Bürger überwachen – Politiker nicht

Veröffentlicht: 12. Juni 2009 in Überwachung, Für Sie gelesen, Webprogrammierung

Wenn es irgendwo in Deutschland zu so genannten „Angsträumen“ kommt, dann sind die Damen und Herren Politiker immer schnell dabei mit Videoüberwachung zu antworten. Entweder sitzen sie einem trügerischen Placeboeffekt auf, der z.t. auf cleveres Marketing der Überwachungsindustrie beruht oder sie sind deren Lobbyisten direkt ausgeliefert. Das subjektive Sicherheitsgefühl wird tatsächlich bei vielen Leuten gehoben und kann bei potenziellen Opfern zu gefährlichem Leichtsinn führen.

Auch denkbar ist es natürlich, dass hier schon die Zkunft vorbereitet wird. Mit der jetzigen flächendeckenden Installation an Kameras schafft man die Infrastruktur für zukünftige Anwendungen: Ein automatisches Personentracking ist zum Beispiel nur noch ein Softwareupdate bei einer entfernten Verarbeitungseinheit und benötigt keine neuen baulichen Maßnahmen. (siehe auch: „Video-Überwachung: was möglich ist„)

Aber warum schreibe ich das hier überhaupt?
Seit einiger Zeit fahren verschiedene Online-Dienste die Straßen dieser Welt ab und filmen mit ihren Kameras, was es zu filmen gibt. Verschiedenste politische und amtliche Gremien Deutschlands stellen sich teils entrüstet dagegen. Das führt zu solch seltsamen Blüten wie in Hamburg, wo einerseits die Hamburger Datenschützer ein Fortführen des Projekts an Auflagen geknüpft hatten und andererseits diese Woche Bewohner des Schanzenviertels berichten, dass Ordnungshüter in Privatwohnungen Videokameras installieren wollten , um den öffentlichen Straßenraum zu überwachen. Den Angaben zufolge haben die Ordnungshüter bei mehreren Privatpersonen und Ladenbesitzern angefragt, ob diese mit der Anbringung von Kameras in und an ihren Gebäuden einverstanden wären. („
Big Brother“ im Schanzenviertel)

Am meisten aber sorgen sich Politiker wohl um sich selbst. Der vom Internetanbieter Google gelieferte detailgenaue Straßen-, Luftbild- und Panoramadienst „google street view“ gefährdet, nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Willy Wimmer, nicht nur allgemein die häusliche Privatsphäre, sondern auch die Sicherheit besonders zu schützender Politiker. Wimmer forderte deshalb Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in einem Gespräch mit der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag-Ausgabe) auf, stellvertretend für alle Volksvertreter Schritte von der Bundesregierung, insbesondere auch vom Bundesinnenminister, zu verlangen, um der Firma „das Handwerk zu legen„. Die von Google angebotene Datensammlung über Straßenansichten „führt letztendlich dazu, dass Kräfte dritter Staaten in die Lage versetzt werden, gegen unliebsame Deutsche vorzugehen„.

unliebsame Deutsche„? Sowas gibt’s? Aber wieso versetzt sie nur „Kräfte dritter Staaten in die Lage … gegen unliebsame Deutsche vorzugehen.“ ?

.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s