des Stadtrates oder dem Präsidium der FH selbst vorliegen, werden offenbar an der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vorbei schon jetzt in rasantem Tempo Tatsachen geschaffen. Herr Oberbürgermeister Schramma, Abgesandte der Fraktionen, der BLB und das Präsidium der FH agieren mit Hilfe des Lenkungskreises so frei, als benötige man keinerlei Legitimationen. Sicher ist: man will noch vor den Wahlen Tatsachen in Form von „Baudenkmälern“ schaffen.

Die Interessen der rechtsrheinischen Kölner werden dabei weniger ver- als mehr ge-treten.
Die Mitglieder des AK Stadtgestaltung des Leitbildes Köln 2020, Wissenschaftler und Stadtplaner aus dem Beirat der StandortGemeinschaft*, aus dem Haus der Architektur und selbst unser Baudezernent bekommen, auf das Thema angesprochen, erhebliche Bedenken. Die StandortGemeinschaft Kalk e.V.* hat nun ihre Bedenken zusammengefasst und anliegend skizziert. Weiterhin wird verwiesen auf den Beschluss der Bezirksvertretung Kalk, die beiden Stellungnahmen des AK Stadtgestaltung (Positionspapier und Vorschläge für eine Bildungslandschaft in Deutz/Kalk) und auf die Stellungnahme des Förderkreis Rechtsrheinisches Köln e.V., in dem sich mehr als 20 Bürgervereine organisieren.

Die Unterzeichner sprechen sich ausdrücklich für eine Beibehaltung des Fachhochschulstandortes in Köln Deutz/Kalk aus. Sie fordern aus Gründen einer ausgeglichenen Stadtentwicklung den Erhalt der FH im Rechtsrheinischen und protestieren gegen das Vorgehen, ordentliche Planungs-, Bürgerbeteiligungs- und letztlich Entscheidungsprozesse vorwegzunehmen.

Da es offenbar jedoch nicht reicht, wenn sich eine Vielzahl von Organisationen mit ihren Schreiben äußern, bitten die Unterzeichner jetzt Sie, liebe Leserinnen und Leser, im Rahmen einer virtuellen Unterschriftensammlung ein Zeichen zu setzen und Flagge zu bekennen!

Unterstützen Sie unseren Appell an die Politik! Bitte stimmen Sie für den Erhalt unserer rechtsrheinischen Bildungslandschaft durch eine Mail an die Internet-Adresse: FH-stehen-lassen@gmx.de. Benötigt werden dabei Ihr Namen und Ihre postalische Adresse. Die Verwendung erfolgt vertraulich.
Außerdem bitten die Unterzeichner um Weiterleitung dieser e-mail an Ihnen bekannte Institutionen und Bürger, damit im Schneeballsystem eine hohe Beteiligung sichergestellt wird.
Bitte helfen Sie, dass es „Klick“ macht.

Freundliche Grüße und vielen Dank für Ihre Unterstützung vorab,
Engelbert Schlechtrimen Sprecher des Vorstandes der StandortGemeinschaft Kalk e.V / V.i.S.d.P:
Weitere Hinweise:
Arbeitskreis ‚Attraktive Stadtgestaltung‘
Positionspapier des AK Stadtgestaltung des Leitbildes Köln 2020 zur geplanten Verlagerung des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) der Fachhochschule im Stadtraum Deutz/Kalk
Foerderkreis Rechtsrheinisches Koeln
Blog für Kunst- und Kulturtermine in Kalk

 Der obige Aufruf als PDF
Die Argumente als PDF

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Kommentare
  1. alpaslan Öztoprak sagt:

    einer der wichtigden Dinge des Lebens ist das man sich mit demOrt wo man lebt identifiziert und deren Kultur, Tradition akzeptiert und achtet.
    FH ist ein Ort wie( bücherei, hausarzt, tanteremmersladen,Kino,Theater,usw….
    was ich sagen will ich und meine Familie mögen den Ort deutz mit FH da ist ab 7:30 leben auf dem strassen , junge Leute die eine Ziel haben….
    deutz und Umgebung würde viel verlieren……
    es wäre eine Schande der Politik und Ausbeutung der Bevölkerung…..
    …..
    …..
    meine deutsch ist leider sehr schlecht aber ich beglückwünsche alle die die FH
    erhalten möchten und dafür sich angargieren.
    DANKE DANKE
    alp.

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