Archiv für Klima

Klimaszenarien für Köln

Am 29. August schrieb ich meinem Bericht über den Umweltausschuss vom 27.08.09: „Das war er also mein vielleicht letzter Ausschuss.“  Inzwischen ist viel passiert. So hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, den Ausschuss zu teilen. In einen Ausschuss Umwelt und Grün  (zugleich Betriebsausschuss AWB) und einen Gesundheitsausschuss.
Der Arbeitskreis Gesundheit und Umwelt hat dafür gevotet, dass Uschi Röhrig in den Gesundheitsausschuss gehen soll und ich in den Ausschuss Umwelt und Grün. Die Fraktion und der Mittwochskreis haben dies bestätigt und am 29.10.09 hat mich der Rat als so genanntes „Mitglied mit beratender Stimme nach § 58 Absatz 1 Satz 7 bis12 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen“ benannt. Das freut mich sehr und ich hoffe, regelmäßiger als in den letzten Wochen hier zu berichten. Mir zur Seite stehen wird als so genannter „Sachkundiger Einwohner“ Dieter Koberg.

Jetzt aber zur Sitzung:

Die nächste Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Grün wird am 03.12.09 Stadthaus Deutz, 16. Etage, Riegel F, Raum 43 stattfinden. Dank des neuen Internetsystems der Stadt Köln kann man die Tagesordnung und viele Vorlagen hier ansehen: 3. Dezember 2009, 15:30 Uhr 

Mein besonderes Augenmerk fiel auf folgende Tagesordnungspunkte:

6.6 Ausweisung von Hundefreilaufflächen

9.3  Sozialtarife für Strom- und Gasbezug

9.5 Klimawandel

ups …. Klimawandel? Klimawandel,hmmmm …. da war doch was???? Ach ja ich hatte ja mal vor Urzeiten (30. April 2009)  eine mündliche Anfrage bezüglich des Klimawandels und der Anpassung daran gestellt. (näheres im Artikel In Köln wird’s heiß) Zwischenzeitlich hatte ich über die diversen Antwortversuche der Verwaltung berichtet. Auf deren Verlinkung ich hier verzichte, die man, aber alle findet, wenn man ins Thema „Umweltausschuss“ wechselt. Zurück zum Thema. Nachdem ich schon im August erfreut über eine anscheinend abschließende Beantwortung war, bin ich jetzt beinahe entzückt. Aber lest selbst:

Klimawandel

Projekt zum Klimawandel und zu möglichen Anpassungsstrategien

Der Klimawandel ist in Köln bereits angekommen, seine Folgen sind schon heute spürbar. Nach Auffassung renommierter Wissenschaftler ist der Klimawandel nicht mehr völlig zu stoppen, sondern nur noch zu mildern und zu begrenzen.
Daher sind neben den bereits laufenden Klimaschutzmaßnahmen (Klimaschutzkonzept der Stadt Köln) zusätzlich auch Maßnahmen zur Anpassung an den unvermeidlichen Kli-mawandel nötig.
Die dem Umweltamt zur Verfügungen stehenden Regionalszenarien aus den Globalmo-dellen zeigen, dass lang anhaltende Hitzeperioden, wie sie im Jahre 2003 aufgetreten sind, mit Tropennächten und schwülen Tagen, in der Zukunft in Köln deutlich zunehmen werden.
Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Frost- und Eistage ab.
Die genannten, belastenden Witterungsperioden in den Sommermonaten, werden gerade für Risikogruppen in der Bevölkerung zu vermehrten gesundheitlichen Problemen führen.
Auch das Niederschlagsregime wird sich in der Zukunft verändern. Die Winter werden ins-gesamt feuchter und die Sommer trockener. Gleichzeit werden die sommerlichen Nieder-schläge vermehrt umwetterartig innerhalb von kurzer Zeit fallen und so größere Sach-schäden verursachen.
Insgesamt wird sich in Köln das Phänomen der urbanen Wärmeinsel aufgrund der Klima-veränderung noch verstärken.
Anhand dieser Globalszenarien lässt sich das Stadtgebiet nicht differenziert darstellen und die Verstärkung des Wärmeinseleffektes in Köln nicht exakt ableiten. Um die Vorausset-zungen für die Erarbeitung kleinräumiger, auf Köln bezogene Darstellungen der Auswir-kungen des Klimawandels zu entwickeln und um die Anpassungsstrategien auf belastba-res Zahlenmaterial zu stellen, hat die Stadt Köln, zusammen mit dem Deutschen Wetter-dienst (DWD) und dem LANUV ein Modellprojekt zur zukünftigen Klimaentwicklung in Köln begonnen.
Damit nimmt die Stadt Köln eine Vorreiterrolle in Sachen Klimawandel und Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen ein.
Im Zuge des Projektes sollen auf Grundlage von meteorologischen Messdaten1 im Stadt-gebiet, von Basisdaten des Umweltamtes und Modellrechnungen2 mit dem Stadtklimamo-dell MUKLIMO_3 des DWD´s die zukünftigen Klimaänderungen hoch aufgelöst für die ein-zelnen Stadtquartiere prognostiziert werden.
Aus den Ergebnissen werden Planungsempfehlungen für die zukünftige, klimaangepasste Stadtentwicklung formuliert, und weiterhin Strategien zur Bewältigung der unvermeidbaren Folgen entwickelt.
Dabei stehen die Wärmeentwicklung im Sommer, mit Hitzetagen und Tropennächten e-benso im Vordergrund, wie die Zunahme von Starkregenereignissen.
Das Projekt startete mit einer gemeinsamen Vertragsunterzeichnung am 26.10.09 und hat eine Laufzeit von ca. zwei Jahren.
Eine Vielzahl von Maßnahmen wird zu ergreifen sein, um eine klimagerechte Stadt Köln insgesamt für die Zukunft zu entwickeln und zu rüsten. 

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Rinderindustrie stimmt Moratorium zum Schutz des Regenwaldes zu

Sao Paulo, Brasilien / Hamburg (ots) – Die vier größten brasilianischen Rinderunternehmen gaben gestern in Sao Paulo bekannt, ab sofort keine Rinder mehr aus neu gerodeten Urwaldgebieten zu beziehen. Diesem Erfolg war eine weltweite Kampagne zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes vorangegangen. Fleisch- und Lederabnehmer wie Adidas, Nike, und Walmart sahen sich dadurch veranlasst, die brasilianische Rinderindustrie zu wirksamen Maßnahmen zum Urwaldschutz zu bewegen.

Die Rinderzucht gilt als größter Urwaldvernichter im Amazonasgebiet. 80 Prozent der abgeholzten Waldflächen werden als Weideland genutzt. Auch Klaus Meine, Sänger der Rockband Scorpions, die sich seit Jahren gemeinsam mit Greenpeace für den Erhalt des brasilianischen Regenwaldes einsetzen, begrüßt den neuen Erfolg zum Schutz des Regenwaldes.

  „Die Unterzeichnung dieses Moratoriums ist ein außerordentlicher Erfolg in unserem Kampf gegen die Urwaldzerstörung“ sagt Tobias Riedl, Waldexperte von Greenpeace.  „Das Abholzen und die Brandrodung des Regenwaldes ist ein Verbrechen, dem endlich ein Ende bereitet werden muss. Greenpeace wird die wirksame Umsetzung dieser angekündigten Maßnahmen wachsam verfolgen.“

Nach dreijähriger Recherche veröffentlichte Greenpeace im Juni 2009 einen Report, der die Zusammenhänge zwischen Rinderzucht und Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes detailliert aufzeigt. Rund 63 Millionen Rinder werden derzeit auf gerodeten Urwaldgebieten gehalten.

  Die Rinder-Konzerne JBS-Friboi, Bertin, Marfrig und Minerva unterzeichneten gestern ein Moratorium auf die weitere Umwandlung von Wald in Weideland. Die Rinderverarbeiter verpflichten sich damit, nur noch Farmen als Lieferanten zu akzeptieren, die nicht länger den Urwald zerstören. Für eine entsprechende Überwachung müssen sich die Rinderfarmer mit ihren Satellitennavigations-Daten registrieren.

  „Von den dramatischen Zuständen in Amazonien konnte ich mir letztes Jahr selbst ein Bild machen„, sagt Klaus Meine. Während ihrer Brasilientournee 2008 flogen die Scorpions zusammen mit Greenpeace über brennenden Regenwald. Bei ihren Konzerten riefen die Musiker zum Urwaldschutz auf. „Der heutige Erfolg gibt mir die Hoffnung, dass wir diese einzigartigen Naturparadiese noch nicht verloren haben“ sagt Meine weiter.

  Die Urwälder Amazoniens sind unentbehrlich für das weltweite Klima. Wissenschaftler schätzen, dass sie 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Durch Abholzung und Brandrodung werden die gespeicherten Treibhausgase freigesetzt. Bis Juli 2008 wurden bereits 74 Millionen Hektar des Amazonas-Regenwaldes vernichtet, dies entspricht der doppelten Fläche Deutschlands.

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Der Fall Datteln – Uhlenberg offensichtlich überfordert

Essen (ots) – Die Kunde vom drohenden Aus für das Eon-Kraftwerk in Datteln hat längst die Runde gemacht. In mehreren anderen Bundesländern wird nun geprüft, ob die Planungen für den Bau neuer Kohlemeiler gegen die Vorgaben des Landes verstoßen. Für NRW kann das Debakel von Datteln nur bedeuten: So schnell wie möglich muss über Standortkriterien gesprochen werden – mit Beteiligung von Politik, Wirtschaft, Kommunen und Umweltverbänden. Die große Frage ist: Was wird nun aus dem nahezu schlüsselfertig gebauten Kraftwerk? Ein Kraftwerk, von dem die Landesregierung behauptet, es trage zum Klimaschutz bei, weil es alte Meiler ersetze. Ein Kraftwerk, über das sich Menschen in der Region auch deswegen aufregen, weil ihnen nun gesagt wird, sie hätten sich in der Planungsphase ja kundig machen können. Wie aber kann ein Bebauungsplan „heilbar“ sein, wenn – so steht es in der Urteilsbegründung – die Risiken für Umwelt und Gesundheit der Anwohner nicht ausreichend abgewägt wurden? Wohnhäuser abreißen, um mehr Abstand zum Kraftwerk zu schaffen? Der Fall Datteln wird Juristen noch lange beschäftigen.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat den heutigen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) für das Land Nordrhein-Westfalen begrüßt, den Baustopp am Kraftwerksstandort Datteln auf weitere Arbeiten auszuweiten. „Es ist eine Schande, dass der verantwortliche Minister Uhlenberg, diesen Baustopp nicht längst angeordnet hat, sondern im Gegenteil die Arbeiten weiter zulassen wollte, obwohl das OVG mit der Aufhebung des Bebauungsplans dem Projekt am 3. September die genehmigungsrechtliche Grundlage entzogen hat„, so DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. „Uhlenberg ist offensichtlich völlig überfordert, wenn es darum geht, die Rechte von Bürgern und Umweltverbänden im Genehmigungsverfahren zu wahren.“

Baake forderte die Landesregierung auf, nun auch den Sofortvollzug für den immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid aufzuheben. Der Vorbescheid sei beklagt und auch hier gelte, was das OVG zu den Klagen gegen die 4. und 5. Teilgenehmigung festgestellt habe: sie sind „nicht offensichtlich unzulässig, so dass ihnen eine aufschiebende Wirkung zukommt„.

Die DUH forderte den E.ON-Konzern auf, am Bauplatz auch aus eigenem Interesse keine weiteren Fakten zu schaffen. „Aus diesem Schwarzbau wird nie ein legales Kraftwerk“, erklärte Baake. Wenn E.ON angesichts der nun eingetretenen Situation „die Betonmischer weiterlaufen lässt, kommt das einem Affront gegen den Rechtstaat gleich.“ Die Zeiten, zu denen die großen Energiekonzerne in Deutschland ihre Interessen auch gegen Umwelt, Klima und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen konnten, gingen zu Ende.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die heutige Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts von Nordrhein-Westfalen gegen den Weiterbau des E.on-Steinkohlekraftwerks in Datteln begrüßt. Auf Antrag des BUND hat das OVG Münster auch die 4. und 5. Teilgenehmigung außer Kraft gesetzt. Damit herrscht auf der Baustelle ein faktischer Baustopp.

Das Gericht bestätigt erneut, dass E.on einen Schwarzbau errichten wollte. Wir fordern, dass der geplante Klimakiller komplett rückgebaut wird„, sagte Thorben Becker, Energieexperte des BUND.

Wenn das Bundesverwaltungsgericht jetzt auch noch E.on die Revision gegen das zugrundeliegende Urteil zum Bebauungsplan versagt, konnte der BUND zum ersten Mal ein bereits im Bau befindliches Kohlekraftwerk stoppen„, sagte Becker.

Es zeige sich, dass Kohlekraftwerke selbst in der Bauphase noch Gefahr laufen zu scheitern, wenn die Vorgaben zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.
Selbst wenn die Politik einem Energieunternehmen gegen den Willen der Bevölkerung den Weg zum Bau eines Kraftwerks frei gemacht habe, bleibe es ein ziemliches Risiko, einfach loszubauen. Für den Umweltverband BUND sei die Entscheidung eine große Ermutigung, weiterhin gegen klimaschädliche Kraftwerksplanungen vorzugehen.

Es ist ein gutes Zeichen, dass auch große Stromkonzerne wie E.on sich nicht einfach über geltendes Recht hinwegsetzen können„, sagte Becker.

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Nachhaltigkeit in Forst und Holz

Wie bereits im Beitrag „Waldpolitik als Zukunftsaufgabe“ vom 09.08.09 angekündigt findet heute und morgen in Hamburg die Abschlusskonferenz des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltige Waldwirtschaft“ statt.
„In Deutschland ist eine andere Einstellung zum Wald und zur Waldpolitik erforderlich.“ Zu diesem Ergebnis kommen die Akteure aus Forst und Holz, aus Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften.
Über fünf Jahre hinweg forschten rund 380 Experten zu vielfältigsten forst- und holzfachlichen Themen sowie zu Fragen von Wissenstransfer, Bildung und Kommunikation.

Gemeinsam legen sie am 9. und 10. September in Hamburg zur Tagung „Nachhaltigkeit in Forst und Holz“ neue Antworten auf die alte Frage vor:

Wie der Wald genutzt werden kann, ohne ihn in seiner Regenerationsfähigkeit zu beeinträchtigen. Sie bilanzieren damit die Arbeit des Förderschwerpunktes „Nachhaltige Waldwirtschaft“, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung für Nachhaltigkeit“ zwischen 2004 und 2009 mit rund 30 Millionen Euro gefördert hat. 25 Verbünde hatte sich unter dem Dach der „Nachhaltigen Waldwirtschaft“ zusammengefunden, moderiert und koordiniert wurde das Netzwerk am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig.

Die Bilanz fällt ebenso eindeutig wie vielfältig aus. Eindeutig ist:
Auch wenn die Holzpreise zurzeit niedrig sind – Holz ist und bleibt unter Druck. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Nachfrage wieder steigt und der nachwachsende Rohstoff wieder als Allheilmittel gegen Ressourcennot und zur CO2-Speicherung dienen soll. Doch können deutsche Forste und heimische Hölzer dies leisten? Wie überhaupt ist es um die Zukunft des deutschen Waldes bestellt im Spannungsfeld zwischen Klimawandel und Finanzkrise? Wie kann die Zukunft gestaltet werden im Spagat zwischen der Langlebigkeit des Ökosystems und der Kurzfristigkeit von Politik?
Prinzipiell ist sich die Wissenschaft einig: Der Klimawandel wird kommen. Das wohl wahrscheinlichste Szenario: Die Temperatur wird im jährlichen Mittel in den nächsten 50 bis 100 Jahren um zwei bis vier Grad Celsius steigen, der Niederschlag sich anders erteilen.

Starkregen, Dürreperioden, lokale Stürme und Nassschnee werden sich häufen. Zum Problem wird für den Wald die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel heranbraust. 100 Jahre sind nach menschlichen Maßstäben reichlich Zeit; für eine deutsche Buche ist das in der Regel gerade mal etwas mehr als die Hälfte ihrer Lebenszeit. Für den Wald selbst, sowohl für den einzelnen Baum als auch für den Bestand, heißt die Devise: Anpassung.

Die Anpassung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen: Mit dem „klimaplastischen Laubmischwald“ werden baumartenreiche Waldgesellschaften gestaltet – die in ihrer Mischung fähig sind, eine größere Bandbreite von Umweltbedingungen abzufangen und auszugleichen.
„Risikostreuung im Wald bedeutet, ein vielfältigeres Waldbild anzustreben“, erläutert Dr. Martin Jenssen vom BMBF-Forschungsverbund NEWAL-NET. Werden die richtigen Baumarten in der richtigen Mischung miteinander kombiniert, dann können sich Wälder dauerhaft aus sich heraus weitgehend selbst organisieren und bedürfen lediglich einer geringen forstlichen Begleitung. Für die Zukunft hält ein solcher „klimaplastischer Wald“ mehrere Entwicklungspfade – „Freiheitsgrade“ – offen. In der Modellregion Schorfheide-Chorin lag der Fokus der NEWAL-NET-Forscher auf heimischen Laubbaumarten wie Buche, aber auch Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche und Winterlinde, ja sogar Esche, Bergahorn und Vogelkirsche.

Derweil können auch neue Baumarten, sog. Fremdländer, eine Antwort auf den Klimawandel sein. Vor allem die Fichte, die in Deutschland mit 27 Prozent Anteil an der Waldfläche am weitesten verbreitete Nadelbaumart, wird vor allem an trockenen und sommertrockenen Standorten eine der Verliererinnen des Klimawandels sein. In die Bresche sollen Küstentanne, Douglasie oder Roteiche als neue Hoffnungsträger springen. Gerade die Küstentanne rückt aufgrund ihrer pfleglichen Eigenschaften und ihres raschen Wachstums in den Fokus. „Ihr Anteil wird in Zukunft deutlich steigen und die Fünf-Prozent-Marke überschreiten“, prognostiziert Prof. Dr. Hermann Spellmann aus dem BMBF-Forschungsverbund „Buche-Küstentanne“ für die Tanne aus Nordamerika.

Und schließlich kann dem Klimawandel durch die Sicherung und Erweiterung der genetischen Variabilität von Waldbaumarten begegnet werden. Derzeit prüft das Bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP Teisendorf) in Feldversuchen, ob dies über das Einbringen süd- und südosteuropäischer Arten in hiesige Wälder erreicht werden kann oder ob heimische Buchen und Tannen auch in den für sie ungewohnt wärmeren Regionen gedeihen und somit auch der hier erwartenden Klimaänderung standhalten können. „Sollte sich in den Versuchen zeigen, dass die bayerischen Buchen mit den wärmeren Bedingungen in Bulgarien gut zurecht kommen, können wir weiter auf heimische Herkünfte setzen“, betont ASP-Leiterin Dr. Monika Konnert, die am BMBF-Forschungsverbund „Herkunftskontrolle“ beteiligt war.

Inwieweit sich diese Wege ergänzen, ist eine Frage an die Zukunft des Waldumbaus. Was jedoch bereits seit einem Vierteljahrhundert läuft, ist der Umbau von Nadelmonokulturen hin zu Misch- und Laubwäldern; dieser gründet sich vor allem auf die Buche, die hierzulande als standortgerechte Baumart schlechthin gilt. Im Laufe der Entwicklung erhöht sich der Anteil von Buche, Eiche & Co. an der Waldfläche; und auch wenn Laubbäume bis zu 40, 50 Jahre später als Nadelbäume hiebsreif sind, Laubholz wird bereits in 20 Jahren rund 48 Prozent der Holzernte ausmachen. Bisher sind es 38 Prozent. Ökologisch ist der Anbau standortgerechter Baumarten zweifelsohne ein Gewinn. Ob er es auch ökonomisch sein wird, hängt von der Nachfrage ab. Damit es sich für die Holzindustrie in Deutschland und in Mitteleuropa lohnt, von Fichte auf Buche und von Kiefer auf Eiche umzusteigen, bedarf es einer Produktpalette, die quantitativ umfangreich und qualitativ hochwertig ist.

In den beiden BMBF-Forschungsverbünden „Buchenholzmodifizierung“ und „OakChain“ entwickelten Experten aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam Verfahren der Holzmodifizierung: Während die einen die Eigenschaften von Buchenholz auf zellulärer Ebene durch Imprägnierung und Vernetzung verändert haben; beeinflussten die anderen über eine Thermokammer die Zusammensetzung von Eichenholz. Im Ergebnis weisen beide Holzarten die Vorteile von Tropenholz auf: Dauerhaftigkeit, Dimensionsstabilität, Fäulnisresistenz und Witterungsbeständigkeit. So lassen sich nach der ökologisch unbedenklichen Modifizierung Skateboards und Saunastühle, Gartenmöbel und Holzterrassen, Außentüren und Pfähle herstellen – und es ist nicht allein gelungen, Kohlenstoff in Form hochwertiger Produkte zu binden, sondern zugleich Tropenholz adäquat durch heimische Laubhölzer zu ersetzen.

Deutsche Forste und heimische Hölzer können dem Klimawandel standhalten und zugleich gewinnbringend bewirtschaft werden. Voraussetzung jedoch ist: Die Nutzungskonflikte rund um den Wald zu erkennen und zu lösen. Die Rohstoffversorgung für die Bauindustrie und andere Branchen, der Bedarf an regenerativen Energien, der Schutz des Klimas und der Biodiversität, der Wunsch nach Erholung und Regeneration – all diese verschiedenen, teils gegensätzlichen Ansprüche an den Wald erfordern eine gesellschaftliche Verständigung.

Werden nicht heute die Weichen gestellt für die Waldnutzung der Zukunft, sind die Spielräume der Waldnutzung für Generationen eingeschränkt. Galt das Gebot der Nachhaltigkeit ursprünglich dem Gleichgewicht zwischen ökologischer Stabilität und wirtschaftlicher Nutzung, so bedingen heute die ökologischen Konsequenzen des Klimawandels nicht allein ökonomische Anpassungen, sondern sie erfordern ein Denken in Langfristigkeit. Dafür muss Waldpolitik als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe verstanden und gestaltet werden – über Interessengruppen und Ressortgrenzen hinweg.

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Ausschuss Umwelt, Gesundheit und Grün vom 27.08.09

Das war er also mein vielleicht letzter Ausschuss. Netterweise hat es die Verwaltung geschafft meine Frage abschließend zu beantworten. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an den ArtikelIn Köln wird’s heißvom 30.April der darüber berichtete, dass ich in Bezug auf die kurz vorher veröffentlichte Klimawandel-Studie_NRW und die unmittelbar darauf veröffentlichte Strategie zur „Anpassung an den Klimawandel“ eine mündliche Anfrage an die Kölner Verwaltung stellte:

Mündliche Anfrage unter TOP 20 des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün am 30. April 2009.

Am Dienstag dieser Woche wurde eine Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag des Landesministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) veröffentlicht. Gestern stellte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg die Strategie Nordrhein-Westfalens zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor.

Kann die Verwaltung zur nächsten Sitzung eine Einschätzung und Stellungnahme zu den beiden Papieren vorbereiten und insbesondere die folgenden Fragen berücksichtigen?
 
1. Was wird durch die Stadt Köln unternommen, um das Problembewusstsein der Bevölkerung zu stärken?
2. Was wird getan, um das Wissen von Verwaltung und Bevölkerung um die regionalen Folgen des Klimawandels zu erweitern?
3. Welche Handlungsoptionen bieten sich in Köln an und welche Maßnahmen werden kurz-, mittel- und langfristig verwaltungsseitig initiiert werden?

Wie ich im Artikel Klimawandel in Köln dann darlegte gab es tatsächlich den Versuch einer Antwort:

Bezogen auf die o.g. Anfrage nimmt die Umweltverwaltung wie folgt Stellung:
Das Land NRW hat eine Studie veröffentlicht, die den Klimawandel und die damit verbundenen Anpassungsstrategien für das Land NRW beschreibt.
Grundlage für eine erste Aussage über die regionalen Besonderheiten in NRW ist eine Auswertung der verschiedenen Klimaszenarien mit den Klimaprojektionen der Modelle REMO und WettReg des Potsdamer Instituts für Klimaforschung.
Das Ziel des vorliegenden Strategiepapiers ist es, die Anfälligkeit der Menschen und der Umwelt in NRW zu verringern und Chancen zu nutzen, die sich als Folgen der Klimaänderung ergeben. Die Landesregierung fordert alle Akteure, auch die Kommunen auf, in ihrem Handlungsfeld notwendige Maßnahmen zu initiieren.
Ziel der kommunalen Anpassungsstrategie sollten verschiedene Handlungsoptionen sein.
So ist das Problembewusstsein zu stärken, Handlungsoptionen sollten angeboten werden und Maßnahmen müssen initiiert werden.
Grundlage für diese Strategien ist aber das Wissen um die spezifischen, regionalen Folgen, weil sich die Folgen des Klimawandels im Bereich der Kölner Bucht deutlich von denen der Mittelgebirge NRWs unterscheiden werden.
Das Umweltamt führt daher derzeit mit ihrem Onlinezugriff für die Klimaprojektionen eine Datenauswahl, eine Detailanalyse und eine Aufarbeitung der Daten für verschiedene Klimaszenarien durch.
Diese dienen als Grundlage zur Erstellung kleinräumiger, auf die Kölner Bucht bezogene kartographische Darstellungen des Klimawandels, und zwar für ausgesuchte Parameter* und die verschiedenen Prognoseszenarien.
Die Aufbereitung der o.g. Rechenergebnisse des Potsdamer Instituts für Klimaforschung ist mit einigem Zeitaufwand verbunden. Die Verwaltung wird eine Ergebnisdarstellung mit Handlungsempfehlungen für die Gremien daher erst mittelfristig liefern.

* Jahreszeitl. Temperaturverteilung, sommerliche Extremtemperaturen, Zunahme der Anzahl der Tropennächte, jahreszeitl. Niederschlagsverteilung, Hochwasserergeinisse, etc..
 

Die Antwort als PDF 
Im gleichen Artikel hatte ich dann darauf hingewiesen, dass mich dieser Antwortversuch zu einer mündlichen Anfrage zur Antwort auf meine mündliche Anfrage (hübsch formuleirt gell?) insprierte:

Mündliche Nachfrage zur Beantwortung einer mündlichen Anfrage unter TOP13.1 des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün am 18. Juni 2009.
Entschuldigen Sie bitte Herr Vorsitzender, Frau Beigeordnete, meine Damen und Herren,
aber ich habe in der Antwort auf meine mündliche Anfrage den folgenden Satz nicht verstanden:

„Das Umweltamt führt daher derzeit mit ihrem Onlinezugriff für die Klimaprojektionen eine Datenauswahl, eine Detailanalyse und eine Aufarbeitung der Daten für verschiedene Klimaszenarien durch.“

Ist damit gemeint, dass das Umweltamt direkten Zugriff auf die Rohdaten des Potsdamer Instituts hat und daraus eine kleinräumige Darstellung des Klimawandels erstellt?

Außerdem heißt es in der Antwort, dass Ergebnisse erst mittelfristig geliefert würden. In Anbetracht dessen, dass auf Grund meiner mündlichen Anfrage vom 30.04. und der NRW-Klimastudie die Grünen bereits mit den Hufen scharren und hier im Umweltausschuss gemeinsam mit der SPD einen Antrag bezüglich eines Baumkonzeptes mit Bezug zur Klimastudie stellen und für den Rat einen Antrag zu Wärmeinseln eingebracht haben, die auch beide erst dann Sinn machen, wenn die Ergebnisse vor-liegen, wüsste ich gerne was „mittelfristig“ genau heißt, also wann liegen Ergebnisse vor?

Entweder war die Verwaltung nicht willens oder nicht in der Lage mir dies sofort zu beantworten und versprach eine schriftliche Antwort. Genau die lag dann auch pünktlich zum 27.08. vor. Erstaunlich war dabei, dass sonst in der Tagesordnung zum Beispiel steht: „13.1 mündliche Anfrage des RM (das heißt Ratsmitglied) oder des SE (das heißt dann Sachkundiger Einwohner) Herrn/Frau Prof. Dr. Schnüffelmeyer (Beispielname ist kein reales Ausschussmitglied) aus der Sitzung des Ausschusses Umwelt, Gesundheit und Grün vom 18.06.2009
bei der Beantwortung meiner Frage wollte die Verwaltung entweder nicht darstellen, dass die Anfrage von mir kam oder es war ihr zu peinlich darauf hinzuweisen, dass man von Ende April bis Ende August zur engültigen Beantwortung gebraucht hatte. So stand in der Tagesordnung lediglich: „13.1 Klimastudie NRW

Die Antwort, die man sich Dank des neuen städtischen Systems auf dieser Seite hier herunterladen kann lautete dann wie folgt:

Neben dem Klimaschutz, stehen auch die mit dem Klimawandel verbundenen Folgen im Focus, Anpassungsstrategien sind zu formulieren und zu berücksichtigen, um die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.
Grundlage für eine erste Aussage über die regionalen Besonderheiten in NRW ist eine Auswertung der verschiedenen Klimaszenarien, die im Auftrag des UBA für Deutschland berechnet wurden.
Das Umweltamt hat den direkten Zugriff auf die Gesamtheit der hinterlegten Klima-Rohdaten, um eine Analyse und eine Aufarbeitung für verschiedene Klimaszenarien durchführen zu können.
Voraussetzung für die Erstellung kleinräumiger, auf die Kölner Bucht bezogene kartographische Darstellungen des Klimawandels, ist allerdings ein zeitaufwändiger Download der Daten, die Umformatierung, Konvertierung, und Aufarbeitung der Daten, um eine GIS-fähige Datengrundlage zu erstellen.
Die Aufbereitung der o.g. Rechenergebnisse ist mit einigem Zeitaufwand verbunden.
Um den Zeitaufwand zu minimieren ist das Umweltamt in den direkten Kontakt mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Landesumweltamt² getreten, um gemeinsam entsprechende kleinräumige Klimadaten für Köln zu erhalten und Klimafolgen für die Großstadt Köln zu formulieren.
Die vollständigen Klimadaten werden noch im vierten Quartal dieses Jahres vorliegen.
Die Darstellung der lokalen Besonderheiten unter besonderer Berücksichtigung des Wärmeinseleffektes einer Großstadt und der spezifischen Gegebenheiten der Kölner Bucht sowie der Erarbeitung einer Strategie werden voraussichtlich in 2010 erstellt.

gez. Dr. Klein

²Beim LANUV wurden diese Daten bereits so aufbereitet, das der o.g. Aufwand für die Stadt Köln nunmehr entfällt.

Endlich eine Antwort! Leider scheinen unsere Umweltspeziallisten keine Computerspezialisten zu sein, denn statt „zeitaufwändiger Downloads“ wäre es sicher auch gegangen sich mal eben ein paar DVDs oder ne externe Festplatte mit den Daten schicken zu lassen, aber was soll’s.

Harren wir also der Dinge und vor allem der Maßnahmen die da kommen werden. Sollte ich weiterhin im Umweltausschuss sitzen, werde ich sicherlich im vierten Quartal dieses Jahres einmal höflich nachfragen.

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Globale Erwärmung fördert Ausbreitung von Waldpflanzen

Verstärkte Windturbulenzen als Folge der globalen Erwärmung sorgen dafür, dass sich Pflanzensamen und Pollen über größere Entfernungen verbreiten. Ein Temperaturanstieg von nur wenigen Grad kann die Ausbreitung von Waldpflanzen erhöhen und ihnen so die Besiedelung von Brand- oder Rodungsflächen erleichtern.

Solche Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Samen- und Pollentransport durch Wind hat ein internationales Forscherteam untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht. Ziel der überwiegend an der Universität Potsdam durchgeführten Studie war es zu verstehen, ob ein zukünftiger Temperaturanstieg die Wanderung von Waldpflanzen beschleunigen kann. Dazu verwendeten die Forscher meteorologische Daten, die über ein Jahrzehnt hinweg in einem finnischen Waldgebiet gesammelt wurden.

Die Dynamik und genetische Variation von Pflanzenpopulationen hängt entscheidend von der Ausbreitung von Samen und Pollen ab. Windbedingungen spielen bei der Ausbreitung eine wichtige Rolle, da turbulente Aufwinde Samen effizient über große Distanzen transportieren können. Die Forscher fanden heraus, dass eine Temperaturerhöhung von nur drei Grad die Ausbreitung von Samen und die Wanderung von Pflanzenarten erhöhen kann. Pflanzen mit leichten Samen sind von diesem Effekt besonders betroffen: Sie erhöhen ihre Wanderungsgeschwindigkeit um mehrere Dutzend Meter pro Jahr.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass die globale Erwärmung die Wanderung von Pflanzen beschleunigen wird. Diese Beschleunigung reicht jedoch bei weitem nicht aus, um Pflanzenarten die „Flucht“ vor negativen Folgen des Klimawandels zu ermöglichen. Im kleineren Maßstab kann dieser Erwärmungseffekt jedoch deutliche Auswirkungen haben, etwa für die Fähigkeit einheimischer und eingeführter Arten, neue Lebensräume zu besiedeln. Wie dieser Effekt mit anderen Auswirkungen des globalen Wandels zusammenwirkt, ist schwer vorherzusagen. Die jetzt erschienene Arbeit zeigt jedoch, auf welche komplexe Art und Weise Temperaturerhöhungen die Vegetation beeinflussen können.

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Koordinierte Forschung ist nötig, um Europas Anpassung an den Klimawandel zu meistern

Brüssel/Leipzig. Die Anpassung an den Klimawandel steht in den Staaten der Europäischen Union erst am Anfang und weist noch erheblichen Entwicklungsbedarf auf. So fehlen zum Beispiel Aussagen zu Kosten und Nutzen der Anpassung. Auch eine koordinierte europaweite Forschungsstrategie sei noch nicht zu erkennen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Juni in Brüssel vom PEER-Verbund vorgestellt wurde. In PEER (Partnership for European Environmental Research) arbeiten sechs Umweltforschungszentren aus den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Dänemark, Finnland und Deutschland sowie die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission zusammen.

Die nationalen Anpassungsstrategien verschiedener EU-Mitgliedsstaaten an den Klimawandel sind erstmals miteinander verglichen worden. Dabei fanden die Wissenschaftler einige gemeinsame Stärken und Schwächen. So werden der systematische bereichsübergreifende Ansatz sowie die Einbeziehung der Betroffenen als positiv, fehlende Bekenntnisse zur weiteren Umsetzung und Bereitstellung der nötigen Ressourcen dagegen als überwiegend negativ bewertet. Sieben EU-Staaten verfügen über eine solche Anpassungsstrategie und in sieben Staaten wird diese zurzeit offiziell erarbeitet. Für die Studie wurden die Anpassungsstrategien von Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien untersucht.

Lange haben sich die Bemühungen allein auf die Vermeidung des Klimawandels konzentriert. Mit dem Wissen um die Folgen ist in den letzten Jahren auch das Bewusstsein gewachsen, dass parallel zur Vermeidung eine Anpassung an den Klimawandel erfolgen muss. (siehe auch: Klimawandel in Köln) Die Herausforderung dabei ist jedoch, dass es kein einheitliches, klares Ziel wie beim Klimaschutz gibt. Stattdessen handelt es sich um eine Vielzahl von Problemen in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, und es bestehen noch hohe Unsicherheiten darüber, wie gravierend sich der Klimawandel vor Ort auswirken wird. Um dieser Herausforderung zu begegnen, haben viele Länder in den letzten Jahren Anpassungsstrategien entwickelt. Anhand dieser Strategien sollen in den nächsten Jahren konkrete Umsetzungspläne und Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden.

In Deutschland sind vom Klimawandel unter anderem die Bereiche Gesundheit, Hochwasserschutz, Wasserversorgung sowie die Land- und Forstwirtschaft betroffen. Die Klimaszenarien rechnen beispielsweise damit, dass sich die Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad deutlich erhöhen wird, was besonders Gesundheitsrisiken für ältere Menschen bedeutet. So werden sich Stadtplaner und Architekten darauf einstellen müssen, Schatten und Kühlung künftig stärker zu berücksichtigen. (siehe auch: In Köln wird’s heiß) Ein zentraler Punkt wird der Faktor Wasser sein, da die Niederschläge im Sommer voraussichtlich zurückgehen werden, das Hochwasserrisiko im Winterhalbjahr jedoch steigen wird. Die deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel wurde vom Bundeskabinett im Dezember 2008 verabschiedet und wird von den Autoren der Studie als vergleichsweise gründlich und konkret in der weiteren Planung gelobt.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe soll einen ersten Entwurf für ein Aktionsprogramm bereits im April 2011 vorlegen.

Vorreiter in Europa sei in vieler Hinsicht Großbritannien, das durch sein engagiertes „Climate Impact Programme“ bereits vielfältige Forschungen durchgeführt und konkrete Anpassungsempfehlungen für die betroffenen Regionen und Unternehmen entwickelt hat.

Für den wichtigen Bereich der Klimafolgen- und Anpassungsforschung kommt die Studie insgesamt zu dem Ergebnis, dass es erheblich an nationaler und europaweiter Koordinierung mangelt. Gäbe es eine inhaltliche Strategie und würde diese durch dafür zuständige Institutionen umgesetzt, dann könnten Doppelungen vermieden und Forschungsgelder effektiver eingesetzt werden.

Weiteren Handlungsbedarf sieht Dr. Moritz Reese vom UFZ, Mitautor der Studie, unter anderem bei der langfristigen politischen und rechtlichen Planung in den verschiedenen vom Klimawandel betroffenen Bereichen. So müssten nunmehr auch sektorale Anpassungsstrategien in den wichtigsten betroffenen Politikfeldern entwickelt werden und dafür gesorgt werden, dass die Erfordernisse der Klimaanpassung z.B. in der Raumplanung, der kommunalen Entwicklungs- und Bebauungsplanung, der wasserwirtschaftlichen Planung und den Infrastrukturplanungen besser verankert werden. Entscheidend für das Gelingen des Anpassungsprozesses sei auch eine klares Konzept zur kontinuierlichen Fortentwicklung und Erfolgskontrolle der Anpassungsstrategien und Anpassungsmaßnahmen. „Wir brauchen dazu vor allen Dingen aussagekräftige Indikatoren und ein integriertes belastbares Monitoring. Dazu finden sich jedoch in den Anpassungsstrategien kaum konkrete Planungen„, betont Reese. Überwiegend bleibt noch völlig offen, wie und wann eine Überprüfung stattfinden soll.

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Digitaler Norddeutscher Klimaatlas ab sofort online

Das Norddeutsche Klimabüro des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht hat einen bisher einzigartigen digitalen Online-Atlas zum künftigen Klimawandel in Norddeutschland entwickelt. Entscheidungsträger und interessierte Laien können sich ab sofort im Internet unter www.norddeutscher-klimaatlas.de schnell und umfassend über den aktuellen Forschungsstand zum Klimawandel in der Region informieren.

Eines der zahlreichen Ergebnisse des Klimaatlas: Der Sommerniederschlag in Norddeutschland kann bis zum Ende des Jahrhunderts um acht bis 40 Prozent abnehmen.

Direktzugang zum Klimawissen für Norddeutschland
Bisher lagen die umfangreichen Informationen zum Klimawandel in Norddeutschland meistens in Datenbanken in Form von Rohdaten vor. „Von den Rohdaten bis zur richtigen Interpretation der Klimadaten war es oftmals ein weiter Weg und dieser nur Experten vorbehalten. Mit dem Norddeutschen Klimaatlas machen wir das Wissen über den Klimawandel in unserer Region direkt nutzbar „, erläutert Dr. Insa Meinke, Leiterin des
Norddeutschen Klimabüros.
Der Norddeutsche Klimaatlas ist interaktiv: Der Nutzer wählt Parameter wie Temperatur, Wind oder Niederschlag aus und legt die Jahreszeit sowie die Zeitspanne bis zum Ende dieses Jahrhunderts fest. Zusätzlich können vier Regionen ausgewählt werden: Norddeutschland,
Nord- und
Ostseeküste,
sowie die Metropolregion Hamburg.
Die gewünschten Informationen werden in Form von übersichtlichen geografischen Karten und kurzen Interpretationen dargestellt. Der Norddeutsche Klimaatlas berücksichtigt insbesondere die Spannbreiten möglicher Klimaänderungen. „Weil wir heute nicht wissen, wie viel Treibhausgase wir in Zukunft ausstoßen werden, legen wir den Klimarechnungen verschiedene Konzentrationen zugrunde. Jede Treibhausgaskonzentration erzeugt ein anderes Klimaszenario für die Zukunft„, erläutert Meinke die Unterschiedlichkeit der Ergebnisse.

Der Sommer der Zukunft?

Je nach Treibhausgaskonzentrationen stellt der Norddeutsche Klimaatlas auch den Sommer am Ende dieses Jahrhunderts im Norden verschieden dar:
Hohe Konzentrationen von Kohlendioxid und anderen Klimagasen können zu einer Abnahme des Sommerniederschlages um etwa 40 Prozent führen. Gleichzeitig wäre es dann im Sommer etwa 5 Grad Celsius wärmer, so dass mit etwa 27 zusätzlichen Sommertagen (über 25 Grad Celsius) zu rechnen ist. Neben diesen Änderungen kann im Sommer außerdem die mittlere Windgeschwindigkeit um etwa 12 Prozent abnehmen. Die Gefahren von Waldbränden, Dürren und Hitzestress bei Mensch und Natur könnten hierdurch zunehmen.

Bei einer geringeren Konzentration an Treibhausgasen würde der Sommerniederschlag in Norddeutschland bis zum Ende des Jahrhunderts „nur“ um etwa acht Prozent abnehmen. Zugleich wäre es im Mittel ca. 2 Grad Celsius wärmer und man müsste mit etwa 5 zusätzlichen Sommertagen rechnen. Die Windgeschwindigkeit würde sich bei diesem Szenario nicht wesentlich ändern.
Unabhängig davon in welchem Maße es uns gelingt, den Treibhausgausstoß zu reduzieren, verdeutlicht der Klimaatlas, dass sich der Wandel in Norddeutschland auf jeden Fall weiter fortsetzen und an Tempo zunehmen wird. Schon heute müssen wir geeignete Maßnahmen in die Wege leiten, um schwerwiegende Folgen des Klimawandels von uns abzuwenden.„, betont Dr. Insa Meinke.

Datenbasis und Hintergrundinformationen
Grundlage des Norddeutschen Klimaatlas sind sämtliche für Norddeutschland verfügbaren Klimarechnungen, die mit numerischen regionalen Klimamodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen unter anderem die regionalen Klimamodelle COSMO-CLM und REMO. In die regionalen Klimamodelle sind jeweils unterschiedliche Treibhausgaskonzentrationen eingegangen. Die Rohdaten dieser Klimarechnungen sind hauptsächlich in dem Datenarchiv des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ) gespeichert, aber auch auf Datenbanken von EU-Projekten zum regionalen Klimawandel und in dem Archiv zum Küstenklima www.coastdat.de am Institut für Küstenforschung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht archiviert. Bisher sind 11 verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen. Neue Klimarechnungen werden fortlaufend integriert und der Norddeutsche Klimaatlas entsprechend aktualisiert.

Das Norddeutsche Klimabüro ist eine Einrichtung des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht. Hier werden Klimainformationen speziell für Norddeutschland gebündelt und für Entscheidungsträger bedarfsgerecht aufbereitet. Das Informations- und Beratungsangebot wird bereits in Politik, Planung und Wirtschaft angenommen. Anfragen werden vor allem aus den Bereichen gestellt, die auch heute schon vom Klima beeinflusst werden. Hierzu zählen zum Beispiel der Küstenschutz, Energieversorger oder die Landwirtschaft.

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Klima ist immer regional

Die Erforschung der regionalen Auswirkungen des globalen Klimawandels ist der zentrale Schwerpunkt der Klima-Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, die als eigenständiges Forschungsprogramm heute anläuft.

Dafür stellt die Gemeinschaft 16 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre bereit, die beteiligten Helmholtz-Zentren werden zusammen die gleiche Summe aufbringen, so dass die Klimainitiative insgesamt über 32 Millionen Euro verfügen kann.

Prof. Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ äußerte dazu: „Die umfangreiche Klimaforschung des GFZ ist integraler Bestandteil dieser Klimainitiative. Das GFZ als Potsdamer Helmholtz-Zentrum kann in vielen Bereichen fundiertes Wissen beisteuern.“ Themengebiete des GFZ in der Initiative sind Meeresspiegeländerungen und ihre Auswirkung auf Küsten, Klimadynamik in nördlichen Breiten, Landoberflächen als Teil des Klimasystems und die Wechselwirkungen klimarelevanter Stoffkreisläufe, wie z.B. der Kohlenstoffhaushalt, auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen. „Wir sehen das Klima als einen wichtigen Problemkomplex, wenn es um die zukünftige Entwicklung unseres Planeten geht. Nachhaltigkeit ohne Verständnis der Klimadynamik geht nicht,“ ergänzt Professor Hüttl. „Allerdings darf sich die Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung nicht auf das Klimathema beschränken. Das neue Potsdamer Institut heisst deshalb ja auch Institut für Klima, Erdsystem und Nachhaltigkeit (IASS).

Die Klimainitiative lautet mit vollem Namen: „Regionale Klimaveränderung – Von der Beobachtung und Modellierung zur Entscheidungshilfe für Vermeidungs- und Anpassungsstrategien„. Der komplexe Name spiegelt einen komplexen Ansatz wider. Letztlich ist das System Erde durch eine Vielzahl von Wechselwirkungen seiner Teilsysteme geprägt. Das Klimasystem ist eines dieser Teilsysteme unseres Planeten Erde. Die Arbeitsgebiete, die das GeoForschungsZentrum in die Helmholtz-Klimainitiative einbringt, untersuchen die Prozesse und Wechselwirkungen zwischen diesen verschiedenen Teilsystemen.

Reinhard Hüttl: „Es ist ja nicht so, dass wir das Klimasystem bereits vollständig kennen. Der Forschungsbedarf ist nach wie vor ganz erheblich. Das entbindet uns aber nicht davon, schon jetzt Maßnahmen zu treffen, die den stattfindenden Klimawandel erträglich gestalten können.“ Um den aktuellen Forschungsstand und den künftigen Forschungsbedarf genauer zu bestimmen, wird das GFZ zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) am 2. und 3. November dieses Jahres eine groß angelegte Klima-Konferenz in Berlin veranstalten. Informationen dazu finden sich unter:
http://www.thechangingearth.de/

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G8-Staaten erreichen Klimaziele nicht

Im Vorfeld des G8-Gipfels veröffentlichen WWF und Allianz zum dritten Mal die G8 Climate Scorecards, eine Analyse und Rangfolge der G8-Staaten im Kampf gegen den Klimawandel. Demnach ist bei den G8 Deutschland führend im Klimaschutz – knapp vor Großbritannien und Frankreich. Allerdings hat bisher keines der G8-Länder ausreichende Maßnahmen getroffen, um einen gefährlichen Klimawandel aufzuhalten. Dafür ist es notwendig, die globale Temperaturerhöhung auf unter 2°C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Dieses Ziel ist erreichbar, wenn die Treibhausgasemissionen global bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Der Staatengemeinschaft bleiben nur noch fünf Monate bis im Dezember bei der Klimakonferenz in Kopenhagen entsprechende Vereinbarungen getroffen werden müssen. Der G8-Gipfel in Italien soll dafür die Weichen stellen.

Die G8 Climate Scorecards vergleichen die Länder anhand von quantitativen Indikatoren, wie der Entwicklung der Treibhausgasemissionen seit 1990, der Erfüllung der Kyoto-Ziele oder dem Anteil an erneuerbaren Energien sowie auf Basis von Experteneinschätzungen zur jeweiligen Klimapolitik. Untersucht wurden neben den G8-Staaten auch die fünf größten Schwellenländer Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika.

„In Deutschland gibt es noch immer keine überzeugende Strategie für eine kohlenstofffreie Energieversorgung ab 2050. Um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben, muss solch eine Strategie dringend erarbeitet werden. Dann wird sich zeigen, dass Geschäftsmodelle, die mit hohem Treibhausgasausstoß einher gehen, schnell umstrukturiert werden müssen“, kommentiert, Eberhard Brandes, Geschäftsführer des WWF Deutschland.

Die G8 Climate Scorecards wurden von Ecofys, einen unabhängigen Beratungsunternehmen im Auftrag von WWF und der Allianz erstellt. Die Allianz unterstützt als globaler Partner des WWF die Studie, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Finanzdienstleistungen besser zu verstehen. Das gilt sowohl für ein Anlage- und Regulierungsumfeld, das sich den Anforderungen des Klimaschutzes anpassen muss, als auch für die Entwicklung neuer klimafreundlicher Produkte und Finanzlösungen.

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