Pflanzen, die sich breit machen

Veröffentlicht: 6. Mai 2009 in Forschung, Garten, Umwelt
LogoDie einen kommen bei ihrem Anblick ins Schwärmen, andere bleiben ungerührt. Wieder andere bringt es fast auf die Palme, wenn sie sie entdecken: Die Rede ist von Archäo- und Neophyten, Pflanzen, die ursprünglich nicht in unseren Breiten beheimatet waren, sich hier aber mittlerweile breit gemacht haben. Diese Einwanderung hat Geschichte. 1855 wurde zum Beispiel die Kanadische Wasserpest eingeschleppt.

Der Biologie, Dr. Gregor Schmitz, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Konstanz, ist Experte rund um die Einwanderer. Er sagt: „Die Einwanderer haben ganz gehörige Auswirkungen auf das natürliche Gefüge.“ Diese müssen nicht unbedingt negativ sein. Selbst das invasive Indische Springkraut wirkt nicht auf allen Ebenen verarmend. Nach seinen Untersuchungen sind beispielsweise die Blüten für Hummeln und Bienen attraktiver als die des heimischen Springkrautes. „Insgesamt habe ich gelernt, dass man sehr differenziert hinschauen muss, da die ökologischen Auswirkungen von vielen Parametern beeinflusst werden. So kann sich eine fremde Pflanzenart auf bestimmte heimische Arten negativ, auf andere dagegen positiv auswirken“, so Schmitz.

Um die Auswirkungen verständlich zu machen, ist im Botanischen Garten der Universität Konstanz ein „Invasionsbiologischer Lehrpfad“ eingerichtet. Hier tritt in einer Kampfarena Goldrute gegen den heimischen Rainfarn an. Wer gewinnt, wie viele Neophyten und Archäophyten es eigentlich gibt und welche ganz neuen heimlich in die Gärten eingewandet sind, sagt Dr. Gregor Schmitz in einer neuen Folge von „Im Gespräch“ unter http://www.uni-konstanz.de/news/imgespraech

Der Biologe Dr. Gregor Schmitz beschäftigt sich intensiv mit Archäo- und Neophyten,  Pflanzen die ursprünglich nicht in unseren Breiten zu finden sind. Sind diese neuen Bewohner immer negativ für die einheimische Natur? Sorgen sie vielleicht auch im positiven Sinne für mehr Vielfalt?

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